Eine Mistplatte mausert sich

24. September 2006 von Marion

Wenn man einen Resthof übernimmt und mit Träumen einschläft , wacht man mit der Realität auf, und da findet sich so manches Hässliche, dass man gar nicht schnell genug ändern kann. Da “man” aber nur zu zweit ist und also nur vier Hände hat , ist Bescheidung auf das Nötigste angesagt! Manche Ecken brauchen sowieso “etwas” länger und von einem solchen Fall spreche ich hier

überblick klein

ßberblick

So auch die Umgestaltung der alten Mistplatte im Volksmund auch so nett Dung – Lege genannt! Sie war uns immer ein Dorn im Auge und musste doch so lange warten . Es hat Jahre gedauert , bis die Lösung da war , aber ich meine es hat sich das Warten gelohnt.

so fing alles an 400

So sah das mal zu Anfang aus !!!

Als wir einzogen hatten die Nachbarn noch den Schweinestall ( Im Bild noch mit zusehen) widerrechtlich annektiert und so türmte sich auf der Mistplatte ein beachtlich stinkender Haufen. Den abzuarbeiten waren sie nicht gewillt und so blieb nur unser Muskelschmalz , denn an dieser Stelle war es zu eng um mit Maschinen zu arbeiten.
Immerhin hatte ich schon Ideen im Kopf, wusste aber nicht wie realisieren? Was blieb war der Oberbegriff “Topfgarten”, nur musste das Ganze nun ja irgendwie eine äußere Form erhalten … Tja, da musste ich doch erst einige Zeit ins Land gehen lassen, bis mir etwas Gescheites einfiel. In der Zwischenzeit hatten wir das Ganze mit Erde abgedeckt und ? wie phantasievoll ? mit Rasen eingesät. Das konnte uns nicht gefallen, war aber erstmal praktisch, denn wie schon gesagt, bei der Unzahl an Kriegsschauplätzen war an Sanierung hier nicht zu denken! Irgendwo hatte ich mal gesehen, dass ein Erdgewächshaus – seines ßberbaus aus Glas und Stahl beraubt – stehen blieb und einen wunderschönen Sitzplatz abgab. Na ja mit alten Klostersteinen… aber woher nehmen und nicht stehlen?
Die gute Garten-Fee hatte doch aber ein Einsehen, denn als es dringend wurde, schickte sie ein Abrisskommando in den Nachbarort, wo alte Rotsteine anfielen, deren Abtransport etliches gekostet hätte. So fiel es dem Besitzer leicht sie mir zu vermachen, und es begann mein zweites Leben als ?Trümmerfrau?. Es handelte sich jedoch nur um einen kleinen Schuppen und so war ich nach ungefähr 10 Tagen mit dem kompletten Abbau der Steine fertig , die gereinigt zum Transport bereitstanden und mit dem Pferdehänger in ihr neues Zuhause fuhren. Nach Quadratmetern gestapelt überlebten sie ohne Form den Winter und im Frühjahr ging es los!

im kopf

So sah das in meinem Kopf und später auf dem Papier aus

Der Plan im Kopf war auf Papier übertragen und nun konnte die Erde, die das Ganze inzwischen überdeckt hatte ausgehoben werden. Sie blieb gesiebt und von Bauschutt und Quecke gereinigt in der Mitte der Betonplatte liegen.

gärtnerblog-kräutergarten 5

Gesiebt wird in die Schubkarre

Ich will auch nicht verhehlen, dass mir ein Maurer geholfen hat das alles gerade hinzubekommen. Allein die Rundung im einen Teil hätte mich zermürbt. Er hat mit viel Phantasie meinen Traum verwirklicht. Es entstand ein Duftkräutergarten, in dem man wunderschön sitzen und die Seele baumeln lassen kann.

es blüht königskerzen

Königskerzen blühen hier problemlos und vermehren sich prächtig

es blüht katzenminze

Katzenminze und Origano blühen wie gewohnt überschäumend und bieten den Schmetterlingen Nahrung

Und was soll ich sagen der Duftkräutergarten ist auch im Winter ein Anblick .

gärtnerblog-kräutergarten 6

Wenn wir mal Schnee haben , dann macht sichs doch gut !

Mit der Bepflanzung ist das ja immer so eine Sache, denn es dauert doch ein bis zwei Jahre, bis das so zugewachsen ist, dass es gut aussieht! Die Patina an den Steinen war ja schon vorhanden, da es sich um Gebrauchte handelte. Da die gemauerten Kübel auf der Betonplatte stehen, habe ich etwas Bauschutt eingefüllt und dann die Erde darauf gegeben. Dafür muss man doch hin und wieder gießen. Aber das muss man wegen der Töpfe ohnehin. Was auch ganz wichtig ist , dass man die Erde regelmäßig verbessert , denn ein Hohn auf die Anspruchslosigkeit der Kräuter, brauchen sie um zu gedeihen doch immer nahrhafte Erde . Teils gebe ich also abgelagerten Pferdemist darunter – möchte jemand welchen ? Ich habe genug :o))) Teils dünge ich mit Kompost.

dunst im kräutergarten

Lilientopf im Morgendunst

In den Pflanzkübeln tummeln sich neben den Pflanzen auch manche meiner getöpferten Gesellen, wie diese drei Rabenkönige.

vögel im origano

Vögel im Origano

Den Sitzplatz habe ich nicht mit den eingeplanten Gartenmöbeln bestückt, sie erschienen mir dann doch zu ?packig?. Ich habe dafür nach einer abgespeckten Version gesucht und bin damit sehr zufrieden.

sitzplatz

Sitzplatz

Meine Feriengäste lieben diesen Ort und so muss ich schon zusehen, dass ich auch mal dort zum Sitzen komme. Aber ich kann mich ja täglich dahineinstehlen mit der Begründung , dass im Beet etwas getan werden muss :o)) Ich habe übrigensnoch einen Sitzplatz, den ich liebe, aber davon später.

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Vor einem Jahr
Praktiker hat wieder 20% auf alles, Wenn Du mal eine Hortensie teilen musst...



13 Kommentare bisher

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Hallo Marion,

Du bist ja unglaublich! So was Schönes! Ich steh total auf diese roten Klinkersteine im Garten. Leider passt das bei mir nicht zum Stil des Hauses. :-(

Eine wunderschöne Idee und einer der schönsten Sitzplätze, die ich je sah! Bin schwerstens neidisch!!! ;-)

Ach so ja … : Herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Beitrag auf dem Gartenblog! War nicht schwer, oder?

Gärtnerin, 25. September 2006, 18:32

Der Beitrag ist super, die Idee ist super … herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Einstieg in den Gärtnerblog, wunderschön … ich grüble schon, was sich davon in unserem Garten realisieren läßt ;)
Liebe
Grüße
Sabine

Sabine, 25. September 2006, 19:28

Danke schön , das ist doch schön, wenn das was man schreibt und fotografiert gern gelesen und beguckt wird ! Die Fortsetzung wird es geben … Marion

Marion, 25. September 2006, 22:24

Ich bin eben erst auf deine Seite gestoßen und bin begeistert. Der Sitzplatz ist einfach herrlich. Ich habe sofort vor meinem geistigen Auge alle möglichen Plätze in meinem garten nach Möglichkeiten durchsucht auch so was zu bauen. Bin aber noch nicht fündig geworden.

susanna, 13. November 2006, 15:28

Hallo Susanna, herzlich willkommen. Marion mit dem Sitzplatz scheint gerade nicht hier zu sein. Ich beneide sie auch um die tolle Sitzplatz-Lösung.

Gärtnerin, 14. November 2006, 17:37

Hallo.Ich habe gerade Deine Seite aufgschlagen.Das erste Mal,sicher nicht das letzte Mal.Prima das es solche Menschen wie Dich gibt.Viele andere rennen doch nur dem goldenen Kalb hinterher.Danke Roland Ulmer.

Ulmer Roland, 05. Dezember 2006, 13:59

Hallo Roland,

vielen Dank, das klingt nach einem ganz dicken Kompliment. :-)

Gärtnerin, 06. Dezember 2006, 13:07

Das ist ja wirklich phänomenal, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Ich bin gerade erst auf diesen schönen Blog gestoßen und habe als erstes in das Suchfeld “Quecke” eingegeben und bin hier angekommen. Du schreibst du hättest die Erde gesiebt, um die Quecken zu entfernen.
Wir selbst haben auch einen Bauernhof und von allen Seiten fühle ich mich von Quecke “verfolgt”. Von allen Weiden her scheint sie mir entgegen zu kommen.
Nun kann ich leider unmöglich alles sieben – habt ihr vielleicht noch einen anderen Tip? Mir fällt bislang nur die chemische Keule ein. Vor allem kommt Sie immer wieder ruckzuck zurück. :-(

Bäuerin aus Velbert, 07. März 2007, 19:51

Danke für das dicke Lob, liebe Bäuerin!
Marion kann dazu bestimmt was sagen. Ist ja auch von viel Weidegrund umzingelt. ;-)

Gärtnerin, 08. März 2007, 07:48

Ja , erstmal danke für das Lob! Mit der chemischen Keule hab ich noch nie Erfolg gehabt, wenn es um Pflanzen mit Rhizomen geht also Quecke, Giersch oder was auch ganz schlimm ist einige Polygonumarten, die ich auch habe. Da hilft echt nur ganz akurates Sieben. Hat sich auch bewehrt und ist lange nicht so schlimm wie´s sich anhört. Mir geht es nämlich auch so , ich bin von Natur umzingelt, und mein Traum ist ein gestalteter Garten, der an den Rändern almählich in Natur übergeht! Die Engländer machen es uns vor. Dafür muss man manchmal etwas lügen und eine Wurzelsperre setzen, damit nicht alles von draußen hereinkommt. Ebenso muss man aufpassen , dass vom Rand nicht Narzissen und Schneeglöckchen in die Nachbarweiden auswandern , denn sie sind für Tiere giftig.

Marion Eckardt-Grefermann, 08. März 2007, 09:39

Hallo Marion,

die Mistplatte habt Ihr/Du in einen traumhaften Sitzplatz verwandelt. Kompliment für Fantasie und die bewunderswerte Geduld!

Liebe Grüße
Suse

Suse, 14. März 2007, 11:11

Hallöchen Marion
Bin gerade auf deinem Blog gelandet und ich muß schon sagen die Idee mit der Mistplatte finde ich super ,werde ich mir mal im Gedächnis halten und nochmal weiter schauen hier bei dir im Blog ist immer schwer und langwierig einen großen Garten umzu gestalten mal schauen was ich mir hier noch für anregungen mitnehmen kann .
Toll gemacht aber es wird mich wohl noch öfter hier hintreiben bis ich durch bin :).
Liebe grüße von Rina und ihrer Fellbande.

Rina, 15. Februar 2009, 09:33

Das ist dir wunderschön gelungen. Diene getöpferten Sachen sind auch super. Gratulation zu allem.

Petra klein, 16. Februar 2009, 08:30

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