Gärtnerin · 28. August 2008, 11:44

Birnengitterrost

Reinhard hat sich vermutlich das fiese Schadbild Birnengitterrost an seinem noch jungen Birnbaum (Pyrus) eingefangen. Mein Beileid! :-(

“Dieses Schadbild an meiner voriges Jahr gepflanzten Birne ist beängstigend.
Was kann das sein ?
Bekämpfung mit Axt?

Bin traurig, dass die Schäden immer mehr werden.”

birnengitterrost 1

Birnen-Blatt von vorne mit gelben Flecken:

birnengitterrost 2

Birnen-Blatt von hinten:

birnengitterrost 3

Wer sich mit der Optik von Pilzkrankheiten / Rost im Garten bissi auskennt, kann aus den Bildern schließen, dass es wahrscheinlich ein Rost-Pilz sein muss. Ähnlich wie beim Rosenrost, Geranienrost oder Weidenrost bildet der Pilz auf den Blättern Areale, die pudrig gelb-orange aussehen und auch auf die Rückseite des Blattes durchschlagen. Die Pest in Tüten! Die Krankheit heißt Birnengitterrost. Ich schätze mal, dass es das ist. Habe zwar selbst noch nie nen Birnbaum besessen, aber das eine oder andere Mal in Gartenzeitschriften darüber gelesen. Vertrackt ist dabei, dass der Birnengitterrost Wacholder-Sträucher als Zwischenwirt benutzt, also die Birnbäume und die Wacholder sich die Pilzsporen gegenseitig überreichen. Der Sadebaum, eine alte Bauerngartenpflanze, gehört auch dazu. Deswegen sollen alle Wacholder-Pflanzen in der Umgebung entfernt werden, wenn man das Problem hat. Bekämpfung des Birnengitterrosts ist trotzdem schwierig, weil da anscheinend nicht allzu viele Mittel zur Verfügung stehen, und btw Rostpilze meistens ziemlich zäh sind.

Befallene Blätter sollten jedenfalls restlos abgesammelt und außerhalb des Gartens entsorgt werden, damit die dort gebildeten Sporen nicht auch wieder verbreitet werden. Bei einem jungen Baum kann man das sicher noch schaffen, bei größeren Birnen ist das aber wohl unmöglich. Den Lebenszyklus des Birnengitterrost und was man evtl. tun könnte, kannst Du in der Wikipedia nachlesen, Reinhard. Dagegen kämpfen, sich arrangieren, oder sich gegen Birnen entscheiden? Hm… Dazu kann ich nix sagen. Vielleicht steuern andere ihre Erfahrungen mit den fiesen Blattflecken bei.

noch ein Beitrag über den Birnbaum in meinem Garten

eingewurzelt unter: Gehölze,Obst im Garten,Schadbilder

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Sommerastern, Strahlenastern, Astern, Peperomia dolabrifolia-Blüten



18 Kommentare bisher

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Reinhard, 28. August 2008, 12:04

Also doch die Axt schleifen, ich hab auch einen Wacholder der an den Spitzen gelb wird, morgen bekomme ich Besuch von einem langjährigen Freund-Hobbygärtner und ziemlich bewandert. Wir wollen uns das gemeinsam anschauen und das Gartenbauamt informieren- oder irgensoeine Stelle – er weiß wen wir da anschreiben können. Man muss ja warnen.
Der Wacholder kommt auf jeden Fall weg, da er mal aus Verlegenheit gepflanzt wurde-Sichtschutz. Hat sich aber überlebt. Birne geht den gleichen Weg.
War ein Geschenk zu meinem Geb.tag. 2007. von irgendeinem Gartencenter Die meisten dieser Pflanzen sind Schadensverbreiter.
Zu den Schädlingen noch : Kastanienminiermotte.
auch was ganz tückisches, hoffentlich kommt nicht noch mehr solches auf uns zu.
Danke für die Reantwort.
Hier schon richtig herbstlich.
Grüß euch alle miteinander
Reinhard

Heiner, 28. August 2008, 12:48

Hier bei uns nicht weit außerhalb der Lüneburger Heide ist es natürlich aussichtslos den Wachholder dezimieren zu wollen. Wir leben deshalb einfach ohne jede Bekämpfungsmaßnahme mit dem Birnengitterrost. Er befällt die Birnen regelmäßig jedes Jahr, ist aber eigentlich kein ernstes Problem. Die Birnen tragen trotzdem wacker. Naja, ich weiß natürlich nicht wie viel mehr sie ohne den Rost getragen hätten.

Claudia, 28. August 2008, 14:46

“Warnen” ist eigentlich nicht nötig, denn der Birnengitterrost ist allgemein bekannt und quasi überall! Über die Interaktion mit dem Wacholder gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich kenne einen Gärtner, der den extra anpflanzte, um die Birne zu “immunisieren”. Fakt ist, dass die betroffenen Birnbäume dann trotz Pilz jede Menge wohlschmeckende Früchte trugen – und der Pilz war schon Jahre da!

Hier eine Infoseite, die empfiehlt, den Rost auf dem Wacholder zu bekämpfen (ausschneiden).

http://www.gartenprobleme.de/Birnengitterrost_-_was_tun_/birnengitterrost_-_was_tun_.html

Und hier Bilder aus dem wilden Gartenblog vom fortgeschrittenen Zustand:
http://www.das-wilde-gartenblog.de/2007/10/07/birnenrost-2007/

Reinhard, 28. August 2008, 15:06

An Heiner, der Birnbaum hatte im Frühjahr Blüten, die dann in wenigen Wochen alle abgefallen sind. Also gar keine Birnen. Es ist ja auch ein ganz junger Baum.Jetzt ca 1,6 m hoch ( niedrig )
Etikett : Pyrus Communia Conference.
Letztes Jahr 3 Birnen zum Essen. Alle anderen abgefallen.
Schreibe noch mal am samstag, wie ich vorgehe.
Gruß Reinhard

auenlaender, 28. August 2008, 18:01

@ Reinhard: Wir haben den Rost auch. 2006 und 2007 haben wir die Blätter noch abgesammelt, dieses Jahr nicht. Pfeif drauf (!), bringt mehr Farbe in den Garten ;-)
Das der Baum in dem Jahr, in dem er im Gartencenter gekauft wurde, Früchte trug und im Jahr darauf nicht, wundert mich nicht. Das war bei unserem Nektarinenbaum auch so. Neue Umgebung, kein “Baumschulenstreß” – was weiß ich…!? Dieses Jahr trägt unser Nektarinenbaum jedenfalls und bei Dir könnte es 2009 auch klappen. Wenn´s hauptsächlich um die fehlenden Früchte geht, würde mit dem Abholzen also noch ein Jährchen warten.

auenlaender, 28. August 2008, 18:03

kaufe im letzten Satz nach “würde” ein “ich”

Reinhard, 28. August 2008, 20:17

@auenländer ich habe auf meinem Grundstück ( im Jahr 1969 erworben ) viel verschiedene alte Obstbäume übernommen. Im Laufe der Jahre ist alles wegen überalterung der Säge zum Opfer gefallen. Angefangen hats mit einem Schädling in einem sehr schmackhaften Ontarioapfel.Dem wäre nur mit schwerer chem.Keule beizukommen gewesen.
Wegen Straßenbaumaßnahmen fiel ein Birnbaum – Klapps liebling- Mensch haben die geschmeckt. Aber alles in zu kurzer Zeit reif, kam man nicht mehr dagegen an. Ebenso eine schöne Kirsche- standen beide zu nahe am Strassenrand.Eierpfaume – Raupenfrass – eingegangen. Späte Zwetschge – für Zwetschgenkuchen ideal. Gallmilben- Exitus. Ich hab schon fast alles erlebt. Aber dieser Birnengitterrost ist für mich zuviel. Mein Gast-schenker des kleinen Baumes hats ja gut gemeint, aber ich kann mich nicht mehr drüber freuen. Essen würde ich keine der eventuell nächstes Jahr reifenden Früchte. Hab mir das heute nachmittag noch mal angeschaut – eklig. Auch der Wacholder sieht jämmerlich aus.Auch scheinen da irgendwelche Insekten drin zu wohnen. Beim Rasenmähen wurde ich umschwärmt. Ich hab die Kettensäge parat und Samstag gehts zur Sache.
Das für heute, Gruß aus 22457 HH
Reinhard

Reinhard, 29. August 2008, 16:14

Thema Birnengitterrost ade. Wurde in die Mülltonne entsorgt. Hat mich angeekelt, habe alle abgefallenen Blätter auch aufgesammelt und in die Tonne getan.
Es folgt der Wacholder.
Tschüss
Reinhard

Reinhard, 04. September 2008, 19:39

Wacholder ebenfalls ADE. Ist schon unterwegs zum Krematorium ( Müllverbrennung ). Auf dem angrenzenden Grundstück ist auch ein sehr großer Wacholder befallen. Also ist für Pilzverbreitung gesorgt. Da ich grade so gut mit der Kettensäge hantieren kann, ist auch der kleine Apfelbaum dran.
Er hatte mir 2 Äpfel präsentiert. Heute beim Rasenmähen bin ich an den dünnen Stamm gestoßen, da wars nur noch einer. Der fallende hatte Maden.
Gut Holz,
Reinhard mit Kettensäge

Gärtnerin, 05. September 2008, 09:48

Reinhard, Reinhard… Mach doch nicht gleich den ganzen Garten dem Erdboden gleich. Wie sollen aus kleinen Obstbäumen je große werden, wenn Du keine Geduld hast? :-)

Reinhard, 13. September 2008, 15:09

Gärtnerin, danke für die Impfung mit Geduld.
Manchmal hab ich sie , manchmal garnicht.
Der kleine Apfel heißt KORBINIANSAPFEL. Hab ich 2003 für 39,–€ per Versand gekauft. Also er hat noch mal bewährung – unbegrenzt. Werde halt nicht drumrumkommen ihn mit der chemischen Keule zu streicheln. Tut mir zwar leid, aber ohne das gehts halt nicht. Aber der Wacholder sah sehr unansehnlich aus.
Habe noch im Garten: Apfel – alt – no name-
Walnussbaum – Eiche – Kommentar dazu hat Keisha-
einen Tannenbaum – 1992 aus Kanada aus den RockiMountains mitgebracht ,in einer Milchtüte mit Moos !! Also es ist noch nicht gerodet !!
Blautanne sehr von Sitkafichtenlaus befalleb, wird immer kahler. Leider.
So des wars.
Gruß Klabautermann

Reinhard, 13. September 2008, 21:29

Ergänzung meines Bauminventars:
2 x Mirabelle
1 x Apfelwildling , soll gepfropft werden
1 x Feldahorn
1 x Ahorn ( aus Karlsruhe mitgebracht )
Tschüss zum abend von Reinhard

manfred, 02. Oktober 2008, 14:32

Gott sei Dank, ich bin nicht alleine mit dem BGR. Mein Birnenbäume sehen im Sommer zum Weinen aus. Aber danke für die Tipps. Morgen geht es meinen Wacholdern an den Kragen. Die hab ich mir mal aus Norwegen mitgebracht, waren dort Wildwuchs. Schade drum, aber was soll`s. Birnen ernte ich seitdem nur noch wenige. Mal sehen, ob`was nützt??
Vielleicht bleibeb die Augen ja im nächsten Jahr wieder trocken!!!
Gruß Bienenbillimaus

marianne wiesenfahrt, 21. November 2009, 09:49

birnbaum 5 jahre alt, im frühjahr reich blühend,
dann ca 20 birnen ca 3 cm,alle abgefallen-daß wars, denn dann “blühte” wie jedes jahr der BGR-gibts wirklich keine dauerhafte hilfe?? einmal gabs 3 wunderschöne birnen, einmal!! wer weis RAT

gartenmaenne, 17. Mai 2010, 21:27

Hallo Gitterrost geplagte!Habe so manches Gartenübel erlebt(erster Garten mit 11Jahren,jetzt bin icn über70 aber immer noch voll im Einsatz).Nun zum Gitterrost:Baycor-Spritzpulver(1Portionsbeutel)mit Baycor-Antracol WG(1Portionsbeutel,1,5mg)mit 5l Wasser mischen.Spitzen:1.Vorblüte(Ballonblüte).2.Vollblüte 3.Nachblüte.Für alle Sorten.Habe immer Jahrelangen Erfolg damit.Bei sehr hohen Bäumen wird nur die vom Spritzmittel erreichte Region gerettet.Eure Maenne!

Patty, 16. September 2010, 22:04

hi, mein clapps liebling hat auch den birnengitterrost, er wurde 2007 oder 2008 gepflanzt wächst zwar ganz brav, aber von den blättern ist sicherlich die hälfte befallen. wacholder ist keiner in der nähe (für mich zumindest nicht ersichtlich). sieht absolut eklig aus, er hat auch noch nie geblüht. tja was ratet ihr mir? danke
Patty

Klaus, 17. September 2010, 16:32

Ergänzend zu Gartenmenne !
Bei mir hat sehr gut Pilzfrei “Ectivo” von
Celaflor geholfen.
Einmal beim Austrieb und dann sofort bei ersten
Anzeichen von Befall.
Ich brauchte nur zweimal zu spritzen.
Der Wacholder kann mehr als 100 Meter entfernt
sein. Die Sporen werden vom Wind verbreitet.

Franz, 22. September 2010, 18:20

Danke, obige Kommentare haben mich amüsiert. Reinhard: kann ich deine Kettensäge ausleihen :-)

Mein 4-jähriger Williamsbaum hatte 2010 wieder wunderschöne 333 Blüten, vielversprechende 55 Birnchen, dann kam Kreuselkrankheit und Läuse an den neuen Trieben. Die hab ich mit stinkendem Schaltelhalmsud bekämpft. Läuse war’n kaputt – ich hatte ein dicken Herpes. Aber 10 Birnen konnte ich doch ernten. Gradeben habe ich die BGR-Blätter “geerntet” und noch ganz staubige Finger. Tut schon weh, wenn der BirnBaum unter scheiss BGR Befall (30% steigend) leidet, werde nächstes Jahr Eure chemischen BAYERischen Ratschläge testen.
Keine Idee woher Befall kommt, Wachholder hab ich nicht, dafür erfreut mich Schachtelhalm – ist wirklich prima resistente Pflanze, nur mit Beton oder Dynamit kaputt zu kriegen.

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