Gärtnerin · 15. Januar 2006, 23:23

Interessante Frage

Das hol ich doch mal nach oben, bevor es in den Kommentaren steckenbleibt und vielleicht nicht von allen gelesen wird:

Beim Garten-Koch-Event Feldsalat ist folgende naturwissenschaftliche Frage aufgeschlagen:

“Hallo Feldsalatfreunde,

wie kann ich mir erklären, dass Feldsalat auf dem Acker gefriert und nach dem Auftauen die Blätter nicht welk sind? Wieso platzen die Zellen hier nicht? Bekommt der Salat nach der Ernte Frost in der Gefriertruhe ist er nicht mehr zu genießen.

Wer kann mir dies genau biologisch-chemisch erklären?

Besten Dank im Voraus

Gaumenschmaus”

Kann dazu aus den Reihen der Köche oder Gärtner oder der eventuell mitlesenden Bio-Chemo-Logen jemand was beitragen?

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4 Kommentare bisher

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Distel, 16. Februar 2008, 22:50

Hmm, die Frage ist wirklich interessant. Zum einen würd ich mal sagen, dass das Wasser in den Zellen ja nicht bei 0°C gefriert, da es ja sozusagen eine Lösung verschiedener Salze und Proteine ist. Und diese gefrieren erst bei niedrigeren Temperaturen.
Wenn dann noch eventuell eine etwas isolierende Schneeschicht auf dem Feldsalat-Acker liegt, wirds insgesamt weniger kalt. Und man darf nicht vergessen, dass auch Pflanzen Stoffwechsel betreiben und in sehr geringem Maße Wärme produzieren (sollen sich angeblich im Frühjahr durch eventuell vorhandenen Schnee schmelzen können), auch wenn das wahrscheinlich im Winter eher untergeordnete Priorität hat…
In der Gefriertruhe (auch wenn ich Feldsalat noch nie eingefroren habe^^) ist er ziemlich ungeschützt und arg kalt… nämlich so um die -18°C, was nun schon happig ist. Da wird dann auch die Salzlösung in den Zellen gefrieren und die Zellen zerstören, so dass der Salat welk ist… oder sogar eher matschig, würde ich annehmen.
Wieso allerdings Feldsalat geringe Temperaturen so gut überlebt und andere Pflanzen weniger ist wiederrum eine andere Frage. Das weiß ich nicht.
Ich hoffe, meine Erklärung kommt der Wahrheit recht nahe^^
LG, Distel

Gärtnerin, 18. Februar 2008, 15:49

Ahaha, Distel. Wenigstens versucht sich mal jemand an der Frage. Klingt für mich recht plausibel. Hoffe auch, dass Du der Wahrheit nahe bist. ;-)

Bianca, 10. August 2009, 20:10

Die Frage ist zwar schon eine Weile her, aber ich habe letztens etwas im Radio gehört, das dazu passt:

Man soll Feldsalat nämlich auch nicht ernten, wenn er noch gefroren auf dem Feld steht sondern warten, bis es wärmer ist und der Salat aufgetaut. Angeblich wird der Salat nämlich auch matschig, wenn man ihn gefroren erntet.

Wenn das stimmt, muss die Pflanze irgendwelche Selbstheilungskräfte besitzen. Sie muss ja dann beim/vor dem Auftauen etwas mit ihren Blättern veranstalten, dass das Matschig-Werden verhindert (vielleicht experimentiert der Feldsalat mit Glykol oder so…) Dieses Etwas muss – so stelle ich es mir jedenfalls vor – mit der Wurzel zu tun haben.

Aber das meiste davon ist spekulativ, denn ich habe keine eigenen Erfahrungswerte. Dieses Jahr wird mein erstes Feldsalattestjahr.

Viele Grüße,
Bianca

Gärtnerin, 12. August 2009, 11:40

Gute Ernte, Bianca! ;-)

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