Gärtnerin · 11. September 2007, 15:07

Gartenbilder, Bildhonorare, Bildlizenzen, Bildrechte

Ich hab heute den ganzen Morgen Kübelpflanzen geschleppt. Nein, ist noch zu früh zum Einwintern, zumal ja bald der Altweibersommer kommen soll. Es war wegen einer Bildanfrage durch eine Zeitschrift. Das Bild, was sie interessierte, hatte ich leider nicht mehr in Originalgröße, also war Rekonstruktion angesagt. :-(

Die Belohnung für meine Plackerei winkt in Form eines schönen Bildhonorars und anschließend dürfen Hunderttausende von deren Lesern auf meine ungebügelten Gardinen schauen. ;-)

Da ich öfter Bildanfragen bekomme, habe ich mich in letzter Zeit mal ein bisschen mit dem Thema beschäftigt. An der Stelle möchte ich mich herzlich bei Fiona bedanken, die mir eine kurze Einführung ins Thema Bildlizenzen und so gegeben hat: Dankedanke!

Was nicht schön ist, ist dass viele kommerzielle Anfragende das Internet als kostenlosen Ersatz bei der Bilderbeschaffung zu nutzen versuchen. Bei Bildagenturen oder Fotografen müssten sie für Fotos nämlich zahlen. Im Prinzip sind die Bilder auf dem Gärtnerblog Hobbygärtnerbilder, die beim Schreiben quasi “abfallen”. Das Einstreichen von Bildhonoraren ist nicht ihr primärer Zweck. Genauer betrachtet ist das Verschenken von Bildern für kommerzielle Zwecke aber auch nicht richtig. Schließlich leben viele Fotografen von ihren Bildern. Wenn stattdessen Bilder kostenlos besorgt werden, entzieht das denen mehr oder weniger die Existenzgrundlage. Deswegen, und weil ich mir auch ganz gern mal was Schönes kaufe *g*, werden von mir Nutzungsrechte für die kommerzielle Verwendung von meinen Bildern nicht kostenfrei erteilt. Für nichtkommerzielle Nutzung ist das was anderes. Bitte einfach mailen worum es geht.

Wie Ihr Mitschreiber das mit Euren Bildern handhabt, sei Euch überlassen. ;-)

Zu den eingesandten Fotos der Gastautoren: Bisher waren nach meiner Erinnerung sechs Anfragen nach Gästefotos da. In allen Fällen leite ich die Bildanfragen an die Mailadresse weiter, von der das Foto kam. Leider bestanden manche Mailaccounts nicht mehr, so dass die Anfragenden ins Leere liefen. Wie Ihr Gast-Foto-Schicker das nun macht, sei ebenfalls Euch überlassen.

Für den Fall, dass es Euch ereilt, hier ein paar Stichworte auf die Schnelle:

Ihr solltet das Original, also die Rohdatei, auf jeden Fall noch vorliegen haben. Verkleinertes hilft wenig. Für eine vernünftige Qualität für den Druck brauchts nämlich 300dpi.

Bildhonorare, wenn man eins haben will, richten sich in Deutschland häufig nach “Bildhonorare – Übersicht der marktüblichen Vergütungen für Bildnutzungsrechte“, das jährlich von der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM) herausgegeben wird (kostet 33 Euro). In der Schweiz gibt die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Bildagenturen Empfehlungen heraus. In manchen Foren unterhalten sich Leute über diese Dinge. Ggf. googlen (“Bildlizenz”; “Nutzungsrecht Bilder”, “Bildhonorar”, “Bildhonorar Rechnung” o.Ä. probieren).

Grundsätzlich hängt die Höhe eines Bildhonorars z.B. von der Art des Mediums, der Auflage und der Abbildungsgröße (Titelfoto > Mittelteil, ganzseitig > 1/8 Seite etc.) ab, sowie ob es Print oder auch Online erscheint und wie lange.

Für die Preisfindung sind Leute mit Erfahrung oder Kalkulationsrechner von Fotodatenbanken/Bildagenturen nützlich (z.B. Fotofinder), oder man fragt eben in einem Forum mal nach.

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Vor einem Jahr
Zierpaprika, Blumenzwiebeln kaufen: Startschuss!



4 Kommentare bisher

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Marion, 12. September 2007, 08:13

Hallo an Alle!!!

Ich kann diesen Bericht nur bestätigen. Ich bin gelernte Fotografin und unterrichte Fotografen. Alle Berufsfotografen wären mehr als glücklich, wenn man mit Bildmaterial “pfleglich” umgeht und es nicht unbedingt kostenlos herausgibt!

Cascabel, 12. September 2007, 18:08

Ah, interessant. Ich habe heute auch die erste Anfrage eines Verlages nach einem Foto aus meinem Blog bekommen. Über ein Honorar haben sie sich erst nach Rückfrage geäußert – aber immerhin :-)

Carlchen, 08. Dezember 2010, 03:48

@ Casabel

ja der Aufwand ist groß. Leider werden oft Fotos gemopst. Erstmals wehre ich mich nun aber dagegen.

Klaus, 08. Dezember 2010, 10:59

Hallo Gärtnerin !
Ich stimme dir vollinhaltlich zu.
Ich kann und will mich nicht mit dir bei der
Qualität der Fotos messen.
Aber ich weiss wie viel Arbeit darin steckt und
dann kommt irgend ein Trittbrettfahrer und klaut
deine Idee.
Vor Jahren hatte ich eine Idee zur bildlichen
Darstellung der “Legende von Barbarossa”.
Monate gingen mit der Konkretisierung ins Land,
bis ich einem Maler den Auftrag für das Gemälde
erteilen konnte.
Trotz vierstelligem Betrag habe ich es nicht
bereut und es hat sich in klingender Münze
ausgezahlt.
Es war nicht einfach meine Urheberrechte gegen
Produktpiraten zu sichern.
Was ich sähe will ich auch ernten und ich denke
wir alle haben auch ein Recht darauf.
Irgendwie musst du ja auch diese HP finanzieren.
Nicht alles geht für “Gottes Lohn”,also ich
vergönne dir den kleinen Obolus als Ausgleich
für deine immense Arbeit. Natürlich auch den
anderen Autoren.

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