Gärtnerin · 25. August 2005, 20:29

Kirschlorbeer aus Stecklingen vermehren

Kirschlorbeer oder auch Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) sind immergrüne, gern als Hecken oder als Solitär im Garten verwendete Pflanzen.

Die mir geläufigsten Kirschlorbeer-Pflanzensorten sind „Otto Luyken“ (schmalblättig, stark blühend, bis 1,5m hoch und breit. Achtung: wird nicht hoch genug für richtig hohe Hecken!) und Kirschlorbeer „Rotundifolia“ (= Rundblättriger, bis 3m hoch, der oft in höheren Hecken verwendet wird)

Kirschlorbeer vermehren

Da Kirschlorbeer-Pflanzen im Vergleich zu anderen Heckenpflanzen nicht ganz billig sind (aber auch nicht so teuer wie z.B. Eibe), kann es sich für den Vermehrungsfreak mit Heckenbedarf anbieten, die Pflanzen mittels Stecklingsvermehrung selbst anzuziehen.

Das geht während der Vegetationszeit sehr gut, dauert aber eine Weile. Besonders im Sommer sollte man darauf achten, nicht zu große Stecklinge zu verwenden, nur wenige Blätter am Trieb zu belassen und – was ich bei allen großblättrigen Stecklingen mache – die Blätter auf die Hälfte einzukürzen. Das reduziert die Verdunstungsfläche, so dass sie bei vorhandener Hitze nicht so schnell austrocknen.

So sieht mein Kirschlorbeer-Steckling (Rotundifolia) fertig aus:

Kirschlorbeer Stecklinge Vermehrung

Wenn es sehr heiß ist, zusätzlich eine durchsichtige Plastiktüte locker über den Kirschlorbeer-Stecklingstopf stülpen. Damit wird eine zu schnelle Verdunstung auch unterbunden und der Kirschlorbeer-Steckling hat ein für die Bewurzelung günstiges luftfeuchtes Klima.

Natürlich wie immer nicht in die pralle Sonne stellen. Es dauert recht lange, bis sich ein Erfolg einstellt. So richtig beim Wachsen zusehen kann man Kirschlorbeer-Jünglingen erst im nächsten Jahr. Also nicht enttäuscht sein, wenn die frisch Gesteckten lange aussehen als hätte sich gar nichts getan.

Wenn sie denn mal angefangen haben zu wachsen: öfter mal unter den Topf gucken, ob schon Wurzeln herauswachsen. Wenn ja dann den Kirschlorbeer bald in einen größeren Topf oder in den Garten setzen! Auch dann dauert es noch 2-3 Jahre, bis sie beginnen so richtig zu wuchern, aber danach hat man alle Hände voll zu tun, sie im Zaum zu halten.

Und Kirschlorbeer nicht mit der Heckenschere rasieren! Zerschnittene Blätter bekommen unansehnliche braune Ränder. Also lieber mit der Handschere einkürzen.

Service Kirschlorbeer:

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eingewurzelt unter: Gehölze,immergrün im Garten



16 Kommentare bisher

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Uta Alexander, 18. September 2006, 21:40

Ich wollte neulich Kirschlorbeerzweige in den Schredderer stopfen und wurde von meinem Mann, der Arzt ist, energisch zurückgehalten. Er hatte einen Patienten, der nach so einer Aktion ernst zu nehmende Herz-Kreislauf-Probleme entwickelte. Also Vorsicht. Wahrscheinlich weiß jeder, dass man Kirschlorbeer nicht essen soll. Aber eben auch nicht häckseln oder so.

Reinhard, 29. August 2008, 14:52

Hatte einen Kirschlorbeer “ umgemacht“ und wollte
die Reste mit der El Heckenschere kleinmachen. Danach hatte ich mehrere Tage allergische Probleme
seitdem ist bei mir Kirschlorbeerverbot. Ich kann dieser Pflanze nichts abgewinnen.
Reinhard

Martin, 24. Oktober 2008, 22:15

Kirschlorbeerhecken werden in unserem Betrieb geschnitten, gehäckselt, vermehrt, verpflanzt und verkauft… In den letzten 20 Jahren gab es keinerlei Beschwerden. Weder von Mitarbeitern noch von Kunden…

jutta, 20. März 2009, 21:45, 28. März 2009, 21:07

Hallo Martin, da muss ich dir Recht geben. Ich schneide meine KIRSCHLORBEERHECKE jedes Jahr per Hand mit Schere. Dabei benutze ich keine Handschuhe und Schutzmaske. Mir geht es prima, habe keine Beachwerden. Bin sogar gerade dabei neue Stecklinge einzusetzen.

Alex (Gärtner), 17. August 2009, 20:06

ausser bei dem verzehr, ist diese Pflanze in keiner weise gefährlich.
das Harz kann (in den alleseltensten fällen)leicht reizend sein für den Körper und die Haut (wie bei einer Thuya nur bei weitem nicht so stark)

gitte, 16. Mai 2011, 11:15

kann ich einen kirschlorbeer mit 4jahren noch versetzen

gitte, 16. Mai 2011, 11:17

kann ich einen kirschlorbeer noch nach 5jahren versetzen.

Betula, 16. Mai 2011, 13:24

Ältere Gehölze zu verpflanzen ist immer ein bisschen riskant. Wir haben aber schon mehrere ältere, große Gehölze verpflanzt und es sind alle angewachsen. Allerdings waren keine immergrünen Büsche dabei. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Wurzelballen so groß wie möglich ausgegraben und der Busch stark (2/3) zurückgeschnitten wird. Abgerissene Wurzeln müssen mit der Astschere sauber abgeschnitten werden. Der Herbst ist die beste Jahreszeit für solche Aktionen. Gut angießen und auch die nächsten ein bis zwei Jahre bei Trockenheit gut wässern, dann müsste es klappen.

silke brock, 28. Juli 2011, 18:30

Ich werde es jetz auch mal versuchen,oder ist es schon zu spät?

Hobby-Gärtner2011, 09. Oktober 2011, 14:05

Hallo,

ich habe Kirschlorbeer als Stecklinge in Blumenkästen seit Juni gesteckt. Das Substrat ist einfache Blumenerde. Die Blätter sind ab jetzt (Oktober) halbiert, die Kästen stehen noch auf dem Balkon (Boden).
Können die Kästen da stehen bleiben? Bei Wintereinbruch wollte ich sie nah an die Wand stellen und etwas abdecken.
Bis jetzt sind noch keine Wurzeln zu erkennen. Beim Krauten ist ein Steckling rausgefallen

Gärtnerin, 09. Oktober 2011, 14:33

Hi. Klar, Stecklinge von Kirschlorbeer überwintern mühelos draußen. Vorausgesetzt, sie vertrocknen nicht. Immergrüne (auch noch ohne Wurzeln) brauchen auch über Winter ab und an Wasser. Also besser nicht unter Balkonüberstand oder ab und an gießen. Besser nicht abdecken. Viel Erfolg!

Johannes, 31. März 2012, 17:41

Hallo Gärtnerin,
ich betreibe zwar auch eine Kirschlorbeer Seite, aber den Tipp mit den halbierten Blättern kannte ich noch nicht, ist jedenfalls sehr einleuchtend. Ich habe die Blätter immer komplett gelassen. Vielen Dank für den Tipp. Wieder etwas dazu gelernt.

tanja, 19. April 2012, 12:40

uargh, unser Kirschlorbeer ist mittlerweile riesig, so dass wir ihn zurück schneiden mussten. RADIKAL, versteht sich. Aber die dicken Verästelungen können wir nur noch mit der Motorsäge abschneiden.

Jonas, 28. Dezember 2012, 20:27

Hallo, der Trick mit den halbierten Blättern ist genial. Ein Manko hat die Vermehrung durch Stecklinge allerdings: Die lange Wartezeit. Bis die Winzlinge eine Höhe von einem Meter erreicht haben, sind mindestens drei bis 4 Jahre vergangen.

Fritze, 26. Mai 2015, 15:41

Stecklinge ran ziehen lohnt sich, wenn man Zeit hat :)
Als wir damals gebaut hatten, musste eine Hecke her, möglichst schnell und möglichst hoch. Da kann man man schon reichlich Geld bei ausgeben.

Platon, 24. Juli 2016, 20:35

Als Sichtschutz gibt es nicht besseres. Meine Kirschlorbeer-Hecke wächst wie hulle. Auch das schneiden mit der Elektroheckenschere ist kein Problem. Selbst der Radikalrückschnitt macht meine Kirschlorbeer keine Probleme. Doch Vorsicht! Kirschlorbeer ist nicht gleich Kirschlorbeer. Ich rede hier von der Caucasica!!!

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