Gärtnerin · 16. Juli 2007, 17:18

Salix Hakuro Nikishi stirbt

Trauerfall im Garten. Salix integra Hakuro Nikishi, die Vor-Bewohner vor ca. 10 Jahren an den Terrassenrand (für Hang-Mitleser Hang oben links) gepflanzt hatten, war mein ganzer Stolz und hat da wirklich toll hingepasst.

salix integra hakuro nikishi japanische zierweide

Kräftigst gewachsen und schön zur Kugelkrone erzogen, seit ich sie pflege, gedieh sie bis zu diesem Jahr sehr gut. Bereits im Frühjahr beim Austrieb deutete sich an, dass was ist. Einer der alten, dicken Äste wollte nicht mehr austreiben:

salix hakuro nikishi äste sterben ab 2

Alle anderen Salix integra-Äste taten es, aber immer mehr davon starben ab:

salix hakuro nikishi äste sterben ab 2 a

Ich führte das auf die überalterten dicken Äste zurück und dachte, sie würde aus der Veredelungsstelle (Die Harlekinweide ist veredelt oben am Kronenansatz, darunter ist irgendeine Wild-Weide als Stamm und Wurzelwerk. Sieht man, wenn am Stamm mal was austreibt. Das sieht nämlich ganz anders aus) wie in jedem Jahr neue junge Triebe bringen, so dass ich die alten Äste endlich mal entfernen kann. Aber nichts wars. Lieb gedüngt, gut gegossen, gut zugeredet, nichts wars. :-(

salix hakuro nikishi äste sterben ab

Nach und nach ist die ganze Hakuro Nikishi abgestorben. Schädlingsbefall Fehlanzeige. Wassermangel ausgeschlossen. Eine Weide, die 10 Jahre eingewachsen ist, dürfte bei einer Grundwassertiefe von weniger als 3 Meter wohl kaum ernsthafte Probleme bekommen.

Jetzt ist sie komplett abgestorben, genauso wie ihr ehemaliger betagter Rosenhochstämmchen-Nachbar mit dem Veredelungs-Schaden, das letztes Jahr ins grüne Paradies eingezogen ist. :-(
Möge sie in Frieden ruhen. Es tut weh, diesen Baum zu verlieren. :-(

salix integra nikishi stirbt ab

Mir fehlt eine Erklärung. Ok, wenn die Krone überaltert war, könnte ich nachvollziehen, dass diese abstirbt und dann vielleicht von unten Wildlinge aus der Unterlage rauswuchern. Aber auch die ist mausetot. Seltsam. Hat jemand eine Idee? Ist die Hakuro Nikishi ein “kurzlebiger Baum”? Woran könnts gelegen haben? Eine Weide, mensch, die bringt doch nix um die Ecke…

(Randbemerkung wg. Hang: Für diese Stelle wollte ich eine weitere Strauchrose nachziehen, um das Loch im Beet und in meinem Herzen zu füllen. ;-)
Denn mit so nem Weiden-Hutzelbäumchen möchte ich nicht von ganz vorne anfangen an der Stelle…

Meine Hakuro Nikishi-Tipps

… aus vergangenen Tagen …

Radikalschnitt Krone im Februar hat sie damals super weggesteckt und mich mit Bildern s.o. bedankt.
Hakuro Nikishi in Kugelform – Sommerschnitt, Herbstschnitt, Formschnitt
Braune Blätter an Salix integra
Austriebs-Bilder

eingewurzelt unter: Gehölze

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Geranien-Knospe, Garten-Schnäppchen der Woche, Basteln mit Kaninchendraht: Deko-Körbchen, Kirschbaum-Traum



8 Kommentare bisher

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Gartenfreundin, 16. Juli 2007, 18:34

Könnte es sein, daß Weiden keinen Wurzeldruck von Nadelbäumen vertragen? Die dahinter stehende Hecke scheint sehr nahe dran zu sein?

Gärtnerin, 16. Juli 2007, 22:18

Ich glaube eher nicht. Weiden sind echt zäh. Und die Pflanzgemeinschaft bestand ja erfolgreich 10 Jahre. Schätze, eher fällt der Flachwurzler Thuja der Weide zum Opfer als umgekehrt…

Keisha, 17. Juli 2007, 13:06

Es ist traurig, hilflos zusehen zu müssen, wie etwas Geliebtes dahin scheidet. Vor allem, wenn man so gar nicht weiß, woran das Schätzchen leidet. Tut mir sehr leid für dich, Steffi.

Stefan, 01. März 2009, 09:36

Könnte ein Welkepilz wie Verticillium gewesen sein. Salix soll zwar relativ resistent gegen den Erreger sein, das Schadbild ähnelt sich aber sehr. Insbesondere die im Vorfeld beschriebenen Symptome an den Blättern könnten einen Anfangsbefall darstellen, der dann später zum Befall des Gefäßsystems geführt hat.

Hatten die Blätter der Weide zeitweise einen silbrigen Glanz?

Gärtnerin, 01. März 2009, 16:29

Hey, danke für das späte Feedback, Stefan! Nicht dass ich mich an einen silbrigen Glanz erinnern könnte. Ich würde sagen, die Triebe sind einfach nach und nach eingestürzt und abgestorben. Welken passt da aber schon. Ich hatte gehofft, den toten Baum noch relativ lange als Rankhilfe benutzen zu können, das klappte auch eine Saison, aber die Wurzelfüße sind ihm innerhalb anderthalb Jahren so abgebröckelt, dass ich ihn letzten Herbst einfach aus dem Beet heben konnte. :-(

Würde man für den Fall, dass es ein Welkepilz war, an dieser Stelle besser erstmal nix mehr Gehölz oder nix mehr Weide pflanzen? Wegen Infektionsgefahr und so? Immo ist da ein Loch, weil ich immer noch nicht sicher bin, was ich hin haben will.

Papageno, 29. Juni 2014, 20:54

Interessant. Magst du mal sagen, was neu an die Stelle kam und ob es ähnliche Todesfälle in den Folgejahren gab? Welkepilz… Interessante Idee, insb. wegen des Erscheinungsbildes(!), aber: Die Weide ist nach Auskunft des Pflanzenschutzamtes Berlin resistent gegen den (hochinfektiösen) Welkepilz Verticillium dahliae & V. albo-atrum (Q.: Wikip.)
Wie sieht es mit einem Hallimasch im Boden aus?
Hintergrund: Bei mir ist eine gr. Hängeweide innerhalb eines Frühjahres nach gelungenem Blattaustrieb “verwelkt” und schlug auch nicht mehr aus.
Aber auch andere Gehölze zeigten danach Probleme u retardierten.

Gärtnerin, 30. Juni 2014, 14:47

In den zwei Folgejahren standen Töpfe mit Hortensien an der Stelle, danach habe ich den Garten verlassen. Pflanzlich bemerkenswert wäre höchstens noch, dass dazwischen Sämlinge von Wildem Wein dort aufgegangen und anstandslos gewuchert sind, ebenso wie Lychnis coronaria.

Gärtnerin, 30. Juni 2014, 14:51

Äh und die Lonicera nitida-Schnitthecke in 40 cm Entfernung wucherte ebenfalls unbehelligt weiter.

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