Henry · 29. Mai 2006, 17:13

Gräbst Du noch oder mulchst Du schon ?

Zugegeben der Spruch ist in seiner Art grundsätzlich nicht neu, aber die Thematik ist es wert mit mehr Aufmerksamkeit bedacht zu werden.

Ich möchte das Thema “Mulch Total” aus der Sicht meiner 4-jährigen Erfahrung beschreiben. Die Einstiegsdroge fiel mir eher zufällig in die Hände. Es war das Buch von Kurt Kretschmann – Mulch Total. Der Garten der Zukunft. Hier wird das Prinzip ziehmlich ausführlich beschrieben. Und nachdem ich das Buch gelesen hatte, fragte ich mich warum nicht mehr Leute nach diesem Prinzip ihren Garten bewirtschaften.

Und da sind wir auch schon beim ersten Problem mit dieser Art des Mulchens. Es ist viel zu einfach !!! Der absolut umweltbewusste, nette Freund, der mir das Buch lieh, konnte sich bisher nicht durchringen, seinen Garten konsequent zu mulchen. Die paar hunderttausend Jahre Erfahrungen der Natur reichen nicht aus, um den deutschen Kleingärtner zu überzeugen. Und so ist es mir mit fast allen Leuten gegangen, die ich an meinen Erfahrungen teilhaben lassen wollte. Jede Menge rational denkende Leute, aber nichts zu bewegen.

Hinter dem Thema “Mulch total” (kling ziehmlich grell und ich habe auch noch nicht herausbekommen, wie es zu diesem reißerischen Titel kam) steckt das einfache Prinzip der dauerhaften Bodenbedeckung. Meiner Erfahrung nach taugt dafür fast alles außer Rasenschnitt. Der wird erstaunlicherweise immer als Erstes mit Mulchen in Verbindung gebracht. Und ehrlich, ich hab vor Jahren auch damit hantiert. Aber richtig mulchen kann man damit nicht. Nimmt man genug für eine Bodendecke, ist das Ergebnis viel zu luftdicht, nimmt man zu wenig bringts nichts. Bei mir geht Rasenschnitt immer erst mal für zwei Wochen ins Heißkompostieren und dann auf die Beete. Das ist aber ein anderes Thema, davon später. Ich verwende zu 80% Heu oder besser noch frischen Wiesenschitt. Der fällt bei mir in großen Mengen an und wandert direkt auf die Beete.

Knoblauchpflanzen mit Mulchdecke:
Mulchen, Mulchdecke

Mit Stroh habe ich keine Erfahrungen. Eine echte ßKO – Version kann ich hier nicht auftreiben. Also bleibt die Chemie (Halmverkürzer & Co) auf dem Acker. Die restlichen 20% bestehen aus Laub und allem was sonst noch wächst, inclusive Wildkräuter. Wenn man mal ?auf Mulch? ist, sieht man überall Mulchmaterial wachsen oder rumliegen. Besonders im Herbst ist das Entsorgen von Laub eine Lieblingsbeschäftigung der meisten Gärtner. Sie bezahlen lieber Geld für Dünger und Pflanzerde anstatt das Laub auf der Fläche zu kompostieren. Also frage ich immer , ob ich das Laub bekommen kann. Die mitleidigen Blicke der Ahnungslosen sind mir sicher !
Unter der Mulchdecke aus Heu wird so sogar mein Walnußlaub zu Humus. Wenn ich mit alten Gärtnern spreche – eigentlich unmöglich.

Die Mulchdecke ist dabei nur das essbare Dach unter der sich der eigentlich wichtige Vorgang abspielt. Hauptakteure sind Regenwürmer und viele weitere Arten , die mit der Zersetzung beschäftigt sind. Nach allem was ich gelesen habe sind aber die Regenwürmer die Wichtigsten ! Das Ergebniss in meinem Garten bestätigt das auch. Jetzt wimmelt es regelrecht von Würmern auf den Beeten. Und die Amseln haben das auch spitz bekommen. Jede Chance wird genutzt, um die dünner werdende Mulchdecke abzuräumen und sich voll zu fressen. Alle Zersetzer betrachte ich als kostenlose Mitarbeiter in meinem Garten. Das geht so weit, das ich den Spaten zum Umgraben seit Jahren nicht mehr verwendet habe – die Regenwürmer können das viel besser.

Bei all der Euphorie, Wunder darf man kurzfristig nicht erwarten. Die Methode wirkt sehr schnell auf die Bodenstruktur und den Wasserhaushalt. Es dauert jedoch einige Jahre, bis sich die Bodengare wirklich durchgesetzt hat. Damit wäre ich beim nächste großen Vorteil der Methode. Alle traditionellen Methoden, inclusive der Kompostwirtschaft verbessern den Boden nicht dauerhaft. Mit der Mulch Total Methode führt alles Tun im Garten zu einem besseren Boden. Umgraben oder gar Hantieren mit der Fräse kann dagegen nur kurzfristig für eine mechanische Bodengare sorgen. Nach dem nächste Regen geht?s zurück auf Los, sprich der Boden verschlämmt und verdichtet sich wieder. Also ist weiteres Lockern angesagt ohne den Boden dabei wirklich zu verbessern.

Das ganze Thema ist zu komplex, so das ich es hier nicht auf einmal abhandeln kann. Ich möchte die weiteren Erfahrungen in nachfolgenen Themengruppen behandeln. Und ich hoffe auf Erfahrungsberichte von Lesern und bin auch bereit mich schlauer machen zu lassen. Bisher ist mir noch kein Grund bekannt geworden, der gegen die Methode spricht. Schließlich ist sie bestens erprobt. Die Urwälder am Amazonas stehen auf reinem Sandboden und sind trotzdem mit die produktivsten Systeme der Welt.

Buchempfehlung:

mehr über die Mulchen-Total-Methode

Mulchen – warum?
Zu Mulchen- Gartengeräte
Zu Mulch-Materialien
Mulch Total Garten von Kurt Kretschmann
Monikas Mulchgarten
Mulchfolie
Flächenkompostierung
Mulchtagung am 23.6.07 in Bad Freienwalde
Begriffe kurz erklärt: Mulch, Bodengare, Heißrotte
mehr Bodenverbesserung

eingewurzelt unter: Garten-Boden

Alle anzeigen mit Stichwort:



48 Kommentare bisher

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Heide, 30. Mai 2006, 07:27

Ja – das Mulchen hat noch zuwenig Freunde, und die wird es auch in Zeiten der kleinen Reihenhausgärten nicht in wesentlich größerer Zahl gewinnen können, weil es – abgesehen vom säuernden Rindenmulch – "UNORDENTLICH" aussieht. Wenn jemand freudig nach den Gestaltungstips in Zeitschriften und Büchern seinen Garten zur vorzeigbaren "Wohlfühloase" durchgestylt hat, möchte er keine Mulchdecke dazwischen haben, außer eben die (womöglich sogar blau, rot oder gelb gefärbten) Holzschnipsel, die – da zumeist aus Nadelbäumen – allen kalkliebenden Pflanzen auf Dauer den Garaus machen.
Ich mulche übrigens in unserer sonnigen Gegend auch mit Grasschnitt, weil er hier schneller austrocknet und nicht gärt, und muß mir allerdings die Mühe machen, ihn nach einigen Tagen leicht oberflächlich einzuhacken ( mit dem "Sauzahn" meistens), damit er nicht wegfliegt. Unsere schwerer und kalkhaltiger Lehmboden wird dadurch lockerer und verträgt die leichte Veränderung des pH-Wertes. Die Regenwürmer danken es. Auf diese Weise ist es eigentlich nur ein "Halbmulchen", weil der Boden nicht dauerhaft vollständig bedeckt ist.
Den älteren Gärtnern ist aber auch hier tatsächlich jedes Mulchen ein Graus, sie glauben, darin sammele sich das "Ungeziefer". Das Problem ist, wie ich glaube, die mangelnden grundlegenden Kenntnisse von Pflanzen und Tieren.

Henry, 30. Mai 2006, 20:32

Tja Heide, ich denke das Mulchen ist nicht eine Frage der Größe sondern nur eine Frage der Vernunft. Ich empfehle allen Skeptikern mal 1qm mit einer 20cm Heu oder Wiesenschnittdecke !!!auszustatten. Dann sollten sie das Ganze mal einen Monat vergessen… Schon nach einem Monat kann man erste Veränderungen sehen, wenn man sie sehen will.
Das mit dem Aussehen ist auch ein Scheinargument. Denn wer mit Stroh mulcht hat fast schon einen Teppich im Garten liegen. Auch Wiesenschnitt bleicht innerhalb von 2 Wochen auf die Farbe von Stroh aus.
Vielleicht kann ich hier noch ein paar Fans an werben ! Ich werde auf jeden Fall nicht locker lassen.

Christine, 31. Mai 2006, 13:41

Also, hab ich doch tasächlich das ganze alte Laub fort gebracht. Das wird dieses Jahr anders, ich gelobe Besserung. wo bekommt man in einer Stadt wie Hamburg Wiesenschnitt, ich seh immer nur Rindenmulch? Dafür habe ich ein ganz anderes Problem, nämlich einen Ganzen Garten voller Giersch. Ich bin ja schon immer fleißig am buddeln, aber es muß doch eine Methode geben da mal effektiv was zu tun. Besonders so zwichen den Hecken und stacheligen Gewächsen. Mulchen nach dem jäten ist klar aber geht das auch anstatt? wär zu schön um wahr zu sein.

Henry, 31. Mai 2006, 14:18

Also Giersch ist?ne ziehmlich hartnäckige Sache. Es gibt nicht so sehr viele Pfanzen die sich durch die Mulchdecke hindurch kämpfen.
Aber dummerweise ist Giersch auch dabei. Aber wie wäre es mit aufessen ??? Kann man gut essen (kleine Blätter;) Ich habe das
Problem mit dem Giersch auch und wir haben uns geeinigt: Ich mähe ihm an freien Stellen mit der Sense (2-3mal/Jahr) und alles
was duch dem Mulch hindurch kommt rumpfe ich raus. Der Rest hat Glück ! Mit der dicken Mulchdecke wird ein Effekt immer
deutlicher (dauert aber ) Alles was wächst, tut es hauptsächlich in der Mulchschicht. Damit geht das Rausrupfen
superleicht !!! Nicht alles, aber schon genug. Selbst Disteln habe ich so in 2 Jahren auf ein erträgliches Maß gestutzt.
Das mit der Beschaffung von Wiesenschnitt ist leider noch an Deine Eigeninitiative geknüpft. Aber es gibt eigentlich immer
Quellen/Orte wo man mähen kann ohne das einer ernsthaft böse ist. Dazu kommen aber noch weitere Artikel hier im Blog.

zorra, 04. Juni 2006, 19:07

Sehr interessant. Leider habe ich gestern, eine Ladung Rasenschnitt, der hier innerhalb von Stunden zu Heu wird weggeschmissen. Aber mit der nächsten Ladung versuche ich es mal. Wie dick sollte die Mulchschicht denn sein?

Henry, 05. Juni 2006, 13:16

Hallo Zorra,
Rasenschnitt ist nur mit Zurückhaltung als Mulch zu gebrauchen. Wenn überhaupt dann nur getrocknet ! Der entscheidende Nachteil ist das Verdichten durch Regen. Auch wenn er zuerst locker aufliegt (10cm lockere Rasen-Heu-Schicht) wird er innerhalb einiger Regenfälle zusammensacken. Aber als Starterfahrung solltes Du es mal versuchen. Vielleicht um Beerensträucher oder Tomaten. Also da wo Platz zum Verteilen ist. Dann aber alles richtig zudecken. Ich verarbeite meinen Rasenschnitt (200qm) immer frisch über Heißkompost. Macht 1-2 Wochen Arbeit, aber dann ist die Verrottung durch. Nun können die Würmer kommen…

Monika Hesse, 15. Juni 2006, 19:58

Hallo Henry, Kollege!

auch ich mulche schon seit einigen Jahren, und das was Sie schreiben, spricht mir aus dem Herzen.
Es wäre sehr schön, wenn wir uns über unsere Erfahrungen austauschen könnten! Gibt es hier die Möglichkeit von PN’s?
Gruß
Moni

Henry, 16. Juni 2006, 07:52

Hallo Monika,
schön das wieder mal ein Fan (der Methode!) auftaucht. Ich bin aber kein Insider was PN’s angeht, also mal erklären.
Ich hoffe durch meine Aktivität hier eine rege Diskussion starten zu können. Leider bin ich mit meinen weiteren Beiträgen etwas im Rückstand. Aber das schöne Wetter (endlich) und mein großer Garten fressen alle meine Resourcen :)
Bis demnächst !

Monika Hesse, 16. Juni 2006, 12:18

Hallo Henry,

schön, dass Du Dich gemeldet hast! Wenn ich Dich bei Deinem Blog unterstützen kann, werde ich das gern tun.
Deine Idee mit der Mulchgabel ist klasse. Tatsächlich braucht man nicht mehr viele Gartengeräte! Ich arbeite hauptsächlich mit meinen Händen. Daneben benutze ich noch eine kleine Schaufel zum Pflanzen, die Mistgabel,
eine Edelstahlblatt-Hacke (sehr universelles Ding!), eine Machete, die Sense und selten mal einen Rechen.
Spaten, Grabegabel, Sauzahn, Kralle usw. liegen in der Ecke herum.
Was das Mähen mit der Sense anbetrifft, bin ich sozusagen Profi. Wenn einer da Fragen hat, stehe ich gern zur Verfügung!
herzl.
Moni

Henry, 16. Juni 2006, 13:49

Hallo Monika,
ich habe Deine AOL Adresse und werde dich auf diesem Weg kontaktieren.
Ich denke schon das eine Zusammenarbeit bei der Erstellung von Beiträgen für alle nützlich werden wird.
Gruß
Henry

Anne Damm, 26. Oktober 2006, 21:28

Hallo Monika,

ich hätte gerne ein paar Infos zur Sense. Habe zwar als Bauernkind ein bißchen Erfahrung sammeln können, aber wo man in der Großstadt eine gute Sense kauft, woran man selbige überhaupt erkennt und wie man eine Sense dengelt weiß ich z.B. nicht. Kenne Sensen auch nur zum richtigen Heu mähen, also recht lange Stengel. Wie ist das mit Gartenrasen – da hat selbst mein Sensenerprobter Vater den Rasenmäher genommen.
Ist für Rasen nicht ev. ein Handrasenmäher sinnvoller?
An alle:
wo kriegt man in Berlin Heu her ??? Wir haben leider nicht die Zeit, lange über Land zu fahren.
Und düngt man beim Mulchen zusätzlich noch, wenn mit was (wir haben recht mageren märkischen Sand)?
Kann man Heu-/Pflanzenmulch mit Rindenmulch mischen (z.B. mangels Heu)?
Bin als Kleingartenanfänger für alle Tips dankbar.

Gruß, Anne

henry, 01. November 2006, 16:38

Hallo Anne,
auch wenn ich nicht Monika bin werde ich mich hier mal mit einem Kommentar "vordrängeln"

(1)einen ersten Eindruck von guten Sensen findest Du bei http://www.grube.de aus Eberswalde.
(2)Rasen mit der Sense mähen ist wirklich das oberste Ende des Könnens und Materials
(3)Zur Heuquelle, mal in der regionlen Presse unter den Verkauf/Privat schauen. Da sind immer Anbieter. Eine große Rolle 400kg sollte so um die 40Euro max kosten. (hier SachsenAH kosten die zumindesten soviel)
(4) Düngen unter Mulch, höchsten mit Kompost zu Begin der "Therapie"
(5) mischen mit Rindenmulch, würde ich nicht empfehlen, da Rindenmulch eindeutig ein saures Klima erzeugt.
(6) hast Du schon alle meine Artikel hier mim Blog gelesen. Ein paar Tips stehen da auch noch.

LG Henry

Pascal, 13. November 2006, 13:08

Hallo zusammen,
ich freue mich riesig diese Seite gefunden zu haben. Erfahrungsberichte zum Thema Garten und Bodenverbesserung, Werzeuge und Pflanzen sind genau mein Ding (zur Zeit) :).
Ich bin schon vor einigen Jahren auf dieses Themengebiet aufmerksam geworden über durch einen Bericht über Sepp Holzer und seine holzersche Permakultur auf dem Krameterhof. Im Prinzip vertritt auch er sehr stark das Mulchen und Grobmulchen (Hügelbeete deren "Kern" einfach aus groben ßsten besteht). Außerdem die Diversifikation der Tier- und Pflanzenarten auf der bewirtschafteten Fläche. (Wer sich dafür interessiert … einfach bei Amazon nach "Holzer" suchen. Insbesondere das Buch zur holzerschen Permakultur macht einfach nur Freude beim Lesen.)
Seine Betrachtungsweise ist zwar die eines Landwirts aber auch für Städter wie mich gibt es jede Menge Anregungen und Ermunterung.
Die Bemerkung von Dir Henry (ich bin mal so frei zu Duzen), dass man wenn man erstmal "auf Mulch ist" überall solches Material sieht kann ich nur zu gut (und mit einem Schmunzeln) nachvollziehen. Man möchte jedes einzelne Blatt diesem Zweck zuführen :).
Ich verfüge über keinen Kleingarten aber über ein wenig grün hinterm Mietshaus. Das dient eher dem Experimentieren. So wachsen inzwischen zwei verschiedene Weinsorten am Balkon hoch, sowie Bohnen und Sonnenblumen (naja nu’ nich’ mehr … bis auf den Wein). Ein später Kürbis ist förmlich über dem Beet (2m x 1,5m) explodiert, sodass er zurückgeschnitten werden musste (man will ja auch keinen ßrger mit Nachbarn oder Hausverwaltung).

Zu dem Giersch:
Ich weiß zwar nicht ob es funktioniert, aber hier eine Empfehlung von Herrn Holzer: Die Fläche einfach mit Wellpappe und/oder Jutesäcken abdecken, Erde und Mulch darüber und darauf stark zehrende Pflanzen wie Rüben und Rettich pflanzen.
Die Idee dahinter: Der Giersch bekommt kein Licht und seine Blätter können auch nich die Papp/Juteschicht durchbrechen. Die Wurzeln der Starkzehrer schaffen das jedoch. Der Giersch wird damit ebenfalls zu Mulch und die darüber liegenden Kulturpflanzen profitieren gleich mit davon.

So … werde die restlichen Mulchartikel in nicht allzu fernen Zukunft lesen.

henry, 16. November 2006, 11:40

Hallo Pascal,
das mit dem DU ist hier üblich und für mich kein Problem.
Schön das wieder mal jemand mit Interesse sich hier äußert. Ich bin mit neuen Artikeln stark in Verzug geraten, so das Du sicher dann noch einen Text m e h r zu lesen finden wirst.
Mit dem Hr Holzer habe ich mich noch nicht eingehend beschäftigt. Ich spiele nur mit dem Gedanken mir eines der Bücher zu kaufen.
Frohes Mulchen weiterhin.
LG Henry

Pascal, 17. November 2006, 11:06

@Henry:
Also dann würde ich, um nahe am Thema Mulchen und eher gärtnerischer Betätigung zu bleiben, zwischen Wo ein Wille da ein Weg oder Sepp Holzers Permakultur wählen.Der Agrar Rebell ist hauptsächlich autobiographisch orientiert.
Ich persönlich hab’ mit “Sepp Holzers Permakultur” angefangen. “Wo ein Wille da ein Weg” ist in Richtung Bauerngärten, Kräutergärten und natürliche Heilbehandlungen (durch eben jene Kräuter) ausgelegt.

henry, 17. November 2006, 13:54

Hallo Pascal,
danke für die Tips. Ein bischen schwer zu lesen, aber ich suche mir eines aus.
Gruß, Henry

Pascal, 19. November 2006, 21:10

Keine Ahnung was da passiert ist. Wollte eigentlich HTML Tags verwenden … das Verlinken hat ja weiter oben beim "Krameterhof" auch funktioniert.
Sorry! Vielleicht kann die Gärtnerin ja mal administrativ eingreifen!? :)

Gärtnerin, 20. November 2006, 09:30

Voila. :-)

Günter Petters, 02. Februar 2007, 15:53

Hallo alle miteinander,AUFWACHEN ;FRßHJAHR;
freue mich Euch hier anzutreffen!!
Dies wird unser erstes Mulchgartenjahr ,sowie
dies wohl auch der erste Mulchbeitrag in diesem
Jahr hier zu sein scheint.
Wollte mich Euch erkundigen wie Ihr im Mulch mit
zu säenden oder anfangs sehr kleinen Pflanzen um-
geht , sodass sie nicht im Mulch untergehen ??
Bei uns lag nun über den "Winter" eine Anfangs ca.25 cm Heu/Laub Decke auf im Vorigen Frühjahr
umgebrochener Wiese. Die Verrottung ist gut vorangekommen .Gibt es von Euch irgendwelche Er-
fahrungen welche pflanzen für den Beginn mit Mulchen evtl. besonders gut sind ?? Letztes Jahr
haben wir Ohne Mulch zu 2/3 Kartoffel gehabt.
Die Wiese ist übrigens pestizid und Düngemittel-
frei an uns übergegangen!
Henry, wo bist Du eigentlich zu Hause ?
Meine Postleitzahl : 89264

Als denn , guten Start ins Frühjahr, GßNTER grüßt alle Totalmulcher !!

henry, 02. Februar 2007, 20:17

Hollo Günter,
also die letzte Frage zuerst 39179 … in der direkten, nördlichen Nachbarschaft zu Magdeburg. Bin hierher vor 12Jahren aus Hessen ausgewandert.

89… hört sich nach Großraum München an ?

Das Du mit der dicken Mulchschicht den Originalbewuchs kompostierst finde ich super.
ßber dieses Vorgehen mache ich gerade eine Fotoserie und bereite gleichzeitig eine Wiese auf die Neueinsaat von Luzerne vor. Logisch als Mulchmaterial. Bei der Wuchskraft, selbst im trocknen Sommer holt die mit den tiefen Wurzeln immer noch Wasser aus dem Boden und bilded Pflanzenmasse.

Wenn ich direkt in den Mulch säe, dann teile ich mit gespreitzen Fingern einen Kanal in den Mulch. Dann lockere ich den Boden mit einer Harke etwas auf, mehr nicht. Ich räume den Mulch im Frühjahr auch nicht zur Seite (schnellere Erwärmung)

Andere Pflanzen ziehe ich in umgenutzen Trockenbauprofilen vor. Folientstreifen rein, Erde drauf, Saat drauf. Wenn die Pflänzchen groß genug sind kann ‘ste mit der Folie die Pflanzreihe aus dem Profil ziehen und direkt einpflanzen. Habe ich mit verschiedenen Arten gemacht. Nur wurzelbildende Sorten verkrümmen bei 50mm Tiefe zu schnell und werden auch nicht mehr gerade (Möhren)

Mit Kartoffeln unter einer dicken Heuschicht habe ich letztes Jahr super Ergebnisse erzielt. Trotz des trockenen Sommers hat die späte Sorte Marena hier einen Ertrag von bis zu 12fach gebracht. Bis Oktober war das Kraut noch grün, mit zweimaligem Wässern seit der Pflanzung.

So mehr habe ich erst einmal nicht zu vermelden.

Grüße an Günter und den Rest der Mulcher !

vanessa, 09. Juni 2007, 23:59

Hallo, ihr geistesgegenwärtigen,
schön, daß ich auf diese Seite gelangt bin, und es juckt mich einen Beitrag zu leisten: seit ich vor sieben Jahren zu einem großen Garten gekommen bin, der total vernachlässigt war,und dessen Boden völlig nackt und brach schien, bin ich auch auf diesen Mulch-Trip gekommen. Es ist schön,seine Pflanzen so gut behütet unter einer Feuchtigkeits- und Temperaturausgleichenden Decke zu wissen. L.G.

Gärtnerin, 11. Juni 2007, 09:26

Och gerne, Vanessa. Wenn Du einen noch größeren Beitrag leisten willst, schreib doch einen Gast-Beitrag (Info siehe oben rechts). ;-)

Anne Damm II, 22. August 2007, 11:20

Hallo!
Auch ich habe einen völlig verwilderten und vorher wahrscheinlich nach der viel-hilft-viel-Methode mit Kunstdünger malträtierten Garten übernommen.
Mittlerweile bin ich mit meinem Garten sehr zufrieden und bekomme auch gute Ergebnisse.
Vor einigen Jahren habe mich – nach einem Gartenkurs des Deutschen Siedlerbunds – mit dem Mulchthema angefreundet.
Ich war es einfach satt, ständig das Unkraut (und damit auch eingelagerte Nährstoffe) aus dem Boden zu ziehen. Das Zeug wächst eh schneller nach, als man kucken kann.
Zuerst habe ich mit Rasenschnitt gearbeitet, aber da mein Rasen eher eine Wildkräuterwiese und nicht gedüngt ist, wächst das Material nicht so schnell nach, wie es sich verbraucht. Rasenschnitt ist unglaublich schnell von den Bodenlebewesen vertilgt.
Nachdem ich letztes Jahr erstmalig das Moos mechanisch aus der Wiese gezogen habe habe ich dieses als guten Mulch entdeckt, der fast gar nicht abgebaut wird.
Im zweiten Jahr hatte ich aber nicht mehr so eine große “Moos-Ernte” und musste mir was anderes überlegen.
Ich hab mir also im Baumarkt “Strohfix” (gehächseltes Stroh) besorgt.
Lässt sich super auf dem Beet verteilen und sieht auch noch gut aus. Selbst meine Nachbarn haben mich angesprochen, dass das so gepflegt aussieht.
Und komischerweise ist das Stroh auch nicht windanfällig.
Da es bei uns heufiger ziehmlich windig ist, hatte ich befürchtet, dass das Stroh einfach vom Beet geblasen würde, aber das ist nicht der Fall.

Werde das Zeug auf jeden Fall weiter benutzen, da es auch recht preisgünstig ist mit ca. 8 Euro Pro “Ballen” (der etwa so groß ist wie 2 Strohballen und so schwer wie 2 Heuballen).

Frohes Gärtnern!

Gärtnerin, 22. August 2007, 11:43

Hallo Anne,

tolle Info, danke. Ich als Kleinstgärtnerin habe nie genug zum Mulchen. Vielleicht ist das auch ne Möglichkeit für mich.

Hubert, 01. September 2007, 14:58

Hallo Mulcher :-)

(gerade mein Post ist wohl im Nirvana verschwunden, weil freenet immer zuerst umleitet)

2005 hab ich ein Nachbargrundstück unseres konventionellen Nutzgartens übernommen, völlig mit Schlehenhecken (Schwarzdorn) zugewachsen und 550 qm groß. Ich hab heftig teil-gerodet und 2006 mit Hilfe schwarzer Folien Nutzgartenexperimente gemacht. War nicht so toll, die Folie hielt nicht viel ab und Jäten war mir schon immer das Unangenehme bei der Gartenarbeit, zumal ich vollschichtig erwerbstätig bin.

Im Winter 2006/7 hab ich dann Magda-Helene Schröder gelesen “Mein Mulchgarten” was mir gut gefallen hat. Man muss ja nicht alles sklavisch nachmachen.
Auf etwa 300 qm hab ich dann im Frühjahr zwei Rundballen Stroh verteilt, was recht knapp war.
(Bis an den Gartenzaun geliefert, nicht ganz frisch und alles in allem 25 Euro)
Ein weiteres Teilstück war frisch gerodet und wurde auch gleich bedeckt.

Heute am ersten Septembertag kann ich sagen, dass ich von der krautverhindernden Wirkung ganz begeistert bin. Gras lässt sich supergut rausziehen und auch die Schwarzdornschösslinge gehen ganz leicht von ihren Ursprungsstämmen ab, es waren auch bei Weitem nicht so viele wie im Vorjahr, auch auf der frisch gerodeten Fläche nicht.

Zu Mäusen, Schnecken, klimatischen Problemen und der Ernte schreib ich im nächsten Post und grüße aus der Vordereifel

Hubert

Eberhard, 02. September 2007, 22:59

Hallo, eine Gratulation an die Macher dieser äußerst nützlichen site.
Eine Ergänzung zum Thema MULCHEN va. im Bezug auf Gemüse/Obstbau: Man sollte unterscheiden zwischen Grasschnitt etc. der dem Boden tendenziell Nährstoffe zuführt, und Blättern/Stoh/Rindenmulch etc. die beim Abbau dem Boden Nährstoffe entziehen.
grüsse aus wien
eberhard

Hubert, 03. September 2007, 12:16

Stimmt, Eberhard, das hab ich auch gemerkt: Nährstoffverlust beim Stroh, Wachstumsstörungen, die nach Blaukorngabe ruckzuck verschwunden waren.
Im Frühling will ich mal eine Bodenanalyse machen.

Gruß Hubert

Langer Gisela, 04. November 2007, 13:08

Ich bin ebenfalls sehr begeistert vom Mulchen, erhalte aber im Herbst auch mistrauische Blicke von meinen Gartennachbarn, wenn ich auf dem nahegelegenen Schulhof das gute Lindenlaub einsammle und auf meinen Gartenbeeten verteile. die ich vorher nur mit der Grabegabel aufgelockert, aber nicht umgegraben habe. Im Frühjahr ist das Laub verschwunden, die Regenwürmer haben es in den Boden gezogen und wertvollen Humus daraus gemacht und der Boden ist wunderbar locker.

Keisha, 04. November 2007, 13:12

Hallo Gisela,
stell dich im Frühjahr doch grinsend an den Gehsteig, wenn sie die schweren Humussäcke an dir vorbeischleppen, und kommentiere: Tja! Lindenlaub ist einfach leichter…

Frauke, 02. März 2008, 20:50

in diesem Jahr möchte ich auch mehr in meinem Garten mulchen, allerdings nur mit frischem Grün
aber ich habe da ein gesundheitlices Problem, ich bin allergisch auf alle Sorten von Pilzen, Rindenmulch nimmt mir sofort die Luft und darf ich nicht einatmen.
so habe ich frostempfindliche Pflanzen wie Rosmarin mit Stoh abdeckt, bzw. beschattet
mein Abnehmen geht es nur mit Forke und nur mit Stehen in Windrichtung
dem Kompost muß mein Mann umschichten und verteilen
ich wäre sofort dabei, weil sich unter dem Eichenlaub den ich unter die Rhodendren geharkt habe so viele Rgenwürmer tummeln, dass wissen auch die Amseln und sie wenden fleißig die Blätter!
herzliche Grüße von Frauke

Gärtnerin, 03. März 2008, 13:44

Mein Beileid Frauke! Das nenn ich Leidensdruck. Ich war als Kind auch gegen Schimmelpilze schlimm allergisch. Zum Glück hat eine Systematische Desensibilisierung damals geholfen, sonst könnte ich mein Gartenhobby wohl knicken. :-(

henry, 04. März 2008, 20:11

Hallo Frauke,
finde ich gut, das Du es trotz der Allergie mit dem Mulchen weiter machen willst. Wenn Du genügend langhalmigen Grünschnitt erwischen kannst ist das in Deinem Fall die beste Lösung. Mit getrocknetem Rasen geht es auch. Nur die Schichtdicken sind dann begrenzt. Bei Grünschnitt (Wiese) kann es natürlich auch mal zur Schimmelbildung kommen, aber das wohl nur bei großen Schichtdicken (10cm).
An den vielen Würmern sieht man besondes die Wirkung des Mulches. Ich fechte hier gerade wieder einen Kampf mit den fliegenden Wurmfans aus. Leider ist der Mulch hier schon zu kurz, so das die Biester es auf die doppelte Breite auseinander zerren. (ehemals Luzernestroh)
Gruß Henry

Themistoklis, 31. März 2008, 14:16

Hallo Henry !!!

Ich freue mich das du wieder da bist !!!!
Wäre schön wenn du einige Fotos von deinem Garten hier auf der Seite stellst. Auch gerne mal mit den ganzen Regenwürmern unter der Mulchdecke.
Wie lange (Jahre) muss man als Anfänger warten bis man einen Mulchgarten als gut bewerten kann.
Wann kann man anfangen anzupflanzen??
Ich mulche seit über 2 Jahre aber ich merke noch nichts bei mir im Garten. Dei Qualitat des Bodens ist seit dem noch nicht gut genug finde ich.
Wir haben sehr lehmigen Boden die Regenwürmer sind noch nicht zahlreicht ich hoffe das wird sich ändern. Die Nachbarn machen sich lustig über mich und meinen Garten. Leider konnte ich sie von gegenteil noch nicht überzeugen. Wie lange meinst du werde ich noch warten müssen um sie vom gegenteil zu überzeugen.
Gruß
Themis

Lisa, 31. März 2008, 15:38

Hallo, bin ganz begeistert vom Mulchen. Allerdings hab ich es noch nicht gemacht, weil immer gesagt wird: Dann kannst du dich vor lauter Schnecken gar nimmer retten! Stimmt das???? Oder ist das nur so ein Vorurteil??? Wenn das Mulchen aber die Schnecken doch begünstigt, muss es ja auch eine Möglichkeit geben, die in Grenzen zu halten!
Bin schon sehr neugierig auf eure Antworten!!!
LG Lisa

Josef Tschida, 19. Februar 2011, 10:33

Hallo Lisa, vom 31. März und an alle die Mulch und Schnecken fürchten. Wie alle Lebewesen wollen die Schnecken fressen und so lockt sie frisches Grün an und auch bietet ihnen die Feuchte des frischen Schnittes ein liebsame Umgebung.
Abhilfe bietet da nur trockenes Heu als Mulchmaterial. Das ist ´den Schnecken zu Hart und zu luftig und trocken, dagegen ist es Wurm & Co AG nicht zu dumm sich über diese köstlichen Stengel und Blätter her zumachen und sagenhaft guten Humus aufbauen. Wer keine Heuwiese hat, weiß sicher einen Bauer, der für ihn das Heu macht und in kleinen Garteneinheiten verkaufen wird.
Wir haben auch sehr viele Schnecken, die sich am Komposthaufen den Wanst voll schlagen, da sind sie auch hilfreich und geduldet. Leider strömen sie auch aus meinen zu wenig gepflegten Wiesen auf meine Beete, da bin ich aber selber schuld. Kurze Wiese = wenig Schnecken. Ja, und natürlich Nützlinge anlocken, Vögel verschmausen liebend gerne die jungen Schnecken, wenn sie noch weich und klein sind. So sind Schnecken kein Schreckgespenst mehr.
Liebe Grüße an alle Geplagten, Josef

Pingback Projekt Landeier - Torffreie Substrate, 02. März 2011, 10:28

[...] 2 € beim Biobauern) besorgt. Dazu gibt es auf dem Gärtnerblog eine schöne Artikelserie. “Gräbst du noch oder mulchst du schon“, etwas aktueller auch noch mal beim Wilden Gartenblog: “Mulchen, mulchen, [...]

Steffen, 01. Mai 2011, 20:37

Ich mulche meinen Garten seit letztem Herbst mit gehäckseltem Miscanthus (Chinagras). Den Boden habe ich flächig 5 cm dick bedeckt. Das trockene Schilfgras ist leicht, legt sich aber nach dem ersten Regen schön über die Fläche und fliegt nicht weg. Ich hab also keine Sauereien. Die Fläche hat ein strohgelbes aussehen und die Pflanzen, die jetzt im Frühling durchkommen treten noch besser in Erscheinung.

Der Teppich hält die Feuchtigkeit prima auch gerade jetzt da wir seit Wochen keinen Regen hatten. Bisher bin ich von diesem Material überzeugt. Und da es schön leicht ist, war die Ausbringung ein Kinderspiel. Unkraut (Gras, Löwenzahn, …) lässt sich auch leicht zupfen, da die Wurzeln am Anfang nur im Miscanthus wurzeln. Und die Vögel haben mächtig Spaß im Garten.

Ich werde den Fortschritt weiter verfolgen. Wer Bilder oder weitere Informationen möchte, darf sich gerne bei mir melden.

Anke, 14. Mai 2011, 23:38

@Steffen: Hört sich interessant an, bin auch immer auf der Suche nach Mulchmaterial. Wo bekommst Du das Chinagras her? Hast Du das selbst im Garten?

Ich mache auch seit 2 Jahren Versuche mit Mulch, da ich aus Zeitmangel nie das Unkraut in den Griff gekriegt hab und die Bodenverschlämmung auf meinem schweren Lehmboden auch noch sein Übriges getan hat.
Jedenfalls war ich bisher nicht konsequent genug, im ersten Jahr war es auch eher eine Katastrophe mit Pilzbefall an den Saubohnen usw. Aber nun gehe ich das besser an, nutze nun auch Schneckenkorn, weil die mir letztes Jahr so gut wie alle Keimlinge weggefressen haben.

Meine Einstiegsdroge war übrigens Ruth Stouts Buch “Mulch – Gärtnern ohne Arbeit”. Wenn man das liest, will man sofort in den Garten rennen und alles bedecken, was geht. Kretschamnns Buch hab ich mir später auch gekauft, finde aber, dass dort sehr wenige konkrete Tipps drinstehen.

Übrigens: Grüner Spargel eignet sich hervorragend zum Anbau unter einer dicken Mulchdecke. Nicht mal die Wühlmäuse, die sich bei mir direkt unter dem Mulch massenweise austoben, haben ihm etwas anhaben können. Leider muss ich noch ein Jahr warten, bis ich ernten kann :-/

Hat hier jemand Erfahrung mit Wühlmäusen und Mulch? Mir kommt es so vor, dass die sich darüber besonders freuen.

Klaus, 15. Mai 2011, 07:51

Hallo Anke !
Durch den eigenen Wald und den Borkenkäfer habe ich immer viele Sägespäne von Nadelholz. Um diese nicht einfach zu verbrennen habe ich mir eine weitere Nutzung ausgedacht. Wenn ich neue Pflanzen setze, dann mische ich die Späne unter die Erde. Seitdem habe ich keinen Schaden mehr von Wühlmäusen, denn diese hassen Nadelholz. Meine Gartennachbarn müssen ständig Pflanzen nachkaufen. Und ein übriges tun die Ringelnatter, der Maulwurf und auch der Steinmarder.
Bevor ich den Rasen mähe streue ich Späne auf den Rasen. Dadurch wird dieser dann auf dem Kompost lockerer und verrottet besser und siliert nicht. Aus deinem Kommentar entnehme ich, dass du, genau wie ich,harten Lehmboden hast. Wie ist es da mit dem Grünspargel? Hast du da extra andere, bessere, Erde oder wird der auch auf dem normalen Boden? Ich möchte im nächsten Jahr auch welchen anbauen. Im voraus herzlichen Dank für die Hilfe. Liebe Grüße aus Thüringen

Steffen, 15. Mai 2011, 12:59

@ Anke: Ich habe gleich zwei Landwirte an der Hand, die Miscanthus anbauen. Dort hole ich mir das gehäckselte Material ab. Zur Zierte habe ich auch etwas Schilf um meinen Gartenteich gepflanzt. Das reicht allerdings nicht, um damit ausgiebig zu mulchen.

Anke, 16. Mai 2011, 22:26

@Klaus: Für den Spargel hab ich Löcher ausgehoben und dann die Pflanzen mit Komposterde dort eingepflanzt. Seitdem hab ich mit Spänen und Heu dick gemulcht. Hatte noch gelesen, dass man vorher alle Wurzelunkräuter gründlich beseitigen muss.
Durch den Mulch kommt er später als bei meinen Gartennachbarn, die nicht mulchen – meiner kommt jetzt erst. Bin aber mal gespannt, welcher am Ende besser aussieht ;-)

Klaus, 17. Mai 2011, 06:46

Danke Anke !
Also doch etwas bessere Erde um ein gutes Wachstum zu erreichen. Mit Spänen mulchen ist auch gegen Schneckenfrass gut. Ich nehme eben das was ich zur Verfügung habe. Das der Spargel bei dir etwas später als beim Nachbarn kommt, liegt vielleicht daran, daß dein Mulch hell ist und die Sonne reflektiert. Dafür trocknet dein Boden nicht so schnell aus. Ich drück dir die Daumen und du wirst sicher noch weiter berichten.

beatrix tamm, 18. Januar 2012, 09:18

hallo an alle :-)

in diesem jahr will ich mit meinem neuen balkon durchstarten! in meinem früheren garten habe ich gerne mit mulch gearbeitet und dadurch einen gesunden, lebendigen boden erhalten.
hat jemand erfahrung mit dem mulchen von pflanzen in gefäßen? wobei ich das mulchen mit biologischen materialien meine, also pflanzenschnittgut, tee- und kaffeesatz. mulchen mit steinen bringt ja keine bodenverbesserung.
ich würde gerne während der vegetationsperiode zwischen den pflanzen mulchen und den winter über die frei gewordenen behälter mit pflanzenresten etc bedecken.
im garten kann frau ja unter der mulchdecke sehen, dass die regenwürmer schwer aktiv bei der umwandlung des mulchmaterials in humus sind – ob das bei den gefäßen auch ohne die geht, mit hilfe der wesentlich kleineren bodenlebewesen?
das problem, das ich sehe: bei gefäßen auf dem balkon handelt es sich um ein geschlossenes system, – im gegensatz zum kompostplatz und auch zur flächenkompostierung ist ein selbstregulatives zu – und abwandern von bodenlebewesen nicht möglich
vor jahren hatte ich mal leihweise das buch von ruth stout zum thema “mulch” gelesen (inzwischen vergriffen) und kann mich erinnern, dass sie erwähnte, auch ihre kübelpflanzen mit mulch zu versorgen…
was die größe der gefäße angeht, wird es ganz normale balkonkästen und größere töpfe geben, aber ich plane auch, ein oder zwei mörtelwannen aufzustellen, die scheinen mir die preisgünstigste variante großer behälter zu sein (rund 9€ pro stck). sie fassen 90 liter – und die erdmenge möchte ich nun wirklich nicht regelmäßig austauschen möglicherweise beherbergen sie ja auch mehrjährige pflanzen…
jemand warnte mich, dass es trotz mulchen zu einer bodenverdichtung im gefäß kommen würde, was den erdaustausch nötig machen würde…wäre da der einsatz von mykorrhiza-pilzen hilfreich?
und wäre der 90liter-behälter groß genug, um einigen regenwürmern einen artgerechten lebensraum zu bieten?
also wer immer erfahrung in dieser hinsicht hat – bitte teilt sie großzügig mit mir!
…und schon mal danke dafür ;-)

Betula, 18. Januar 2012, 10:11

Hallo Beatrix,
normale Blumenerde aus dem Handel ist normalerweise keimfrei, d.h. es fehlen auch die Bodenlebewesen, die den Mulch und anderen organischen Dünger für die Pflanzen nutzbar machen. Du kannst also genauso mit Kies o.ä. mulchen.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass das mit der Bodenverdichtung richtig ist. Ich denke der Gießstrahl aus der Gießkanne ist zu hart und die die kleinen Helfer, die den Boden lockern, fehlen halt im Topf. Mulchen in Kübeln hilft lediglich die Verdunstung zu reduzieren. Bei Tongefäßen allerdings verdunstet auch relativ viel über die Topfwand. Hier dürfte das Mulchen also nicht viel bringen.
Zu bedenken ist auch, das organische Mulchmaterialien mit der Zeit nicht mehr allzu hübsch im Topf aussehen.
Probier es einfach aus und mach deine eigenen Erfahrungen.
Noch ein Tipp: Mörtelwannen sind meist schwarz und erhitzen sich in der Sonne stark. Das solltest du beim Aufstellen und beim Bepflanzen bedenken.

Keisha, 18. Januar 2012, 20:44

Hallo Beatrix,

dazu mag ich dir noch folgenden Gärtnerblog Beitrag anbieten, muß ja nicht 1:1 umgesetzt sein, kann aber vielleicht so als Inspiration dienen oder so:

http://gaertnerblog.de/blog/2008/der-komposthaufen-fuer-balkongaertner/

Eventuell kannst du dir daraus ja ein eigenes Experiment basteln oder ein paar Infos daraus verwenden.

beatrix tamm, 20. Januar 2012, 17:43

danke für eure antworten!

@ betula: mir gings in erster linie schon um verbesserung der erde…deshalb eben doch organisches material …aber sicher wegen der optik keine groben küchenabfälle :-)
keimfrei wird meine erde nicht sein, wenn ich die aus meinem früheren garten mitgebrachte minze dort einsetze…und maulwurfserde hab ich auch noch einen rest…

dein tipp wegen der schwarzen behälter ist wichtig – da es unser erster frühling mit diesem balkon ist, muss ich erstmal gucken, wo die sonne wie lange auftrifft…

@ Keisha: vielen dank für den interessanten link! ja, es wird wohl auf das eigene experimentieren hinauslaufen – nach dem motto: probieren geht über studieren :-)
hab dazu gerade das genau passende buch bekommen: “alys im gartenland”

hier ein aus ausschnitt aus einer rezension:

…über gärtnernde Stadtbewohner, Mauern und Blumen, Straßenränder, Fensterbänke, Hinterhöfe, Kräuter, krumme Möhren, frischen Mangold, viele reife Tomaten, Kulinarisches. Und über einen kleinen Biogarten mitten in der Stadt…
…Würde ich nicht ohnehin schon jedes verfügbare Stückchen Erde begärtnern, hätte sie mich dazu gebracht. Denn ansteckender und unkomplizierter schreibt keiner über das Gärtnern. Alys Fowler, wie ich bekennende Anhängerin des “slow movements” und Gallionsfigur des slow gardening, weiß worauf es beim Gärtnern ankommt: auf das Gärtnern.

Das hört sich trivial an, ist es aber nicht. Denn der Spaß tritt bei vielen Gärtnern in den Hintergrund, angesichts der drohenden Schneckenplage, dem schiefen Blick des Nachbarn auf die Girsch-Invasion und dem ständigen Kampf um einen perfekten, englischen Rasen. Und dann kommt Alys.

http://mauerblumen.blogspot.com/2011/01/mehr-als-ein-gartenbuch-alys-im.html

Frank Alshuth, 04. November 2012, 23:10

Hi,
ich war auch von dem Buch “Mulch total”
komplett begeistert, habe einen Mulchgarten angelegt und habe auch Kurt Kretschmann persönlich besucht.
Ergebnis:
1.Der Garten von Kurt war lange nicht so fruchtbar wie es in dem Buch dargestellt wird.
2.Die Amseln lieben die vielen Regenwürmer im Frühjahr und machen durch das Wühlen und Suchen die meisten Jungpflanzen kaputt.
3.Die Schnecken vermehren sich massenhaft.( Herr Kretschmann schreibt in seinem Buch zwar, dass Schnecken kein Problem darstellen würden,wenn man es richtig macht, doch widmet er allein dem Thema Schneckenkontrolle- bzw. bekämpfung ein ganzes Kapitel.)
4.Nach drei Jahren habe ich mit dem Mulchen aufgehört.
liebe Grüße und viel Erfolg an alle Ökogärtner.
Frank

cane, 07. September 2014, 14:58

Seit Jahren bin ich eine begeisterte “Mulcherin”. Im Vorgarten habe ich eine Zierkirsche, die diesen Bereich im Herbst zuverlässig mit Laub versorgt. Hinten die große Kirsche liefert ebenfalls Laub und der Rasenschnitt findet in den Beeten seine Verwendung.

Bisher habe ich nur die Vorteile des Mulchens kennen und schätzen gelernt. Die Erde ist schön krümelig, die Regenwürmer tanzen Tango. Was will ich mehr? Gut, ich habe auch Schnecken im Garten. Wenn ich Lust habe, sammel ich sie ab, wenn nicht, fallen sie im Vorgarten über drei Funkien her und hinten im Garten über meine Tagetes. Es hat mir zwar schon ziemlich gewurmt, dass ich unglaublich viele Tagetessamen benötigt habe, um doch noch blühende Tagetes in meinem Garten sehen zu dürfen. Trotzdem werde ich weiterhin mulchen.

Ich habe keine Ahnung, ob es sich dabei um einen Zufall handelt oder diese Pilze das Resultat von Mulch sind: Hinten um Garten wuchs eine Marone und vorne gerade eine Birken-Rotkappe (wenn ich es richtig weiß). Die ich beide übrigens den Schnecken gönne.

Und vielleicht sollte man sich auch mal mit den Schnecken anfreunden und sie nicht nur jagen und bekämpfen. Immerhin halten sie den Garten gesund – sie fressen verwesende Pflanzenteile und sogar Aas.

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