Astilbe – Prachtspiere
Ein Einkauf der letzten Tage waren drei prächtig-große Astilbe-Stauden (hellrosa, rosa und eher pink). Ich erinnere die Astilbe bzw. Prachtspiere (oder Spierstaude, aber nicht zu verwechseln mit Spiraea = Spierstrauch + Zwergspiere, die Gehölze sind) als so eine Trend-Bejubel-Staude der 90er/um den Jahrtausendwechsel, denn zu der Zeit waren sie verstärkt in den Gartenzeitschriften präsent, als DIE tollen Blütenstauden der Halbschatten/Schatten-Regionen im Garten, genau wie die Funkien und Farne.
Astilben zur Ansicht:
Ich hatte einige, die ich im ersten Miet-Garten überaltert vorgefunden hatte, und dann durch Teilung wieder zu prächtigem Wachsen und Gedeihen vermehren konnte. Ein Stückchen jeweils hat mich in jeden neuen Garten begleitet. Als ich hier 2003 sonnige Wüstenboden-Verhältnisse vorfand, hatten die mitgebrachten Astilben aber keine reale Chance, so dass ich sie einer befreundeten Schatten-Gärtnerin geschenkt habe, die gerade welche gesucht hat. Seitdem war mein Garten dann leider Astilben-frei. Die Tage bin ich über die drei Großstauden-Pötte gestolpert. Normalerweise kaufe ich eher kleine Stauden, als diese zur Blütezeit recht teuren Groß-Pötte, weil groß werden sie ja von alleine. Da sie aber erfreulich um 60% reduziert waren, und so schön blühten, und auch noch gut duften (das ist bei Astilben nicht unbedingt die Regel), konnte ich natürlich nicht Nein sagen. ;-)
Die Blüten einmal aus der Nähe betrachtet: So puschelig!
In weiten Teilen hat mein Garten natürlich immer noch keine Spierstaude-Standort-Qualitäten und wird sie aufgrund der Bodenverhältnisse und Trockenheit und Prallsonne auch nie haben. Ich habe aber einen halbschattigen Platz hinter dem Schuppen, an dem ein leerer großer Pflanzkübel steht, in den ich sie ganz toll pflanzen kann. Klar, muss dann natürlich regelmäßig gegossen werden, aber ich finde, dass die Stauden mit ihrem niedrigen dichten Laub und den federartigen Blüten-Rispen und der vor allem langen Blütezeit (kann von Ende Juni bis in den Herbst, deswegen auch wichtige Herbststauden, und oft im Herbst verkauft) auf alle Fälle Topf-Stauden würdig sind. Das geht auch problemlos, wenn sie genug Wasser bekommen, und eben nahrhafte Erde mit genug Wasserhaltefähigkeit kriegen. Sie sind je nach Witterung und Wohlbehagen ein bisschen Mehltau-anfällig, aber nicht grundsätzlich. Wenn das früher passiert ist, habe ich das befallene Laub entsorgt, ohne etwas sonst zu unternehmen. Im nächsten Jahr ists dann meistens wieder weg. Und den Schuppen am Fuß schön grün zu integrieren ist auch noch so ein Ziel gewesen …
Prachtspiere-Standortwünsche
Noch mal zusammengefasst, was schon angeklungen ist: Astilben mögen es nicht unbedingt trocken und sonnig, sondern eher halbschattig bis schattig, und brauchen für gutes Wachsen eine gewissen Grund-Bodenfeuchtigkeit bis Nässe. Bissi nahrhafter Boden wird gern genommen, und bissi lehmig, also etwas schwereren Boden mochten sie im früheren Garten auch gern. Deswegen sind sie so gut geeignet, in halbschattigen Bereichen z.B. am Teichrand, vor Sträuchern, Gehölzen oder unter Bäumen zu stehen. Sie machen, weil die Rhizome wirklich kurz sind (also nix wuchern), in der Vegetationszeit eine schöne geschlossene Fläche mit ihrem dichten Laub, auf dem auch “Unkraut” recht gut unterdrückt wird. Und die Blüte ist sowieso schön, finde ich. Im Winter sterben die oberirdischen Pflanzenteile wie üblich bei Stauden halt ab, aber das ist dann halt so. Die Blätter machen vertrocknet und braun eher nix mehr her, aber wenn man Blütenstände dran lässt, kann das bei Frost ne ganz schöne Struktur im Winter-Garten sein. Muss man aber natürlich nicht, sondern kann das Vertrocknete auch gleich ganz abmachen.
Astilben vermehren / teilen
Die dicht bestückten Töpfe waren derart vollgewachsen mit den Pflanzen, dass ich es gleich mal ne gute Idee fand, die Stauden zu teilen. Die Stauden vergreisen wie die meisten irgendwann, aber nicht so schnell wie manch andere, was ich ganz angenehm finde. Deswegen sind sie nicht so besonders pflegeintensiv und können jahrelang am gleichen Ort stehen. Wann sie geteilt werden müssen, merkt man automatisch, wenn die Blüte nicht mehr so üppig ist (geschätzt nach 4-5 Jahren). Astilben haben recht kräftiges und dichtes Wurzelwerk, das sich prima mit dem Küchenmesser senkrecht auseinanderschneiden lässt. Wenn man sie im Beet hatte, ist es natürlich auch funktional, sie mit der Grabegabel auszugraben, und dann ohne Bücken die Wurzelballen mit dem Spaten zu teilen, um sie dann wieder einzupflanzen. In meinem Fall war das Küchenmesser auf dem Tisch aber grad mal naheliegender. Kurz ausgetopft und lustig drauflos geschnitten, und anschließend 19 voneinander getrennte Astilben-Stauden eintopft (provisorisch). Das hier sind 13 Stück:
Die stehen jetzt erstmal so, dass sie im Untersetzer garantiert schön feucht sind, damit sie gleich wieder lustig Wurzeln bilden, bevor sie an den endgültigen Standort kommen. Da ich so viele auf keinen Fall selbst brauchen kann, werde ich mir einige davon wegnehmen, kann dann noch jemand anders mit einem astilben-geeigneten Garten-Standort welche abgeben, und den Rest zwecks Überzähligkeit auf die Pflanzenbörse mitnehmen. Äh ja, hatte ich noch gar nicht erwähnt: Diese Woche wird mein erster Herbst-Pflanzenbörse-Besuch jemals stattfinden. Ich werde am Samstag mit Sus nach Seeheim-Jugenheim fahren, um einen schönen Tag zu haben. Hoffentlich spielt das Wetter mit. ;-)
eingewurzelt unter: Stauden
Vor einem Jahr
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10 Kommentare bisher
KommentierenHallo zusammen!
Bin ich hier richtig?Habe eine Frage zu meiner Astilbenwurzel.Diese wurde vor 3 Wochen in die Erde gepottet.Kann noch gar nichts sehen :-(.Bin mir inzwischen unsicher ob ich sie richtig eingebuddelt habe.Unten sah sie eher wurzelig/haarig aus.Oben waren es harte Gnubbel (wie abgeschnittene Triebe aus dem Vorjahr).Oder waren genau das die Wurzeln?hab sie immer gut feucht gehalten.Weiß nicht mehr weiter.Danke!!mal wieder….
Judith
Hallo Judith, hast Du so eine Astilbe in der Packung gekauft? Manchmal werden die nichts. Ich würde aber die Hoffnung jetzt noch nicht aufgeben. Egal wie Du sie eingebuddelt hast, die rückt sich schon zurecht, wenn noch Leben drin ist.
Danke Gärtnerin
Habe die Astilbenwurzel (ca 8 mal 15 cm) lose,ohne Plastikbeutel auf der Frühlingsmesse in Lingen gekauft.Sie wirkten noch sehr lebendig.Bevor ich sie eingetopft habe war sie deutlich trockener,wirkte aber nicht tot.Muß mich jetzt wohl in Geduld üben.Danke für Deine Bemühungen.Lg Judith
Hallo! Bin neu hier, habe aber eine Frage, die ich keinem meiner Bücher gefunden habe. Haben im Frühling Astsilben aus Rhizomen (in der Packung) gezüchtet (wachsen gut), sollten alle rosa sein, blühen nun aber plötzlich weiß. War es eine Mogelpackung oder hängt die Blütenfarbe eventuell vom Boden etc. ab?
Nö, das ist dann wohl eher eine Astilbe-Mogelpackung gewesen. ;-)
Woooo gibt es die denn?
Hab ich noch nie im Handel gesehen.
Kindheitserinnerungen – bei meiner Oma im Garten wuchsen sie in Haufen und allen möglichen Farben.
Genau, mit Funkien + Farnen zusammen wucherte sie in schattigen Ecken.
Für meinen Balkon sind sie allerdings absolut nichts… der ist kaum schattig und in Hitzewellen ziemlich heiß, weil sich die Wärme staut.
Ich hab die Päckchen z.B. bei Penny schon gesehen, recht früh im Frühjahr.
Danke, ist mir noch nie aufgefallen.
Echt schade, dass ich die nicht halten kann, vielleicht in “meinem” Arbeitsgarten, so richtig feucht ist es dort zwar auch nicht, aber es gibt schattige Stellen.
Duftend kenn ich die nicht, so fluffig hab ich sie auch nicht in Erinnerung… waren möglicherweise überaltert, meine Oma hatte eher einen toten als grünen Daumen und kümmerte sich wenig umd das ganze Zeugs.
Danke an die Gärtnerin für die Info! Bin wirklich froh, diesen nette und informative Seite gefunden zu haben.
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