Neue Kartoffeln, dicke Schalen

02. September 2010, 20:08 von Gärtnerin

Letzten Winter habe ich im Fernsehen eine Kartoffel-Produktions-Deko gesehen, die mir den Magen umgedreht hat. Warum? Weil dort berichtet wurde, warum neue Kartoffeln dünne Schalen haben, und “nicht-neue” Kartoffeln nicht.

Ist vielleicht ein alter Hut, aber bisher dachte ich jedenfalls ganz naiv, dass das einfach verschiedene Sorten sind. Sind´s aber nicht. Es wurde in dem Film gezeigt, dass Kartoffeln dickere Schalen bekommen, wenn die Pflanze oberirdisch abstirbt, sozusagen als Schutz für die Wurzelknolle, um ohne das obere Kartoffelpflanzen-Teil zu überleben. Und je dicker die Kartoffelschale, desto lagerfähiger sind Kartoffeln, auch über den Winter und so… Und dass im Erwerbsanbau die dicke Schale chemisch herbeigeführt wird, wurde auch gezeigt. Die Kartoffelpflanzen wurden im Film bereits vor dem Absterben der Pflanze extra mit der Chemiekeule abgespritzt, damit die Kartoffeln im Boden schneller beginnen, dicke Schalen zu produziert. Und das zu wissen, finde ich ….. ECHT nicht lecker! So gar nicht. :-(

Jedenfalls wollte ich das mal probieren mit der dickeren Schale und besseren Lagerfähigkeit, und hab einige Kartoffeln, die sich über Winter im Boden gehalten hatten, weil sie letztes Jahr bei der Ernte übersehen worden waren – Ist mir ja noch nie passiert! :-)))) – trotz bereits länger abgestorbener Pflanze noch im Boden gelassen, und heute eine Probe-Ernte für Abendessen durchgeführt:

neue kartoffeln

Die Probeschälung hat ergeben: Ordentlich Schalen dran, viel dicker als bei früher geernteten, also “neueren” Neuen Kartoffeln. Was Opa sicher noch wusste, ist für mich eine ganz neue Erfahrung mal wieder. Moderner Mensch = denaturiert.

mehr Kartoffeln

Pflanzkartoffeln
Kartoffelernte, und warum Kartoffeln gut für den Boden sind
Gemüsebeet-Planung

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Garten-Koch-Event August “Brombeere”: Roundup

02. September 2010, 19:30 von Barbara

Der diesjährige August war ziemlich stürmisch, regnerisch und erinnerte an den meisten Tagen mehr an Herbst als an Spätsommer. Trotzdem waren vielerorts Brombeeren zu finden und Ihr habt eine Menge unterschiedlichster Rezepte damit gezaubert. Ich bin begeistert, was Euch zum Thema Brombeere alles eingefallen ist!

Interessant fand ich, dass so viele von Euch herzhafte, pikante Gerichte mit Brombeeren verfeinert habt. Die Frucht ist also nicht nur für Süßschnäbel geeignet, sondern bietet sich auch als Zutat für Vorspeisen, Salate, Pasta und Hauptgerichte an.

Garten-Koch-Event

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Stauden-Kombination, planen

01. September 2010, 11:26 von Gärtnerin

Miriam mit fettem Lob und einem bekannten Problem: Stauden planen / kombinieren.

“Hallo und einen wunderschönen, sonnigen Morgen.

Zuerst einmal, ich bin ein echter Fan von ihrer Gartenseite. Echt klasse. Trotzdem komme ich nicht weiter in meinem Garten, weil ich Angst habe was falsches zu kaufen. Ich habe jetzt sehr große Hoffnung, dass Sie mir vielleicht ein paar Tips geben können. Ich habe ein Blumenbeet, das ca. 7m lang und ca. 2m breit ist. Ich wünsche mir ein Beet, das recht leicht zu pflegen ist. Ich habe schon einige Stauden (zum Teil auch Gehölze) wie z.b. Phlox, Prachtkerze, Hortensie, und Montbretien. Auch eine Asternart, die ich aber ganz neu bekommen habe und noch nicht weiß wie groß sie mal wird. Bodendecker sind auch vorhanden. Mein Problem jetzt, ich bekomme keine schöne Ordnung ins Beet. Ich habe in einem Buch gelesen, dass man die großen nach ganz hinten, die mittleren davor und dann die ganz niedrigen. Das ist ja auch nicht schwer, aber ich kenne mich noch nicht wirklich gut mit Blumen aus. Ich habe Angst, dass ich zu wild pflanze, zu viele oder zu wenige Pflanzen setze. Wonach richte ich mich denn da? Oder welche Pflanzen sollten nicht neben einander gepflanzt werden? Wieviele in den Hintergrund? Wie viele in den Vordergrund. Mein Traum ist es ein dicht bewachsenes Beet zu haben, das aber echt nicht zu unruhig wirkt. Ich dachte gärtnern ist nicht so schwer, aber man kann doch enorm viel falsch machen. Da das Beet ja auch nicht gerade das breiteste ist, kann ich eh nicht so viel Aufbauen. Bis jetzt ist es noch ein Trauerbeet. Leider. Aber ich lese fleißig, trau mich aber doch nicht einfach an den Kauf. Vielleicht können sie mir ja ein paar Blumen (am liebsten Stauden) empfehlen, die von klein nach groß zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Fingerhut finde ich zum Bsp. sehr schön. Aber die Frage ist wieder, wie viel von was? Sollten Sie mir ein paar Tips geben können, würde ich mich sehr freuen. Ich werde jetzt erstmal wieder auf ihrer Seite weiter lesen gehen.”

Beim Staudenbeet-Anlegen hatte ich schon eine ganze Menge Tipps geschrieben. Diese Tipps reichen aber im Einzelfall natürlich auch nicht aus, eine Stauden-Pflanzung perfekt zu planen, insbesondere für Anfänger, die die einzelnen Pflanzen noch kaum kennen und gar nicht wissen, wonach sie suchen sollen, und auch nicht, wie die Stauden sich entwickeln. Stauden-Planung ist echt eins der Schwersten im Garten, weil im Grunde ein multidimensionales Entscheidungsproblem. Deswegen versuche ich mal ein Update und weitere Hilfestellungen, so gut ich kann, indem ich das früher Geschriebene erst nochmal zusammenfasse und ergänze:

Stauden-Planung ist nicht endgültig

Grundsätzlich gilt – jedenfalls kann ich es der Erfahrung nach nur so – dass ein Staudenbeet niemals vorab endgültig planbar ist. Neben der Kombination der Stauden nach Höhe, Farbe, Blütezeit, Menge der einzelnen Stauden-Arten kommen “Unbekannte” hinzu, die spätere Anpassungen erfordern. Z.B. Standort-Vorlieben. Man kann sich noch so sehr bemühen, Standort-Bedürfnisse zu erfüllen – an sonnigen, schattigen, halbschattigen Standorten nur entsprechend passende Gewächse zu pflanzen, was schon sehr viel hilft, wenn bestimmte Stauden dann später aufgrund moderierender Bodenverhältnisse (Feuchtigkeit, Nährstoffgehalt, Humusgehalt, Durchlässigkeit, Kalkgehalt, saurer Boden, Bodenzusammensetzung, Wasserhaltefähigkeit (->Bodenanalyse für den Hausgebrauch vorab)…) dann doch nicht wie gewünscht gedeihen, und tiefgreifende Bodenverbesserung Jahre in Anspruch nimmt. Insofern ist das Anlegen eines Staudenbeets immer ein schrittweiser Prozess bei mir, der bis zum vorläufigen Endstand 2-3-4 Jahre dauern kann. Nach der Erst-Anlage entdeckt man zu bestimmten Monaten Blüh-Lücken und korrigiert, andere Stauden mickern und fliegen wieder raus, bzw. werden durch solche ersetzt, die es dort besser machen, oder neue Sorten ausprobiert und so weiter…

Stauden-Pflanzregeln/Orientierungshilfe zur Mischung

Staffelung und Menge nach Stauden-Höhe, Proportionen

- Solitärstauden/hohe Stauden einzeln oder in kleinen Gruppen, und tendenziell nach hinten
- Niedrigere bis ganz niedrige Stauden in größeren Gruppen und tendenziell nach vorne

Die Höhe-Staffelung also: niedrig vorne – mittel Mitte – hoch hinten im Beet
Die Mengen-Staffelung: je kleiner, desto mehr Pflanzen, je größer, desto weniger ( so ungefähr)

Von Stauden-Arten wenigstens drei Pflanzen, um eine nette Stauden-Gruppierung zu erreichen, es sei denn, das Beet ist sehr klein oder sehr groß, dann sollten die Pflanzen-Flecken-Größen entsprechend angepasst werden.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum Beispiel habe ich bei meinem aktuell neu entstehenden Staudenbeet / Planung Anf. 2009 jetzt im September zu überarbeiten. Mit der Stauden-Pracht ging es gleich gut los im Sommer 2009, aber das Beet ist einfach nicht tief genug für eine vollständige Staffelung bis zum Bodendecker. Der Rand an der Terrasse wird nun “erhöht”. Die Bodendecker-Stauden fliegen raus, mittelhohe bis hohe Stauden auch dort. Außerdem weist das Beet noch nen Sonderfall auf: Es soll von zwei Seiten attraktiv sein, also auch vom Rasen aus. Insofern nutzt die einseitige Höhenstaffelungs-Idee hier, anders als bei einer Stauden-Planung am Garten-Rand nicht viel.

Eine weitere Ausnahme wäre ein sehr großes, sehr tiefes Beet, wie von Miriam angegeben. Mit drei Pflanzen-Flecken kann das schnell zu viel-sortig und zu durcheinander werden. Die einzelnen Staudentuffs müssten dann größer ausfallen, um eine vernüftige Proportion zur Beetgröße zu erreichen. Ich denke, ich würde da auf 5 Stauden oder so gehen.

Und noch eine Ausnahme: Manche Stauden sind von Natur aus sehr “breit”, wie z.B. Pfingstrosen, die nicht gern verpflanzt werden, und riesige Blätter kriegen. Von denen vielleicht eher nur eine Staude, es sei denn, das Beet ist sehr groß, und mehr Platz zum Nachbarn lassen.

Unde noch eine Ausnahme: Manche Stauden werden nach der Blüte schnell so unattraktiv, dass man von ihnen keinen ganzen Tuff will, der dann flächig blöd aussieht. Die setzt man besser nicht so flächig, sondern einzeln oder streut sie dazwischen. Zum Beispiel: Akelei, Mohn, Fingerhut

Stauden – Pflanzabstand

A propos Platz zum Nachbarn: Optimaler Pflanzabstand für Stauden ist ne nachdem auch so eine Sache, je nachdem wie schnell die Stauden in die Breite wachsen (s.unten: Wucherer). Es gibt dafür keine feste “richtige” Größe. Über kurz oder lang wird ein Beet immer zuwachsen, fragt sich nur wie schnell. Ich empfehle, nicht zu dicht zu pflanzen. Klar will man möglichst schnell alles dicht haben, aber dann kommt auch der Zeitpunkt früher, an dem man zu viel gewachsene Stauden, die sich gegenseitig bedrängen, abstechen und weggeben oder wegwerfen muss. Außerdem ist das Kaufen von einer größeren Menge Stauden teurer als von einer kleineren, sparsamer gepflanzten Menge, die sich im Lauf der Zeit dann sowieso selbst vermehrt. Mein Tipp, gerade für Stauden-Anfänger: Lasst mal ruhig Platz dazwischen (20-30 cm), und sät z.B. Bienenfreund als einjährigen, sehr attraktiven Zwischenblüher dazwischen, wie ich es oben (Link “Stauden-Pracht”) bei meinem Beet gemacht habe. Dann kann man auch sehr gut beobachten, wie sich die einzelnen, noch unbekannten Pflanzen in den ersten ein bis zwei Jahren entwickeln, und wer auf dem vorhandene Boden wie gut oder rasch in die Breite wächst, und wer eben nicht. So hat man Lehrjahre, die zu der Erfahrung mit der einzelnen Staude führen, die jetzt noch fehlt. Dichter pflanzen wo nötig kann man dann beim Vermehren der Stauden zwei Jahre später, wenn man weiß, welche wie gedeiht.

Stauden nach Blütezeit, Blütenfarbe

Es bringt nix, wenn man Wunsch-Stauden zusammenpflanzt, die einem gefallen, aber zu völlig unterschiedlichen Zeiten blühen, so dass sich der gewünschte Kombinations-Effekt niemals einstellen kann. Im Unterschied zu vielen einjährigen Sommerblumen, die die ganze Gartensaison blühen, haben alle Stauden ihre vergleichsweise kurze Zeit (, oft nur 14 Tage oder so, dafür sind sie winterhart). Langblühende Stauden, auch nach der Blüte blatt-attraktive Stauden oder remontierende Stauden (zweimalblühend) kann man einplanen und dazwischen mischen, natürlich. Passende Blütezeit ist ein wichtiger Grund, warum man sich damit beschäftigen muss, was zusammen blüht. Bei kleinen Beeten empfiehlt sich auf jeden Fall, dem Beet eine gewisse Blüh-Saison zuzuordnen. Besser alles oder vieles blüht auf einmal, aber richtig prächtig, als das ganze Garten-Jahr auf ein-zwei magere Blüten zu starren.

Stauden mit relativ langer Blütezeit

Storchschnabel, wenn Verblühtes laufend abgeschnitten wird
Sonnenhut
Leinkraut/Linaria purpurea blüht nun schon Monate, und ist meine aktuelle Lieblingsstaude
Veronica spicata
Schaumblüte
Scheinmohn
Schleierkraut
Vexiernelke ist eine anspruchslose, langblühende Pflanze, wenn sie laufend ausgeputzt wird.

Blatt-attraktive Stauden:

Frauenmantel
Hosta
Heuchera
Günsel
( letztere drei sind v.a. Halbschatten- und Schattenstauden, einzelne Sorten gedeihen bei mir aber auch in der Sonne gut. Das kann man also ausprobieren, wenn Boden nicht zu trocken.

zweimal blühende Stauden/remontierende Stauden

(blühen nochmal, wenn man Verblühtes vor der Samenreife entfernt) Campanula portenschlagiana
Phlox
Frauenmantel
Rittersporn
Katzenminze
Spornblume

Stauden nach Stärke

Weitere Dimension: Einige Stauden sind standortabhängig wahre Wucherer und gehen durch unterirdisches Rhizom-Wachstum schnellstens in die Breite, um ihre Nachbarn zu bedrängen, oder breiten sich durch Versamen sehr schnell aus. Mit ihnen hat man schnell den Garten üppig blühend, aber auch immer wieder Arbeit mit Abstechen des “Zu viel”. Schwächlichere Nachbar-Stauden können verdrängt werden, wenn das Beet nicht rechtzeitig gepflegt wird.

Wucherer

Gelenkblume
Chamaleonpflanze
Frauenmantel
Sonnenhut (etwas weniger)
Herbstastern
Lampionblume
Hornkraut

Stauden nach Blütezeit

Schwierig aus dem Kopf, weil sich die Blütezeiten überlappen, und z.T. sortenabhängig sind (wie auch die Höhe), und je nach Witterung auch bissi nach vorn oder hinten verschieben. Auf die Schnelle, was mir einfällt: zusammen/zumindest überlappend blühen, v.a. meine eigene blau-weiß-rosa-Kombination im Garten natürlich, sowie andere Stauden, von denen ich die Blütezeit weiß – Angabe in zwei Monaten bedeutet nicht unbedingt, dass sie zwei Monate lang blühen, sondern dass sich die Blütezeit oft über die Monatsgrenze erstreckt, Standort-Vorlieben beachten:

Stauden Blütezeit Februar:

Christrose, Winterling

Stauden Blütezeit März:

Strahlenanemone, Tulpen, Narzissen, Traubenhyazinthen

Stauden Blütezeit April:

Bergenien, Blaukissen, Felsen-Steinkraut, Gänsekresse, Gemswurz, Küchenschelle, Lungenkraut, Schleifenblume, Tränendes Herz

Stauden Blütezeit Mai:

Zierlauch (Blumenzwiebeln), Akelei, Campanula portenschlagiana, Iris barbata (je höher, desto später die Blütezeit), Türkenmohn, Gemswurz, Pfirsichblättrige Glockenblume, Pfingstrosen, frühe Storchschnabel-Arten, Bergflockenblume, Katzenminze, Schleifenblume, Vergissmeinnicht, Pfingstrosen, Grasnelken, Günsel, Helmkraut, Hornkraut, Immergrün/Vinca minor, Islandmohn, Jakobsleiter, Maiglöckchen, Purpurglöckchen, Sandkraut, Scheinmohn, Tränendes Herz

Staudenkombination, bilden bei mir zusammen Schwerpunkte im Sonnen-Staudenbeet Mai:

- Iris barbata, Türkenmohn, Pfingstrosen, Zierlauch (hoch),
- Storchschnabel, Bergflockenblume, (mittel
- Akelei vereinzelt (mittelhoch)
- Hornkraut, Grasnelken (niedrig)

Stauden Blütezeit Juni

Vexiernelke, spätere Storchschnabel-Arten, Rittersporn, Leinkraut, Lupine, Strauchrosen, gesäter Bienenfreund, Mutterkraut, Spornblume, viele Glockenblumen-Arten, Agastache, Grasnelken, Veronica spicata, Hauswurz, Diptam, Fingerhut, Betonica officinalis, Monarda, Islandmohn, Lavendel, Margeriten, Nelkenwurz, Scheinmohn, Schleierkraut, Sterndolde, Wollziest, Bergminze

Staudenkombination-Schwerpunkte im sonnigen Juni-Beet:

- Vexiernelke, Rittersporn, Lupine, Strauchrosen, Spornblume, Monarda, Margeriten (hoch)
- Storchschnabel, Bienenfreund, Knäuel-Glockenblume, Mutterkraut, Veronica spicata, Lavendel, Schleierkraut, Sterndolde (mittel)

Stauden Blütezeit Juli:

Vexiernelke, Taglilien, Gelenkblume, Phlox, Spornblume, Monarda, Sonnenhut, Malve Malva alcea, Veronica spicata, Agastache, Hosta-Arten, Lampionblume, Mädchenauge, Palmlilie, Schafgarbe, Scheinmohn, Schleierkraut, Schneefelberich, Ysop

Staudenkombination Juli in meinem Sonnen-Beet:

- Vexiernelke, Gelenkblume, Phlox, Spornblume, Monarda, Sonnenhut, Ysop (hoch)
- Veronica spicata, Agastache, Hosta, Schleierkraut (mittel)

Stauden Blütezeit August

Sonnenhut, Malva alcea, Rittersporn, Ballonblume, Kugeldistel, Fetthenne, Kokardenblume, Mädchenauge, Phlox ggf., Prachtkerze, Schleierkraut, Ysop

Staudenkombination im August-Sonnenbeet:

- rosa Sonnenhut, Rittersporn remontiert, Kugeldistel, Phlox remontiert, Ysop (Hoch)
- Fetthenne, Prachtkerze, Schleierkraut (mittel)

Stauden mit Blütezeit September:

Agastache, Fetthenne, Herbstastern, Herbstanemone, Gräser-Monat: Lampenputzergras, andere Ziergräser, Liriope, Astilbe

Staudenkombination im sonnigen September-Beet:

- Agastache, Fetthenne, niedrige Herbstastern, Lampenputzergras (mittel)

Staudenkombination im Schattenbeet mit September-Höhepunkt:
-Herbstanemone (hoch)
-Astilbe (mittel)
-Hosta (ohne Blüte den ganzen Sommer attraktiv)
- Heuchere (ohne Blüte den ganzen Sommer attraktiv)

Alle von mir genannten Stauden findet Ihr über die Suchfunktion oben rechts oder das Stauden-Lexikon. Die genannten Beispiele sind natürlich alle aus den Erfahrungen mit den Stauden in meinem Garten, zu anderen, insbesondere auch anderen Blütenfarben-Kompositionen fehlen sie mir. Ich denke, die Stauden-Anfänger wären dankbar, wenn Ihr lieben Mitleser Lust hättet, aus Eurem Erfahrungsschatz zu ergänzen, wenn Ihr könnt, ungefähr so:

schnell unattraktive Stauden, vereinzelte Zwischenstreuer sind:
langblühende Stauden sind:
remontierende Stauden sind:
Wucherer sind:
erfolgreiche Stauden-Kombinationen nach Blütezeit – bei mir im Garten blüht zusammen/ bilden im Monat x Schwerpunkte: (hoch/mittelhoch/niedrig)

Eure Infos würde ich dann hier oben der Übersichtlichkeit halber ergänzen?! Achjeee-tje, Übersichtlichkeit. :-(
Das ist ja jetzt schon eigentlich … na ja… Ich habe mich bemüht, im Rahmen meiner Möglichkeiten…

Noch ne Idee für das große 7×2 m-Beet. Ich würde versuchen, die Kombinationen auf der Länge 2-3x zu wiederholen, und so zu planen, dass jeweils Häufungen gleichzeit blühender Pflanzen miteinander wiederholt Blütengipfel bilden.

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Herbstpflanzen-Verkauf

29. August 2010, 11:41 von Gärtnerin

Die gelesenen Garten-Angebote für die nächsten Tage. Schnell fertig, der Gärtner mit dem Willen zum Kaufen kann dieser Tage im Großen und Ganzen wählen zwischen Chrysanthemen, Sommerheide, Stacheldrahtpflanze, Silberblatt, Alpenveilchen, Blumenzwiebeln, Rasensamen und Heckenpflanzen (darunter wie immer besonders viele nichtsnutzige Thuja und Zypressen, aber auch alles andere Gängige). Byebye, Garten-Sommer, auch wenn wir hier diese Woche wieder auf 20 Grad kommen sollen. Beim Gartenmöbel-und Sonnenschirm-Ausverkauf tut sich noch was, ebenso bei den Außen-Blumentöpfen. Für die Erleuchtung der kommenden dunklen Garten-Jahreszeit gibts außerdem eine Vielzahl an Solarlampen, Kugelleuchten etc. Ich werde wohl ohne Garten-Einkäufe auskommen dieser Tage, und mit pflanzenleeren Händen aus D zurückkommen…

Wie immer: Ohne Datum = ganze Woche. Ohne Garantie für Richtigkeit und Verfügbarkeit, und viel Spaß beim Kaufen!

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Schlechtwetter – Sauregurkenzeit

27. August 2010, 09:09 von Gärtnerin

Ja, was will man eigentlich dieser Tage mit Weltuntergangs-Schlechtwetter im Garten?

Nicht dass ich böse wäre, dass die große Hitzewelle erstmal vorbei ist! Ich will da gar nicht mosern. Septemberhafter Sonnenschein mit milderen Temperaturen kommt mir an sich entgegen. Immerhin sind Frühling und Herbst meine Lieblings-Garten-Jahreszeiten, selbst wenn sie zu früh dran sind. Sommerblumen und blühende Kübelpflanzen habe ich ausreichend, um noch nicht auf Chrysanthemen und Heidekraut-Kauf angewiesen zu sein. Nur, man hat nix davon, weil man einfach nicht in den Garten kann. Jammern tut gut, also:

Erst eine Woche in D, dann eine Woche krank, mit als Gefolge völlig entgleiste Zustände im Garten. :-(

Verblühtes und Unkraut reichen sich die Hand. Langsam – zwei-drei Stunden letztes Wochenende – begonnen, den Garten, der sich durch langsam verblühenden Sonnenhut und beginnende Fetthenne-Blüte schon äußerst herbstlich zeigt, weil der heiße Sommer viele Pflanzen im Zeitraffer ihre Saison erleben ließ, wieder in Besitz zu nehmen. Eimer von verwelkten Blüten und Stauden und Schachtelhalm…

Wochenbeginn: Sturm. Es weht bis zur Wochenmitte so heftig, dass die traurigste aller Nachrichten ist, dass der 150 Jahre alte Anne Frank-(Kastanien)Baum in Amsterdam (sie berichtete mehrmals über ihn in ihrem Tagebuch), der seit Jahren morsch umzustürzen drohte, und deshalb mittels einer teuren Extra-Konstruktion gestützt und so erhalten werden sollte, am Montag mittag 13.30 Uhr vom Sturm gefällt wurde. :-(

Auch sonst wurde um den Baum viel Trara gemacht. Es sind nämlich in letzter Zeit Stecklinge gezogen worden von der historischen weißen Kastanie, und davon sollen welche aus symbolischen Gründen nach Ostdeutschland gegeben werden. Dass das alte Bruchholz des Kastanienbaums nun aufbewahrt wird und sogar über eine Ausstellung desselben nachgedacht wird, scheint mir allerdings doch etwas viel des Guten, ebenso wie die Meldung, dass sich Menschen in den Besitz von Kastanienstücken gebracht haben, um sie als Trophäe für teures Geld über Internet zu verkaufen. Was am Mittwoch vom Baum weggeholt wurde und ausgestellt werden soll, soll dann allerdings nicht verkauft werden. Erstaunlich jedenfalls, wie viel Emotion mit diesem Baum hier verbunden ist. Fast schon Jackson-haft.

Am Mittwoch habe ich – wieder fast voll einsatzfähig – den Garten der alten Gärtnerin , ebenfalls entgleist, aufgebretzelt. Und seitdem regnet es. Ach was, es wasserfasst und kübelt. Der Regen kommt vom Himmel wie bei Studioaufnahmen für einen billigen Werbefilm, bei dem zwei-drei Mann von oben mit Eimern und Sprühdusche “Regen machen”. Nur sieht man das Gerüst nicht, auf dem sie stehen. Demzufolge läuft das Nieder-Land auch ganz schön voll immo. Gestern ist ein kleiner Deich gebrochen und wurde die Autobahn A1 überflutet. Na danke. Gartenarbeit? Ich will ein Rettungsboot! Vorerst liege ich wegen Rückschlag dann wieder flach. Möge das Unkraut wachsen, wenn es den Kopf über Wasser halten kann. Mirdochegal. :-(

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Clerodendrum paniculatum – Pagoda Tree

25. August 2010, 08:11 von Gärtnerin

Unbekannte Pflanzen-Beute gemacht: Clerodendrum paniculatum (Losstrauch, Pagoda Tree, Pagoda Flower) gekauft. Die bisher nie erblickte Verwandte (neuer Pflanzen-Trend oder selten?) zu meinem Losbaum/Clerodendrum ugandense blüht wun-der-schön mit 1 cm-kleinen orangen Schmetterlingsblüten in einer endständigen Riesen-Blütenrispe:

clerodendrum pagoda tree

clerodendrum pagoda tree 5

clerodendrum paniculatum 2

clerodendrum paniculatum pagoda tree 4

clerodendrum losstrauch 3

Dekorative, kräftige, breite, etwas ledrige, schön geformte Blätter, die waagerecht vom Stamm abstehen, außerdem:

clerodendrum paniculatum

Eine Kopfzerbrechen-Pflanze, wir mir auf den ersten Blick schwant. Ich stelle mir das Schlimmste vor: dass sie erst verblüht, und dann langsam von unten her vergilbt, Blätter verliert und abstirbt. :-( Info muss her! Verkauft als Zimmerpflanze (Pflanzenetikett sagt hell, aber nicht in die Sonne, gleichmäßig feucht, regelmäßig düngen. ganzjährig warm). Zander sagt wenig, außer Herkunft Südostasien/Malaysia/die Gegend. Also ordne ich sie mal unter tropische Regenwald-Pflanze ein, und denke an erhöhte Luftfeuchtigkeit. Infos im Web sind spärlich zu finden, außer dass Clerodendrum paniculatum in Botanischen Gärten zu Hause ist, auch noch Losstrauch genannt wird, sowie “Pagoda Tree”, was sich ohne weiteres aus der Blütenrispen-Form verstehen lässt, find ich. Und dass sie nicht winterhart ist, verschiedentlich aber in Kübeln und Beeten im Warmen draußen auf Bildern zu sehen. Deswegen also: Nicht nur Zimmerpflanze, sondern auch Kübelpflanze, Sommer draußen?

Wer hat Erfahrung mit Clerodendrum paniculatum?
Als Zimmerpflanze oder als Kübelpflanze draußen im Garten? Wie überwintern, kühl um 5 Grad möglich? Blattverlust im Winter? Ich will möglichst alles wissen! ;-)
Wer weiß was?

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Yucca-Stamm quer pflanzen

24. August 2010, 11:26 von Gärtnerin

Ha! Interessant! Wir hatten beim Yucca vermehren-Beitrag ja mal darüber geredet, dass man Yucca-Stammstücke auch quer in die Erde pflanzen kann, um dann mehrere neue Austriebe zu provozieren. Hab ich nie probiert bisher. Jetzt von Ulrich per Mail dies bekommen:

“Und ich habe eine nette Überraschung erlebt.

Letztes Jahr stand neben einer der Mülltonnen unseres Hauses ein ca. 70-80 cm langer Stamm einer Dracaena mit zwei kleinen Trieben. Den wollte wohl ein Nachbar entsorgen. Ich habe ihn mitgenommen und so, wie er war, in ein Gefäß mit Wasser gestellt in der Hoffnung, dass er Wurzeln bekommt. Dem war leider nicht so, er begann zu faulen. Also habe ich die beiden Triebe abgeschnitten und den Versuch wiederholt. Das hat geklappt und sie sind auch ordentlich gewachsen seitdem:

dracaena01

Den Stamm habe ich erstmal im Wintergarten liegenlassen – unter einer breiten Fensterbank, also ziemlich, ziemlich im Schatten – und dann schlichtweg vergessen.

Ja, und heute beim Aufräumen habe ich ihn wieder entdeckt und dachte: Was leuchtet denn da so grün? Der Stamm hat tatsächlich in der Mitte einen neuen Trieb bekommen – ohne Wasser, fast ohne Licht.

dracaena02

dracaena03

Und es sieht so aus, als würde auf der gegenüberliegenden Seite noch ein Trieb herauskommen.

Ich habe seit fast 35 Jahren Erfahrungen mit Zimmerpflanzen (u.a. eine Dracaena, irgendwann ganz klein in einem Supermarkt gekauft, die nach über 20 Jahren tatsächlich geblüht hat), aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.

Aber was mache ich jetzt damit? Ich bringe es nicht übers Herz, ihn wegzuschmeißen, aber ich kann ihn ja auch nicht „quer“ einpflanzen”

Doooch, kannst Du! ;-)
Ich würde um den/die Austriebe den Alt-Stamm kürzen, so dass er quer in einen Blumentopf passt, und ihn dann nach ein paar weiteren Tagen Eintrocknungszeit für die Wunden zur Hälfte in die Erde legen. Bestimmt kriegst Du dann mit der Zeit die wunderschönste Mehrtrieber-Yucca! Wenn Du es so machst, bin ich – und sicher auch andere – sehr daran interessiert, später nochmal zu hören, wie sich die Pflanze weiter entwickelt hat, und ob und wie viele weitere Austriebe an der Stamm-Oberseite entstanden sind!

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Aronstab – Arum maculatum?

24. August 2010, 11:07 von Gärtnerin

Ein Aronstab / Arum zur Bestimmung. Dass es ein Aronstab ist, darüber habe ich keine Zweifel. Fragt sich nur, welcher …

“Ich habe mir aus der Niederlande eine Blume mit gebracht, die ich nicht kenne und worüber ich auch im INet nichts gefunden habe.
Vielleicht kannst du mir weiterhelfen.

Die Pflanze wächst aus kleinen Blumenzwiebeln, hat keinerlei Blätter, sondern nur den kräftigen Stiel und diesen schönen Fruchtstand. Die Beeren scheinen nun reif zu sein, sind relativ weich und beginnen, so langsam abzufallen. Das angehängte Foto ist heute gemacht worden.

Besonders interessiert mich, ob dies eine Sumpfpflanze ist und welchen Boden und Standort sie braucht um gut zu gedeihen.”

aronstab

Im Garten oft verwendete, winterharte Aronstab-Arten sind Arum italicum (Südlicher Aronstab) und Arum maculatum (Gefleckter Aronstab). Beide sind Pflanzen, die aus Knollen/Rhizomen wachsen. Beide kriegen im Spätsommer/Herbst ähnliche Fruchtstände mit diesen orangen Beeren und haben währenddessen keine Blätter. Was natürlich nicht heißt, dass sie nicht wannanders Blätter haben. *g*

Die Aronstab-Blätter sind pfeilförmig und sehen denen der Calla (verwandt, auch ein Aronstabgewächs) nicht ganz unähnlich. Wie mein “Das große Ulmer Buch der Gartenpflanzen” verrät, treibt der Südliche Aronstab seine Blätter im Herbst, die dann über Winter grün bleiben sollen, während der Gefleckte Aronstab erst im Frühling zusammen mit der Blüte gefleckte Blätter schiebt. Vielleicht weiß ja jemand anhand des Fotos Genaueres zu sagen. Für mein Auge sehen sich die beiden Aronstäbe zu dieser Zeit sehr ähnlich.

Aronstab Standort, vermehren

Aronstab steht gern in feuchtem Boden im Schatten/Halbschatten, ist also eine Waldrandpflanze/Gehölz-Unterpflanzung, und kann auch an den Teichrand, solange er nicht in der prallen Sonne und nicht im Wasser steht und dadurch wegfault. Vermehrung durch Rhizom-/Wurzelballen-Teilung. Ob (Selbst-)Aussaat der Beeren/Samen klappt???

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Angebote Garten aktuell

22. August 2010, 11:12 von Gärtnerin

Aktuell gelesen: Erste Blumenzwiebeln im Baumarkt-Angebot, sowie Holzschutzlasur, Wetterschutzfarbe und Hammerite Metallschutzlack. Bei Real gibts Brunnen als Sonderposten. Gartengeräte, darunter Edelstahl-Gartengeräte, Astschere, Heckenschere, Häcksler, kleine Kärcher Hochdruckreiniger unter 50 Euro. Herbst-Pflanz-lich: Heide, Herbststauden, Kugelchrysanthemen, aber auch Obstbäume. Die Herbst-Pflanzzeit naht. :-)

Wie immer: Ohne Datum = ganze Woche. Ohne Garantie für Richtigkeit und Verfügbarkeit, und viel Spaß beim Kaufen!

Real

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Hammerite Metallschutz-Lack 750 ml 14,99
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Fuchsien-Stämmchen-Anleitung

21. August 2010, 13:11 von Gärtnerin

Fuchsien (Fuchsia) – tolle Kübelpflanzen / Ampelpflanzen (bei hängenden Fuchsien) für den Sommer-Garten, die viele Jahre alt werden können, wenn man sie überwintert!

Mutterns 2 m-Fuchsien-Stamm mit dem Fuchsienrost, dereinst selbst gezogen aus einer “normal”-Feldwaldwiesen-Fuchsie, wird dieses Jahr übrigens 25, glaube ich.

Ich habe jahrelang keine Fuchsien gehabt, weil mein alter Garten zu sonnig für die Pflanzen war, die im Schatten oder Halbschatten besser gedeihen, bzw. typische Schattenpflanzen für den Balkon sind. Es sei denn, man erübrigt echt viel Zeit für Fuchsien in der Sonne, gießt und macht und tut, dann kann es auch in der Sonne gelingen ….

Als Schattenpflanzen sind sie pflegeleicht und blühen den ganzen Sommer, vorausgesetzt, die Erde im Topf ist immer gleichmäßig feucht, nicht zu nass (Gefahr Staunässe = Wurzeln faulen) und nicht zu trocken, regelmäßiges Ausputzen von verblühten Blüten und angesetzten Samen…

fuchsien ausputzen

findet statt, damit sie wirklich dauerblühen und nicht damit aufhören, und man düngt sie regelmäßig oder wenigstens sporadisch. Eine wöchentliche Dünger-Gabe oder Langzeitdünger wären wohl angebracht. Nach Langzeitdünger-Versorgung im Frühling bin ich diesen Sommer allerdings ziemlich dünge-faul, muss ich feststellen, so dass das Balkonblumen-Wachstum insgesamt nicht so dolle ist, wie es sein könnte. :-)

Zu den gekauften Fuchsien: Sehr günstig konnte ich drei normal kleine stehende Fuchsien dieses Frühjahr ergattern, mit dem Ziel, das eine oder andere Hochstämmchen daraus selbst zu ziehen. Die drei verschiedenen Fuchsien-Pflanzen haben sich im Wachstum erstaunlich unterschiedlich entwickelt, was man auf den Bildern aber nicht so gut sieht:

Fuchsie rosa-weiß gefüllt wächst quasi hoch und breit und kräftig, und wird daher ein Strauch werden:

fuchsien-stämmchen selbst gemacht

Fuchsie hellrosa-violett gefüllt wächst gefällig halbkugelig-dicht, hat aber so kurze Internodien/wächst so kompakt, dass sie, um als Hochstamm Höhe zu gewinnen, Ewigkeiten bräuchte:

fuchsie stämmchen ziehen

Fuchsie hellrosa-pink wächst mit längeren Internodien, verzweigte sich allerdings sehr mäßig von selbst, was für den Hochstamm-Gedanken erstmal prima ist. Die Form gefiel mir am wenigsten, die Internodien sind am längsten, daher ist für den Hochstamm 2010 meine Wahl auf diese Pflanze gefallen:

fuchsien stämmchen ziehen

Anleitung Fuchsien-Hochstamm selbst gemacht

Jetzt wollte ich mal zeigen, wie man einen Fuchsien-Stamm selbst ziehen kann. Am besten fängt man damit sofort oder bald an, bevor die Fuchsien-Jungpflanze noch allzu sehr verholzt und sich in eine selbst gewählte andere Form begibt, die später schwerer zu korrigieren ist. Außerdem kann sie dann das Wachstum gleich in den Trieb stecken, der später den Stamm bildet, statt sich auf allzu viele Äste zu verteilen.

Man nehme also die Fuchsien-Pflanze zur Hand und schaue sich an, was da an Trieben dran ist, die möglichst sowieso schon aufrecht nach oben wachsen, und welcher davon einen guten Leittrieb /späteren Stamm abgeben könnte, bzw. kaufe gleich eine Pflanze, die schon einen schönen senkrechten Trieb mitbringt. Oftmals ist das dann halt aber auch nicht so, so dass man sich einen basteln muss. Ausgangspunkt nochmal:

fuchsien stämmchen ziehen

Erstmal alles direkt am Ursprung abscheiden, was garantiert kein senkrechter Trieb ist… Dabei kann man die Fuchsie, wenn man will, gleich aus dem Schnittgut per Steckling vermehren (->Stecklingsvermehrung, Anleitung). Das klappt in Wasser oder Erde ziemlich einfach. Wir behalten eine Fuchsie mit Gabelung über:

fuchsie-stämmchen ziehen

Den rechten, oder den linken Trieb? Ich habe mich für den linken als künftigen Hauptast entschieden, weil er insgesamt gerader und eine Kleinigkeit länger war. Den rechten also auch noch abschneiden…

Den verbliebenen Fuchsien-Ast von kleinen Seitentrieben und Blättern an den Anbinde-Punkten befreien und ein wenig in Form zwingen, was gut geht, wenn die Pflanze eben noch wenig verholzt ist, und die Triebe dünn, und an einen Stab gerade nach oben binden:

fuchsien-hochstämmchen ziehen 2

Bei einsetzendem Dickenwachstum sieht man den kleinen Knick dann später kaum noch. Eigentlich je nach Blickwinkel jetzt schon kaum mehr:

fuchsien-hochstämmchen ziehen

Das war am 18.7. Bis heute hat das noch kleine Fuchsienstämmchen bei Kaum-Düngen ein Drittel an Länge zugelegt:

fuchsienstamm selbst gezogen

Fuchsien-Stamm – Phase 1

Die weiteren Pflegearbeiten auf dem Weg zum selbst gezogenen Fuchsienstämmchen bestehen eigentlich nur darin, sich in Geduld zu üben, regelmäßig den Zuwachs am Stab festzubinden, und neu entstandene Seitentriebe laufend zu entfernen, damit die Pflanze ihre Kraft auf das Triebspitzenwachstum des Hauptasts richtet. (rot: Seitentriebe laufend entfernen)

fuchsien-stamm ziehen

Manchmal hat man die Situation, dass plötzlich zwei Triebe oben dran sind, weil Fuchsien sich halt gern und freiwillig verzweigen. Dann schneidet man einen Trieb eben wieder an seinem Ursprung ab, und legt den anderen als Hauptast-Fortsetzung an den Stab zum Festbinden, und weiter gehts. ;-)

fuchsien stämmchen ziehne

Fuchsien-Krone ziehen – Phase 2

Wenn die gewünschte Stammhöhe erreicht ist, kappt man die Spitze der Fuchsie, und beginnt dort durch regelmäßiges Entspitzen der entstandenen oberen Neutriebe die Verzweigung zu fördern, bis das Stämmchen eine gefällige Krone hat. (rot: Schneiden, um Verzweigung zu fördern):

stämmchen selber ziehen

So lange die Fuchsie also noch nicht die gewünschte Stämmchen-Höhe hat, bleibt sie immer eintriebig, danach im oberen Teil genau das Gegenteil schneiden.

Fuchsien hören übrigens auch später nicht auf, Seitentriebe zu bilden, so dass man am Stamm einige Jahre immer wieder nach-pflücken muss, bis es weniger wird. Wenn man will, kann man die am Ursprung in Topfnähe herauswachsenden Triebe dann später wachsen lassen, so dass sie eine “Unterpflanzung” darstellen. So sieht auch Moms alter Hochstamm aus: Oben Krone, unten drunter niedriger Fuchsien-Busch.:

stamm-fuchsie ziehen

Diese Stämmchen-Ziehen-Anleitung könnte man auch für Wandelröschen, Geranien und viele andere Balkonpflanzen anwenden, die im Wuchsverhalten ähnlich sind, und deren Zweige mit der Zeit verholzen. Ähnliches Wuchsverhalten bedeutet: Pflanze bietet freiwillig reichlich Verzweigungen an / (geringe Apikaldominanz/ “Busch-Wachstum”/ oberster Leittrieb wird nicht von Natur aus stark bevorrechtigt).

Pflanzen mit einem Wuchsverhalten also eigentlich ähnlich zu Tomaten, die man beim Ausgeizen auch ähnlich behandelt und eine Verzweigung systematisch unterbindet, um Eintrieber zu erhalten. Nur bei wenigen Pflanzen klappts anders besser / schneller, ein Stämmchen zu ziehen, wie z.B. beim Oleander-Stämmchen oder Liguster-Stämmchen, bei denen ich durch Ausschneiden eines “Stamms” aus einem Busch, und Hinbiegen der Krone aus bereits gewachsenem Pflanzenmaterial gut gefahren bin.

mehr Fuchsien: Winterharte Fuchsien

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