Gärtnerin · 01. April 2007, 15:37

Planten un Blomen 1

Ein wenig verwunderts einen schon, dass Planten un Blomen, ein wirklich riesiges Garten-Areal, so quasi fast mitten in der Hamburger City zu finden ist. Dass das so ist, hat aber historische Gründe, wie ich lernte.

Da gabs im 17. Jahrhundert einen niederländischen Herrn Johan van Valckenburgh, dem die Stadt Hamburg verdankt, ziemlich unbeschadet aus dem Dreißigjährigen Krieg hervorgegangen zu sein. Herr van Valckenburgh war der Erbauer der Schutzanlage mit Wall- und Grabengürtel, die heute Planten un Blomen ist. Eine Brücke über den heute noch zu sehenden Wallgraben, zu dem es später noch ein Foto gibt, trägt seinen Namen und dieses Schild in der Nähe der Brücke erinnert an ihn:

johan van valckenburgh

Im 19. Jahrhundert wurden die Zeiten dann anscheinend friedlicher, so dass man mit Teilen der ursprünglichen Fläche etwas anderes tun konnte. 1821 entstand im oberen Bereich des heutigen Planten un Blomen ein privater Botanischer Garten, der 1857 zum Staatsinstitut erhoben wurde. Und weil der Botanische Garten mittlerweile in Sachen Forschung und Lehre so berühmt und renommiert war, bekam er irgendwann in den 70 Jahren einen neuen Standort in Klein Flottbek. Das „übriggebliebene“ Planten un Blomen ist heutzutage eine weitläufige Parkanlage mit einigen interessanten Garten-Sehenswürdigkeiten, vor allem aber auch ein Naherholungsgebiet, das von Kinderwagenschubsern, Sonnenanbetern und Bücherratten auf Gartenbänken eifrigst frequentiert wird. ;-)
Rasenflächen dürfen beispielsweise betreten und belegen werden. Dadurch, dass es jedes Jahr ein echt attraktives Sommerprogramm mit eintrittsfreien Veranstaltungen vom Wasserlichtkonzert über die Japanische Teezeremonie bis zur Führung durch den Apothekergarten oder Töpfern für Kinder ab 4 Jahre gibt, gibts vermutlich auch genug Gründe, um immer mal wieder wiederzukehren.

Als „Schulgarten“ scheint Planten un Blomen nicht mehr so die Rolle zu spielen. Die Schulklassen, denen ich begegnet bin, konzentrierten sich hauptsächlich auf die Gewächshäuser des Botanischen Gartens, die immer noch in Planten un Blomen sind.

Und so sieht das Areal aus, wenn man auf eine zentrale Schautafel blickt:

planten un blomen lageplan

Mich haben vor allem die Gartenanlagen in den beiden rechten Feldern interessiert. Dort befinden sich – abgegrenzt von der Hamburger Messe und den Schaugewächshäusern des Botanischen Gartens der Universität Hamburg u.a. der Apothekergarten, der Rosengarten, der große Parksee mit Wasserlichtorgel, der Japanische Garten mit Teehaus, der Japanische Landschaftsgarten und ein riesiger Kinder-Abenteuerspielplatz (der mich aber nicht so interessiert hat). Unterhalb der Schaugewächshäuser und links davon befinden sich Wallgraben/Wallanlagen mit weiträumigen Liegewiesen und Flanierwegen und der einen oder anderen Event-Location wie z.B. der Töpferei.

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