Hochheimer Staudengarten

04. Juli 2007 von Gärtnerin

Mitte Mai war ich in der Staudengärtnerei “Hochheimer Staudengarten” in Hochheim und wollte längst darüber berichtet haben. Der Hochheimer Staudengarten ist mir seit Ewigkeiten übers Internet als Taglilien-Bezugsquelle bekannt, ich war aber, obwohl um die Ecke, noch nie selbst dort. Wir waren also auf einer Einkaufstour dort vorbeigefahren und schauten rein, um für meine Mutter ein paar trockenheitsverträgliche Stauden auszusuchen. Ganz ehrlich: Diese Gärtnerei der ganz anderen Art ist einen Besuch wert.

Man kommt rein und steht in einem riesigen wunderschönen Garten mit Stauden und Rosen, der zunächst mehr wie ein Privatgarten bzw. Schaugarten aussieht als eine Gärtnerei. Wir waren zuerst ganz allein dort und erkundeten alles. Unglaubliche Schätze! Pfingstrosen, großflächig gepflanzt, ganze Taglilien-Felder, Kletterrosen… Später kam dann die Besitzerin dazu und hat uns eine derart gute, leidenschaftliche und engagierte Beratung angedeihen lassen. Die Frau lebt für ihren Beruf und ist voller Erfahrungen, die sich anzuhören lohnen. Wenn es ein Pendant zum Kräuterfräulein gibt, dann ist sie eine Stauden-Weise. ;-)

Die Verkaufs-Pflanzen sind in kleineren Mengen auf Tischen aufgestellt und viele schwerer erhältliche Trockenstauden, die ich im Zusammenhang mit der neuen Hangbepflanzung aus dem Beth Chatto-Buch gewählt hatte, sind im Sortiment.

Unter anderem habe ich dort die Artemisia schmidtiana nana / Zwerg-Silberraute erstanden, die ich heute schon erwähnt habe.

artemisia schmidtiana nana

Und wir sind in “Beth Chatto-Fachgespräche” und solche über Wild-Glockenblumen abgedriftet, dass es die wahre Pracht war.

Als ich auch noch eben eine Perovskia / Blauraute mitnehmen wollte, stellte sie fest, dass gerade keine Ableger verfügbar sind. :-(

Lösung: Sie hat mir einen Perovskia-Steckling von ihrer Pflanze geschenkt. So supi!

Den Steckling zu Hause in einen Topf gesteckt und dann war ich ein paar Tage nicht hier… Ich war grimmig angesichts der Vermutung, dass er das ohne Bewässerung nicht schaffen würde. Und es sah hinterher auch danach aus. Einfach mal in einen halbgefüllten Blumenkasten gestellt, das Töpfchen und im Regen stehen lassen. Und siehe da: Perovskia lebt!

perovskia vermehrung

perovskia steckling in erde

Die Form ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber das wächst sich später sicher aus, wenn die Pflanze größer gewachsen ist.

So viel zum Hochheimer Staudengarten
Von einem echten Fan.

Adresse:
Nordenstädter Str. 90
65239 Hochheim/Main

eingewurzelt unter: Stauden

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Vor einem Jahr
Malve mit und ohne Besuch, Lavendelernte und Dekoration, Lampionblume-Blüte, Standort, etc., Heckenschnitt wann?, Spiraea japonica, Ofengebackene Kartoffeln



4 Kommentare bisher

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Aha, noch eine, die sich an einem Beth-Chatto-Trockenbeet versucht. Ich hab mir vor fünf Jahren ein Miniaturbeet (5×2m) an der Ostseite des Hause angelegt und schon ein paar Erfahrungensammeln können. Wenn´s dich interessiert: Artemisia schmidtiana hat bereits zwei Versuche die Winter nicht überlebt. Die Perovskie ebenso nicht. Aber lass Dich nicht entmutigen, vielleicht war das ja der brandenburger Winter hier, den sie nicht mochten. Dann habe ich Artemisia stellaria und dann den pontischen, die fühlten sich so wohl, dass sie invasiv wurden, habe ich wieder herausgerissen.
Jetzt wachsen da:
Weinraute-Ruta graveolens
Zistrose-Cistus laurifolius
Graslilie-Anthericum liliago
Lavendula
Wildes Indigo(Färberhülse)-Baptisia australis
Johanniskraut- Hypericum hircinum
Thymian
verschiedene Zwiebelpflanzen
Zufrieden bin ich damit noch lange nicht, der Cistus und die Baptisie machen sich extrem breit dieses Jahr und verdecken beispielsweise die zarte Graslilie.
Wenn ich Dich recht verstehe, wolltest Du doch eigentlich Taglilien dort kaufen…und bist dann bei Trocken/Schotterbeetpflanzen gelandet?
LG
Sisah

Sisah, 05. Juli 2007, 09:58

Nein, ich wollte Trockenstauden kaufen. Nur ist die Gärtnerei eben für Taglilien bekannt. Nach Deiner Schilderung bin ich gespannt, wie es meinen Pflanzen im Winter ergeht. Hier ist er ja sehr mild…

Gärtnerin, 05. Juli 2007, 11:24

Bei mir im Nordharzvorland überleben alle möglichen Artemisien und Perovskia problemlos, sie haben aber Südseite, den ganzen Tag pralle Sonne ebenso wie die Cistus und stehen extrem trocken,(normalerweise… dieses Jahr, nun ja…) in mit etwas Kompost vermischtem Sand.
Auch wir haben hier die kalten Ostwinde und Kahlfrostwetterlagen – nach meiner Erfahrung halten die genannten Pflanzen das aus, wenn sie im Sommer so richtig dörren konnten.

Gartenfreundin, 05. Juli 2007, 20:52

Vielleicht sollte ich es im Zeichen des Klimawandels noch einmal versuchen mit den genannten Pflanzen. Meine Erfahrungen mit der Perowskie liegen schon etwas länger zurück, ich glaube , ich habe das in den Neunzigern zweimal mit ihr versucht, weil sie mir eben auch gefällt und weil ich viele Ecken im Garten habe, die sandig, schottrig sind. Artemisia ist nicht gleich Artemisia,und wie gesagt A. pontica und A. stellaria ging es extrem gut auf meinem Schotterbeet, das nie gegossen wird und eine Südostlage hat, und auch da hat die A. schmidtianan ‘nana’ die Winter nicht überlebt. Es kann also nicht an dem falschen Standort liegen´.Übrigens meine ich mal gelesen zu haben, dass die Pflanze “kurzlebig” ist, wie lange leben denn Deine ‘nanas` schon, Gartenfreundin?

Sisah, 06. Juli 2007, 10:02

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