Gärtnerin · 01. März 2006, 19:51

Direktsaat/Vorkultur (Glossar)

Bei der Aussaat von Samen unterscheidet man zwischen Direktsaat und Vorkultur.

Direktsaat bedeutet, dass man die Pflanzen direkt ins Beet sät, auf der die Pflanzen oder Blumen später auch stehen werden. Später wird ggf. nur noch ausgedünnt, wenn die Sämlinge zu dicht stehen. Die Direktsaat ist besonders was für fauler Gärtner, die nicht bereits im Winter und Frühling überall Töpfchen mit Jungpflanzen horten möchten. Den Boden sollte man aber schon ordentlich vorbereiten: Unkrautfrei machen, hacken und so, damit der Samen nicht auf verschlämmten, verkrusteten Boden fällt, sondern schön gemütlich-kuschelig gebettet ist. :-)

Außerdem eignen sich viele Bauerngarten-Sommerblumen für Direktsaat. Das hat seinen Grund – haben und hatten doch Bäuerinnen durch die Jahrhunderte nie allzu viel Zeit zu verschenken.

Für die Direktsaat im Frühjahr (Schwerpunkt April/Mai) kann man natürlich nur solche Pflanzen verwenden, die mit den dann vorherrschenden noch geringen Bodentemperaturen zurechtkommen und unter diesen Bedingungen zuverlässig keimen. Beispiele hierfür sind Ringelblumen, Schlafmützchen/Goldmohn, Wicken. Bei manchen Sommerblumen, die für die Vorkultur bestimmt sind, ist eine Direktsaat zu einem späten Zeitpunkt, z.B. Mitte Ende Mail möglich. Die Pflanzen kommen dann aber später zur Blüte als sie es tun wenn sie z.B. bereits seit März vorkultiviert wurden.

Wärmeliebendere Pflanzen und Sommerblumen zieht man mit Vorkultur heran, d.h. sät sie in Aussaatschalen auf der Zimmerfensterbank, im Frühbeet oder Gewächshaus falls vorhanden (ich hab leider keins). :-(

Nachdem die Saat aufgegangen ist und die jungen Pflänzchen außer den Keimblättern noch weitere Blätter geschoben haben, pikiert man sie üblicherweise einzeln oder in kleinen Tuffs in separate Töpfe, bevor sie sich in der engen Anzuchtschale gegenseitig den Platz wegnehmen. Man sollte sie i.A. bald kühler stellen als die Keimtemperatur angegeben war und gleichzeitig möglichst sehr hell, damit sie nicht lang und spinzlig werden („vergeilen“). Bei mildem Wetter im Apri/Anfang Mai stellt man die Jungpflanzen tagsüber zum Abhärten hinaus und nimmt sie abends wegen der noch kühlen Nachttemperaturen wieder rein. Nach den Eisheiligen im Mai können sie dann an den vorgesehenen Platz im Beet oder Blumentopf ausgepflanzt werden.

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3 Kommentare bisher

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totto99, 21. Mai 2008, 11:52

Hallo! Toller Blog – sehr informativ!! Ich hab auch Lust aufs Gärtnern endeckt und hätte da ne Frage: Kann man Pflanzen wie Sonnenhut oder Glockenblumen auch jetzt noch als Vorkultur ziehen und dann dementsprechend im Juli auf den fixen Standort setzen? Ich bin nähmlich noch beim Gartenanlegen und habe noch einiges umzugraben!

Oder muß ich damit rechnen, dass dann alle eingehen? Liebe Grüße, totto99

Gärtnerin, 21. Mai 2008, 13:02

Klar kann man. Bei einjährigen Pflanzen, die länger bis zur Blütenbildung brauchen, wirds u.U. eng. Wenn spät gesät blühen sie erst gegen Spätsommer oder Herbst oder gar nicht mehr, bevor der Frost kommt. Bei einjährigem Sonnenhut hab ich noch keine ERfahrung, bei STauden-Sonnenhut dürfte eine Blüte sowieso erst im nächsten Jahr zu erwarten sein. Bei zweijährigen Glockenblumen kommt die Blüte eh erst nächstes Jahr, staudige Glockenblumena auch. Für diese wäre jetzt eh die rechte Zeit. Im Prinzip kannst Du winterharte Pflanzen / Stauden am besten immer dann säen, wenn sie in den Gärten Samen tragen. So siehts die Natur ja auch vor. Nur so als Daumenregel. Im Juni jetzt z.B. sind verschiedene abgeblühten Prachtstauden dran, also z.B. Rittersporn, auch zweijährige Blumen kommen jetzt zur Aussaat, z.B. Fingerhut, Hornveilchen, Stiefmütterchen etc.

Wenn Du jetzt noch schnell Blüten willst, nimm schnelle Pflanzen, also z.B. Kapuzinerkressen, Trichterwinde, Kornblumen….

Klaus, 23. März 2016, 09:14

Durch Zufall kam ich auf den Blog von „Ali Baba“ und habe mir von dort, in Hongkong, Samen von Chrysanthemen bestellt. Die Preise waren sehr sehr niedrig und ich war sehr skeptisch ob es auch mit der Lieferung klappt. Ich wollte ja einen Deal mit Ali Baba und nicht mit den 40 Räubern. Durch den langen Seeweg dauerte es sehr lange bis zum Eintreffen der Ware aber es hat sich gelohnt. Besonders zufrieden bin ich bisher mit der Farbschattierung „Regenbogen“. Wer sich damit beschäftigen will der sollte wirklich zwei bis 3 Monate Lieferzeit einplanen und auf jeden Fall mit „Anzuchterde“,wie von der Gärtnerin dringend empfohlen, arbeiten. Nicht Alles kann man dann mit pikieren ausgleichen. Der finanzielle Mehraufwand zahlt sich dann wieder aus. Viel Glück
LG aus Thüringen

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