Gärtnerin · 04. Juli 2007, 10:09

Spatz aus dem Nest gefallen

Ilona mit einer kleinen Spatz-Geschichte zum Thema Tiere im Garten:

“Ich kann auch was zum Thema „Tiere im Garten“ berichten. Wobei…. eigentlich heißt es bei mir eher „Tiere auf dem Balkon“. Ja, auch das gibt es. Es war an einem Samstag – an einem sehr heißen Samstag – und ich war mal wieder völlig in Eile, weil ich schon längst losgefahren sein wollte. Da sitzt da völlig ruhig n kleiner Spatz und guckt mich an.

Spatz 2

Bewegt sich aber nicht. Denke ich: oh Gott, hoffentlich lebt er noch (denn ich hatte leider auch schon tote Spatzen auf meinem Balkon). Lebte noch; war wohl aus dem Nest in der Dachrinne über dem Balkon gefallen. Tja, was macht man in so einem Fall?! Ich wollte ihn auch nicht gleich adoptieren. Also setze ich ihm Haferflocken hin und Wasser. Und weil es ja so heiß war auch einen kleinen Karton zum unterschlüpfen. Da ist er dann auch gleich reingehüpft. Naja.

Spatz 3

Ich dann losgefahren und komme am Sonntag (nach den heftigen Gewitterschauern) wieder nach Hause, gucke nach: sitz der da nicht immer noch! Als wenn er nicht einen Schritt gemacht hätte. Und das Häuschen war schon ganz eingefallen. Na gut, denke ich, jetzt musste was machen, sonst überlebt er nicht. Neuen Karton und ab in die Küche. Das fand er witzig. Was macht man da als Spatz?!?! – Erst mal hinter Ilona´s Kühlschrank fliegen. Ist doch klar! *grrrr* So schlecht ging es ihm wohl doch nicht. Ich also ein „Fang-mich-Spiel“ mit Spatz in meiner Küche gemacht und ihn dann gepackt (mit Handschuhen versteht sich) und dann wieder ab aufn Balkon. So ja nun nicht.

Spatz 1

Nachbar gefragt (weil größer): „kannste nicht mal ins Nest gucken?“ Nachbar: „Nee, kannste knicken.“
Weil der kleine aber so gestresst war hab ich ihn erstmal in Ruhe gelassen. Nach ner Stunde geguckt. Weg war er. Ne Woche später sitzt er an der gleichen Stelle und guckt wieder unschuldig. Diesmal denk ich: „nee, mach mal selbst“. Und tatsächlich hüpfte er über meinen Balkon von einem Topf zum nächsten und wurde von Mutti und Vatti versorgt (das konnte ich leider nicht festhalten). Danach hab ich ihn nicht wieder gesehen. Denke, er kann jetzt fliegen.
Ende gut – alles gut.
;-)”

Danke für die tollen Bilder und die Geschichte. Zum Glück haben die Spatzen-Eltern das noch gepeilt, dass der Kleine noch da ist. Man unterschätzt die Vogeleltern manchmal und hält ein Jungtier für verlassen, obwohl es das nicht ist. Möge der kleine Kerl es sich gutgehen lassen!

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Vor einem Jahr
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3 Kommentare bisher

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Uta, 04. Juli 2007, 11:03

Sieht eigentlich schon ziemlich komplett aus, der kleine Spatz von Ilona. Was der wohl hatte?

Ich kann eine Balkonvogel-Episode beisteuern, die meine Mutter erlebt hat:
In einem ihrer Blumenkästen (stehende Geranien mit großen Blättern) baute ein Vogel (sie nannte ihn Bachstelze, was wohl nicht stimmt, jedenfalls so ein schlanker, schwarzer Vogel) ein Nest. Meine Mutter betrat den Balkon kaum noch und beobachtete, was weiter passiert.
Tatsächlich lagen irgendwann vier winzige Eier drin. Und es schlüpften Küken, die nach Futter schrieen. Meine gutherzige Mutter packte das Mitleid mit den Eltern, die pausenlos auf Futtersuche waren, manchmal beide zugleich. Großzügig streute sie auf ihrem Balkon Vogelfutter aus: kurze Wege für die Alten.
Die Folge war, dass eine ganze Gang Krähen auf ihrem Wäschständer Platz nahm, sozusagen am gedeckten Tisch. Die beiden “Bachstelzen”-Eltern stürzten unter Lebensgefahr hinzu, um ihre Jungen zu verteidigen und wären von den Krähen beinahe in der Luft zerrissen worden. Wenn meine Mutter nicht in einem Anfall von Einsicht und schlechtem Gewissen die Rolle einer Vogelscheuche übernommen hätte. Sie fuchtelte mit ihren Krücken und schrie so laut, dass beinahe die Nachbarn die Polizei alarmiert hätten…
Also, jedenfalls hat die Vogelfamilie aus dem Blumenkasten glücklich überlebt und meine Mutter mit ihren 80 Jahren hat gelernt, dass gute Menschen eine Bedrohung sein können für die, denen sie helfen wollen.

Eli, 04. Juli 2007, 11:16

Super Geschichte mit Happy End was will man mehr.Habe selbst schon kleine Findlinge aufgezogen(mit Hilfe der ganzen Familie).Grundsätzlich solche fast fertigen Vögelchen beobachten den die Eltern sind nicht weit.In meinem Fall ist der erste Vogel von einem hohen Baum runtengefallen da er noch die Augen zu hatte nahm ich ihn mit.Ein anderes mal waren es gleich zwei Wiesenpieper deren Eltern wircklich nicht mehr da waren!!
Vögel aufziehen ist für viele im ersten Sinnen eine gute Tat und die sind ja schon süss.Aber bedenkt man sollte Futter sammeln Mücken,Heuschrecken,Würmer oder Beeren!Wenn man weg muss wer füttert die Tiere?Es ist ein großer Zeitaufwand und wer spontan bleiben will sollte Findlinge in gute Hände abgeben oder der Natur ihren lauf lassen (wer es kann).

niXda, 05. Juli 2007, 11:52

Ja sehr richtig: “gute” Menschen können eine Bedrohung sein… Wer weis denn schon noch was “gut” ist? Die meisten handeln hierzulande doch nur nach ihrem anerzogenen “Geschmack” und selten nach dem was sie wissen bzw. wissen müßten…
Wer hat denn schon im Biounterricht wirklich richtig aufgepasst und haben die “Lehrer” überhaupt die richtigen Infos gegeben? Oder hat man die “Schüler” nur mit unnützen Kleinkram zugestopft und auswendig (statt inwendig!) lernen lassen?
Nu ja…
Bei Singvögeln aller Art ist es ganz gewöhnlich das fast flügge gewordene Jungtiere vorzeitig das Nest verlassen und sich in einiger Entfernung vom Nest aufhalten. Diese werden jedoch immer von den Eltern weiterversorgt bis sie es selbst können (es sei denn die Eltern wurden zu Opfern von…).
Neben dem großen Zeit- und Arbeitsaufwand, solche Jungtiere durchfüttern zu wollen, spricht vor allem die Möglichkeit, dadurch, mehr schlecht als recht zu machen…
Bei ganz jungen Vögeln bzw. Nestlingen, die aus dem Nest gefallen sind, sollte man diese wirklich bei einem Fachmenschen abgeben, der das nötige Wissen und die entsprechende Zeit dafür hat…oder der Natur eben ihren Lauf lassen!

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