Gärtnerin · 26. Januar 2007, 17:28

Baumschnitt-Warnung!

Oh mein Gott, Uta schickt ein Foto von bedauernswert zurückgeschnittenen Bäumen. Da kann man wirklich nur noch versuchen, Trost zu spenden. :-(

baumschnitt bäume nicht so zurückschneiden

„Hallo, Gärtnerin,

solange jetzt im Winter noch Gehölze
geschnitten werden, möchte ich als Warnung für andere doch mal dieses Bild aus meinem Garten zeigen:

Das passiert, wenn man Männer ranlässt, die kräftig, guten Willens, aber ahnungslos sind. Die Gehölze waren erst höher als das Haus. Ich wünschte mir sie kürzer, als dicke runde Kugel. Als ich nach Hause kam, sah ich
DAS. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen sollte. Inzwischen habe ich Clematis darunter gepflanzt und hoffe, dass sie die nackten Strünke gnädig verdeckt.

Was meint die Expertin: Soll ich aus ästhetischen Gründen doch noch die Seiten einkürzen? Wenn diese Sträucher eine Frisur wären, würde ich fast sagen, ja. Mein Mann meint, ich soll nichts mehr anfassen, die Natur hilft sich selbst.“

Naja, eher Hobbyexpertin. ;-)
Es war keine wirklich gute Idee, die Bäume als Kugel zu wollen, fürchte ich. Ich war mir erstmal nicht sicher, worum es sich handelt, habe aber eine Vergrößerung aus Deinem Foto gemacht, um die Bäume besser erkennen zu können…

koniferen

Sieht nach Scheinzypresse/Thuja/Koniferen aus. Ich bin schlecht im Baumarten, drum möge man mir verzeihen, wenn ichs nicht genau weiß. Die schlechte Nachricht in dem Zusammenhang: Die Bäume sind m.E. auf Jahre ruiniert und es wächst sich so schnell nichts aus. Und wenn, dann wird es sicher nichts Schönes. Daraus eine Kugel zu formen, könnte m.E. eine Lebensaufgabe für Dich werden. :-(
Wenn es Eiben wären, würde meine Antwort positiver ausfallen… Ich hatte eine ganze Reihe alter Koniferen (Hecke) in meinem früheren Garten, die vom Vermieter so zugerichtet waren und daneben auch keine Seitenäste mehr hatten. Sicher treibts da irgendwann hier und da ein bisschen, aber das dauuuuuuuuuuuuuert! Weil ich die Teile nicht fällen durfte, habe ich drei Jahre lang auf die nackten Strünke geschaut. Meine Erfahrungen also:

1. je weniger Grünzeug an zurückgeschnittenen Koniferen, desto mühsamer treiben sie wieder aus und wachsen sie nach, aber:

2. Wenn solche Seitenäste vorhanden sind, wachsen sie bevorzugt an den grünen Teilen weiter und nicht unbedingt da, wo mans gerne hätte.

Ich würde so was im Garten auf längere Zeit nicht ertragen. Deswegen würde ich:

Möglichkeit 1:

Die Seitenäste abschneiden und die Stümpfe als Untergrund für Kletterpflanzen nehmen – z.T. immergrün, damit es zu allen Zeiten ganz gut aussieht. Zusatzidee: Verbinden der Stämme miteinander durch Rankgitter/Estrichgitter o.ß. würde ja vielleicht eine bombastische Klettersäule mit innendrin Versteckplatz für irgendwas ergeben?

Möglichkeit 2:

Wenn Ihr Wert auf Bäume an der Stelle legt, die Dinger komplett rausreißen und etwas Neues pflanzen, z.B. einen/mehrere schöne Kugelbäume wie von Dir angedacht. Und bloß keine Thuja, die sind sogar für Tiere völlig nutzlos.

Natürlich bin ich nicht der Weisheit letzter Schluss. Vielleicht äußert sich ja auch noch jemand anders?!

Service:

Bäume und Sträucher schneiden im Winter
Bäume und Sträucher-Lexikon

eingewurzelt unter: Gehölze

Vor einem Jahr
Deine Spuren im Schnee..., Gemüsebeet im Schnee bei Nacht, Alles weiß bei Tag, Pflanzen-Lexikon



14 Kommentare bisher

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guild_rez, 31. Januar 2007, 13:25

Ich wurde weinen bei dem Anblick. Da hilft nur eins, Baeume entfernen und neu pflanzen. Bin ich aber froh, dass mein Mann unseren Garten nur geniesst, aber alles andere wie Gestaltung, Bepflanzung usw. mir ueberlaesst.

Naturgarten, 24. Juni 2007, 00:18

Bei solchen Neophyten ist das gar nicht schlimm, wenn die wegkommen.
Lieber Apfelbaeume oder irgendwas Heimisches dahin :)

lailamausi, 03. November 2007, 16:06

Ein wirklich schrecklicher Anblick :-( Mir ging es mal ähnlich. Der Kirschbaum (40 Jahre alt und riesig) sollte etwas ausgeschnitten werden, weil einige Äste dürr und morsch waren. Bei der Gelegenheit sollte er ETWAS gekürzt werden, weil die Stare mehr davon hatten als wir. Letzten Endes war der Baum so verhunzt, daß jetzt nur noch der Baumstumpf als Tisch genutzt wird. *heul* Das hat mir fast das Herz gebrochen.

Karola, 04. November 2007, 13:15

Wir haben letztes Jahr die Berberitzenhecke gegen
eine Hecke aus Thuja brabant ersetzt, warum ist diese Hecke nutzlos für Tiere? Leider haben von den ca. 100 Bäumchen bestimmt 20 braune Äste bekommen, trotz Düngung, Bewässerung und Anbau durch einen Gartenfachbetrieb?

Gärtnerin, 04. November 2007, 14:24

Schrecklich, lailamausi!
Karola: Weil sie keine Beeren trägt, nicht heimisch ist und als Brutstätte nicht viel hergibt.

Hfab, 05. April 2008, 10:15

Hallo, ich glaube die Gärtnerin ist wohl genauso eingeschränkt wie die ahnungslosen Gesellen, die diesen Unsinn verzapften.

Gärtnerin, 06. April 2008, 14:37

Vielen Dank für die Blumen. Ich glaube, ich mag Dich auch. :-))))

arborist, 26. Mai 2008, 11:39

Es gibt „Baumschneider“ (Hausservice, …)und „Baumfachleute“, die darin ausgebildet wurden.

siehe http://www.baumpflegeverband.de

Auch Nadelgehölze können – mit den richtigen Fachwissen – geschnitten werden.

Insgesamt wäre das eigentlich ein Fall für einen Schadensersatz

Uta, 26. Mai 2008, 16:24

Manche Gewächse im Garten „erbt“ man ja vom Vorgänger. Diese Gehölze waren so ziemlich das einzige, was nach dem Hausbau noch stand vom alten Garten, der mal ein militärisch strenger Schrebergarten war. Ich wollte nicht alles umnieten, sondern was Altes behalten. Nur habe ich dann den Fehler gemacht, darüber nicht mehr nachzudenken. Befreit von „bösen“ verdunkelnden Nachbarn, z.B. in die Jahre gekommenen Ex-Weihnachtsbäumen, schoss das Gehölz wie wild in die Höhe. Behutsam getrimmt hätte es sich wohl schon gestalten lassen. Naja, wieder was gelernt, und mancher Blog-Leser ist gewarnt und mit arboritsts gutem Tipp versehen.
So sieht das Schlachtfeld übrigens inzwischen aus:http://gaertnerblog.de/blog/2008/baumschnittmurks-2008/

Waltraudt, 16. November 2008, 10:47

Hallo Gaertnerin,
ich habe im Frühjahr diesen Jahres einen Zwerg-
apfelbaum gepflanzt, der eine Höhe bis zu 2 m
erreicht.
Er ist wunderbar angegangen und nun stellt sich
für mich die Frage, ob dieser auch geschnitten
werden muß, wann und wie.
Kannst Du mir hierfür Tips geben.
Danke und mit gaertnerischen Grüßen Waltraudt

Gärtnerin, 16. November 2008, 13:31

Ich gehe davon aus, Waltraudt, aber ich hab leider mangels Erfahrung keine Tipps für Dich.

Klaus, 06. August 2010, 19:46

So schlimm finde ich die Bäume garnicht, denn
es lässt sich noch was machen.
Einerseits kann man die Äste noch stutzen um sie
zu stärkerem Austrieb zu veranlassen.
Bei mir war eine Lärche mit Spitzendürre gestraft
und ich habe sie eingestutzt.
Gleichzeitig bin ich meiner Verkehrssicherungs-
pflicht nachgekommen.
Sie hat jetzt nur noch ein Drittel der Höhe und
die Hälfte des Durchmessers.
Die Lärche hat sich wunderbar erholt und sieht
jetzt besser (dichter) als vorher aus.
Die zweite Möglichkeit ist einstutzen und schälen
(siehe Baum beranken) und dann mit Rosen,
Clematis o.ä. begrünen.
Bei mir macht sich die Afrikan. Riesenkalebasse
sehr gut.

Weiki, 11. Mai 2013, 09:45

Hallo,

hier im dem Bereich hats ja länger kein Feedback mehr gegeben. Mich würde interessieren, was aus dem verstümmelten Baum geworden ist ? Hat man ihn versucht zu retten, hat er sich noch retten lassen ? Oder wurde er ersetzt ?

Ich finde viel erschreckender, da wo ich her komme, werden in der Stadt Baumschneide Arbeiten von 1 Euro Jobbern gemacht, die keine Ahnung haben vom Baumschnitt. Dass Schlimme daran ist, dass viele Bäume an Straßenrändern bei uns genau so oder gar noch schlimmer aussehen. Wo man 3-5 Leitäste hat die bis auf Stumpf geschnitten werden, das sieht dann im Winter aus wie ein Horrorkabinett. Ich meine jetzt nicht solche Platanen die man auf Stumpf schneidet, sondern Linden, Buchen alle einheimischen Gehölze am Wegesrand. Ich finde da sollte man was machen.

Zu Waltraudt, auch wenn ich da hoffe, dass sie den Baum mittlerweile geschnitten hat. Bei Obsbäumen generell gilt, es muss immer ein Erziehungsschnitt und danach beim weiteren Aufbau ein erhaltungs Schnitt sein. Selbst bei Obssträuchern. Das kann man aber nie pauschal sagen, sondern ist abhängig von der Obstart und die Art an welchem Holz später das Obst getragen wird. Es gibt Obst das am einjährigen Holz oder welche die erst am mährjährigen Holz. Je nachdem wählt man die Art des Schnittes, und wie stark man zurückschneidet. Generell ist aber bei allen Obstbäumen eines gemeinsam. Schneide ich viel zurück, wächst der Baum stärker, schneide ich weniger zurück, wächst er langsamer. Dies kann ich dann wieder nutzen. Bei Obstbäumen die am einjährigen Holz blühen, kann ich stärker zurückschneiden, wächst dann stärker, ich habe dann im Folgejahr mehr einjähriges Holz für Blüten. Das kann dann ja gewollt sein. Bei Obst das am mehrjährigen Holz blüht wie z.B. ein Apfelbaum, kann das genau das falsche sein. Da ist weniger mehr, weniger Schnitt, weniger Wachstum = mehr Fruchtholz. In der Regel gibt es bei Obstbäumen immer ein Starkes blüten Jahr gefolgt von einem schwächeren Blütenjahr mit mehr Wachstum. Man sollte da schon ein wenig den Zyklus kennen, das ist von Vorteil. Wenn man weiß, der Baum hat im Vorjahr sehr sehr viel getragen, schneidet man ihm in dem Frühjahr dann sehr wenig, um den Wuchs nicht noch zusätzlich zu fördern. Wenn man aber weiß, der hat im letzten Jahr nicht viel getragen (kann mehr Gründe haben, vorher abklären) und in diesem Jahr sind dann wieder sehr viele Blütenknospen im Baum, dann kann man ihn wieder etwas stärker schneiden. Generell gilt, nie mehr als 30% der Äste entfernen. Warum wächst nun ein Baum nach dem Schnitt mehr? also, die Wurzeln einer Pflanze/Baum sind immer das Spiegelbild der Krone / oberirdischer Teil. Schneide ich oben sehr viel Weg, nehmen die Wurzeln mehr Energie auf, als verbraucht wird, in Folge dessen, treibt der Baum mehr aus. Das selbe gilt alerdingt beim Umpflanzen oder versetzen. Entferne ich dabei Wurzeln, oder sehr viel Wurzeln, und lasse den oberen Teil gleich, stirbt an der Obefläche ein Teil des Wuchses ab. Also wenn man Wurzeln kürzt, im etwa gleichen Verhältnis auch das obere kürzen, sonst hat es die Pflanze schwer.

Dann noch zu dem Thema das Thuja nicht nütze sind. Sie tragen keine Früchte in dem Sinne, dass stimmt. Sie beheimaten aber in der Regel sehr viele Spinnen und anderes Kleingetier, dies machen sich andere Vögel zu nutzen die auf solche Tiere angewiesen sind. Eine Thuja wird auch gerne von Vögeln zum nisten genutzt. Wir haben an unserem Haus eine mittlerweile 40 Jahre alte Thuja stehen. Der Baum ist mittlerweile fast 30 Meter hoch. Er bietet jedes Jahr Tauben, Amseln, Spatzen und anderen Vögel ein Zuhause. Die Frage ist nur immer, was man aus dem macht oder wachsen lässt. Eine auf 50 cm getrimmte Hecke bietet nicht viel. Aber dennoch hat auch sowas einen Nutzen. Bei uns in der Anlage z.B. wird sie sehr stark von Eidechsen bevölkert die darin eben diese Kleintiere jagen oder sich darauf sonnen.

In diesem Sinne.

Schönes Wochenende.

Betula, 12. Mai 2013, 11:57

Hallo Weiki,
wegen der Thujas schau mal hier: http://gaertnerblog.de/blog/2009/baumschnittmurks-2009/

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