Keisha · 02. November 2007, 17:44

Wie ich zur Alokasie kam

Eigentlich war sie gar nicht geplant. Ich war ganz normal einkaufen. Brot, Gemüse, und was man eben so braucht. Ich versuchte auch ganz eilig am Pflanzenregal vorbei zu kommen, weil ich kenn mich. Obwohl ich erst kaum hinsah, hab ich ihr Elend dennoch sofort bemerkt. Die Erde schimmlig in weiß und rötlich, welke Blätter, die vertrocknet aussahen, aber ganz weich waren. Mit weinendem Herzen ließ ich sie stehen, sollte sie doch 5 Euro kosten. An einem gewissen Punkt im Monat sind Lebensmittel einfach wichtiger als sterbende Pflanzen *seufz*

An der Kasse arbeitete eine Bekannte, zufällig die Stellv vom Markt. Ich hab zwinkernd gescherzt, daß man mir Bescheid geben möge, wenn die Alokasie entsorgt wird, damit ich mein Auto mit offenem Kofferraum neben dem Container parken kann. Wenn dann die Angestellte nicht ganz genau zielt…. ne?
Die Bekannte ließ sich die Pflanze zeigen, schüttelte selber bloß den Kopf, drückte sie mir in die Hand und meinte kurzerhand: “Wenn du eh grad rausgehst, wirf sie gleich weg.” So in dem Sinne halt. Dabei zwinkerte sie noch frech. Alles klar, ich hab sie glatt weggeworfen. Nämlich in meinen Kofferraum.
Daheim wollt ich erstmal den Topf aus dem Übertopf kriegen. Weil er so fest saß, hab ich ein bissel mit an der Pflanze gezogen. Und bin erschrocken. Klar, daß die Pflanze so kränkelte! Wo nix ist, kann nix wachsen:

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Ich wollt sie ja eh umtopfen…. also hab ich erstmal die Blätter abgeschnitten, die so braun waren:

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Die beiden übrigen Blätter:

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Und ein Grund zur Hoffnung, daß die Pflanze nicht ganz verloren ist:

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Ein paar neue, weiße Wurzeln hatte sie auch in dem mickrigen Wurzelwerk, und solche… wie soll ichs nennen? Zwiebeln? Knollen?

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Das Dingelchen hier fiel beim Umtopfen raus. Es ist holzig und ich hab an denen im Wurzelwerk gesehen, daß an der Spitze wurzeln austreiben. Sind das Wasserspeicher wie bei Asparagus oder Grünlilie? Oder treiben aus den Dingern Kindel aus?
Die Alokasie hat von mir jedenfalls erst einmal frische Erde bekommen und sitzt nun auch wieder fest im Erdreich. Mal sehen, ob sie sich erholt.

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Japanischer Garten Leverkusen, Stiefmütterchen



10 Kommentare bisher

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Miri, 02. November 2007, 20:46

Uuuuh… die ist ja irgendwie gar nicht gut in Form. :-(( Armes Ding.

Da wünsche ich dir aber gleich zwei grüne Daumen.

“Vermehrung durch Abtrennen von Ausläufern oder Rhizomteilung” steht ganz lapidar in meinem Pflanzenbuch.
Wikipedia sagt: “Als Nahrungsmittel genutzt wird der Riesen-Taro (Alocasia macrorrhizos). Es werden vorwiegend die stärkehaltigen Knollen der Pflanze genutzt. Sie werden wie Kartoffeln gekocht. Sie enthalten viel Mineralien, Vitamin A, B und C.”
Das ist ja cool. Dann ist das bestimmt so eine Knolle. Hoffentlich wird sie wieder fit! Also die ganze Pflanze, nicht nur die Knolle. ;-)

Keisha, 02. November 2007, 21:23

Nahrhaft sieht das Ding ja noch nicht aus *gg*
Den Taro hatten wir doch letztens erst hier im Blog. Eine Pflanzenbestimmung von Bernd.

Ich werd dat Knöllchen einfach mal erden. Dann seh ich ja, ob daraus was wächst oder nicht *g*

Gärtnerin, 02. November 2007, 22:38

Ich wünsche Dir auch, dass sie wieder wird. Habe mit halblebigen Alokasien keine guten Päppel-Erfahrungen gemacht bisher.

Frau Maulwurf, 03. November 2007, 01:02

Viel Glück beim Päppeln!
Ich habe auch eine Alocasie, allerdings zum Glück in einem gesunden Zustand gekauft. Jetzt wird sie gerade flankiert von zwei Papyros, damit die Luftfeuchtigkeit in ihrer Nähe schön hoch bleibt. Vielleicht hilft’s ja oder zumindest der Glaube daran…

Keisha, 03. November 2007, 01:07

Sie zieht morgen, sobald ich da Platz geschaffen hab, neben das Aquarium um. Zumindest, bis sie sich erholt hat *hoff* Da ist es gleichmäßig warm und die Luftfeuchte ist durch das offene Becken auch gegeben. Ich werd sehen, was draus wird. Beim Umtopfen hab ich ja gesehen, daß da neue Wurzeln am Kommen sind. So ganz hat sie ihren Lebenswillen noch nicht verloren.
Danke für euer Mitgefühl ^^

coma, 09. November 2007, 23:29

Ich hab das hier grad gefunden und einige Alocasia-Erfahrung.
Zunächst: Aus diesen kleinen Dingern kommen Ableger raus. Es dauert allerdings ziemlich lange und die Ausfallquote ist auch hoch. Wenn sie abgebrochen sind, dann steck sie einfach irgendwo in die Erde und vielleicht hast du Glück. Wenn sie noch mit den Wurzeln der Mutterpflanze verbunden sind, dann neigen sie dazu, aus der Erde nach oben rauszuwachsen. Eine Bewurzelung funktioniert aber nur, wenn sie komplett mit Erde bedeckt sind.
Wenn die Luftfeuchte und das Licht stimmen, dann bekommt man fast jede Alocasia wieder auf die Beine. Die Speicherorgane sind bei denen gut ausgeprägt. Ein Problem im Winter sind allerdings Spinnmilben.
Bei guter Pflege blühen diese wunderschönen Pflanzen übrigens regelmäßig. Die Blute selbst ist unscheinbar (grüne Spatha, weisser Spadix), aber man freut sich trotzdem drüber.
Viel Spass noch damit!

Keisha, 30. November 2007, 11:55

“Wir bedauern, mitteilen zu müssen, daß die Alokasie ihren langfristigen Mißhandlungen und Supermarktdepressionen erlegen ist.” (und einigen Trauermückenwürmchen bestimmt auch)

Die Alokasie war eine Pflanze, von der ich irgendwie keinerlei Feedback bekam. Ich meine, wenn man viel mit Pflanzen rummacht, ahnt man ja irgendwann, ob sie Wasser braucht, oder mal wieder Dünger fällig wäre, ob sie sich wohl fühlt, oder auch nicht. Bei der Kleinen hier war das komplett anders. Sie schien taubstumm oder sprach eine Sprache, die ich nicht verstand. Sie hat mir keinerlei Bedürfnisse vermittelt. Alles, was sie tat, war ihr kleines, zusammengerolltes Blatt aufrecht zu halten bis zu letzt. Sozusagen mit wehenden Fahnen dem Untergang entgegen.

Ich werde mir keine Alokasie mehr anschaffen. Gut, diese war geschenkt, aber trotzdem. Das scheint eine jener Pflanzen zu sein, mit denen ich nicht kann.
Damit steht die Alokasie ab nun auf meiner No-Go-Liste an Platz zwei, gleich unter den Farnen.

Gärtnerin, 30. November 2007, 17:06

Mein Beileid! Wie schon gesagt, ich hab da auch kein Händchen für.

Keisha, 16. November 2009, 14:40

Entgegen meiner Meinung, es nie wieder zu tun, steht nun doch seit Wochen wieder eine Alokasia bei mir, und, wie solls anders sein, sie macht Kummer… sie verliert nämlich für jedes Blatt, das sie kriegt, ein altes. So schafft sie es immer nur zugleich zu zwei offenen Blättern und einem neuen eingerollten Blatt. Ich hab sie noch im Verkaufstopf stehen, weil mir der eigentlich noch genügend groß erscheint und sie ja auch nicht heraus wurzelt und so. Allerdings ist das Substrat eher Kokos/Erde Gemisch.
Sollte ich sie doch mal umtopfen?

Fibus^^, 29. Mai 2010, 15:36

ich wohne zu ebener erde in einer rollstuhlwohung und jedes jahr wird ab april fleissig von der wohnungsverwaltungf aus gemäht selbst am rande oder unter der hecke gesteckte blumenzwiebeln haben null chance. kleines stück rasen sonst nix. oh wie traurig. dieses jahr kam noch kein rasenmähermann und oh wunder es grünt und was !!!. ich ernte giersch in der hoffnung abnehmtee daraus zu kochen und gestern versuchten wir entdeckte ashornstabgewächse auszu graben. leider brachen diese ab und wir retteten nur eine mit wurzel, ab in topf mit erde und nun warten was da wird.einen stengel steckten wir ohne wurzel in blumenvase einfach der schönheit wegen. ….eigentlich hab ich 10 braune finger und nich einen grünen dabei aber man weiss ja nie… schmunzel—- euer fibus ^^

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