Uta · 31. August 2007, 22:35

Baumschneidemurks: Jetzt erst recht!

Mein Freund Dirk, eigentlich nicht Holz-, sondern Metall-Künstler (Skulpturen),

koniferen-schnitt, dirk

konnte mein Gejammer über den Baumschneidepfusch einer Firma für “Gartenbau und Alles-Entsorgung” in meinem Garten nicht mehr ertragen und griff zur Kettensäge. Gut gelaunt ( geile Säge!) machte er sich daran, von den verstümmelten Koniferen kompromißlos alles abzusäbeln, was nur ging. Vor allem rechts und links, wo die Stämme höher waren als in der Mitte.

Koniferen-Schnitt

Wir waren uns einig: Schlimmer kann es nicht werden. Und den hochrankenden Clematis-Pflanzen, von denen eine bereits eingegangen war, würden Luft und Sonne nur guttun.
Beim Drumherumlaufen um das Baum-Ensemble zeigte sich, dass rechts und links schneiden nicht reichte. Je nach Perspektive ergab sich ein neues, scheußliches Bild. Es mussten also auch in der Mitte ein paar “Scheibchen” runter. Und dann wieder noch woanders…

koniferen-schnitt 5

koniferen-schnitt 3

Es ist übrigens ein Irrtum, zu glauben, Männer mit Liebe zu Kettensägen seien gefährliche Killer-Naturen. Es kann sich auch um gnadenlose Pedanten handeln. Mein zaghaftes “Isjanugut…” jedenfalls wurde trotz einsetzenden Nieselregens eisern ignoriert. Bis der Meister selbst (halbwegs!!!) zufrieden war.

Hier unten im Bild pinselt er die Schnittflächen der abgesägten Stämme mit dreckiger, lehmiger Teich-Erde ein, damit sie nicht so hell und neu aus dem Grün hervorleuchten. Die Wirkung ist verblüffend. Der Schnitt sieht gleich alt aus und nicht mehr so eklig nach frischer Wunde.

koniferen-schnitt 2

Hier sieht man nun das Ergebnis:

koniferen-Schnitt Ende

(Rechts ging nicht mehr ab, weil sonst nichts mehr übrig geblieben wäre als kahle Strünke. )

Zum Vergleich: So spucknapfförmig sah das Gehölz früher aus, im Herbst nach dem ersten Schnitt:

Gehölz, verschnitten

Nach der ganzen Aktion fuhren wir zum Recyclinghof, wo uns die riesige, nach Friedhof riechende Fuhre Geäst für fünf Euro (einzige Erklärung: ohne Quittung) abgenommen wurde. Jetzt sitzt Dirk beim Skat, während ich ihm hier einen virtuellen Lorbeer-Kranz flechte.

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17 Kommentare bisher

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XiongShui, 01. September 2007, 07:23

Bravo! Hat er prima gemacht. (Ich bin auch ein Freund der Kettensäge.)

Allerdings nimmt man zum Verschließen von Gehölzwunden “Pomona Baumwachs”. Das gibts in Dosen in jeder besseren Gartenhandlung.

Marion, 01. September 2007, 10:09

…Ha ha , jeden Künstler treibt der sogenannte “Formwille” bis zum Äußersten !!! Ich kenne das !

Gärtnerin, 01. September 2007, 12:10

Schon besser. Wenn man Dirk auch zur vollständigen Entfernung von etwas buchen kann, ist er herzlich bei mir eingeladen. ;-)

mog0, 01. September 2007, 19:26

Kettensägen nur für totes Holz!
Baumwachs ist schon lange nicht mehr zeitgewäß und war es bei Koniferen noch nie!

Nehmt niemals eine -wirmachenallesundkomplettfirma- sondern jemand der sich damit auskennt.

Uta, 01. September 2007, 22:22

Richtig, mog0,

spätestens jetzt weiß ich es auch. Die Typen sind nach vollbrachter Arbeit ( + Abkassieren) geflohen und unter ihrer Telefonnummer nicht mehr zu erreichen. Ich wollte alte Möbel abfahren lassen und dachte, darin seien sie vielleicht gut.

Baumwachs: Ich hatte Dirk welches hingehalten. Aber unter Berufung auf seinen verstorbenen Opa wurde das abgelehnt. Man käme sowieso immer zu spät und würde damit nur irgendwelche Keime festpappen, die sich gleich nach dem Absäbeln aufs frische Holz setzen. Hm? Ob das nun wieder stimmt? Der Lehm-Papps hatte nur ästhetische Gründe, er sollte eine Antik-Optik erzeugen. Hat er auch. Sogar meine extrem kritische Nachbarin, die den Garten aus der Vogelperspektive (Balkon) sieht, war zufrieden.

Die Kettensäge in Dirks Händen hat mir seeehr gefallen. Jüngere Menschen in meiner Umgebung, einschließlich meiner Kinder fassen sowas nicht an, nachdem sie div. Oben-ohne-Kettensägen-Jongleure gesehen haben. Sie halten es nicht für ein Werkzeug, sondern für ein Show-Accessoire. Schade eigentlich. Ich hab ja Angst, dass das Kettensägen ausstirbt. Wie das Stricken und Häkeln, das ich meiner Tochter vergeblich beizubringen versucht habe. Sie telefoniert lieber. Selbst Verbieten, der sonst wirkungsvollste Eltern-Trick (Lass das, das ist nichts für Dich…), verpuffte… Also würde ich schon aus pädagogischen Gründen weiterhin alles Sägbare anbieten…

Womit kappt man denn lebendiges Holz?

mog0, 02. September 2007, 07:23

Lebendiges Holz sägt man mit einer SCHARFEN Handsäge.

Kettensögen reißen das Holz auseinander, sie schneiden nicht. Wenn Kettensägen verwendet werden nochmals eine Scheibe von Hand absägen.

Zu den Wundverschlußmitteln gibt es neuere Untersuchungen, die besagen, dass sie mehr schaden als nützen. Baumwachs eigentlich nur bei Veredelungen.

Koniferen harzen – da braucht man eh nix.

Der gute Dirk sollte sich mal überlegen, ob er sich nicht ein Minimum an Schutzausrüstung zulegt. Schonmal Wunden einer Kettensäge gesehen?

mog0, 02. September 2007, 07:35

der link funtioniert nur teilweise. in der suche astsäge eingeben oder unter sägen schauen. ich mein die japanischen. heißen so wg. der zahnung und der dünnen blätter. ich hab die Kenryu Powergrip. ich bin nicht von dick, hab auch eine ähnliche von husqvarna, bin auch nicht von denen. soll keine werbung sein.

Sisah, 02. September 2007, 08:55

Herrjemineh, hätte meine ostpreußische Großmutter gesagt beim Anblick dieses gemetzelten Lebensbaums. Es ist doch ein Thuja, oder? Ich bezweifle ganz stark, dass der das wiederholte Gemetzel überleben wird, ob mit Baumwachs oder ohne ist dabei völlig nebensächlich. Nicht jedes Gehölz verträgt einen solchen Verjüngungsschnitt bis ins Holz und Thuja meines Wissens nach überhaupt nicht.
Den würde ich jetzt ganz abschneiden, der Mann mit der Kettensäge macht das bestimmt gerne!

Gärtnerin, 02. September 2007, 12:39

Thuja verträgt das schon, regeneriert aber schlecht bis nicht, Sisah. Wir haben das Trauerspiel schon heftig beim Baumschneidemurks Artikel 1 diskutiert und zum Entfernen geraten, aber wenn Uta sich nicht trennen kann, ist das ihr Ding, finde ich.

Sisah, 02. September 2007, 14:16

“Thuja verträgt das schon, regeneriert aber schlecht bis nicht” Kryptischer Satz, was er wohl bedeutet;-)

Gärtnerin, 02. September 2007, 15:38

Dass Du die schneiden kannst wie Du willst, dass man sich aber nicht wundern sollte, wenn aus dem alte rausstehende Holz nicht so bald bis nie wieder was Grünes kommt.

Inge Spies, 14. Oktober 2007, 19:07

Ich möchte meine Zierkirsche schneiden, die durch lange schwache Äste auseinandertriftet.
Wie mache ich das am besten.
Mittlerweile hat sie eine Höhe von etwa 3 metern.

Gärtnerin, 15. Oktober 2007, 10:34

Riskant, Inge. Zierkirschen sind keine “Schnitt-Bäume”, sondern sollten sich schön frei aufbauen, und ich vermute, dass da die Verstümmelung schrecklich wäre. Ich schneide meine nur wenig und nur Korrekturmaßnahmen (nach innen überkreuzende Äste und so). Wenn die Äste so schwächlich sind, solltest Du auf regelmäßige Düngung achten, damit sich das gibt.

Elisabeth, 17. April 2009, 09:15

Ich habe in einem alten, vor zwei Jahren übernommenen Garten 5 Säulenwacholder in Reihe stehen, sie wirken da toll und sehen ziemlich “italienisch” aus. Da sie aber an einem leichten Hang eingepflanzt wurden und irgendjemand sie in ca. 2,50 m Höhe mal gekappt hat, verändern sie langsam ihre Form, bekommen einseitige schwangermäßige Bäuche , wachsen schief (nicht nur talwärts) und innen, man kann von einer Leiter aus reinschauen, sind sie total hohl und bestens als Eichhörnchenherberge zu gebrauchen, die alten Nadeln bilden ein fast meterdicke Polsterschicht. Die grüne Außenhülle beträgt höchsten noch 2 cm, der Rest ist braun.
Hat jemand Erfahrung, wie man sie wieder etwas in Form bringen kann (bauchlos und mit wacholdergemäßer Spitze) und treiben sie aus dem braunen Innenleben überhaupt wieder aus? Im Moment versuche ich die Bäuche mit an Zaunspfählen fixierten Wäschenleinen zu dezimiere, doch das ist auch keine elegante Lösung.

Gärtnerin, 17. April 2009, 11:06

Ich denke, da hast Du kaum eine Chance, eine neue Spitze aufzumontieren, Elisabeth. Außerdem kannst Du mal prüfen, ob die Wacholder Spuren von Birnengitterrost haben. Sie dienen diesem als Wirtspflanze, und stecken die Birnbäume in der Umgebung an. Ggf. rausreißen, tät ich meinen.

Elisabeth, 17. April 2009, 12:18

Birnengitterrost-Spuren habe ich keine entdeckt und es wachsen auch weit und breit keine Birnenbäume. Ich habe auch schon davon gehört, dass Wacholder der Wirt dafür ist und Abstand davon genommen einen Birnenbaum zu pflanzen. Geht der Rost auch an andere Obstbäume? Im letzten Jahr ist mir eine junge Sauerkirsche (angeblich Monillaresistent) und ein ebenso junger Aprikosenbaum eingegangen. Beide wurden im Herbst 2007 weit voneinander gepflanzt, haben im Frühjahr geblüht und auch Blätter angesetzt, dann war es mit ihnen vorbei, auch ohne spätem Frost.

Gärtnerin, 17. April 2009, 13:18

Glaub nicht, bin aber nicht sicher. Roste sieht man aber so richtig erst gen Spätsommer. Der Zeitpunkt passt nicht m.E.

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