Gärtnerin · 09. September 2007, 10:52

Pflanzen fürs Grab – Tipps?

Morgane wünscht sich Tipps für eine Grabbepflanzung, die dauerhaft draufbleiben kann, da sie dort nicht so häufig hinkommt.

“Ich bin traurige Besitzerin eines Stückchens Erde auf einem Friedhof. Da der “Bewohner” mein Sohn ist, wollte und will ich keine typische Friedhofsbepflanzung. Er liebte Blumen wie ich, bekam jedes Jahr zu seinem Geburtstag eine neue Bepflanzung seines Balkons.Die Pflanzen und Blumen im Garten, der unser war, waren auch für ihn.

Ich habe Lavendel, Salbei, Thymian gepflanzt, da er Pflanzen mochte, die riechen. Ginster und Hortensien, weil er die Bretagne liebte. Es sind auch allesamt Pflanzen, die es ertragen, dass ich nur 2-3 mal /Jahr hindackele… Hättest Du noch Tipps? Ich müsste jetzt wieder hin. Der Friedhof liegt in Stade (Noddeutschland).”

Kann da jemand unter die Arme greifen?

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10 Kommentare bisher

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Conny -Kevin33-, 10. September 2007, 09:06

guten morgen morgane
ich habe auch 2 grabstellen zum bepflanzen, ich habe als dauerbepflanzung “veronika” ich glaube so heißen sie,sind immer grün und haben miniblätter,enzian- winterhart, miniazalee und am kopfende miniröschen gepflanzt.(kleines grab) sonst je nach saison, geranien oder jetzt zum winter , heide in verschiedenen farben,also alles was nicht so hoch wird. auf dem großen grab habe ich 2 rhododendron (hoffe richtig geschrieben) 2 azaleen und dann eben ja nach saison pflanze ich bunte blumentupfen dazwischen. wenn du immer so weit fahren mußt, dann frag doch einfach einmal einen der vielleicht grade in der nähe von deiner grabstelle ist,ob er ab und zu mal nach dem rechten schaut. ( neben meinen gräbern sind auch 2 wo ich das übernommen habe mal etwas wasser zu geben oder alles etwas ordendlich zu halten weil sie fast 100 km weit weg wohnen. als dank stehen dann ab und zu ein blumenstrauß auf meinen gräbern. finde ich sehr lieb.
vielleicht konnte ich dir ein wenig damit helfen. wünsche einen schönen tag.
liebe gruß aus dem heute sehr nassen norden conny-kevin33-

Ursel, 10. September 2007, 10:35

Grüß Dich, Morgane,
meine Grabstelle in Norddeutschland ist seit fast 20 Jahren mit kleinblütigen rosa Rosen bepflanzt, die etwa einen halben Meter hoch werden, kann sein, daß sie “Sommerwind” oder so ähnlich heißen. Sie blühen äußerst üppig den ganzen Sommer hindurch und werden nie gegossen, da ich im Ausland lebe. Lediglich im Winter schneidet ein lieber Nachbar sie runter. Kann ich sehr empfehlen.
Sonnige Grüße aus Spanien
Ursel

Tatjana, 29. November 2009, 12:45

Als ich letztes Wochenende beim Grab meiner Oma im Brandenburgischen war, dachte ich mir, da möchte ich im nächsten Frühjahr was machen. Weil auch wir höchstens 2-3 Mal im Jahr dorthin fahren können, sind zur Zeit weiße Kiesel drauf, aber die sind einfach nur noch unansehnlich. Am Rand der Einfassung krabbeln im Frühjahr Maiglöckchen raus, weil meine Oma Maiglöckchen liebte.
Obwohl es bis zum Frühjahr noch ein bißchen hin ist, mache ich mir schon mal ein paar Gedanken.
Ich möchte etwas pfanzen,
- das ein paar Jahre bleiben kann
- das auf dem brandenburgischen Sand und in der prallen Sonne auch ohne regelmäßiges Gießen wächst, ohne daß das Grab ungepflegt aussieht
- das sich optisch, aber auch biologisch mit den Maiglöckchen verträgt
- das vielleicht nicht Allerweltsfriedhofsbepflanzung ist
- und vor allem einer alten Dame Jahrgang 1903 gerecht wird.
- Schön wäre etwas, was im Sommer blüht, aber das wäre die Kür.
Morganes Idee mit dem Lavendel finde ich ganz schön und Ursels Rosen klingen auch interessant. Bei den Rosen habe ich nur Sorge, daß sie an dem Standort (Sand, volle Sonne) nicht gedeihen. Und beim Lavendel überlege ich, ob meine Oma den als Pflanze jemals gesehen hat.
Habt Ihr noch andere Ideen?
Vielen Dank und viele Grüße,
Tatjana

Betula, 29. November 2009, 15:21

Ob deine Oma Lavendel je gesehen hat, Tatjana, weiß ich nicht, aber die Damen aus ihrer Generation liebten Lavendelwasser als Duft.
So gesehen würde es doch passen, oder?

Für volle Sonne und Sandboden würde ich als pflegeleichte Plfanze noch die Fetthenne (Sedum telephium) empfehlen. Außer im Laufe des Winters oder im Frühjahr die trockenen Stängel abmachen fällt da keine Arbeit an und die Pflanze sieht nicht nur während ihrer späten Blüte gut aus, sondern auch während des Wachstums im Frühjahr und im Sommer. Selbst die eingetrockneten Blütenstände sehen nocht nett aus, besonders wenn Raureif oder Schnee darauf ist.

Betula, 29. November 2009, 15:27

Eigentlich kann man für trockene, sonnige Stellen die ganze Sedum-Palette empfehlen. Sedumarten sind ganz leicht selbst zu vermehren und die niedrigen Arten breiten sich nach Bodendecker-Art flächig aus. Ob sie allerdings zu deiner Oma passen, Tatjana, musst du selbst entscheiden.

Sonnenblume, 29. November 2009, 18:12

Hallo Tatjana,
Ich habe auch vor 12 Jahren eine Lavendelpflanze auf ein Grab gepflanzt. Seither habe ich sie schon zweimal ganz tief runtergeschnitten, weil sie zu gross wurde. Kann ich nur empfehlen!
Ausserdem habe ich noch Winterheide und Sommerheide gepflanzt.
Dazwischen kommen noch im Sommer Wasserbegonien, was ja für dich nicht in Frage kommt, da du zu weit weg wohnst.
Aber die Idee mit den kleinblütigen Rosen gefällt mir sehr gut…zusammen mit dem Lavendel…:-) Da käme für dich eher die Fetthenne in Frage.

Gärtnerin, 29. November 2009, 19:12

Ich habe auch Bedenken bei Rosen. Außerdem brauchen die schon gelegentlich ein Ausputzen, um dauerhaft schön zu blühen. Fetthenne find ich auch prima. Was ich aber auch noch ans Herz legen möchte, weil nostalgisch, bodendeckend, immergrün, trockenheitssicher und blüht schön, ggf. zweimal: Polsterglockenblumen ->Campanula portenschlagiana. Könnte ich mir zu Maiglöckchen prima denken. 1. Blütezeit ist auch im Mai. ;-)

Tatjana, 30. November 2009, 00:40

So viele Antworten! Und so schnell! Vielen Dank!

1) Lavendel
Vom Lavendel habe ich mich ja noch nicht verabschiedet. Er wird auf dem trockenen, sandigen Untergrund bestimmt nicht murren. Aber nur weil ich ihn mag, muß das ja noch nicht die passende Pflanze für meine Oma sein. Fragen kann ich sie nun aber auch nicht mehr.
Weiß eine von Euch, ob Lavendel sich mit den Maiglöckchen verträgt?

2) Campanula portenschlagiana
Auch diese Idee gefällt mir gut, zumal ich beim Googeln auch noch ein ganz bezauberndes Bild von einem solchen Exemplar gefunden habe.

Aber, liebe Gärtnerin, wie ist es mit den verblühten Blüten? Sollte man die nicht regelmäßig entfernen? Es werden ja viele sein.
Wieviele Pflanzen werde ich brauchen für die Fläche einer normalen Einzelgrabeinfassung? Wenn ich es richtig verstanden habe, wächst die Campanula ja auch ganz eifrig.
Ursprünglich hatte ich auch daran gedacht, 1-2 Karren frische Muttererde auf das Grab zu geben, wenn ich es nach Jahren wieder bepflanze.
Wie ist es dann aber mit Unkraut oder, pc, den Gewächsen, die man dazwischen nicht haben will? Muß ich gerade am Anfang mit einer ganzen Menge davon rechnen?
Würden eigentlich die Campanula und der Lavendel sich vertragen, diesmal vor allem optisch?

Fragen über Fragen! Aber ich merke, es gibt schnell Antwort;o)
Vielen Dank und viele Grüße
Tatjana

Tatjana, 10. April 2010, 22:47

Liebe Gärtnerin, liebe Gärtnerblog-Fans,

nun wird es Zeit, das Grab meiner Oma, wie im Herbst angedacht, neu zu bepflanzen. Die Idee mit den Glockenblumen finde ich nach wie vor gut.
Aber ich möchte noch einmal fragen, wie es mit den verblühten Blüten ist. Muß man sie regelmäßig ausputzen? Dann wären die Glockenblumen vielleicht doch nicht die ganz richtige Wahl.

Auf einem Zwischenstop im Baumarkt habe ich heute eine gefüllte Variante Glockenblumen gesehen. Die Blüten sehen eher aus, wie winzige Röschen und spontan habe ich gedacht, das könnte zu meiner Oma passen. Habe die aber nicht in Ihrem Blog gefunden. Sind die ähnlich anspruchslos?

Freue mich über eine Antwort.

Vielen Dank und viele Grüße

Tatjana

Gärtnerin, 11. April 2010, 09:31

Hi Tatjana, ausputzen wäre eine Höllenarbeit, und fällt daher flach. Was man ggf. machen kann, ist, sie mit ner Heckenschere gesamthaft zu mähen, muss aber nicht. Gefüllte Glockenblumen gibts wohl hier auf dem Blog zu sehen, ich glaube unter Campanula Get Mee. Sie sind ebenfalls winterhart und recht anspruchslos, allerdings wachsen sie im Zweifelsfall nicht so robust wie die einfachen. Ich würde deswegen einfache Campanula portenschlagiana oder Campanula poscharskyana nehmen.

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