Johannisbeeren krank
Adam hat ein, nein eigentlich zwei Johannisbeer-Probleme:
“Hallo liebe Gärtnerin,
Habe vor ein paar Tagen deinen tollen Weblog entdeckt und gleich aboniert. Habe da gleich eine Frage, vielleicht kann euer Team mir helfen.
Seit ein paar Jahren haben wir einen kleinen Stadtgarten im Hinterhof, sonnig, sehr warm.
Leider kriege ich ein Problem mit meinen Johannisbeeren nicht in den Griff. Könnt ihr bitte einen Blick auf die traurigen Gestalten werfen
und mir sagen, was das sein könnte und ob da was und wie zu retten ist.Meine roten+schwarzen Johanisbeeren haben’s schon immer schwer gehabt. Sobald im Frühjahr junge Blätter erscheinen, werden diese von
irgendwelchen Blattlaus-Arten heimgesucht, die die Blätter verkümmern lassen. Somit kann der Strauch nie richtig wachsen. Ich hab letztes Jahr fleissig mit Seife-Spiritus versucht dagegen anzukommen, doch es half nur genau eine Woche lang gegen diese Blattläuse. Schon ein paar Tage später haben sie weitere junge Blätter wieder angegriffen:Dieses Jahr geht es genauso weiter. Erste Blätter sind da und schon rollen sie sich ein, weil da diese Monster drunter ihr Unwesen treiben.
Letztes Jahr kam bei der Johanisbeere und fast allen anderen Pflanzen (Erdbeere, Himbeere…) irgendwas Gefrässiges noch dazu:
Was frisst denn die Blätter denn so vollständig auf. Habe nichts auf den Pflanzen gefunden.
Danke im Voraus für eure Hilfe,
Viele Grüße aus SüdhessenAdam”
Hallo Adam,
zum Thema Läuse und verkrüppelte Blätter kann ich eventuell weiterhelfen, wenn die bei Dir dann auch so aussehen wie bei mir. Ich habe jedes Jahr einen Befall von Johannisbeerblasenlaus (was ich mache, steht da auch). Habe neulich mitbekommen, wie jemand Netzschwefel empfohlen hat, bin aber für meinen Garten der Meinung, dass die Nützlinge das für mich regeln sollten (was sie auch tun), zumal die Blasenläuse nicht an die Früchte, sondern nur an die Blätter gehen. Also im Zweifelsfall plädiere ich für die Ausgestaltung zum Nützlingsparadies. Vielleicht kriegst Du auch von anderen noch Tipps. :-)
Das Zweite Schadbild sieht echt finster aus. Ich weiß nicht, was das für Fraßspuren sind. Kann da jemand weiterhelfen?
alles über Johannisbeeren
rote Johannisbeere
Stachelbeeren + Raupen
eingewurzelt unter: Obst im Garten
Vor einem Jahr
Eröffnung der Liegestuhlsaison gestern, Phalaenopsis, Rosen-Austrieb, Gartenglossar: Haftwurzler, Schlinger, Rechtsschlinger, Linksschlinger, Rankpflanzen, Spreizklimmer




13 Kommentare bisher
KommentierenDie Fraßspuren auf dem zweiten Bild kommen sicher von einem Schmetterling bzw. dessen Larven (= Raupen)!
Hi!Gegen Blattläuse helfen Ohrenzwicker!Ein alter Blumentopf mit Loch –> Stab durchstecken und mit Holzwolle füllen das ganze wie eine Glocke in die befallenen Gebiete stecken.Das perfekte Ohrenzwicker Appartment.Die fressen dir die Läuse weg.(Keinen alten Topf da!Das ganze geht auch mit alten Pflandflaschen (dunkle z.b.vom Bier) denn oberen Teile mit Schraubverschluss abschneiden.)
Als ich dieses Problem hatte und mich von meinen Nützlingen schmählich verlassen fühlte, fragte ich einen Handwerker-Freund mit Garten um Rat.
Er sagte düster: “BI 58, und du kannst zugucken, wie die abspringen.” Ich nahm es auch und konnte zum ersten Mal sehen, wie mein Strauch eigentlich aussehen soll. Für Härtefälle habe ich jetzt immer so ein Fläschchen Wunderwaffe parat.
Dazu sollte ich vielleicht sagen: Der Freund ist ein erfolgreicher Imker, sehr um die Gesundheit seiner Bienen und seine eigene besorgt, kein dummer Giftmischer. Aber seine Geduld und Toleranz haben wohl doch Grenzen. Meine auch, ich gebs zu.
Ich hab jetzt keinen Beipackzettel parat, um zu gucken, innerhalb welcher Zeit sich Bi-58 abbaut. Aber ich glaube, man kann es in der Blüte-Phase von Johannisbeeren noch anwenden. Man muss es natürlich wollen und ich kann auch gut verstehen, dass jemand sowas kategorisch ablehnt.
Das zweite Schadbild sehe ich jedes Jahr an meinem Goldfelberich (Lysimachia punctata ?), allerdings sehr viel später im Jahr. Da sind dann winzige Raupen dran. Ich habe den Eindruck, dass sie sich fallen lassen, wenn man die Blätter hebt. Innerhalb kürzester Zeit bleibt von denen nichts mehr übrig als das Gerüst. Aber weil es nach der Blüte ist und sowieso immer zu spät, wenn ich es entdecke, mache ich da nichts. Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, mal zu erkunden, was eigentlich aus den Raupen wird. Die vielen Vögel in meinem Garten machen keine Anstalten, mir behilflich zu sein.
(Einmal setzte ich einen Marienkäfer in eine Blattlaus-Versammlung und hoffte zu sehen, wie er jetzt Rambo-mäßig loslegt. Er flog weg. Das erklärt vielleicht mein Misstrauen gegenüber der Natur. :-))
Der Marienkäfer hatte sicher die Umsetzpanik! Die mögen es meistens nicht hin- und herbugsiert zu werden. Die Blattlausfresser kommen am besten von selbst zu den befallenen Pflanzen, dann darf man auch damit rechnen das sie auf diesen ihre Eier legen. Neben Marienkäfern, Florfliegen und Ohrwürmern vertilgen auch die Larven (Maden) der Schwebfliegen Mengen von Blattläusen. Problematisch bei Blattlausbefall sind Ameisen, welche ihre “Milchkühe” gegen alles verteidigen was diese fressen könnte.
Richtig vermutet ist es das Fraßbild von den Raupen des Kohlweißlings . Ich habe trotz optimalem Standort jedes Jahr dasselbe Problem unsd es hilft nur eines : Sofort , wenn man es entdeckt absammeln ! Die Raupen sind zu der Zeit noch winzig aber in rauhen Mengen vorhanden … Gruß Marion
Adam hat gemailt und dankt recht herzlich. :-)
Er hat sich für chemische Keule entschieden.
Ein sehr interessanter Eintrag. Raupen habe ich heuer auch, aber nur auf meinen Stockrosen.
Dafür hat mich diese Blasenlaus heuer arg wie nie im Griff ;( Magst einmal eine Laus ansehen, Gärtnerin? Ich habe einem erwischt .. guckst du nach diesem Eintrag und scrollst fast bis zum Ende. Hübsch, nicht *schimpfmotzundzeter
http://www.kopfsal.at/tagebuch/index.php?id=4346
Schöne GärtnerGrüße,
Conny
Einen lieben Gruß an alle Gartenfreundinnen und Freunde. Ich habe diesen Gärtner-Block vor zwei Tagen erst gefunden – finde ihn ganz toll- diese Seite habe ich eben erst gelesen und kann euch eventuell mit Pflanzenwirkstoffen (Stärkungs-mittel) bzw. Pflanzensuds,-tees, -jauchen beim Kampf gegen die tierischen Übeltäter behilflich sein. Nehmen wir als erstes die Brennnessel. Aus dieser Pflanze stellen wir vergorene Jauche, gärende Jauche und Kaltwasserauszug her. Wir brauchen zur Herstellung 1 kg von der ganze Pflanze (ohne Wurzel), darauf gießen wir 10 l Wasser und stellen uns die vergorene Jauche her (Gären lassen bis es aufhört Bläschen zu bilden). Mit dieser Jauche 10fach verdünnt = Wachstums-förderung, Setzlinge angießen, und als Wurzelbad.
Gärende Jauche: Auf 1 l Jauche kommen noch etwa 0,5 l Schachtelhalmbrühe: Kann man nehmen für die Blatt- und Blütenbildung, außerdem wird gespritzt auf Triebe und Blätter. Dieser Sud wird etwa 30-40 fach verdünnt und hilft gegen Blattläuse und die Spinnmilbe (Rote Spinne). Der Kaltwasserauszug: 1Kg/10lWasser 10-12 Stunden stehen lassen – hilft gegen Die Blattläuse, wie Scharze Läuse, auf Johannisbeersträucher usw. Ein wichtiger Vorteil haben diese Auszüge – sie Düngen die Pflanze recht gut.
Ackerschachtelhalm: Ganze Pflanze ohne Wurzel 1kg/10 l Wasser als Jauche herstellen.
Als Pflanzenstärkung geben wir noch etwas Brennnesseljauche hinzu (5fach verdünnen) und schon haben wir eine gute Pflanzenstärkung hergestellt.
Als Brühe hergestellt geben wir noch etwas 0,5-1% Wasserglas hinzu (5fach verdünnt), hilft gegen Echten Mehltau, Monilia, Rost, Schorf und sogar gegen die Blattfleckenkrankheit der Tomate.
Getrocknetes Ackerschachtelhalm etwa 50 g auf 1 l Wasser – dies wird für das Saatgut genommen und hilft gegen die Auflaufkrankheit – tun wir noch etwa 0,3% Scmierseife dabei (5fach verdünnt) hilft dies gegen die Blattläuse und die Spinnmilbe (Rote Spinne).
Rainfarn (Tanagetum vulgare synonym Chrysanthemum vulcare): Dazu nehmen wir das Kraut und die Blüten etwa 300 g/10 l Wasser (unverdünnte Jauche oder Brühe) gegen Insekten, Ameisen, Erdraupen, Blatt- und Wurzelläuse. Als Tee oder Brühe (unverdünnt) wird dies eingesetzt in der Flugzeit – Geruchsüberdeckung – hilft es gegen die Möhrenfliege, Kohlweißling und soll auch gegen den Apfelwickler helfen. Als letztes nehmen wir Wehrmut (Artensia absinthum): Wir nehmen Kraut und Blüte etwa 300g/10 lWasser und stellen uns eine Jauche her. Einsatzzeitpunkt Frühjahr – auf ganze Pflanze, unverdünnt – hilft es gegen , Raupen und Blattläuse. Außerdem gegen den Säulchenrost an der Johannisbeere. Teeherstellung: unverdünnt, Frühjahr bis Herbst Brombeer- und auch gegen die Erdbeermilbe. Als letztes die Brühe zur Geruchsüberdeckung hilft es gegen (unverdünnt) die Möhrenfliege, Kohlweißling und den Apfelwickler. Wohlweißlich werden die Läuse und Co nicht mit diesen Jauchen getötet sondern nur verdrieben und die Pflanzen haben ein gutes Stärkungsmittel erhalten und können ihre eigenen Abwehrkräfte sehr gut selbst aufbauen. Ich hoffe ich konnte euch damit etwas helfen. Diese Tipps habe ich von meinem verstorbenen Freund bekommen und gebe es gerne weiter, Mein väterlicher Freund wurde 94 Jahre. Gruß Walter
Moin, moin, aus HH Reinhard fragt wie überwintere ich meinen Lavendel ? Bisher : im Gewächshaus- eingegangen.
Im Freiland gelassen – eingegangen.
Ins Haus geholt – eingegangen.
Jetzt hab ich 2 Töpfe ins Haus geholt, im Gästezimmer kühl abgestellt, hoffe auf Erfolg.
Lohnt sich der Aufwand ? Ich schmeiß nicht gerne weg.
Komme noch mit Johannisbeerproblem,
Gruß an einem ganz grauen Tag aus HH
Reinhard
Hallo Walter, ganz lieben Dank für Dein Know-how! Ich warte schon eine Ewigkeit darauf, dass endlich mal ein Brühe- udn Jauche-Kundiger hier vorbeikommt. Echt super! Magst Du einen Gastartikel zu dem Thema schreiben? Wäre super-hilfreich, wenn die benötigten Pflanzen mal per Foto gezeigt werden, denn viele kennen sie nicht.
Reinhard: Überwinterung von Lavendel auch draußen ist so lange nicht kritisch, solange er nicht ganz furchtbar im Zug steht und v.a. nicht zu trocken. Die vertrocknen eher als dass sie erfrieren.
Hallo liebe Gärtnerin
Mache ich gerne , auch mit Bilder, doch leider habe ich keine Diggikamera und mit der normalen komme ich nicht so nah heran. Ich werde versuchen diese Pflanzen irgendwie auf Bilder zu bekommen. Wenn ich sie habe, kann aber etwas dauern, schicke ich sie dir. Wenn du willst schreibe ich gerne einen Gastartikel über Jauchen, Brühen und Tees. Wie du ja selbst weißt sind diese Jauchen und Tees vielgestaltig einsetzbar. Sollte einer diese Pflanzen nicht kennen gibt es die in Gartenfachgeschäften getrocknet zu kaufen (sind aber nicht billig), sie haben auch die gleiche Wirkung, doch mehr Spaß macht es wenn man durch die Landschaft geht und die Pflanzen selbst pflückt. Sag mir bitte Bescheid.
Gruß Walter
PS. Ich habe auch ein Jaucherezept das man auf Mulchmaterial gießt, vertreibt die Wühlmäuse und anderes Getier. Ich weiß aber nicht ob ich das öffentlich machen soll da es um den Holunderstrauch geht. Ich habe das einmal getan, der Erfolg, die Holundersträucher bei uns waren fast alle kahl.
Gruß Walter
Nachtrag!
Ich habe oben Wasserglas angegeben, doch was ist Wasserglas?
Wasserglas (Natriumsilikat) ist ein sehr starkes und kieselsäurehaltiges, basisch wirkende Flüssigkeit.
Brennspiritus und Kräutermittel haften besser wenn Schmierseife beigegeben wird. Bitte keine normale Schmierseife verwenden da diese meist stark parfümeriert sind, kann zu Blattsterben führen.
Magermilch oder Molke muss unpasteurisiert sein.
Gruß Walter
Super Walter! Also ich hätte Bilder von folgenden bisher erwähnten:
Brennessel, Schachtelhalm, Wermut
Ob das Tanacetum auf dem Gärtnerblog identeisch mit Deinem Rainfarn ist, müsstest Du mal schauen. Und vielleicht hab ich noch das eine oder andere Bild. Schreib mir doch bitte einfach ne Mail, welche Pflanzen Du noch bräuchtest. Adresse unter Autoren oben rechts.
Das Mulch-Holunder-Rezept kannst du natürlich öffentlich machen. Wenn Du es gleichzeitig mit Deiner ERfahrung ergänzt, können die Mitleser ja sehen und einschätzen, wie das ist.
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