Dracaena-Produktion bei De Plaats
Sicher interessiert Euch ebenso wie mich, wie Drachenbäume produziert werden.
Der Anbau der einzelnen Dracaena-Sorten geschieht im warmen Gewächshaus. Zu den Bedingungen: Die Pflanzen bekommen viel Licht, sind aber nicht direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt, was, wie wir ja wissen, Drachenbäumen nicht gut vertragen. Eine Benebelungsanlage an der Decke sorgt für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen sind dadurch aber nicht nass. (Über die verschiedenen bakteriellen und pilzlichen Probleme bei Nässe an Dracaena hatten wir hier ja auch schon ganz viele Beispiele.) Da das Wachstum durch CO2 begünstigt ist, wird außerdem mit erhöhtem CO2 gearbeitet. Zur Gewinnung der Verkaufspflanzen werden von den einzelnen Dracaena-Sorten sogenannte Mutterpflanzen gezogen. Die Mutterpflanzen wachsen in Steinwolle. Mutterpflanzen-Felder zur Ansicht:
Diese werden zur Gewinnung von Stecklingen beerntet. Hier werden gerade Stecklinge geschnitten:
Die Stecklinge werden nach dem Schnitt zu einem großen Teil direkt als unbewurzelte Stecklinge an Lizenzproduzenten in der Welt exportiert, die diese dann selbst bewurzeln und das Endprodukt, also die fertigen Pflanzen, weiterverkaufen. In solchen Kisten werden die Stecklinge dafür gesammelt:
Zur Zeit hat die Kwekerij De Plaats ca. 300000 Mutterpflanzen im Mutterpflanzen-Gewächshaus, von denen jährlich etwa 1,5 Mio Stecklinge der 10 Sorten gewonnen werden können. Der Stecklingsverkauf hat anschließend Priorität und liegt bei ca. 50%. Der „Rest“ wird bei De Plaats (die kleinen Pflanzen wie bekannt), oder bei einem deutschen Betrieb (größere Pflanzen mit Stämmchen) bewurzelt und findet anschließend seinen Weg in die Geschäfte in ganz Europa. Damit wäre mengenmäßig erklärt, dass Dragontree-Pflanzen keine Massenware sind wie andere Standard-Drachenbäume (Die übrigens zum Großteil aus Mittelamerika/Costa Rica kommen.), und dementsprechend seltener im Geschäft.
Dracaena-Bewurzelung
Die Stecklinge, die zum Anbau vorgesehen sind, werden in einer Nachbar-Halle direkt in die späteren Verkaufs-Töpfe gesteckt. Das verwendete Erde-Gemisch (60% Blumenerde, 40% Kokos) wird dabei beim Stecken befeuchtet und die Töpfe anschließend mit einem Folientunnel überdeckt, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Mit dieser Start-Flüssigkeit unter Folie geht dann die Bewurzelung in ca. 4 Wochen ohne weiteres Gießen vor sich. (Vermehrungs-Tipp für uns aus erster Hand: Angießen und Tüte drüber!)
Dracaena „Malaika“ im Bewurzelungs-Tunnel:
Während der Bewurzelung wachsen die Dracaena oben noch nicht viel. Deswegen stehen sie nach der Bewurzelung noch einige Wochen ohne Folie, damit sie wachsen können. In dieser Zeit entwickeln sie sich dann zu schönen Jungpflanzen.
Gelerntes: Die frischen Malaika-Stecklinge oben auf dem Bild haben unterschiedlich dicke grüne Außenstreifen. Gelernt habe ich bei meiner Nachfrage, dass die Pflanzen nach Bewurzelung und Weiterwachsen alle sehr viel gleicher aussehen werden, da sie unter gleichen Bedingungen wachsen. Die Ausfärbung der Blätter bei den bunten Sorten hängt, anders als bisher von mir vermutet, nicht hauptsächlich mit unterschiedlicher Lichtintensität am Standort zusammen. Vor allem hat sie damit zu tun, wie schnell eine Pflanze wächst. Je langsamer ein Drachenbaum wächst, desto mehr grün in den Blättern! Je schneller, desto weniger grün, desto mehr bunt! Gleiche Wuchsgeschwindigkeit, gleiche Bedingungen = gleiche Farben. ;-)
Fertige Pflanzen stehen schließlich in wieder einer anderen Halle. Diese hier sind bereit, den Weg in den Verkauf und zu uns anzutreten.
- Anekdote: Habe Ruud erzählt, dass ich bisher 4x in meinem Leben Dracaena Malaika in Geschäften gesehen habe. Antwort: Du willst Malaikas sehen? Da guck mal: 7000 Malaikas! ;-) -
Hier bekommen sie dann noch die bekannten Schildchen, …
werden verpackt und dann an verschiedene Unternehmen, die direkt einkaufen, oder die Blumenversteigerung, z.B. in Aalsmeer, ausgeliefert.
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Neue Dracaena-Sorten/ Mutation / Selektion
Dracaena Dorado
Dragontree-Sortiment. Dracaena-Sorten im Vergleich.
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2 Kommentare bisher
KommentierenWerden die Pflanzen denn auch akklimatisiert bevor sie in den Handel gehen? Denn unter Innenraumbedingungen herrschen ja meist schlechte Lichtverhältnisse. Kannst du dazu was sagen?
Gruß Manu
Klar, Manu. Dracaenen sind ja ohnehin keine Sonnenkinder, also genau die richtigen für Innenraumbedingungen. Auf den Bildern oben wirds leider nicht so richtig deutlich, seh ich grad, aber die gesamte Produktion und auch die Pflanzen-Ausgangshalle sind von oben her schattiert. Die Stecklingsernte, die Anzucht und die Pflanzen – alles ohne direkte Besonnung. Alles bis zum Verlassen der Züchterei schattiert. War es das, was Du wissen wolltest?
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