Gärtnerin · 09. Juli 2007, 17:58

Wilder Wein-Blüten britzeln

Reger Bienen-Flugverkehr mit dicken Pollen-Päckchen an den Hinterbeinen verrät die Wilder Wein (Parthenocissus)-Blüte .

wilder wein blüten regnen

Wobei. Eigentlich weiß mans auch, wenn man nicht hinsieht. Wilder Wein-Blüten britzeln, sag ich mal, bzw. es klingt je nach Fallhöhe so etwa als ob es auf Zeltdach regnet. Mich entspannts und ist sicherlich eine der am geräuschvoll blühendsten Pflanzen. ;-)

Das Geräusch kommt daher, dass durch die fliegenden Bienen Blüten- bzw. Samenhüllen und Samen herunterrieseln, in nicht unerheblicher Menge, wie man auf meinem nebenan stehenden Topinambur von Sus sieht. Der Haufen scheint für die Spinne kuschelig zu sein:

wilder wein blüten regen

Gestern hab ich ein ganzes Kehrblech dieser Blüten-Abfälle zusammengeschaufelt. Im Gegensatz zu manch anderem fliegt dieses Grünzeug bei mir nicht mehr in die Beete. Tausende von jungen Wilder-Wein-Pflanzen aus Samen kann man sonst begrüßen. Damit dürfte das Thema Vermehrung auch klar sein. Wilden Wein per Steckling vermehren geht aber auch, und zwar ratzfatz!
;-)

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4 Kommentare bisher

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Elke / Miyelo, 09. Juli 2007, 21:32

Ja, dieses Geräusch ist mir im letzten Jahr auch urplötzlich aufgefallen und ich war erstmal ziemlich überrascht. Es ist erstaunlich laut.
LG – Elke

Uta, 09. Juli 2007, 22:18

Es gibt, glaube ich, von Kurt Tucholsky einen Text, der heißt: Was machen die Blätter der Birken (oder waren es Pappeln?) im Wind. Er suchte das passende Wort für diese taumelnde Drehbewegung.
Nun haben wir hier für ein anderes Phänomen das „Britzeln“. Ist das eine Eigenschöpfung? Oder nur was, was man in Berlin nicht kennt.
Falls es hier im Blog mal einen Jahresrückblick gibt (Bestes Foto, schwerste Frage, frechste Antwort etc. ), wäre ein selbst erfundenes Britzeln für mich das Wort des Jahres.

Keisha, 09. Juli 2007, 23:44

Mhh… im Schwobeländle sagt man „bitzeln“ für Kribbeln, kitzeln oder eventuell auch Blubbern (Limonade „bitzelt“ bei den Schwaben…). Britzeln hätt ich jetzt vielleicht mit „Knistern“ übersetzt, das ja auch irgendwie ein kribbelndes Geräusch ist. Wenn Geräusche „kribbeln“ können.
Pappeln habe ich als ein raschelndes Geräusch in Erinnerung, oder als Rauschen. Als ob sie beständig leicht zittern und die Blätter aneinander reiben. Daher ja auch die „Zitterpappel“ oder das „Zittern wie Espenlaub“

Gärtnerin, 11. Juli 2007, 18:50

Jetzt war ich selbst nicht sicher ob der Wort-Neuschöpfung. Aber nix da. Google kennt das Wort, also hab ichs nicht erfunden. :-(
Super Idee übrigens mit dem Jahresrückblick. Könnte ich Dich dafür gewinnen, Uta? Als so eine Art Uta Jauch, die im Dezember dann Gärtnerblog des Jahres bringt? ;-)

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