Der Quittenbaum

04. Oktober 2008 von Sus

Das erste Gewächs, welches nach dem Einzug in unseren Garten durfte und dort einen Ehrenplatz erhalten hat, ist ein Quittenbaum.

Quittenbaum

Quitten (Cydonia oblonga aus der Familie der Rosengewächse) galten in der Antike als Symbol für Glück, Liebe und Fruchtbarkeit (es wird vermutet, daß der goldene Apfel des Paris, den er Aphrodite verehrte, in Wirklichkeit eine Quitte war) und wurden auch als Heilmittel gegen viele Krankheiten verwendet. Ursprünglich in Vorderasien beheimatet, wurden die Bäume über Griechenland auch im Mittelmeerraum angepflanzt.

Der Name leitet sich von der Bezeichung “mala cydonia” ab, welche “Apfel aus Cydonien” (= heutiges Chania auf Kreta) bedeutet. Dort wurde die Quitte wohl zuerst in großem Stil angebaut. Die Portugiesen nannten die Frucht später “Marmelo” und gaben damit unserer heutigen Marmelade ihren Namen.

Hierzulande unterscheidet der Gärtner zwischen Apfel- und Birnenquitten, hauptsächlich wegen der Form der Früchte so genannt. Apfelquitten sind aromatischer, aber auch härter und trockener im Fruchtfleisch, dafür weniger frostempfindlich. Birnenquitten sind etwas größer und weicher und können, ein sehr, sehr sonniges Jahr vorausgesetzt, auch direkt verzehrt werden. Meistens sind Quittenbäume auf eine Unterlage von robusteren Quitten gepfropft und sind so neben der ursprünglichen Hochform von 4-6 Metern auch als Halbstamm für den kleinen Garten erhältlich. Auch benötigt man keinen zweiten Quittenbaum in der Nachbarschaft, da sie selbstbefruchtend ist.

Wenn im Oktober sich die grünen, pelzigen Früchte goldgelb färben und anfangen, zu duften, sind sie erntereif. Wer die Früchte länger aufheben möchte, sollte sie schon früh pflücken und kühl und dunkel lagern. Ausgereifte Früchte sind nicht so gut lagerfähig und sollten gleich verarbeitet werden. Nicht zu intensive hellbraune Stellen und Streifen im Fruchtfleisch sind übrigens nicht verdorben oder giftig: beim Kochen und Backen verschwinden sie.

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14 Kommentare bisher

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Interessant!

Der Quittenbaum war auch einer der ersten, die ich gepflanzt habe. Er dürfte 1-2 Jahre älter sein als Deiner, schätze ich. Dieses Jahr gibt es eine ganze Menge Früchte. :-)

Barbara, 04. Oktober 2008, 23:01

Komisch, die Quitte scheint es vielen angetan zu haben. Auch wir haben als erstes eine Quitte gepflanzt. Inzwischen musste sie schon einmal innerhalb des Gartens unziehen. Das hat sie erstaunlich gut verkraftet. Geerntet habe ich schon letzte Woche, da die Früchte teilweise schon am Baum faulten.
Danke Sus, für deinen informativen Beitrag, da habe ich so einiges dazugelernt!

Betula, 05. Oktober 2008, 13:39

@Betula: Danke schön! Ja, das mit dem Faulen kann passieren, besonders wenn die Quitte an einer Stelle von Insekten angepiekst wurde. Das sind dann aber auch die ganz reifen Quitten, da kann man (bei unserem Baum zumindest) auch einen Teil direkt verzehren. Ansonsten hilft dann nur, so schnell wie möglich ernten und eventuell in die gewünschten Stücke zur Weiterverarbeitung schneiden und einfrieren, wenn man gerade keine Zeit hat, sie direkt zu verarbeiten.

Sus, 05. Oktober 2008, 17:44

Hallo

wisst ihr wo man solch ein Quittenbaum kaufen kann?

Eine Bekannte möchte so einen Baum im Garten haben, weiß aber nicht genau wo man den sich holt.

Idenn?

Gruß

Robin, 17. Oktober 2008, 16:12

Quittenbäume bekommt man in der Baumschule!

Betula, 17. Oktober 2008, 17:14

Genau, das ist er auch her. Am Besten eine Gärtnerei/Baumschule aus der Nähe wählen, denn die wissen am Ehesten, welche Sorte geeignet ist und das Bäumchen hat sich auch schon an das Klima gewöhnt.

Liebe Grüße, Sus

Sus, 18. Oktober 2008, 07:56

Kann mir bitte jemand etwas über die Quitte im Jahres verlauf Erzählen?

Danke schon im voraus

George, 06. Juni 2009, 13:41

Naja, wie bei vielen anderen Bäumen auch: Im Winter ist er kahl, im Frühjahr kommen die Blätter und dann die Blüten. Wenn genügend Bienen vorbeigekommen sind, werden daraus Früchte, die im Herbst reif sind. Nach der Ernte bleiben die Blätter noch einige Zeit am Baum, bis sie – gelb geworden – abfallen und dann ist es Winter und der Baum wieder kahl. Und dann geht es wieder von vorne los …

Liebe Grüße, Sus

Sus, 06. Juni 2009, 16:00

Jeder kann sich einen Quittenbaum selbst ziehen! Überall gibt es in Deutschland die Mehlbeere(Weißdorn. Im Herbst oder zeitigem Frühjahr werden kleine Mehlbeerbüsche ausgegraben und mit dem Quittenedelreis, das im Januar geschnitten wurde, bis im April veredelt. Sehr leicht gelang es mir, ein aus Ungarn mitgebrachtes Edelreis auf mehrere Mehlbeerbüsche zu Pfropfen. So habe ich jetzt Erträge der Birnenquitten mit 545 Gramm! Interessierte Leute können sich bei Bedarf Edelreiser in ausreichender Menge bei mir holen. Denn auch ich freue mich mit der Freude der Anderen Freude!
MfG Karl K.

karl kraus, 11. Oktober 2009, 13:55

Dem kann man noch anfügen, dass eine Quitte nicht unbedingt als Baum gezogen werden muss. Unsere wächst ganz “natürlich” als Busch.

Betula, 11. Oktober 2009, 16:25

Hi Leute,
ich wollte schon sehr lange einen Qittenbaum da ich absoluter Fan des Gelees bin.
Ich habe nun endlich einen platz im garten und die Stelle umgestochen aber mein Bekannter hat nun vom Häckselplatz gehäckselter Humus darauf gestreut und ca. 15 cm tief eingearbeitet auf ca 6 m².
Kann ich denoch die Quitte dort pflanzen? Oder macht die schärfe des Humus hier die Planze putt :-)
Gruß Pinsel

Pinselchen, 06. November 2009, 09:23

Wie schneidet man einen Quittenbaum richtig?
Und Wann?

kurt Weiglhofer, 07. November 2009, 14:48

Ich liebe diese frucht..LEcka!.. :D….

ABER: Sie ist nicht fein..

Junge, 30. April 2010, 09:03

Hallo Sus !
Über deinen Beitrag,zum Jahresverlauf, musste ich herzhaft lachen. Der war echt gut !

Klaus, 30. April 2010, 12:34

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