Wunderwelt Wissen – Champignon-Zucht

05. März 2007 von Gärtnerin

Gestern abend gabs in Wunderwelt Wissen, ProSieben einen Beitrag, in dem ein Profi-Champignon-Züchter gegen eine Hobbygärtnerin angetreten ist. Die Frage war quasi, wer erfolgreicher im Champignon-Züchten ist. Den Beitrag habe ich deswegen mit Interesse gesehen, weil ich mir schon mal überlegt hatte, das auch mal zu probieren. Pilzbrut gibts ja zu kaufen. Und so gleich wunderbar die ganzen Infos, wie man Champignons zieht, geliefert zu bekommen, fand ich praktisch.

Beide haben quasi das gleiche Verfahren angewendet, nur im unterschiedlichen Maßstab, (90% Pferdemist mit 10% Hühnermist verrottet, dann bei 58 Grad pasteurisiert, so das Keime absterben, mit Pilzbrut auf Weizenkörnern geimpft, erst warm und feucht gehalten, damit das Pilz-Myzel wachsen kann, dann Temperatur auf 16 Grad abgesenkt, damit die Champignons anfangen zu wachsen. (Alles soweit ich mich erinnere. Quasi frei aus dem Gedächtnis nacherzählt.)

Das Ergebnis bei der Hobbygärtnerin war ernüchternd. Einen einzigen Winzlings-Champignon hat sie vorgefunden, obwohl sie sich echt viel Mühe gemacht hat, die Bedingungen beim Züchter nachzuahmen (u.a. Mist 8 Stunden im Backofen gehabt, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit entsprechend eingehalten anscheinend). Quintessenz des Beitrags war dann, dass offensichtlich die Backofen-Nummer nicht ausgereicht hat, das Ganze genau so steril zu machen wie beim Champignon-Züchter, und sie nicht die Möglichkeit hatte, die Pilzbrut unter sterilen Bedingungen zu impfen.

Nun ja. Nach dem Bericht kann ich mir das dann wohl sparen mit der eigenen Champignon-Zucht (ich meine nicht diese fertigen Styropor-Behälter mitsamt Pilzkultur schon drin, das kann ja jeder).

Oder doch nicht?
Falls jemand das mit der Pilzbrut schon mal hinbekommen hat, würde ich mich eventuell doch anstecken lassen und es mal probieren… ?! Gibts Erfahrungsberichte für mich?

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15 Kommentare bisher

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Hallo Gärtnerin, ich habe mit Frau Teichfuß schon mal darüber gesprochen und sie meinte, im Hobbybereich würde sich das nicht lohnen. Auch bei den Fertigsets, die es zu kaufen gibt, würde nicht viel zu ernten sein. Der Gartenbauverein in Nauheim hat aber mal eine Aktion gehabt, bei der Baumstämme geimpft wurden und dort sollten dann Shiitake-Pilze wachsen. Ich weiß aber nicht, wie die Ernte da war.

Kaffeebohne, 05. März 2007, 21:39

Hi Kaffeebohne,
danke für die Info. Stimmt ja dann leider mit dem Fernsehbericht überein so weit.
Auf Stämmen geimpft ist für mich jedenfalls nichts, weil ich nicht eine kühle, schattige, feuchte Ecke im Garten habe. Ich werde Pilze-Ziehen wohl abschreiben müssen.

Mit den Fertigsets haben wir übrigens vor 15 Jahren oder so echt gute Erfahrungen gemacht.

Gärtnerin, 06. März 2007, 13:13

also ich denke das sollte kein problem sein.
kenn mich jetzt mit champignongs direkt nicht aus, aber hab schon erfolgreich diverse schirmpilze gezüchtet – auch mit gutem ertrag.

man sollte zum substrat sterilisieren einen dampfkochtopf verwenden, denn nur im backofen wird man das substrat nicht steril bekommen.

julian, 18. März 2007, 19:19

hier steht eigentlich alles… http://de.wikibooks.org/wiki/Pilzzucht

julian, 18. März 2007, 19:22

Danke Julian, ich werde mich also doch dann mal damit beschäftigen.

Gärtnerin, 19. März 2007, 12:13

Habe letzte WOche eine Schachtel Champignon zum selber züchten gekauft. Jetzt bin ich so weit, dass der Deckel 3 cm geöffnet ist. Meine Frage: Wo soll ich die Schachtel am besten hinstellen? Nach draussen mit den Temperaturschwankungen, in den Keller, wo es etwas feucht und eher dunkel ist oder in die Wohnung, wo es ca.20 Grad ist.Wäre froh um Eure Erfahrungen.

Irena, 01. Mai 2008, 07:15

Wir hatten das früher auf einem kühlen Kellerabsatz stehen. Wenns zu warm ist, schießen Dir die Dinger wie wild.

Gärtnerin, 01. Mai 2008, 14:25

Man sollte erwägen ob das Setting bei dieser Sendung nicht schon von vornerherein so war, dass der Profi gewinnt. Die Entmutigung von Hobbyzüchtern war vielleicht das Ziel?

Pilzzucht von auf Strohbrut wachsenden Pilzen ist nicht nur mit Sets, sondern auch “von Null auf” machbar und bringt gute Erträge. Ich züchte seit ein Paar Jahren Pilze, Champignons habe ich allerdings noch nicht probiert, da ich Veganerin bin und keine Tierprodukte verwende, inklusive Mist. Außerdem ist selbst bei Sterilisation fragwürdig, ob denn vor allem der Mist aus den Hühnerfabriken in Ordnung ist, wie das z. B. mit Medikamentenresten ist.

Sehr seltsam finde ich bei dem Setting, dass ein Profipilzzüchter einer “Hobbygärtnerin” gegenüber gestellt wurde, und nicht ein Hobby*pilz*züchter. Das ist ja so, als würde man einem Audi-Ingenieur keinen Mechatroniker gegenüber stellen, sondern einen Fahrradreparierer… Wenn die gute Frau völlig ahnungslos ist, was Pilzzucht betrifft, überrascht ihr negatives Ergebnis nicht.Selbstverständlich würde ein Hobbypilzzüchter bessere Ergebnisse bekommen, als eine “Hobbygärtnerin”.

Für Champignons, im Gegensatz zu andern Speisepilzen, scheint aber Mist notwendig zu sein, auf Stroh/Strohpellets klappt das nicht wenn man einschlägigen Foren traut. Wer aber nicht bereit ist seinen eigenen Kot dafür zu verwenden, sollte sich sowieso fragen warum denn der Kot anderer Tiere weniger eklig ist, über dessen Qualität man überhaupt keine Kontrolle hat und der aus Ausbeutung kommt… Also Champignons sind heikel:-)

Allerdings sind gerade mit Strohpellets, die dann einen Ball formen wenn das Myzel durchgewuchert ist, z. B. bei Austernpilzen schnell gute Ergebnisse zu erzielen. So einen Ballen kann man überall aufhängen, im Keller, im Flur, im Badezimmer. Es ist ja nicht jeder in der glücklichen Lage, über einen Garten oder noch nichteinmal einen Balkon zu verfügen.

*Sonnen*getrocknete Pilze sind übrigens eine fantastische Vitamin D Quelle, durch die UV-B Strahlen der Sonne während des Trocknens wird in den Pilzen *nach* der Ernte teils sehr viel Vitamin D gebildet. Ich lege mir so einen Vitamin D Vorrat für den Winter an, die getrockneten Pilze mahle ich in der Kaffeemühle zu Pulver und nutze sie als Grundlage für Saucen oder als Gewürz für pikante Gerichte. Vitamin D2 ist relativ hitzebeständig und geht beim kochen nicht kaputt.

Ava Odoemena, 19. November 2008, 17:28

Mich würde interessieren, ob man die champignons ansttat mist auch auf eigener anzuchterde ziehen kann???? Ich hab die chance das ich vom meinem Chef ein stückechen erde gekriegt habe.

Gartenlehrling, 10. Februar 2009, 14:23

Sehr geehrte Damen und Herren,

haben Sie einen Hinweis auf jemanden: Pilz-Züchter oder Gärtner,
der Interesse an der Verwertung von hochwertigem Pferdemist – ohne Strohanteil hat ?
Er ließe sich auch in Säcken oder Eimern verkaufen.

Unsere Pferdeauslaufhaltung befindet sich in Stuttgart-Vaihingen Im Unteren Grund.

Der gut abgelagerte Mist – ca 15 cbm kann dort abgeholt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Gisela Morlock-Rahn

Morlock-Rahn, 20. März 2009, 08:33

Nö, leider nicht.

Gärtnerin, 21. März 2009, 11:00

Hat von Euch jemand Erfahrung von Pilzzucht in tropischem Klima? Ich weiss das Thema ist kompliziert genug und jetzt noch so was. Aber könnte ja sein, wenn ja wäre ich für jeden Tip dankbar Gruss Rolando

Roland, 02. November 2009, 19:33

Ich lebe hier im tropischen Klima und kenne ein paar Familien die Pilze/Champions ziehen.Ich werde das auch mal versuchen und in der naechsten Zeit ein wenig spoionieren,bzw abgucken.Wohl eine gute moeglichkeit richtig Kohle zu verdienen,da wo man sonst nichts fuer sein Geld bekommt.Melde mich ggf.spaeter mal wieder.Gruessle.

jerapaan, 16. Dezember 2009, 07:34

Wir haben’s ausprobiert – es ist einfach (im Zimmer!) und macht riesigen Spaß!

Tanja, 02. März 2010, 16:23

Bei meiner Oma wachsen champions wild, ganz ohne zuchtmühen! Gestern haben wir wieder eine kleine Kolonie geerntet und zum Abend verspeisst. Tatsächlich ist es vielleicht auch einfach der Ideale Ort. Sie wachsen unter unseren dich bewachsenen Haselnusssträuchern und andere (sehr schattig) am Zaunrand wo meine Oma immer den frisch gemähte/n Rasen/Wiese jedes Jahr verteilt/auflegt. Sie meinte auch das sie Pilzstumpfen da mal eingegraben hat an dieser Stelle. Nun lassen wir diese auch immer im Boden wenn neue kommen und schneiden die Pilze oberhalb der Wurzel ab. letztes Jahr haben wir auch Hallimasch geerntet der sich zwischen der sehr ca 40 Jahre alten Gartenhecke (aber gepflegt) breit gemacht hat auch in nähe anderer alten Bäume. Nun muss ich dazusagen das es nicht so ein typischer schniegel blanker zucht garten ist, aber auch nicht total verwildert.

jan, 06. August 2010, 12:43

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