Uta gartenbloggt demnächst mit
Uta dürfte den Mitlesenden ja nicht mehr ganz unbekannt sein. Sie hat in letzter Zeit mit verschiedenen eingeschickten Gastbeiträgen auf sich aufmerksam gemacht, jüngst z.B. zum Thema Gartengestaltung in Russland und zum Thema Baum-Schneide-Murks und wird in ein paar Tagen auch auf dem Gartenblog mitschreiben, wenn ihr was Spannendes Grünes unter die Finger kommt.
Wie üblich habe ich Uta ein paar Fragen gestellt, damit Ihr sie vorab schon ein bisschen kennenlernen könnt.
?- Wer bist Du und was machst Du? ?-
Ich bin 50, fand Gärten immer schön, wollte aber nie was damit zu tun haben. Meine Eltern hatten mal einen gemietet. Für gemütliche Wochenenden, sagten sie. Sie hackten, jäteten, gossen und düngten aber immer nur. Denn was würden sonst die Nachbarn denken…
Meine Tante Florchen besaß einen riesigen Garten mit alten Obstbäumen, Sträuchern und Wiese, auf der sie Wäsche bleichte und an Geburtstagen Fressgelage für 40 Leute veranstaltete. Das war schon eher was. Sie produzierte tonnenweise Marmelade, Kompott, Schnäpse und Ringelrosenbutter. Mysterös für mich als Kind: Butter aus Blumen, die keine Butterblumen sind!
Von Beruf bin ich Journalistin, verheiratet, mit zwei (fast) erwachsenen Kindern. Wir leben im Norden von Berlin.
?- Wo gärtnerst Du und seit wann? ?-
Als wir vor zehn Jahren in ein Haus zogen, hatte ich plötzlich selbst einen Garten, etwa 500 Quadratmeter. Profigärtner legten ihn an. Er hat geschwungene Pflasterstein-Wege, einen kleinen Teich und ist vorwiegend mit Stauden und Bodendeckern bepflanzt. Vom alten Garten blieben einige Sträucher und Rosenstöcke. ?Alles wachsen lassen, immer mal ausputzen, von allem immer nur wilde Arten einsetzen?, erklärten die Gärtner und zogen ab. Da stand ich nun und hatte keine Ahnung…
— Was hat Dich bewogen, ein Gastspiel auf dem Gärtnerblog zu geben? ?-
Auf keinen Fall Sendungsbewusstsein. Ich kam eigentlich her, um Rat zu suchen. Dann dachte ich, dass ich ja nicht die einzige ?späte Gärtnerin? bin. Ich könnte immer mal davon erzählen, was uns so umtreibt. Und wie man größere und kleinere Gartenkatastrophen erlebt -und gelassen ertragen lernt.
?- Eher Gemüsegärtner oder eher Ziergärtner? Vorlieben für bestimmte Gartenstile? ?-
Ziergarten, möglichst natürlich. Dramatischer Interessenskonflikt mit meinem Mann. Er will Essbares. Bei Einkäufen in Gärtnereien (ich nehme Erde, Hornspäne und ev. ein paar Zwiebeln), schnappt er sich unweigerlich einen Strauch oder ein Bäumchen. Dann habe ich ein Problem, denn eigentlich ist dafür kein Platz.
?- Lieblingspflanzen? ?-
Rittersporn, inspiriert von Karl Försters Büchern. Taglilien. Mohn. Glyzinie, Jasmin. Herbstanemonen. Geranium, obwohl es stinkt. Ich bin ihm dankbar, weil es so dankbar ist und alles Unkraut killt. Gartenblaubeeren, neuerdings.
— Was interessiert Dich, was von Deinen Erfahrungen möchtest Du teilen, wo auch eventuell von anderen profitieren? ?-
Ich kämpfe mit lehmiger Erde, hohem Grundwasserstand, Sonnenmangel, Pilzbefall, Moos, Nacktschnecken und der Ignoranz meiner (geliebten!) Familie, für die der Garten eine Kulisse ist, die unabhängig von ihnen existiert wie der Himmel.
Ich lerne mühsam, dass ich nicht alles haben kann, was ich will. Dass ich mich mit Gift zurückhalten sollte. Dass sich Gewächse nicht disziplinieren lassen (meine jedenfalls) und dass ich nicht pedantisch sein darf. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen Welten. Ich weiß z.B. alles über Kompost und kriege trotzdem keinen hin.
Ich freue mich über Spaziergänger, die an meinem Gartenzaun stehen bleiben und manchmal sogar klingeln. Ein Garten ist kommunikativer als ein Hund. Man lernt nette Leute kennen, die sich gern die Hände dreckig machen und nach Erde riechen. Man kann überflüssige Pflanzen ohne Gewissensbisse loswerden, kriegt Ableger geschenkt und bereitwillig alles Mögliche erklärt. Der Gärtnerblog ist eine Art erweiterter Gartenzaun, finde ich.
— Was ich sonst noch liebe… —
…Schuhe, Handtaschen, Bücher, Bilder, Stoffe, Papier, ländliche Ziegelmauern, alte Friedhöfe, Pusteblumen, rostigen Schrott, moderne Möbel, Raben, Regenwürmer, Lammfleisch, Rotwein, indische Gewürze, Lagerfeuer, Faltbootfahren. Handwerker in blauen Latzhosen, die ihr Fach verstehen. Meine alten Gartennachbarn. Freunde, die mir was erzählen und mich zum Lachen bringen und nicht ständig so tun als ob sie keine Zeit hätten, obwohl sie wenig haben. Für sie kann der Garten gern warten.
Prima Uta, dann freue ich mich schon auf Deinen ersten selbstgebloggten Beitrag und wünsche Dir viel Spaß auf dem Gartenblog! ;-)
eingewurzelt unter: Garten allgemein
Vor einem Jahr
Garten-Koch-Event Kohl - die Abstimmung




2 Kommentare bisher
KommentierenHallo Uta,
bisher bin ich noch nicht in alle Untiefen Eures Gemeinschaftsblogs vorgestoßen. Erst jetzt habe ich Dein Vorstellungsinterview gefunden und lese interssiert, dass Du offensichtlich gar nicht so weit von uns entfernt gärtnerst. Wie Du aus meiner Adresse (Mail) ersehen kannst, befinden wir uns im nördlichen Berliner Umland.
Dein Garten gefällt mir und mit Neid lese ich, dass ihr Lehmboden habt, also eigentlich ideales Rosenland. Wir gärtnern auf Schutt( Vorbesitzer des Hauses) und Sand, das schränkt meine Wünsche etwas ein. Bei dem einen ist der Boden beim anderen der Schatten, aber für jede Gelegenheit gibt es glücklicherweise Pflanzen!
Bis demnächst in diesem Blog
LG
Sisah
Hallo Uta
Gerade schrieb ich an Gärtnerin das ich seit dem Frühjahr immer wieder Diese Seite besuche.
Bei Deiner Vorstellung bin ich erst heute gelandet und nachdem ich das tolle Gartenfoto mit dem Blauregen entdeckt hab , bin ich vielleicht mit meiner Frage bei Dir richtig ? … :
Ich habe mir einen Blauregen gekauft der darauf wartet in die Erde zu kommen.
In der Gartenhandlung sagte man mir ich müsste ihn pflanzen wie er im Topf sitzt. In einer schlauen Gartenzeitschrift hingegen steht das die Veredelungsstelle 5 cm tief in die Erde soll !?
Leider hab ich mir schon die Finger wund gegoogelt und nichts gefunden. Vielleicht kann man es bei deinem noch erkennen ?
LG von Gartenneuling Anna
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