Mangold-Ernte, Zubereitung
Wir haben ein wenig lang gewartet damit, den Mangold bzw. Römischkohl erstmals zu ernten, weil zwischendurch nie Zeit war für die doch recht aufwändige Verarbeitung der Mangold-Blätter. Jetzt war es umso mehr auf einmal. Aus Mitleid mit den selbstgesäten schönen bunten Mangold-Jungpflanzen, von denen ich definitiv viel zu viele hatte, habe ich jede Menge davon an verschiedenen Stellen im Garten not-vergraben. Das Ergebnis lässt sich sehen in Form einer kaum noch zu bewältigenden Mangold-Schwemme, die mein aus Draht gebasteltes Erntekörbchen absolut sprengt.
Neben der etwas aufwändigen Verarbeitung hat der Mangold außerdem die Eigenschaft, nach der Ernte schnell zu welken, so dass man sich damit am besten gleich beschäftigt. Also haben wir uns zu zweit in der Küche einige Zeit verlustiert.
Mangold ernten:
Mangold erntet man im Garten am besten stiel-weise und nicht die ganze Pflanze wie im Gemüsegeschäft oft angeboten, damit die Pflanzen immer neue Blätter nachtreiben und so quasi das ganze Jahr lang beerntet werden können. Die noch nicht so großen Blätter schmecken übrigens weniger herb als größere Exemplare.
Stiel-Mangold zubereiten:
Erstmal muss der ganze Dreck von den Mangold-Blättern runter.
Dann schadhafte Stellen und Schneckenlöcher entfernen.
Dann Stiel und Blätter voneinander trennen und nochmals gut durchwaschen.
Dann die Stiele von unten her schälen/Entschleißen. Sie haben jede Menge faserige Schleißen, die sonst das Geschmacks- und Kau-Erlebnis empfindlich schmälern.
Stiele in Form kleiner Stifte schneiden (längs und quer zerteilt). Man kann sie auch am Stück wie Spargel zubereiten, aber dann haben sie eine längere Garzeit als das Blattgemüse. Da wir uns noch nicht schlüssig waren, was wir damit machen, haben wir sie stark zerkleinert, so dass der Weg offen steht, sie mit dem Blattmangold zusammenzumixen.
Da wir die 2,5 Schüsseln Mangold nicht sofort essen wollten, haben wir die Mangold-Blätter, die wie Spinat verarbeitet und zubereitet werden können, und die Stiele getrennt voneinander ungefähr 2 Minuten blanchiert und dann eingefroren.
Das klassische weitere Vorgehen in unserer Familie sieht so aus, dass man Blätter und Stiel-Stifte getrennt voneinander mit Zwiebelwürfeln in etwas Butter andünstet, Sahne, Salz, Pfeffer und Muskat dazugibt und das Ganze dergestalt serviert, dass die Blattmasse außen herum in eine Schüssel gruppiert wird, während die Stifte sozusagen als innere Füllung präsentiert werden.
Aber man könnt ja auch mal was anderes damit machen. Mal sehen, was daraus wird…
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2 Kommentare bisher
KommentierenMangold schmeckt besonders gut in Verbindung mit Zucchini und Tomaten:
In einem großen Topf Olivenöl heiß werden lassen, etwas Knoblauch darin ganz kurz anschwitzen und den mittelklein geschnittenen Mangold zugeben. Wenden, bis er zusammengefallen ist und kleingeschnittene Zucchini zugeben. Es kommt noch Tomatenmark, Gemüsebrühe, frischer Thymian und etwas Schärfe (z.B. Harissa) dazu.
Der Mangold bildet dabei den etwas säuerlichen Geschmack. Guten Appetit und einen schönen Tag wünscht
Michael
Wir in der Familie haben die Erfahrung gemacht, dass der rote Mangold noch intensiver schmeckt.
Bei der Zubereitung trennen auch wir Blätter und Stängel, damit die unterschiedlichen Kochzeiten berücksichtigt werden können. Stiele länger als Blätter.
Gruß Wimmer
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