Gärtnerin · 04. September 2008, 10:31

Blaues Lieschen – Exacum

Noch eine Resteregal-Pflanze von letzter Woche: Exacum affine, auch Blaues Lieschen genannt, in einem noch ganz guten Zustand.

exacum blaues lieschen 2

exacum blaues lieschen

Mein Zander sagt zum Exacum, dass es zur Gattung Enziangewächse (Gentianaceae) gehört und auch „German Violet“ genannt wird. Herkunft – oh Überraschung, so was hatte ich ja noch gar überhaupt nicht: Eine Araberin, von der jemenitischen Insel Sokotra im Indischen Ozean. Wer hätte das gedacht! Kein Wunder, dass das Blaue Lieschen es warm mag. Woher der deutsche Name Blaues Lieschen kommt, kann ich mir spontan nur aus der Blüten-Fülle denken, die die Pflanzen mit Fleiß hervorbringen. Mit dem Fleißigen Lieschen (Impatiens walleriana) hat es aber sonst, glaube ich, nur den Namensteil „Lieschen“ gemeinsam.

Das Blaue Lieschen gehört wie die Kalanchoe von der Idee her zu den Wegwerf- oder Saisonpflanzen mit kurzer Lebensdauer, die nach der immerhin wochenlangen Blüte im Sommer/Frühherbst dann irgendwann fertig und verbraucht sind. Man kann natürlich versuchen, es länger zu behalten und im nächsten Jahr wieder zum Blühen zu bringen, aber ich habe es ehrlich gesagt bisher nie versucht, die Pflanzen zu überwintern.

Blaues Lieschen Pflege

Das Blaue Lieschen mag einen warmen, hellen Standort, möglichst nicht direkt in der Sonne. Zimmerpflanze wohl meistens, draußen unter diesen Bedingungen geht aber auch. Da verblühte Blüten nicht so dolle aussehen, hat man meistens reichlich damit zu tun, Verwelktes und evtl. abgestorbene Pflanzenteile auszuzupfen (Die ideale Schreibtisch-Pflanze für Intensiv-Betüddelung also. Ich mach das regelmäßig in einer Schreibpause zur meditativen Entspannung. *g*). Staunässe verträgts nicht, weils dann schnell fault, Trockenheit genausowenig. Zum Beispiel ein Wochenende ohne Aufsicht im Büro vertrocknet, und es kann vorbei sein. Sobald die Erde wirklich trocken ist, fängt das Pflänzchen an zu welken, und zwar ziemlich schnell. Man kriegt es dann auch nur mit Mühe wieder in Schwung, die Blütenpracht ist schnell dahin, eventuell sterben ganze Teile des Blattwerks ab. Ein bisschen heikel halt dahingehend, dass man es möglichst konstant leicht feucht halten muss, damit es hält. Diesen Gefahrenpunkt kann man abmildern, indem man das Blaue Lieschen nach dem Kauf möglichst sofort in einen größeren Blumentopf mit mehr Kapazität und damit auch Wasserhaltekapazität umpflanzt. Meistens sind die Töpfe von Kauf-Pflanzen ja schon völlig durchwurzelt und klein, so dass sie ganz schnell austrocknen.

Übrigens, es tut mir persönlich weh zu sehen, dass häufig z.B. bei den Minipflanzen in den Geschäften gleich genau passende Übertöpfe nebenan stehen. Das verleitet allzu viele unerfahrene Zimmerpflanzen-Freunde dazu, zur Neuanschaffung oder zur Geschenk-Pflanze den jetzt gerade genau passenden Übertopf gleich dazu zu kaufen, und so was wie Umtopfen dabei zu vergessen. Viele Pflanzen kommen – produktionstechnisch und logistisch günstiger ist das natürlich – in viel zu kleinen Töpfen daher und sind reif, direkt nach dem Kauf größer getopft zu werden, weil ihr Wurzelwerk dem Topf schon entwachsen ist und/oder das bisschen Erde viel zu wenig Wasserhaltefähigkeit hat, um die Pflanze auch nur kurzzeitig zu versorgen. Steht die Pflanze erstmal im dazu gekauften Übertopf, wird sie auch bis zum baldigen Versterben gar nicht mehr umgetopft, weil man ja den passenden Topf gekauft hatte. Besonders kritisch ist das bei Minipflanzen, weil in den kleinen Töpfen die Erde in kürzester Zeit austrocknen kann. Blaues Lieschen gibts übrigens auch oft bei den Minipflanzen. Mein Tipp: Gleich in eine größere Schale mit anderen Pflanzen zusammen setzen, sonst gehts ganz schnell tot. Ach ja, und es gibt das Blaue Lieschen auch manchmal in weiß blühend. Dann heißt es aber nicht Weißes Lieschen, soweit ich weiß, sondern auch Blaues Lieschen. Vielleicht eher Blaues Lieschen in weiß. Nicht ganz stimmig, aber umgangssprachliche Pflanzennamen sind halt so. Exacum ist irgendwie besser. ;-)

Zurück zum Thema: Gibts denn jemand, der Blaues Lieschen mit Erfolg jahrelang pflegt, und/oder durch Stecklinge sogar vermehrt und das als lohnend empfindet? Würde mich interessieren!

Nachtrag: Exacum-Samen

eingewurzelt unter: Zimmerpflanzen

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3 Kommentare bisher

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edi, 06. September 2008, 09:05

Sehen echt hübsch aus. Leider nicht heimisch.

Asaro Franca, 12. Juni 2011, 19:38

Hallo
Habe Deinen Bericht über das Blaue Lieschen gelesen. ICh habe auch eine – aber irgendwie
klappt es nicht, das ist nun die zweite die ich kaufe, nach einer woche sieht sie nicht mehr so gut aus. HAbe letztes mal die Staunässe weggenommen und in ein Topf ca. 12 cm durchmesser umgepflanzt. Die Erde ist feucht. Ich zwicke die verwelkten Blüten immer ab. HAbe sie hinter einem Fenster mit Licht – und bisschen nachmittagsonne im _Haus gestellt. Hast du mir noch paar tipps, oben sind noch neue Blüten zu sehen, aber die pflanze sieht so schlapp aus. Vielen Dank für Deine
Antwort würde mich freuen, ciüss
grüsse
Franca aus der Schweiz

F. Scholing-Kamps, 06. Juni 2015, 13:00

Ich habe so ein Minidingelchen in Weiß geschenkt bekommen und es sofort umgetopft. Es blüht ohne Ende seit Mitte März, ist doppelt so groß duftet betörend. Verwelkte Blüten lasse ich dran, in der Natur knipst sie auch niemand ab. Sie ist kräftig und sieht immer frisch aus. Ich werde auf jeden Fall versuchen, sie so lange es geht am Leben zu erhalten.

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