Gärtnerin · 13. August 2006, 11:46

Gründüngungspflanzen-Fragen

Babsi hat Fragen zur Gründüngung gemailt, die ich auszugsweise hier mit draufpacke, weil ich es immer besser finde, wenn solche Dialoge hier direkt stattfinden. Nur so bekommen andere Interessierte auch alles mit. Deswegen möchte ich Euch ermutigen, für Eure Fragen und Kommentare die Kommentarfunktion unter den Beiträgen zu verwenden.

“ich habe mit großem interesse über gründüngungspflanzen gelesen.
über mich: ich bin babsi, habe einen hobbygarten von einer größe von ca.100m² für meine familie angelegt, da noch laie auf dem gebiet, hätte ich noch einige fragen und hoffe hier hilfe zu bekommen.

~ das erste problem: wo bekommt man die samen in solch einer menge günstig her?

Es gibt Gründüngungspflanzen in unterschiedlichen Gebindegrößen bis zu ein oder mehrere Kilo Saatgut. Auf den kleinen wie den großen Packungen steht in der Regel drauf, für wie viele Quadratmeter sie reichen, so dass Ihr Euren Bedarf ggf. hochrechnen könnt . Größere Gebinde bekommt Ihr manchmal in Baumärkten oder im Gartencenter oder Ihr fragt mal beim nächsten Raiffeisen-Markt. Die können sowas manchmal auch bestellen. Auch online sind größere Mengen Gründünger bestellbar. Zum Auffinden entsprechender Angebote würde ich zuallererst die bekanntesten Saatgutherstellernamen + den Namen der gesuchten Gründüngerpflanze empfehlen, bevor Ihr Euch in x Onlineshops die Finger wundsucht.

~ wann wird dann umgestochen?

Ich würde meinen in der Regel vor der Blüte/bevor sich die Gründüngung-Pflanzen weiter versamen können. Ich selbst stecke nicht um, damit es den Bodenlebewesen nicht schwindlig wird, sondern lasse das Schnittgut von den Pflanzen auf der Erde liegen und “verwirbele” das Ganze mit der Gartenkralle.

~ wann gebt ihr den kompost hinzu?

Ich arbeite die unzersetzten Pflanzen direkt ein.

~ könnte ich theoretisch eine handvoll tagetes, eine handvoll ringelblumen und eine handvoll gelbsenf mischen und säen? (oder beliebig andere / eine form von mischkultur)

Klar ist Samen-Mischen möglich. Es werden auch fertige Mischungen angeboten. Tagetes ziehe ich allerdings mit Vorkultur drinnen an. Sie dürfte sich für Direktsaat im Freiland nicht so dolle eignen.

~ ist gelbsenf auch für irgendetwas verwertbar?

Mit den Blättchen kann man Salate etc. ganz nett würzen. Sie sind entsprechend Senf-scharf.
Und die getrocknete Samen kann man versenfen. Wär mir allerdings zu aufwändig.

~ von bentonit hab ich noch nie gehört”

Bentonit ist ein Bodenhilfsstoff (also etwas, was der Struktur zugute kommt, aber ohne Düngewirkung) und besteht aus Tonmehl, die zu kleinen Klümpchen gepresst sind. In sandigen Böden wie meinem sorgt es dafür, die Wasserhaltefähigkeit zu verbessern und unterstützt auch die Bildung einer Krümelstruktur zusammen mit dem zugeführten Humus. Das gibts in Säcken, ähnlich kleineren Blumenerdesäcken, allerdings nicht überall. Ich habe es ausgestreut und mit der Gartenkralle untergehoben.

Wenn jemand zu Babsis Fragen weitere Erfahrungen zusteuern kann, wär das super!

Service:

Früherer Beitrag zu Gründüngung
Alles zur Bodenverbesserung

eingewurzelt unter: Garten-Boden

Vor einem Jahr
Nachbarn :-(, Hornveilchen pikieren, Schmuckkörbchen - Samenernte, Hibiskus-Blüte, Zeit für Geranienstecklinge, Alte Blumenkästen aufbretzeln



12 Kommentare bisher

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babsi, 13. August 2006, 16:39

danke !
das ging schnell!

d.h. ihr stecht überhaupt nicht um.
ich hab so viel kompost, wär schade den nicht zu verwenden.
wenn ihr im frühjahr auch gründüngt, könnt ihr ja die geplanten gemüsesorten nicht anbauen !!?????

babsi
den raiffeisen markt gibt es nur in deutschland???

Gärtnerin, 14. August 2006, 11:32

Hallo Babsi,

Gründüngung mache ich natürlich nur auf brachliegenden Flächen. Bietet sich auch im Herbst an, so dass man im Frühjahr schon schön grün-gedüngten Boden hat.

Keine Ahnung, ob Raiffeisen nur in Deutschland. Ist jedenfalls etwas, das aus dem Landwirtschafts-Genossenschafts-Wesen hervorging und daher immer noch landwirtschaftsnah, so dass man dort neben den einschlägigen Garten- und Tierbedarfs-Artikeln auch spezielle Sachen kriegt, die auch für den Landwirt mit größerer Fläche geeignet sind. ;-)

babsi, 14. August 2006, 21:10

danke für die hilfe
werde mich mal bei uns schlau machen, wo unsere bauern einkaufen.

im herbst werde ich heuer bestimmt auch mal den gelbsenf ausprobieren
(möglicherweise auch einen senf herstellen – falls rezept irgendwo auftreibbar – werde dir berichten, ob er gelungen ist:) )

Gärtnerin, 17. August 2006, 12:50

Upsala, Dein Beitrag hing eine Weile von mir unbemerkt in der Moderationsschleife. :-(

Ich bin höchst gespannt auf Erfahrungsberichte. Gutes Gelingen!

Jana, 18. Juli 2007, 23:30

Hallo, bin ganz neu hier und möchte als erstes loswerden, daß ich die Seite wegen versch. Sachen in den letzten 2 Tagen durch “GOOGLEsuchen” besucht habe; vielen Dank; werde bestimmt Stammgast:-) !Habe in diesem Jahr Ende Mai Tagetes gesäht und nun blüht sie schon, kann aber Zufall sein, LG Jana

niXda, 19. Juli 2007, 14:21

“Gründüngerpflanzen” sind hauptsächlich Schmetterlingsblütengewächse – Fabaceae aus der Unterfamilie Faboideae wie z.B. Trifolium repens – Weiß-Klee, welche, ihrer Wuchsfreudigkeit zum Dank, im deutschen allgemein als Un-Kraut bezeichnet werden :-)! Diese haben Wurzelknöllchen mit symbiotischen Rhizobium-Arten, welche Luftstickstoff bindende Bakterien sind.
Ansonsten läßt sich der Boden am besten mit dem düngen was darauf wächst und zur Fruchtreife (also nach der Ernte) übrigbleibt. Die abgestorbenen Stengel und Blätter klein häckseln und einfach locker verteilen, die Würmer besorgen die Pflugarbeit im Boden, allerdings nicht im Flug :-). Sie freuen sich dann auf besonders abwechslungsreiche Mahlzeiten welche mit etwas Kaffesatz noch gefördert werden! Nach spätestens 5-10 Jahren dürfte dann ein Bodenleben entstanden sein das selbst Gemüse zum Un-Kraut werden läßt und das ohne einen Pfennig bzw. Cent zu investieren. Das macht Mutter Erde seit einiger Zeit…eventuell schon immer!

weimer, 22. August 2007, 07:44

hallo mit viel Interesse lese ich immer diese Seiten wer kann mir schreiben was ich für Gründüngung für lemigen Boden verwenden kann der über den Winter bleibt und erst im Frühjahr untergeraben wird.Danke für eine Antwort.

Gärtnerin, 22. August 2007, 11:37

Schau mal hier

Boomer, 08. Mai 2008, 23:53

Hallo,

ich habe auch eine Frage zur Gründüngung. Auf einer c.25 qm großen Fläche habe ich vor 10 Jahren eine Blumenwiese ausgesäht. Die sah auch im ersten Jahr gut aus, wurde im Herbst gesenst und war dann schon im 2. Jahr nicht mehr so toll.

Diese Jahr haben wir es endlich geschafft, das Stück von allem zu befreien. Jetzt habe ich schon mehrfach umgegraben, immer wieder “Unkraut” aus dem Boden geholt, die Erde durch ein Gitter geworfen. Natürlich spriest nach 2 Tagen wieder zartes Grün.

Wir haben beschlossen, dort ein Kiesbeet mit Stauden anzulegen. Ich werde dieses Jahr noch nutzen, um den Boden vorzubereiten und frage mich jetzt, ob ich dem Unkraut mit einer Gründüngung Herr werden kann. Was ich nicht ganz verstehe: es wird über die schön blühenden Pflanzen gesprochen, aber wenn ich im nächsten Jahr das Stück komplett frei haben will, muss ich doch schon vor der Blüte mähen?

Welche Möglichkeiten habe ich denn, das Stück unkrautfrei zu bekommen und den Boden optimal auf eine Staudenbepflanzung vorzubereiten. Und da es sich um einen Teil des Vorgarten handelt, wäre es schon toll, wenn ich nicht die nächsten Monate dort einen dunklen Fleck hätte.

Ich bin für jeden guten Tipp dankbar.

Vielen Dank und liebe Grüße
Boomer

Gärtnerin, 11. Mai 2008, 00:30

Hi Boomer,

klar kannst Du dem Unkraut mit einer Gründüngung begegnen. Allerdings darfst Du nicht hoffen, dass fiese Wurzelunkräuter wie Quecke, Giersch und Co. dadurch verschwinden, denn die werden sich halten. Hier gilt einfach: Wo was wächst, wächst nichts anderes, also eine räumliche Konkurrenz. Sobald Du die Pflanzen mähst oder untergräbst, keimen Unkrautsamen, die ja lange keimfähig sind, natürlich wieder vermehrt auf, weil sie Platz und Licht dazu haben. M.E. ist es eine Utopie, einen Boden völlig unkrautfrei zu bekommen. Umgraben hilft übrigens den Unkrautsamen, die tiefer im Boden schlummern, an die Oberfläche, ;-) und irritiert die Bodenlebewesen, weil sie ständig durcheinandergeworfen werden. Würde ich nicht dauernd machen. Am besten bekommst Du eine Fläche – relativ – unkrautfrei, wenn Du sie bepflanzt. Solange das Land brach liegt, kommen natürlich zuerst immer wieder die, die Du nicht haben willst. Insofern find ich Gründüngung keine schlechte Idee. Oder mulchen vielleicht. Bedecken des Bodens hilft auch.
Beides, Gründüngung wie auch mulchen mit Grünzeug, führt dem Boden Nährstoffe zu. Du solltest Dir Gedanken machen, ob die geplanten Stauden mit nährstoffreichem Boden klarkommen. Wenn Du ein Magerpflanzen-Trocken-Kiesbeet a la Beth Chatto im Sinn hast, würde ich einfach zusehen, das anzulegen, und den Boden vorher nicht noch auffetten. Deine Bodenverhältnisse kennst Du selbst am besten.

Nein, Du musst nicht vor der Blüte mähen, sondern ggf. vor der Samenreife. Bienenfreund blüht schön, sät sich z.T. wieder aus, wird aber nicht lästig, weil er auch leicht zu entfernen ist. Bei manchen Klee-Gründünger-Pflanzen ist das beschwerlicher, weil die echt fies wurzeln und schwerer zu entfernen sind. Im Gemüsebeet kommen immer wieder Bienenfreund-Sämlinge hoch. Wenn ich die Fläche neu bepflanze und etwas stört, lässt er sich easy ausrupfen/abreißen, wächst nicht mehr nach und fertig.

Boomer, 17. Mai 2008, 00:42

Hallo,

danke für die umfangreiche Antwort. Ich habe jetzt noch zwei zusätzliche Ideen zur Auswahl: Rasenschnitt (haben wir massenweise zur Verfügung) oder Kürbis.

Umgraben werde ich auf keinen Fall mehr. Ich habe mittlerweile von den Microorganismen auf den verschiedenen Stufen gelesen und weiß, dass ich dem Boden damit nicht unbedingt Gutes tue. Ich bin einfach zu sehr Laie, um zu wissen ob ich den Boden zu sehr auffette. Und ich muss zu meiner Schande eingestehen, dass ich den Namen Beth Chatto schon gelesen und auch mal was gesehen habe, aber ich habe viel mehr auf den Staudenseiten geschaut und da einiges über “städtebauliche Anlagen” gelernt.

Stand der Dinge ist im Moment, dass es sprießt, aber fast nur “Unkraut” das incl. Wurzel ca. 5 cm groß ist. Das tiefgründige scheinen wir ziemlich entfernt zu haben.

Ich bin mir auch nicht im Klaren ob ich das Beet schon im Herbst oder erst im Frühjahr anlegen soll.

Also ich bin immer noch für alle Tipps und Anregungen offen und werde jetzt mal nach “Beth” googeln gehen.

Liebe Grüße
Boomer

betz, 08. Oktober 2009, 19:00

ich hatte nach der kartoffelernte lein als gründunger gesäht, der ist nun schön blau am blühen,
was mache ich nun damit, mähe ich in ab oder nicht.
dazwischen wächst au noch jede menge franzosenkraut ( ich denke das es so heißt ) wir nennen es meier.
ein bekannter meinte im meinem garten fehle kalk.ich hoffe sie können mir helfen

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