Gärtnerin · 30. Juni 2008, 11:08

Citrusbockkäfer – Ahorn-Käufer, Achtung!

Schon wieder bedrohliche Käfer. :-(
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hat eine aktuelle Warnmeldung bezüglich jüngst verkaufter Ahorne (zumeist Fächerahorn) herausgegeben. Etwa 100000 mit dem nicht heimischen Schädling Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) verseuchte sind in den letzten Wochen in Supermärkten und Baumärkten verkauft worden. Die SDW bittet alle Ahorn-Käufer, ihre Bäume zu untersuchen, denn der Schädling bedroht auch unseren heimischen Bäume. Ein Befall soll bitte dem Pflanzenschutzdienst gemeldet werden! Die Gegenmaßnahmen sind bei der Meldung der SDW nachzulesen. Die Lage ist ernst.

Zur Meldung der SDW

Der Citrusbockkäfer ist übrigens ein beeindruckend großer Schädling. Bilder hier.

Informationsblatt Citrusbockkäfer kann beim Julius-Kühn-Institut bestellt werden. Zur Zeit vergriffen!

via Holzwurm. Danke für den Hinweis, Michael, das gebe ich gerne weiter.

Persönliche Anmerkung: Verdammte Hacke nochmal! Wir sollten so langsam unsere Handelsstrukturen mit Grünpflanzen, Saatgut und so mal überdenken. Nichts gegen Global Sourcing, aber das kann doch einfach nicht sein, dass so was passiert! Ich denke, ich werde mehr zu heimischen Pflanzen übergehen. :-(

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7 Kommentare bisher

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Mike, 30. Juni 2008, 15:57

Da es immer Menschen geben wird, die ihre Ware lieber aus billiger Massenherstellung in China kaufen als aus heimischer Produktion, habe ich meine Zweifel, ob die Invasion der Arten dauerhaft verhindert werden kann.
Irgendwie kommen immer Tiere als Passagiere mit, sei es im Ballastwasser, in Verpackungsmaterial, direkt in Naturprodukten oder gar gewollt (als Haustiere oder vermeintliche Nützlinge).
Ich hoffe nur, dass es nicht allzu schnell passiert und drücke deswegen natürlich die Daumen, dass die Discountkäfer sich nicht ausbreiten.

Eine Übersicht über (erschreckend) viele eingewanderte Tiere findet sich z.B. hier:
http://www.waldwissen.net/themen/waldschutz/invasive_neue_arten

Wobei ich zugeben muss, dass ich großer Fan der in Heidelberg ansässig gewordenen Halsbandsittiche bin. Diese Art verursacht glücklicherweise keine nachweisbaren Schäden – im Gegensatz beispielsweise zum Amerikanischen Eichhörnchen, das für große Baumschädigungen verantworlich ist und unser einheimisches rotes Eichhörnchen vermutlich irgendwann in Zoos verdrängen wird.

Gärtnerin, 01. Juli 2008, 10:36

Ja, ich habe da auch meine Zweifel. Überlege gerade, wie so was überhaupt vonstatten geht, und mache mich mal schlau, wie die Kontrollen und Pflanzen-Einfuhrbestimmungen, Pflanzen-Beschaudienste und so überhaupt so funktionieren. Vielleicht rede ich auch mal mit jemand darüber, der was davon versteht. An sich würde man sich ja wünschen, dass solche Einfuhren erstmal so was wie eine Quarantänezeit absitzen müssen. Geht aber vermutlich nicht wegen verderbliche Ware. Andererseits würde eine sogar finanziell aufwändigere Kontrolle vielleicht dazu führen, dass eingeführte Pflanzen echte Preise erhalten. In den Wirtschaftswissenschaften kennt man ja den Begriff der externen Effekte, die eigentlich dem Verursacher zugerechnet werden sollten.
Nur so mein Draufrumgedenke…

Sehr cooler Link übrigens.

Michael Finger, 01. Juli 2008, 18:52

Hi Steffi,
so weit ist man noch nicht, es hat schon Jahre gebraucht bis man das bei Holzprodukten durchgesetzt hat, das die behandelt sein müßen, wenn sie eingeführt werden sollen. Aber selbst in den ist ab und an dann doch mal ein Schädling drin und wenn dann Klima und Holzarten sehr gut für den Schädling sind, dann vermehrt er sich überproportional. Aber mache Sachen sind auch nützlich für das tägliche leben oder für bestimmte Sachen, von daher befürchte ich leider auch das wir mit leben müßen. Aber wenn jeder mal nach schaut und sich meldet wenn er den so einen Schädling entdeckt, halten wir das ganze schon mal viel kleiner, als wenn alle wegschauen.

MfG

Michael finger
Holztechniker

Angelika, 21. Juli 2008, 00:22

Hallo Ihr!
Möchte auch meinen Kommentar dazugeben: Ich habe vor ca. 1 Monat beim Aldi Nord 3 Fächerahorne gekauft. Heute erzählte mir eine Bekannte von den komischen Käfern. Mir blieb fast die Luft weg. Habe sofort die Ahorne untersucht: Ich konnte zwar keine Löcher feststellen, aber in der Erde waren so komische gelblich/grüne Kugeln. Sie befanden sich überall im Erdbereich. Wenn man draufdrückt, kommt so eine weißliche Flüssigkeit heraus. Eier?? Auf jeden Fall haben wir die Wurzeln von der Erde befreit und die Bäume erstmal so nackt ins Wasser gestellt. Die Erde haben wir in einen Eimer mit Deckel verbannt. Nun fristet er dahin…
Kann jemand etwas dazu sagen, was mache ich mit der Blumenerde und was mit den Bäumen??
MFG
Angelika

P.S.: Habe Bilder von den Kügelchen gemacht.

Gärtnerin, 21. Juli 2008, 14:12

Hallo Angelika, wenn Du magst, schick mir die Bilder mal. Bei Verdacht soll man den Pflanzenschutzdienst verständigen! Gibts in jedem Bundesland, üblicherweise beim Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt etc.

Agathe, 21. Juli 2008, 16:26

Ich habe jetzt erst diese Seite mit dem Citrusbockkäfer gesehen. Das ist ja schlimm, dass sowas passieren kann. Da habe ich ja wirklich gar keine Lust mehr, etwas bei Supermärkten oder Discountern zu kaufen. Das ist doch ganz unverantwortlich, sowas fahrlässig einzuschleppen. Auf jeden Fall vielen Dank für diese wichtige Information.

Vanessa, 14. November 2008, 13:38

Hallo…
Hab grade von den gelb grünen Kügelchen gelesen.
Wir haben in den letzten zwei Jahren auch Pflanzen mit solchen Kügelchen in der Erde gekauft (in zwei verschiedenen Blumencentern).
Dachten anfangs, das seien Schneckeneier und sind in diesem Jahr zu dem Schluss gekommen, dass es vielleicht eine Art Langzeitdünger sein könnte, da mit den Kügelchen nichts passierte und niemand in den Töpfen wohnt oder schlüpft.
Anfangs hab ich die Kügelchen auch akribisch kaputt gemacht.
Weiß mittlerweile jemand, was es wirklich ist?

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