Berliner Staudenmarkt, Nachlese
Ich hab endlich (!!) ein Haus für meine Vögel, erworben auf dem Berliner Staudenmarkt im Botanischen Garten. Jedes Jahr am ersten April-Wochenende reißt das Ereignis ganze Groß-Familien schon im Morgengrauen aus den Betten.
Es lohnt sich aber auch. Die Kulisse ist prächtig, das Angebot lässt nichts zu wünschen übrig. Dumm ist nur, dass man seine Beute in Tüten durch den ganzen Park schleppen muss. Alte Hasen reisen gleich mit Rollwägelchen an.
Trotz des kalten Wetters schieben sich in Dahlem in einem überfluteten Tümpelchen gerade Stinkkohl und amerikanischer Riesenaronstab Lysichiton americanum entschlossen aus dem Boden:
(Stinken wird es erst später im Jahr, jetzt sieht dieses grelle Gelb einfach nur spektakulär aus)
Das große Tropenhaus wird gerade renoviert:
Es bekommt neue Heiztechnik. Man hätte eine Baustellenführung mitmachen können. Ich ging lieber mal kurz ins Botanische Museum, – zum Aufwärmen und weil es ein Klo hat. (Nettes Museum, übrigens. Man kann z.B. ganz viel über Drogen erfahren.)
Dies ist also mein Designer-Vogelhaus, dessen Macher aus dem Steierland einst für ihre “Vogelturmstandarten” einen Kunstpreis davontrugen, der sich leider sehr auf den Preis niedergeschlagen hat:
Andere Varianten:
Mal sehen, was meine Meisen davon halten. Es handelt sich nämlich um eine Kombination aus Futterstube (unten, für den Winter) und Nistkasten (oben, für jetzt). Hoffentlich kommt das Objekt nicht zu spät, um noch als Nest-Baustelle entdeckt zu werden.( Ich berichte, wenn’s bei mir piept.) Die Verkaufskünstlerin meinte höchstvorsorglich, das Häuschen müsse erst eine ganze Weile stehen, um von den Vögeln für akzeptabel gehalten zu werden.
Meine zweite Neuerwerbung ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Fehlkauf:
Diese roten Anemonen passen eigentlich zu gar nichts, was bei mir im Frühling blüht. Aber: Eine Frau hielt mich ihretwegen sogar an: “Sind die süüüß!!”. Das fand ich auch. Da möchte man doch glatt Anemohne dazu sagen! (Hat jemand eine Kombi-Idee?)
Immerhin habe ich etlichen Versuchungen tapfer widerstanden, zum Beispiel dem Dreiblatt(Trillium) in diversen Ausführungen:
Die Staude stammt aus Nordamerika, soll als Schattengewächs sehr begehrt sein, ist aber für unsere Augen, oder jedenfalls meine, doch sehr gewöhnungsbedürftig. Als ob bei einer Kunstblumenproduktion was nicht geklappt hat.
Oder dieser rotlaubigen Mandelwolfsmilch, die das ganz Jahr über belaubt bleibt:
Und der Teufelszunge (Amorphophallus konjac), von der im Blog vor kurzem die Rede war:
… und deren lat. Name irgendwie nicht richtig übersetzt ist. Ausgewachsen ist der kleine Bruder des Titanwurz ein riesiges Stück Grün, hier auf dem Bild zu sehen:
Faszinierend ist schon der Austrieb, der hier verschämt versteckt wurde:
Anmutig blühende Gebirgspflanzen aus einer Gärtnerei in Feuchtwangen:
Kakteen, darunter winterharte:
Die Stände waren natürlich “hintergrunfdtechnisch” perfekt positioniert: Der Botanische Garten zeigt ständig diese große Fläche mit unter freiem Himmel überwinternden Kakteen:
Es ist verblüffend, das Stachelzeug im Schnee zu sehen, ein Eisbär in der Wüste wäre vielleicht genauso seltsam.
Dieses “Kletterobst” hier unten weckte in meinem Mann den Jagdtrieb. Inzwischen hat er ja eingesehen, dass keine Bäume mehr (z.B. für Pflaumenkuchen) in in useren Garten passen. Aber Kletterobst …!!! Er schöpfte wieder Hoffnung.
Als er diesen Mann sah, ließ er sich umstimmen:
Der hat keine Hand frei für die Bio-Currywurst!
eingewurzelt unter: Garten allgemein
Vor einem Jahr
Kirschblüte-Start, Küchenschelle/Kuhschelle in weiß, Jungpflanzen-Status, Anemone de Caen (coronaria), Buschwindröschen, Trockener Boden, Die richtige Citruspflanze aussuchen!





















7 Kommentare bisher
KommentierenWie wär’s mit lila-blauer Küchenschelle zur Frau Anne Mohne? Je nachdem wie bunt Du es so magst…
Oh ja, das könnte gut passen. Ich hab so ein Eckchen mit Küchenschelle. Nur blüht sie jetzt leider noch nicht wegen der Kälte. Dafür könnte Anne Mohne als “Ausstellungstaude” etwas vorgeprescht sein, so dass sie normalerweise gleichzeitig kommen. Ha! Klasse. Danke!
Schönes Vogehaus, kannst ja mal Bilder machen wenn es im Garten Integriert ist oder vieleicht schon bewohnt : )
Anne Mohne ist wirklich wunderschön. Vergissmeinnicht wär doch auch ganz nett…
Berliner Staudenmarkt 2009…
Die Gärtnerhof GmbH veranstaltet in Kooperation mit dem Botanischen Garten Berlin-Dahlem den sog. Berliner Staudenmarkt, der jeweils im Frühling und Herbst stattfindet. Unser aller Uta hat schonmal von der Veranstaltung berichtet. Jetzt habe…
Die Teufelszunge habe ich schon seit 1990. Vor 3 Jahren hatte die Pflanze eine Höhe von 1,48 m und einen Kronendurchschnitt von 1,48 m. Dieses Bild war bei uns in der Volksstimme abgebildet. Ich wollte wissen,wer diese Pflanze kennt?! Doch es hat sich kein Kenner gemeldet. Doch durch Zufall habe ich die Teufelszunge in einer Gärtnerei gesehen. Nun ist mir auch der Name bekannt
Zwei Jahre später kann ich sagen: Das Vogelhaus war jeden Cent wert, den es gekostet hat! Es funktionierte sommers wie winters und hat mir die schönsten Naturbeobachtungen beschert. Es entstand eine Foto-Serie über seine Bewohner, Gartenrotschwänzchen. Hier der letzte Beitrag davon: http://gaertnerblog.de/blog/2010/rotschwanz-babys-1-tag-ausser-haus/
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