Gärtnerin · 14. August 2006, 12:01

Unkraut-Wolfsmilch

Nachdem die neue Zimmerpflanze als Euphorbia leuconeura bestimmt worden ist, bietet es sich geradezu an, ein ihr verwandtes Unkraut anzuhängen, das ich gewaltig gefressen habe. Die Scheinblüten der Wolfsmilch sehen grünlich-gelb aus und das Kraut verbreitet sich dieses Jahr rapide in meinem Garten. Wolfsmilch steht auf nährstoffreiche Böden, so dass sie natürlich umso zahlreicher erscheint, je weniger mein Garten sandig und öd ist. :-(

unkraut  wolfsmilch euphorbia

alle Euphorbia

Ich kann das Zeug dermaßen nicht leiden, weil es sich so überaus erfolgreich überall aussät, dass ich nie im Leben auf die Idee käme, mir staudige Wolfsmilch-Arten wie die Mandelblättrige Wolfsmilch in den Garten zu holen, die z.T. sehr ähnlich aussieht, aber viel größer wird als dieses kleine Hutzelkraut, bei dem in ca. 20 cm Höhe Schluss ist.

Tipps zur Bekämpfung/Eindämmung der Wolfsmilch:

Wolfsmilch sollte man frühzeitig zupfen, bevor es blüht und wieder Samen verteilt. Die Stängel sind sehr zart und brechen beim Unkraut-Rupfen leicht ab. Deswegen sollte man sie möglichst ganz unten anfassen und “gefühlvoll” ziehen. Geht am besten bei feuchtem Boden.

Der austretende weiße Milchsaft ist hautreizend. Handschuhe oder Vorsicht und gleich Hände waschen sind angebracht.

eingewurzelt unter: Unkraut im garten

Vor einem Jahr
Weltuntergangsregen, Blutpflaumen-Rezepte - das glaubt sie erst, wenn



5 Kommentare bisher

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Heike, 17. August 2006, 14:16

DAS kenne ich zu meinem Leidwesen auch …. *heul* dieser Mist hält meinen Garten für den Garten Eden … und wächst mit Vorliebe unter meinen Rosen, besonders da, wo man nicht rankommt, ohne sich die Arme bis zum Hals zu verkratzen … :(

Ist ne echte Plage und wird bei mir nur von den Zaunwinde getoppt ….

Unkrautgeplagte Grüße von
Heike

Gärtnerin, 17. August 2006, 14:41

Schwestern im Leid! Auch bei der Zaunwinde! :-(

niXda, 18. März 2007, 11:58

:-)
Bei diesem Kraut handelt es sich um die Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus). Sie gehört wie die Winde (Convolvulus) und die Zaunwinde (Calystegia) zu den Ruderalpflanzen, d.h. zu den Pflanzenarten die auf bearbeiteten Böden vermehrt auftreten. Diese Pflanzen bilden meist sehr langlebige Samen, was zur wichtigsten Überlebensstrategie besonders von einjährigen Pflanzenarten (wie Euphorbia peplus) gehört. Diese Arten werden auch als Acker-Begleitpflanzen bezeichnet. Auch wenn sie Euch lästig erscheinen, sie gehören seitdem sie entstanden sind zum heimischen “Garten Eden” dazu. Mit der Ankunft von Stauden bzw. ausdauernden Pflanzenarten werden einjährige Arten verdrängt. Sie sind auf Bodenbearbeitung angewiesen! Und zwischen dem Hedera helix (Gewöhnlicher Efeu) und dem Ajuga reptans (Kriech-Günsel) dürfte die Euphorbia peplus bald verschwinden. Also besser bodendeckende Kriechstauden wie Ajuga reptans unter die Rosen gepflanzt als beim Begleitkraut rupfen zu verbluten…oder so. Windengewächse werden sich leider nicht mehr entfernen lassen ohne die Stellen sehr tief umzugraben, höchstens indem man, sobald man diese aus dem Boden wachsen sieht, lichtundurchlässige Gefäße (wie Übertöpfe) darüber stülpt um das weitere Wachstum zu verhindern. Dabei muß man natürlich mit Ausläufern rechnen, die dann genauso behandelt werden müssen wenn man auf Dauer Erfolg haben möchte.

Gärtnerin, 18. März 2007, 14:26

Danke mal wieder. Beim Nacharbeiten Deiner botanischen Info wird wohl etwas Zeit vergehen. Bezüglich Verschwinden zwischen Efeu und Günsel: Pustekuchen, da ich den Efeu im Zaum halte und der Günsel jeden Winter fast nackt ist. Ist nicht so seine Standortvorliebe, mein Boden, schätze ich. Euphorbia sät sich hier auch ohne Bodenbearbeitung aus, selbst in Teilen, an denen ich Jahre nicht mit der Hacke war.

Danke für die Tipps!

niXda, 10. April 2007, 17:58

Tja, wenn der Boden nackt bleibt, bzw. im Winter wird, läßt sich das “biesterliche Zeug” :-) kaum weg bekommen. Und bei Euphorbia peplus hat man, wie bei manch anderen einjährigen Kräutern, auch noch das Pech das es sowohl Sommerannuelle (Pflanzen die den Winter ausschließlich als Samen überdauern) als auch Winterannuelle Entwicklungszyklen gibt.

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