Blumenkasten-Wasserabzugslöcher aufmachen ohne Bruch
Oh lange Geschichte…
Alles begann damit, dass ich auszog, zwei Biertischgarnituren “XS”, also nur 120 cm lang, bei Thomas Philipps im Angebot zu erbeuten. Was gelungen ist. Wir freuen uns sehr über die neuen Tische und Bänke. Haben wir neulich erst vor den Kneipen in Hamburg bewundert und gleich beschlossen, dass wir so was haben müssen
1. für unsere zierliche Terrasse und den Grillbesuch und
2. für den Blumentopf-Überhang. Ein Teil der Möbel wird als Präsentations-/Deponierfläche für Blumen verwendet.
Weil Garten-Shoppen Freude macht, bin ich anschließend noch in so ziemlich allen Geschäften gewesen, deren Prospekte ich am Wochenende so lese und noch ein paar mehr.
Ich hab mich bestens unterhalten. Die Highlights:
Die Jagd nach der Paketschnur. Stell Dir vor, Du bist in einem modernen Einkaufszentrum mit allem was dazugehört: dm, Dänisches Bettenlager, kik, Penny, REWE, 1-Euro-Laden, …. und möchtest profane Paketschnur oder auch Kordel oder notfalls sonst ne Schnur kaufen. Vergiss es! Trotz reichlich vorhandener Büromaterial-Tesafilm-Geschenkband-Strumpfwolle-und-so-Ecken überall gibts nachgefragterweise in sechs nebeneinanderliegenden Geschäften nichts dergleichen. Alle verweisen auf die Deutsche Post. Gibt es eigentlich ein Paketschnur-Monopol?
Bei Penny wollte die Automatiktür mich trotz begeisterten Winkens gen Bewegungsmelder partout nicht einlassen. Ein netter Mensch bittet mich kurz zur Seite. Die Tür geht sofort auf. Trockener Kommentar in meine Richtung: “Sie sind einfach zu dünn!” Echt charming. ;-)
2,25 – 1,79 – 1,49 – 0,99 – 0,59 oder: diverse Pflanzen-Leichenwagen
Die Frische der Geranien hat mittlerweile in vielen Geschäften nachgelassen. Die Preise auch. Wie oben beschrieben. Wahrlich, ich konnte wieder nicht umhin, an den Pflanzen mit schwerer Schlagseite vorbeizugehen. Die Blüten so ziemlich alle vertrocknet, aber Geranien sind ja hart im Nehmen und auch mit viel Trockenheit nur sehr langsam totzukriegen. Kurzerhand beschlossen: Das wird Geranien-Auswahl-Sommer. Ich schau mal, was mir von denen gefällt, wenn sie sich erholt haben. Alles was halbwegs vernünftig und stabil aussah, durfte mit. Was mir acht, davon sieben verschiedene, stehende und hängende Geranien einbrachte. Außerdem viermal Passiflora caerulaea, die ich zwar schon habe, aber zwecks Päppelung trotzdem mal mitgenommen habe. Und vier neue 60 cm-Blumenkästen für meine ganzen Notfall-Pflanzen. Vom letzten Erbarmens-Einkauf standen ja da auch noch – mittlerweile Erholte – rum, die der Plätze harrten…
Und jetzt endlich zum Thema: Billige Einfachst-Blumenkästen haben ein Wasserreservoir, das darin besteht, dass das potenzielle Wasserabzugsloch (beim Kauf fest verschlossen) quasi auf einem Nöppel erhöht liegt. Wasser, das unterhalb des Wasserabzugslochs steht, kann damit nicht ablaufen und, ja genau, steht unten im Kasten. Praktisch, weil Wasserspeicher weil hält länger, aber kritisch weil nasse Füße für Pflanzen, weswegen eingeschworene Balkonblumen-Profis auf jeden Fall ne Drainageschicht reinmachen.
Vielleicht haltet Ihr mich für beknackt, dass ich so was Simples hier schreibe, aber tatsächlich sind sich unerfahrene Gärtner dessen manchmal nicht bewusst, dass man was tun muss, um die Löcher im Blumenkasten aufzumachen, bevor bepflanzt wird. Weil sonst überhaupt kein Wasser ablaufen kann und die Blumen absaufen und verfaulen können so ganz ohne Löcher.
DAS IST NICHT GUT! Deswegen sei hier berichtet, dass DAS
oben in der Mitte ein Loch braucht, bevor der Blumenkasten bepflanzt wird, dass weiterhin eine Sollbruchstelle bereits eingebaut ist (sieht man von unten, eine Vorstanzung etwa wie von einem Locher), die dazu verleitet, die Löcher von unten mit einem Schraubenzieher o.Ä. durchzustoßen
UND
dass ICH mit MEINEM SCHRAUBENZIEHER auf diesem Wege im Laufe der Jahre ca. 50% von ca. 30 frisch gekauften Billig-Blumenkästen direkt nach dem Kauf geschrottet habe, weil beim Durchstoßen gleich Risse im Boden entstanden sind (was die Sache mit dem Wasserspeicher dann erledigt hat).
DESWEGEN wollte ich Euch dringlichst zeigen, was der Stein der Weisen beim Blumenkasten-Löcher-Aufmachen ist: Ein gezähntes Messer, von oben angesetzt,….
… und geschmeidig-locker ein dünnes Scheibchen abgeschnitten, führt zu diesem formvollendeten Ergebnis, ganz ohne lästigen Ausschuss:
Ach ja, und das sind die Not-Geranien und Passionsblumen beim Wässern vor der Pflanzung…
und z.T. nach der Balkonkasten-Bepflanzung:
Und die Notpflanzen von neulich, die keine Blumenampel-Plätze mehr ergattert haben. Wird sicher ne merkwürdige Mischung. :-)
Und nein, auch ich mag billige Balkonkästen nicht und setze die normalerweise nur als Stecklings-Vermehrungsstation ein. Aber ich krieg die Blumen diesmal nicht anders unter. ;-)
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19 Kommentare bisher
KommentierenIch gebrauche dafür (in Ermangelung einer Bohrmaschine) immer einen Holzbohrer, es gibt viele Blumenkästen die anders gebaut sind und für die Messermethode keine Möglichkeit bieten.
niXda, 08. Mai 2007, 10:56Danke für den Beitrag, Gärtnerin! Ich habe die Methode mit dem Schraubenzieher und mit dem zerschrotten gewählt. ;-) Aber jetzt weiß ich es ja besser. Auf die einfachsten Dinge kommt man ja meistens nicht. :-)) Und ne Bohrmaschine hatte ich leider auch nicht zu Hand.
Ilona, 08. Mai 2007, 12:58Dann war mein Beitrag ja vielleicht doch nicht gar so daneben. Man will ja auch seine schmerzlichen Erfahrungen und die Lehren daraus teilen. ;-)
Gärtnerin, 08. Mai 2007, 23:00Oh, noch was: Per Mail ereilte mich der Tipp, dass man Schnur heutzutage in Baumärkten kaufen kann. Vielen Dank dafür!
Gärtnerin, 08. Mai 2007, 23:04Guten Tag,liebe Leute
Zauselwutz, 11. April 2008, 11:51Bin dabei meine Fassade zu gestalten.Da ich erst seit einem Jahr im neuen Häuschen wohne,hier meine Frage.Ich habe bei der Blumenkastenbepflanzung an Hängebegonien gedacht.
Die Plfanzen bekommen nur morgens Sonne ab.Reicht dies aus,um die Begonien optimal zum wachsen und blühen zu bringen?
Vielen Dank und liebe Grüße,
die Zauselwutz
Hi Zauselwutz,
bestimmt. Begonien sind ja eher Schattenkinder.
Gärtnerin, 14. April 2008, 09:37liebe Gärtnerin,
dummie, 01. Juni 2008, 21:12ich bin blutiger Anfänger was Blumenkästen angeht.
Ich begreife folgendes nicht: wenn das Abflussloch höher liegt als der Boden, gibt es dann nicht doch Staunässe?
Hoffentlich lachen nicht alle, die das lesen…
liebe Grüsse
dummie
Dummie, du denkst richtig. Was unter dem Loch liegt, fließt nicht ab, logisch.
Ich habe überhaupt keine Blumenkästen. Aber ich glaube, es gibt bei Problemen immer Abstufungen zwischen Ja und Nein: Ein Loch an der falschen Stelle ist zwar schlechter als ein Loch an der richtigen Stelle, aber besser als gar kein Loch.
Es gibt auch Blumentöpfe, deren Abfluss etwas über dem Topfboden liegt. In sowas habe ich z.B. eine Passiflora. Es geht ihr seit Ewigkeiten gut. Vielleicht hat sich ja jemand bei der Konstruktion was gedacht…
Kurz gesagt, bißchen “Steh”nässe ist keine schlimme Staunässe. Ab wann ist Nässe eigentlich Staunässe?
Uta, 02. Juni 2008, 00:07Nuja, oben im Artikel habe ich gegen die Staunässe etwas von “Drainageschicht” gelesen, ich würd mir darunter eine Kies- oder Tongranulat-Schicht vorstellen…
Ab wann Nässe Staunässe ist, hab ich mir noch nie überlegt. Interessante Frage eigentlich. Vielleicht auch abhängig vom Wachstumsstand der Pflanze, wenn die Wurzeln dem Stehwasser nicht mehr entkommen können und ständig bzw. zu weit drinstehen??
Anja, 02. Juni 2008, 06:32Jein, Dummie, Im Prinzip hast Du Recht. Wenn ein Kasten voll Sommerblumen aber bei +25 Grad in der Sonne steht, ist die potenzielle Staunässe schneller weg als man gucken kann. Die Blumen brauchen sehr, sehr viel Wasser, so dass die erhöhten Wasserabzugslöcher als Wasserreservoir natürlich besser sind, als wären sie unten, denn dann müsste man praktisch danebenstehen und gießen. ;-)
Penible Menschen bauen tatsächlich eine Drainageschicht unten ein, oder kaufen Blumenkästen, bei denen das Wassereservoir durch eine Deckplatte von der Erde abgetrennt ist, damit sicher nix passiert.
Staunässe heißt, dass Wasser sich staut und wirklich drin stehen bleibt, so dass Erde und Wurzeln zu faulen beginnen. Das ist dann schlimm, weil es die Pflanzen schädigt, aber bei eingewachsenen Sommerblumen und gutem Wetter eigentlich nicht zu erwarten. Eher das Gegenteil, dass die Pflanzen relativ schnell wieder trocken stehen. Wenns aber kühl ist und dauerregnet, sollte man bei so ner Konstruktion wie oben schon aufpassen und gelegentlich seitlich kippen, damit stehendes Wasser, das dann eben nicht so verbraucht wird, abfließen kann.
Gärtnerin, 03. Juni 2008, 12:57Ahoi!
Ich hab mir gestern auch billig Blumenkästen gekauft und auch diese Erhöhungen bemerkt. Aber: nach genauerem Untersuchen habe ich herausgefunden, daß es KEINE Abflußlöcher sein sollen! Statt dessen sollen diese Erhöhungen der Befestigung dienen. Dazu haben auch fast alle Modelle auf der Unterseite dieser Erhöhungen einen Sechskant, wo man eine Mutter hineindrücken kann. Damit kann man den Topf dann von unten festschrauben. Klar, man kann ihn dann mit etwas Kraft nach oben wieder abziehen, also die Muttern aus dem Plastik ziehen. Aber umkippen, wegrutschen etc. wird damit gut verhindert.
Die Ablußlöcher muß man also selber ganz unten in den Noden machen. Was statt Bohrmaschine auch geht: einen Nagel über ner Kerze erhitzen und dann ein Loch hinein schmoren. Da kann dann auch nichts reißen.
Gruß aus Aachen, Nico
Nico, 11. März 2009, 11:54Interessante Beobachtung, Nico, aber ich stimme Dir nur teilweise zu. Wenn Du die Abflusslöcher nicht an den dafür vorgesehenen, vorperforierten Stellen, sondern unten im Blumenkasten machst, dann hast Du kein Wasserreservoir mehr, und die Brühe läuft beim Gießen sofort wieder raus.
Gärtnerin, 11. März 2009, 12:01danke für dein Rat mit wasserabzug löcher , seit 3 tage habe ich diese Tipp gesucht , super ,vielen dank
ramsis, 11. April 2009, 08:20Freut mich. ;-)
Gärtnerin, 12. April 2009, 00:50Hallo,
Betula, 01. Juli 2009, 11:29da ich schlechte Erfahrungen mit den o.g. Einfach-Blumenkästen gemacht habe (Die Erde war entweder patschnass oder knochentrocken und ganz hart, weil man nur von oben gießt.), habe ich mir dieses Jahr ein Luxusmodell mit Wasserreservoir und dazugehörigem Zwischenboden geleistet. Dazu habe ich nun eine Frage: Die Erde in dem Kasten ist immer nass wie ein Schwamm (aber nicht so komprimiert wie in meinen alten Kästen, da ich nicht von oben gießen muss). Den Pflanzen scheint es zu gefallen, die blühen prächtig und wachsen gut. Ist das immer so mit der Nässe? Oder habe ich beim Befüllen was falsch gemacht?
Danke schon mal für eure Hilfe!
LG
Betula
Hm. Bei beiden Sorten Blumenkästen können sich Überschwemmungen bilden, besonders, wenn sich die Wasserabzugslöcher mit Erde zugesetzt haben. Das kann auch bei denen mit Zwischenboden passieren, wenn man nicht extra noch ein Vlies o.Ä. reingelegt hat, um das Durchrutschen von Material zu verhindern. Bei den billigen Blumenkästen ists einfach, das zu lösen, deswegen mag ich die. Man kiekst einfach von unten mal mit nem Schraubenzieher (oder so) durch die Löcher, und schon läuft der Saft wieder ab, und alles geht wieder Richtung optimal. Falls sich bei Dir im Wasserreservoir was zugesetzt hat, ist das u.U. schwieriger zu lösen. Oder einfach immer ein bisschen gut gemeint mit dem Gießen? Oder Wasserstandsanzeiger funktioniert nicht richtig? Die Schwimmer können sich manchmal verklemmen, so dass sie Fehlinformationen von sich geben…. So lange die Pflanzen nicht leiden, kann man es möglicherweise so lassen?
Gärtnerin, 01. Juli 2009, 11:54M.E. funktioniert alles richtig, wenn ich zuviel gieße läuft das Wasser ab und der Schwimmer ist auch nicht verklemmt. Ich habe allerdings beim Befüllen die Blumenerde in die Vertiefungen im Zwischenboden gestopft, war das richtig? Mir wäre ansonsten unklar, wie das Wasser in die Blumenerde kommen soll, wenn gar kein Kontakt da ist. Aber wie gesagt, den Blumen gefällt’s. Erstaunlich ist allerdings, wieviel Wasser die Pflanzen brauchen: Der Kasten hat 60 cm und ist mit 4 Pflanzen bestückt. Ich muß tägl. ca. 2 – 3 l Wasser nachschütten, obwohl der Kasten nur bis c.a. 15.00 Uhr Sonne hat. Ich käme bei einem normalen Kasten nie auf die Idee soviel zu gießen. Vielleicht war ich deshalb mit denen nicht zufrieden… ;-)
Betula, 01. Juli 2009, 13:22Abzugslöcher in Blumenkästen und -töpfen kann man auch gaaanz einfach öffnen. Man nehme die Bohrmaschiene und einen passenden Bohrer für Metall. Anschließend ohne Schlag langsam durchbohren – fertig.
Achso: Anzuchttöpfe und -schalen macht man sich aus leeren, sauberen Joghurt und Quark-Bechern. Vier davon ineinander stecken und mit einem 2,5 mm Bohrer Abzugslöcher bohren. Fertig ist der Anzuchttopf.
Coffea arabica, 01. Mai 2010, 12:03Danke! Ich bin ein totaler Pflanz-Dummie und hab nach genau DER Antwort wegen der Löcher im Boden gesucht! War sehr hilfreich – LG Wally
Wally, 30. Juli 2010, 10:29Kommentar hinterlassen