Gärtnerin · 03. Dezember 2005, 13:53

Erntezeit für Feldsalat

Der Feldsalat (Valerianella locusta), auch Ackersalat, Rapunzel oder Vogerlsalat genannt, ist DER typische Herbst- und Wintersalat, der auch bei uns um diese Jahreszeit geerntet werden kann. Deswegen haben wir ihn für unser Garten-Koch-Event des Monats Dezember ausgesucht.

Feldsalat wächst in kleinen, dunkelgrünen, mehr oder weniger flachen Rosetten aus abgerundeten Blättchen, die einen kräftigen, nussigen Geschmack haben und viele Vitamine enthalten. Er lässt sich sehr leicht anbauen und ist dabei relativ anspruchslos was die Nährstoffversorgung betrifft, was ihn zu einer prima Nachkultur-Pflanze für das Gemüsebeet macht. Er mag durchlässigen Boden und gedeiht sogar in Balkonkästen prima, wie man sieht:

feldsalat

Das macht ihn natürlich auch zu einer hervorragenden Pflanze für Köche ohne eigenen Garten.

Feldsalat Aussaat und Pflanzung

Gesät wird im Zeitraum Juli bis Oktober direkt ins Garten-Beet (oder den Balkonkasten), und zwar zweckmäßigerweise in Reihen mit 10-15 cm Abstand. Hat man weniger Platz dazwischen, sieht das so aus wie in meinen Balkonkästen und die Pflanzen kommen sich platzmäßig ins Gehege. Bis zur Keimung feucht halten und ggf. vereinzeln. Hier sieht man Feldsalat wachsen bis zur Feldsalat-Ernte.

Außerdem habe ich gerade gelesen, dass es noch die Schweizer Methode gibt, bei der die Pflanzen vorkultiviert, einzeln getopft und dann in den Boden gepflanzt werden. Das scheint unter anderem mit weniger Putzaufwand hinterher einherzugehen.

In bezug auf die Sortenauswahl sollte man etwas genauer hinsehen, denn es gibt winterhärtere und weniger winterharte Sorten. Mein Holländischer Breitblättriger beispielsweise ist nicht ganz so winterhart. Da Feldsalat anfällig für Echten und Falschen Mehltau ist, sollte man möglichst auf entsprechend resistente Sorten zurückgreifen. Winterhart ist “‘Dunkelgrüner Vollherziger”, nicht ganz so kältetolerant “Holländischer Breitblättriger”. Mehltauresistent z.B. “Verella”, “Favor” oder “Elan”.

Der Feldsalat muss ab und zu gegossen werden, wie jede andere Pflanzen auch, eine Düngung ist normalerwiese nicht nötig, da er genügsam ist. Unkraut sollte aus der Pflanzung entfernt werden, damit es den Salat nicht überwächst.

Feldsalat-Ernte-Zeit

Die Zeit bis zur Ernte beträgt ungefähr 10 bis 12 Wochen. Die Blattrosetten werden über der Erdoberfläche abgeschnitten. Wenn der Feldsalat schosst / schießt /Blütenstiele treibt, sollte man ihn beizeiten untergraben, damit er nicht zur Blüte kommt und sich versät.

Feldsalat zusätzliche Information/Unterhaltung:

Was man dann mit dem Feldsalat nach der Ernte machen kann, war Gegenstand unseres Garten-Koch-Events Feldsalat im Dezember 2005. Dort jede Menge Feldsalat-Rezepte!

Weiterhin wurde eine interessante Frage zum Feldsalat gestellt.

Feldsalat-Anbau nach “Schweizer Art”
Feldsalat in der Wikipedia
Warenkunde Feldsalat

andere Salatpflanzen

Pflücksalat
Salatpflanzen-Tipps

eingewurzelt unter: Gemüsegarten

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5 Kommentare bisher

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Max, 17. April 2007, 06:47

Frage: Wie gewinnt man den Samen des Feldsalats? Im Beitrag wird vor der Selbstaussaat gewarnt!
Max
P.S. Toller Blog, steckt viel Arbeit, Mühe und Liebe drin

niXda, 17. April 2007, 12:26

Die zu den Baldriangewächsen (Valerianaceae) zählende Gattung Feldsalat bzw. Rapünzchen (Valerianella) ist bei uns mit 6 Arten vertreten (weltweit ca.50-60). Als Salatpflanze wird nur das Gewöhnliche Rapünzchen – Valerianella locusta kultiviert.
Das man diesen (ähnlich wie beim Grünen-Salat oder Garten-Lattich – Lactuca sativa) nicht zum Blühen bzw. zur Selbstaussaat kommen lässt liegt wahrscheinlich am eingebürgerten “Geschmack” der Gartenbesitzer, welche es nicht mögen wenn das “Zeug” gerade da zum wachsen kommt wo es ihrer Meinung nach nicht hingehört. :-) Obwohl solche Pflanzen weniger durch Schneckenfraß geschädigt werden wird lieber etwas mehr Aufwand betrieben. Vielleicht nur eine Industrie- bzw. Marktstrategie…

niXda, 17. April 2007, 12:29

Ansonsten gewinnt man den Samen des Gewöhnlichen Rapünzchens genauso wie bei allen anderen (samenbildenden) Pflanzen auch: Blühen und Fruchten lassen.

Günter Dörbaum, 28. Oktober 2009, 11:18

Wenn man den Feldsalat erntet also abschneidet wie oben beschrieben,wächst er dann wieder nach?

Siegfried Dietrich, 10. März 2011, 17:44

Wo soll das Problem sein bei der Selbstaussaat? Auf dem Feld, wo er ursprünglich herstammt, hat er sich ja auch selbständig vermehrt. Überhaupt wurde er in meiner Gegend früher nicht im Garten angebaut, sondern auf den abgeernteten Roggenfeldern von alten Mütterlein geerntet und dann auf dem Markt angeboten. Damals hat man die Felder allerdings nicht gleich nach der Getreideernte umgepflügt. Trotzdem klingt die schweizerische Methode sehr interesssant – möchte ich ausprobieren.

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