Gärtnerin · 09. August 2006, 23:28

Unbekannte Pflanzen – (Springkraut)

Diese merkwürdige aber mittlerweile ganz schön blühende Pflanze haben meine Mutter und ich aus der Nachbarschaft bekommen. Dabei soll es sich um eine „Schusterlilie“ handeln, „wie ein großes Löwenmäulchen“. Ich habe den Begriff noch nie gehört und auch nichts dazu in Erfahrung bringen können und ich habe diese Pflanze noch nie gesehen.

Weiß jemand, worum es sich handelt?
Die Gesuchte sät sich in Blumenbeeten reichlich selbst aus, wird je nach Standort bis mannshoch und blüht rosa.

So sah sie vor der Blüte aus:

unkraut

Ein paar Bilder von Blüten:

indisches springkraut impatiens glandulifera

unbekannt

indisches springkraut

aktuell:

indisches springkraut

Wir suchen außerdem noch immer den Namen der unbekannten Zimmerpflanze von Rosi und den Namen dieser Gartenblume unbekannt, die vielleicht ein Salbei oder eine Nessel sein könnte.

Wer kann helfen?

mehr Bilder Indisches Springkraut
verwandt: Echtes Springkraut

eingewurzelt unter: Einjährige Sommerblumen



30 Kommentare bisher

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Iris, 10. August 2006, 12:06

Hallo Gärtnerin!

Das könnte eine Impatiens-Art sein. Eventuell diese da:

http://nafoku.de/flora/htm/impaglan.htm

Viele Grüße, Iris

Karin, 10. August 2006, 12:01

Liebe Gärtnerin!
Das sieht aus wie Impatiens glandulifera, drüsiges oder auch indisches Springkraut. Kenn ich allerdings als "Ukraut" in sumpfigen Gebieten …
liebe Grüße,
Karin

Gärtnerin, 10. August 2006, 13:18

Vielen Dank, Ihr Lieben,
sieht ganz so aus! Abgesehen davon, dass es eine invasive Pflanze ist, konnte ich dazu auch noch ein Positivum rausfinden – den Nektar. Ich werde jedenfalls zusehen, dass das Zeug nicht überhand nimmt.

Susan, 13. August 2006, 16:38

Hallo Gärtnerin,

für mich sieht das nach einem Balsaminchen aus. Den lat. Namen kenne ich nicht. Ich erinnere mich nur, so eine "tolle" Pflanze als Kind geschenkt bekommen und in meinem Beet im elterlichen Garten gepflanzt zu haben. Mein Vater hatte noch Jahre später Freude an der Bekämpfung dieser sich stark vermehrenden Pflanze gehabt Wehret den Anfängen …
Susan

Gärtnerin, 14. August 2006, 11:26

Hallo Susan,
Impatiens balsamina sieht dem sehr ähnlich, wird aber bei weitem nicht so hoch und hat auch andere Blüten, eher dem Fleißigen Lieschen ähnlich. Habt Ihr "Balsaminchen" tatsächlich für diese Pflanze hier verwendet? Ich muss mal sehen, dass ich ein Balsaminenfoto von Nachbars organisiere, damit man den Unterschied sieht.

Vielen Dank für Deinen Kommentar!

Wilhelm Brockmann, 06. September 2006, 08:14

Das sieht ganz nach dem von KARIN bezeichneten Unkraut aus – unsere Weserböschungen sind davon teilweise total "befallen". Wer sich das Zeug ind en Garten holt, hat nach Jahren wirklich viel Spaß damit: ist kaum zu beseitigen. Totmähen oder alles Umpflügen und auslesen!

Gärtnerin, 06. September 2006, 13:02

Danke für den Beobachtungsbericht Wilhelm!
Meine Pflanzen sind schon entsorgt und ich hoffe, sie haben sich nicht versät! Nachdem ich wusste, was es ist, fällt mir das indische Springkraut fast überall in die Augen. Scheint ähnliche Verbreitungsdimensionen zu haben wie die Goldrute….

Birgit, 23. September 2006, 23:05

Hallo, liebe Interessentinnen, ich kenne diese Pflanze als eine Art Riesen-Balsaminchen (Springkraut) das an Uferrändern wächst. Aus den Medien erfuhr ich, daß diese Pflanze aus Amerika(?) wegen des vielen Nektars von den Imkern nach Deutschland gebracht wurde. Nun die Pflanze sich aber so sehr verbreitet hat und in Uferbereichen wuchert, daß man ihr kaum Herr werden kann… Birgit

Gärtnerin, 24. September 2006, 12:44

Hallo Birgit,

vielen Dank auch für Deine Infos und einen schönen Sonntag! ;-)

Birgit, 03. Oktober 2006, 11:12

Liebe Gärtnerin, ich muß meinen o. Beotrag ein wenig korrigieren. Habe mich auf der Landesgartenschau BW befragt: Dieses indische Springkraut wurde von Imkern (also Indien u. nicht Amerika)wegen des reichen Nektars nach Deutschland gebracht. Es ist wie beim Zauberlehrling — es vermehrt sich und vermehrt sich—- Manche Imkehr sehen das mit Besorgnis, weil sie befürchten, daß die Bienen nicht mehr in den Wald fliegen oder die Wildblumen besuchen, sondern ihren Nektar nur noch von dem reichhaltigem Springkraut holen. Doch dies seien geteilte Meinungen.. Ich wünsche Euch noch viel Spaß beim Bekämpfen oder Pflücken der Blumenstreuße und einen schönen Feiertag. Birgit

schneider, 03. Oktober 2006, 17:03

Probleme / Gefahr:
Das Indische Springkraut bildet wegen seiner hohen Samenproduktion schnell große, flächendeckende Bestände, in denen keine heimischen Pflanzenarten aufwachsen können. Da der nur faustgroße Wurzelballen nicht in der Lage ist, das Erdreich zu halten und zu festigen, besteht insbesondere an Gewässerufern Gefahr durch Instabilität der Böschungen und Erosion.

Durch das flächendeckende Auftreten verdrängt das Indische Springkraut die standortgerechte Vegetation, die eine natürliche Ufersicherung darstellt und Lebensraum für viele einheimische Tiere bietet. Es wird nur von wenigen unspezialisierten Insekten, darunter die Honigbiene und große Hummelarten, besucht. Allerdings sind Qualität und Menge von Pollen und Nektar nicht ausreichend, um Ertrag oder vollwertiges Futter (insbesondere als Herbsttracht) zu liefern.

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Bekämpfung:
Da es sich um eine einjährige Pflanze handelt, reicht es aus, Samenproduktion und Samenverbreitung zu verhindern.

Dazu können die Pflanzen vor der Samenreife herausgerissen werden, was bei feuchtem Boden relativ leicht geht. Die Pflanzen müssen abgeräumt werden, da sie sonst unter feuchten Verhältnissen an jedem Stengelknoten neue Wurzeln bilden und wieder anwachsen können.

Bei größeren Beständen in der Ebene kann kurz vor der Blüte, aber auf jeden Fall vor der Samenreife gemäht werden. Befahrbare Flächen können außerdem gemulcht werden: die zerkleinerten Pflanzen müssen nicht abtransportiert werden.

Bei Uferböschungen ist die Maßnahme auf die jeweiligen örtlichen Verhältnisse abzustimmen. Auf jeden Fall sollte vermieden werden, die gemähten oder gemulchten Pflanzen im Böschungsbereich liegenzulassen wegen der Gefahr der Eutrophierung (ßberdüngung) des Gewässers.

Wichtig ist, dass die Maßnahmen möglichst spät, d.h. kurz vor der Blüte durchgeführt werden. Durch die Größe der Pflanzen werden die meisten dabei erfasst.

Die Bekämpfung muß in den folgenden nächsten Jahren wiederholt werden, da die im Boden reichlich vorhandenen Samen mehrere Jahre überdauern können.

Empfehlenswert ist die anschließende Aussaat von standortgerechten Pflanzen wie z.B. Mädesüß, Blutweiderich oder Gilbweiderich: sie bieten neben der Ufersicherung eine gute Herbsttracht für Bienen und viele andere heimische Insekten (insbesondere Wildbienen und Wildhummeln).

niXda, 19. April 2007, 13:10

Aus der Gattung Impatiens – Springkraut ist nur eine Art bei uns indigen bzw. urwüchsig (vor dem Auftreten des Menschen schon vorkommend): Impatiens noli-tangere – Großese Springkraut, auch bekannt als „Rührmichnichtan“. Unter dieser Bezeichnung kennen viele auch den seit 1837 eingebürgerten Neophyten (Arten die nach der „Entdeckung“ Amerikas eingeschleppt wurden oder eingewandert sind) Impatiens parviflora – Kleinblütiges Springkraut, aus Mittel- bis Nordost-Asien. Beide Arten wachsen meist im Wald oder am Waldrand. Das hier gezeigte und erwähnte Drüsige Springkraut – Impatiens glandulifera kommt aus dem indischen Himalaja und wächst seit 1854 bei uns meist an Gewässerufern, wie das seit ca. Mitte des 20Jh. auftretende, aus dem Osten Nordamerikas stammende Orangefarbene Springkraut – Impatiens capensis. Das den meisten als „Balsamine“ bekannte Impatiens balsamina – Garten-Springkraut kommt aus dem tropischen Ost-Asien und ist bisher nur als Zierpflanze in unseren Gärten zu finden.
Als Topfpflanze im Zimmer ist das aus dem tropischen Ost-Afrika stammende Impatiens walleriana (syn. I. sultani, I. holstii) unter der Bezeichnung „Fleißiges Lieschen“ allgemein bekannt. Als sogenannte Neu-Guinea-Hybriden bezeichnet man eine Anzahl von Sorten, welche aus Impatiens hawkeri hervorgegangen sein sollen.
Seltener in Zimmerkultur befinden sich Impatiens niamniamensis und Impatiens repens.
Als Kalthauspflanze findet man noch Impatiens sodenii (syn. I. olivieri) in botanischen Gärten.

So, jetzt hab ich mal wieder das fleißige Hänschen (oder so) gespielt.
:-)

Gärtnerin, 19. April 2007, 13:32

Danke. Du solltest Dein Pseudonym ändern. :-)))

niXda, 19. April 2007, 14:13

Huch! Ändern? Du meinst wohl weil da mehr als nix ist? Ja, aber gerade deshalb habe ich mich so genannt…
:-)!

Gärtnerin, 19. April 2007, 14:19

Nö weil Fleißiges Hänschen einfach prima passt. :-)

niXda, 19. April 2007, 22:44

:-)

winnetou, 06. Mai 2007, 22:27

Ich hab gerade eure Kommentare mit Begeisterung gelesen.Ich sitz hier schon seit 2 Stunden vor dem PC und such Anhaltspunkte für die Pflege von Impatiens niamniamensis.Hab mir heute eine zugelegt,aber leider war die Auskunft in der Gärtnerei nicht sehr befriedigend.Kann ich diese wirklich wunderschöne Pflanze nun im Freien halten und wenn ja, in welcher Lage?Grüße an alle und Danke

Gärtnerin, 06. Mai 2007, 23:05

Niiiiiiiiiiiiiiiiiixxxxxxxxxxxxxxxxxxdaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, kannste mal kommen…?
Ein Fall für Dich, schätze ich? Ich jedenfalls kann leider nicht weiterhelfen. Njam-njam-ensis? Klingt lecker. ;-)

niXda, 06. Mai 2007, 23:54

Ihr hab gerufen, holde Gärtnerin?! :-)
Also Impatiens niamniamensis ist äußerst kälteempfindlich und sollte nicht unter 18°C gehalten werden. Sie kommt aus dem tropischen Ostafrika und ist nur für Zimmerkultur bzw. Warmhaus geeignet.

winnetou, 07. Mai 2007, 00:06

Aber im Sommer kann sie dann ins Freie?Hab mir nämlich gleich eine ca. Ein-Meter-hohes „Pflänzchen“ zugelegt.War nämlich für die Terrasse gedacht.

niXda, 07. Mai 2007, 00:13

Würde ich nicht machen! Ich hatte schon mal eine kälteempfindliche Tropenpflanze etwas zu lange im Spät-Sommer draußen gelassen. Da wurde es nachts ca.12°C kalt und hinüber war se!

winnetou, 07. Mai 2007, 20:17

Danke für die Informationen.Ging gestern Abend dann schlafen.Grüße,winnetou

Blum0r, 10. Juli 2007, 10:29

Ich habe die Impatiens niamniamensis seit dem Frühjahr auf dem Balkon stehen und muss sagen es geht ihr prächtig ;) – Aber wenns wirklich kalt wird werde ich sie auch reinstellen…

Impatientier, 08. August 2007, 16:14

Kurzer Hinweis zu I. niamniamensis: an geschützter Stelle draußen überwinterbar. Am Institut für Bienenkunde in Bonn steht eines neben dem Eingang, Sommers wie Winters.

Generell haben Impatiens ein Frostproblem, schon richtig. Aber tiefe Temperaturen halten sie oft aus. Die meisten sind Arten der tropisch-subtropischen Gebirge, viele steigen bis 2500m. Dort wird’s zu bestimmten Zeiten schon mal sehr kühl.

Wer sich mehr mit Impatiens beschäftigen will, sollte mal Mr.Impatiens im Web suchen.

Impatientier

Lisa, 29. Oktober 2007, 11:23

Hallo, habe vor einem Jahr ein solches Impatiens (ich kenns als Papageien- oder Kakadu-Lieschen) geschenkt bekommen, das stand noch nie drin, nur auf dem Balkon und schaut prächtig aus! Kriegt zwar jetzt gelbe Blätter – Herbstfärbung? -, hat aber immer noch Blüten & schaut auch nicht so aus, als ob es momentan friert (hatten auch schon leichten Frost hier im Allgäu). Werde es erst reinholen, wenns richtig kalt wird & auf den Hausflur stellen, zu warm mags es nicht, hat mir meine Bekannte gesagt, von der ich es habe.
Meine Erfahrungen generell damit: sehr pflegeleicht, keine pralle Sonne, feucht halten aber nicht nass.

Cocco, 08. Januar 2009, 12:07

Wo bekome ich den Samen des indischen Springkrauts?

Trackback Gärtner-Blog, 17. November 2009, 11:11

Indisches Springkraut – Impatiens glandulifera…

Ernst hat eine Pflanze zur Pflanzenbestimmung geschickt:
“Hallo, Ich war gerade im Internet unterwegs und versuche verschiedene Pflanzen zu bestimmen (ich bin in der Ausbildung zu Tierheilpraktiker,
und wühle mich durch die Pflanzen, fotografier…

Großmutter Natur, 12. Juni 2012, 22:15

Ich habe mir gerade Samen vom indischen Springkraut bestellt,weil ich nirgendwo welches gefunden habe.Früher hatten wir mal welches im Garten und der Duft war so eigen,das ich ihn jetzt vermisse.

Bianca, 02. Juli 2012, 12:17

@Großmutter Natur: Mit dem indischen Springkraut solltest Du sehr vorsichtig sein.

Ich komme gerade von einer Aktion im Wald, bei der wir mit einer Schulklasse indisches Springkraut in großen Mengen ausgezogen haben. Die Aktion wird vom NABU unterstützt.

Das Zeug bedroht die heimische Tier- und Pflanzenwelt massiv, da es alles Angestammte überwuchert und erstickt (auch junge Bäume). Es ist besser, nicht noch mehr von diesen Neophyten zu züchten. Es in freier Wildbahn auszubringen, ist meines Wissens nach sogar verboten.

Es gibt hier bei uns Leute, die das Springkraut nichtsahnend als hübschen Blüher in ihren Garten gepflanzt haben und es nun nicht mehr los werden. Hartnäckiger als Giersch, verbreitet sich schneller als Riesenbärenklau und scheint für die indigene Flora und Fauna noch schädlicher zu sein.

Andrea S., 23. April 2018, 18:28

… bei der aktuellen „Giftlast“ in der Landwirtschaft (Glyphosat/Neonikotinoide) sollte man froh sein, wenn Bienen noch „ungiftiges“ Futter vor der Winterpause finden – und ja: nach der Blüte mähen macht Sinn – wobei die Samen auch sehr lecker schmecken! (einfach in Tüte abschütteln)

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