Baumschnitt-Warnung!
Oh mein Gott, Uta schickt ein Foto von bedauernswert zurückgeschnittenen Bäumen. Da kann man wirklich nur noch versuchen, Trost zu spenden. :-(
“Hallo, Gärtnerin,
solange jetzt im Winter noch Gehölze
geschnitten werden, möchte ich als Warnung für andere doch mal dieses Bild aus meinem Garten zeigen:Das passiert, wenn man Männer ranlässt, die kräftig, guten Willens, aber ahnungslos sind. Die Gehölze waren erst höher als das Haus. Ich wünschte mir sie kürzer, als dicke runde Kugel. Als ich nach Hause kam, sah ich
DAS. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen sollte. Inzwischen habe ich Clematis darunter gepflanzt und hoffe, dass sie die nackten Strünke gnädig verdeckt.Was meint die Expertin: Soll ich aus ästhetischen Gründen doch noch die Seiten einkürzen? Wenn diese Sträucher eine Frisur wären, würde ich fast sagen, ja. Mein Mann meint, ich soll nichts mehr anfassen, die Natur hilft sich selbst.”
Naja, eher Hobbyexpertin. ;-)
Es war keine wirklich gute Idee, die Bäume als Kugel zu wollen, fürchte ich. Ich war mir erstmal nicht sicher, worum es sich handelt, habe aber eine Vergrößerung aus Deinem Foto gemacht, um die Bäume besser erkennen zu können…
Sieht nach Scheinzypresse/Thuja/Koniferen aus. Ich bin schlecht im Baumarten, drum möge man mir verzeihen, wenn ichs nicht genau weiß. Die schlechte Nachricht in dem Zusammenhang: Die Bäume sind m.E. auf Jahre ruiniert und es wächst sich so schnell nichts aus. Und wenn, dann wird es sicher nichts Schönes. Daraus eine Kugel zu formen, könnte m.E. eine Lebensaufgabe für Dich werden. :-(
Wenn es Eiben wären, würde meine Antwort positiver ausfallen… Ich hatte eine ganze Reihe alter Koniferen (Hecke) in meinem früheren Garten, die vom Vermieter so zugerichtet waren und daneben auch keine Seitenäste mehr hatten. Sicher treibts da irgendwann hier und da ein bisschen, aber das dauuuuuuuuuuuuuert! Weil ich die Teile nicht fällen durfte, habe ich drei Jahre lang auf die nackten Strünke geschaut. Meine Erfahrungen also:
1. je weniger Grünzeug an zurückgeschnittenen Koniferen, desto mühsamer treiben sie wieder aus und wachsen sie nach, aber:
2. Wenn solche Seitenäste vorhanden sind, wachsen sie bevorzugt an den grünen Teilen weiter und nicht unbedingt da, wo mans gerne hätte.
Ich würde so was im Garten auf längere Zeit nicht ertragen. Deswegen würde ich:
Möglichkeit 1:
Die Seitenäste abschneiden und die Stümpfe als Untergrund für Kletterpflanzen nehmen – z.T. immergrün, damit es zu allen Zeiten ganz gut aussieht. Zusatzidee: Verbinden der Stämme miteinander durch Rankgitter/Estrichgitter o.ß. würde ja vielleicht eine bombastische Klettersäule mit innendrin Versteckplatz für irgendwas ergeben?
Möglichkeit 2:
Wenn Ihr Wert auf Bäume an der Stelle legt, die Dinger komplett rausreißen und etwas Neues pflanzen, z.B. einen/mehrere schöne Kugelbäume wie von Dir angedacht. Und bloß keine Thuja, die sind sogar für Tiere völlig nutzlos.
Natürlich bin ich nicht der Weisheit letzter Schluss. Vielleicht äußert sich ja auch noch jemand anders?!
Service:
Bäume und Sträucher schneiden im Winter
Bäume und Sträucher-Lexikon
eingewurzelt unter: Gehölze
Vor einem Jahr
Deine Spuren im Schnee..., Gemüsebeet im Schnee bei Nacht, Alles weiß bei Tag, Pflanzen-Lexikon




12 Kommentare bisher
KommentierenIch wurde weinen bei dem Anblick. Da hilft nur eins, Baeume entfernen und neu pflanzen. Bin ich aber froh, dass mein Mann unseren Garten nur geniesst, aber alles andere wie Gestaltung, Bepflanzung usw. mir ueberlaesst.
Bei solchen Neophyten ist das gar nicht schlimm, wenn die wegkommen.
Lieber Apfelbaeume oder irgendwas Heimisches dahin :)
Ein wirklich schrecklicher Anblick :-( Mir ging es mal ähnlich. Der Kirschbaum (40 Jahre alt und riesig) sollte etwas ausgeschnitten werden, weil einige Äste dürr und morsch waren. Bei der Gelegenheit sollte er ETWAS gekürzt werden, weil die Stare mehr davon hatten als wir. Letzten Endes war der Baum so verhunzt, daß jetzt nur noch der Baumstumpf als Tisch genutzt wird. *heul* Das hat mir fast das Herz gebrochen.
Wir haben letztes Jahr die Berberitzenhecke gegen
eine Hecke aus Thuja brabant ersetzt, warum ist diese Hecke nutzlos für Tiere? Leider haben von den ca. 100 Bäumchen bestimmt 20 braune Äste bekommen, trotz Düngung, Bewässerung und Anbau durch einen Gartenfachbetrieb?
Schrecklich, lailamausi!
Karola: Weil sie keine Beeren trägt, nicht heimisch ist und als Brutstätte nicht viel hergibt.
Hallo, ich glaube die Gärtnerin ist wohl genauso eingeschränkt wie die ahnungslosen Gesellen, die diesen Unsinn verzapften.
Vielen Dank für die Blumen. Ich glaube, ich mag Dich auch. :-))))
Es gibt “Baumschneider” (Hausservice, …)und “Baumfachleute”, die darin ausgebildet wurden.
siehe http://www.baumpflegeverband.de
Auch Nadelgehölze können – mit den richtigen Fachwissen – geschnitten werden.
Insgesamt wäre das eigentlich ein Fall für einen Schadensersatz
Manche Gewächse im Garten “erbt” man ja vom Vorgänger. Diese Gehölze waren so ziemlich das einzige, was nach dem Hausbau noch stand vom alten Garten, der mal ein militärisch strenger Schrebergarten war. Ich wollte nicht alles umnieten, sondern was Altes behalten. Nur habe ich dann den Fehler gemacht, darüber nicht mehr nachzudenken. Befreit von “bösen” verdunkelnden Nachbarn, z.B. in die Jahre gekommenen Ex-Weihnachtsbäumen, schoss das Gehölz wie wild in die Höhe. Behutsam getrimmt hätte es sich wohl schon gestalten lassen. Naja, wieder was gelernt, und mancher Blog-Leser ist gewarnt und mit arboritsts gutem Tipp versehen.
So sieht das Schlachtfeld übrigens inzwischen aus:http://gaertnerblog.de/blog/2008/baumschnittmurks-2008/
Hallo Gaertnerin,
ich habe im Frühjahr diesen Jahres einen Zwerg-
apfelbaum gepflanzt, der eine Höhe bis zu 2 m
erreicht.
Er ist wunderbar angegangen und nun stellt sich
für mich die Frage, ob dieser auch geschnitten
werden muß, wann und wie.
Kannst Du mir hierfür Tips geben.
Danke und mit gaertnerischen Grüßen Waltraudt
Ich gehe davon aus, Waltraudt, aber ich hab leider mangels Erfahrung keine Tipps für Dich.
So schlimm finde ich die Bäume garnicht, denn
es lässt sich noch was machen.
Einerseits kann man die Äste noch stutzen um sie
zu stärkerem Austrieb zu veranlassen.
Bei mir war eine Lärche mit Spitzendürre gestraft
und ich habe sie eingestutzt.
Gleichzeitig bin ich meiner Verkehrssicherungs-
pflicht nachgekommen.
Sie hat jetzt nur noch ein Drittel der Höhe und
die Hälfte des Durchmessers.
Die Lärche hat sich wunderbar erholt und sieht
jetzt besser (dichter) als vorher aus.
Die zweite Möglichkeit ist einstutzen und schälen
(siehe Baum beranken) und dann mit Rosen,
Clematis o.ä. begrünen.
Bei mir macht sich die Afrikan. Riesenkalebasse
sehr gut.
Kommentar hinterlassen