Gärtnerin · 15. September 2008, 10:38

Enzian – Gentiana-Hybride

Ich habe kaum jemals Erfahrungen mit Enzian (Gentiana) als Stauden im Garten gesammelt. Das einzige Mal, dass ich es probiert habe, einen Enzian bei mir zu halten, wars ein abgeteiltes geschenktes Stück im Spätherbst, das aber im Frühjahr dann leider nicht wiederkam, obwohl der eigentlich recht anspruchslos sein sollte. :-(

Meistens kann man die verschiedenen Herbstblüher-Garten-Enzian´se, die jetzt Blütezeit haben, zur Pflanzzeit Ende August/September kaufen, und das für ein heilloses Geld. Die kleinen Kostbarkeiten (stehen übrigens unter Naturschutz) haben im Vergleich mit 0-8-15-Stauden regelmäßig nen stolzen Preis. Deswegen habe ich auch von der relativ hohen Pflanze, die mir am besten gefallen hat, Abstand genommen. 8,99 für einen kleinen Topf widerstrebt mir einfach, zumal ich die Pflanzen – Gebirgs-, Hochgebirgs- und Steingartenpflanzen mit z.T. heiklen Boden-Ansprüchen – halt immer noch als heikel einstufe. Eine kleinere Enzian-Hybride ist in den Einkaufskorb gehüpft. Ich mag halt blau im Garten, auch zu dieser Jahreszeit, und vielleicht ist die Sorte ja für Normalo-Garten-Boden so verzüchtet, dass ich ne Chance habe, ihn zu behalten. Das ist zumindest meine Hoffnung…

Die Pflanze heißt Gentiana „Alpine Success“

enzian alpine success

und hat, nachdem sie zuerst nur ihre dicken, schön geschraubt-verpackten Knospen zeigte…

enzian gentiana knospe

jetzt auch begonnen zu blühen. So richtig dunkel-enzian-blau ist er zwar nicht, aber doch ganz nett, die Blütenfarbe:

enzian gentiana

enzian gentiana blütezeit september

enzian gentiana hybride

Dem Pflanzenschild entnehme ich, dass die Pflanze „absolut winterhart“ ist, einen sonnigen Platz benötigt, gleichmäßig feuchte Erde braucht (also nix in trockenen Hang, sondern landet wahrscheinlich im Topf), und regelmäßig düngen soll man.

Jetzt habe ich Muffe, weil das eine Hybride ist, aber ich weiß nicht von welcher der zig Enzian-Arten. Ärgerlich, denn die haben so wahnsinnig verschiedene Ansprüche vor allem an den Boden (ganz sauer bis sehr kalkreich, knochentrocken bis sehr feucht). Kann mir da jemand weiterhelfen? Oder mach ich mir zu viel Gedanken? Überhaupt würde ich gern mal was von einem Enzian-Experten lernen. Vielleicht sind die Grundgesetze des Erfolgs ja eigentlich ganz einfach. Besonders würde mich interessieren, ob mir jemand einen/einige Enzian-Arten nennen kann, die in trockenster Sonne in meinem Hang gedeihen könnten, damit ich mal gezielter danach Ausschau halten kann. Österreicher, Schweizer, Alpinisten vor! ;-)

andere Stauden

eingewurzelt unter: Stauden

Alle anzeigen mit Stichwort:



6 Kommentare bisher

Kommentieren
Gabi, 16. September 2008, 10:08

Hmmm, Experte in Sachen Enzian bin ich sicher nicht. Meine Erfahrung ähnelt Deiner. Gekauft, gepflanzt, gepflegt im Frühling nix wiedergekommen. :( Allerdings sieht man sie hier im Osten Österreichs immer wieder als gute und ausdauernde Grabbepflanzung in dieser schwarzen Graberde. Mehr kann ich dazu leider nicht beitragen und schon gar nicht um was für eine Sorte es sich da handelt. :( Auf einem mir bekannten Grab stehen diese Pflanzen schon seit Jahren und werden dort regelmäßig verkleinert, da sie so wuchern. Einen Teil durfte ich mal mitnehmen, aber auch der ist nur etwa 100 Meter vom Grab entfernt über den Winter verschwunden (lehmig-sandige Erde, unter Kirschbaum, Sonne von Frühmorgens bis etwa 15 Uhr). Gedüngt wird an diesem Grab aber mit Garantie nicht und auch nicht regelmäßig gewässert. Blos halt das, was der Himmel schickt.
LG,

Gärtnerin, 16. September 2008, 10:13

Danke, Gabi. Das hilft zwar nicht viel weiter, aber fühlt sich tröstlich an. ;-)
Ich werds mal im Topf mit einer Hammer-nährstoffreichen Mischung probieren. Hab grad nen kleine Kompost angesetzt, weil ich so viel Schnittgut hatte, der kommt dann da rein, wenn er fertig ist. Ob es mir gelingt, den dauerhaft gleichmäßig feucht zu halten, ist ne andere Frage. Ich steh ja nicht dauernd neben meinen Pflanzen, vor allem im Hochsommer nicht…

Gabi, 16. September 2008, 15:29

Ich hab mal ein bischen im I-net gesurft und hab einen kleinen englischen Bericht über genau diesen Enzian gefunden. Darin stand, daß diese Pflanze einen kühlen Sommer liebt und das Substrat gleichmäßig feucht gehalten werden soll und das die dann einen wunderschönen Horst bildet.
Lg,

Gärtnerin, 19. September 2008, 10:10

Nochmal Danke, Gabi. Ganz lieb von Dir. Dann liege ich mit der Strategie ja mal vorerst richtig. Sehen, obs gelingt…

Stefan Voigt, 25. Januar 2009, 18:51

Hallo Pflanzenfreunde,
ich selbst bin Gärtner und möchte ab nächsten Jahr Enzian im großeb Still produzieren.Das einzige was mir eigentlich fehlt ist der PH. Erdmischung habe ich schon zusammen. wenn irgendjemand einen Tipp hat, danke ich
mit freundl. Grüßen Stefan

Stefan, 25. Januar 2009, 19:32

Die Frage nach dem optimalen pH-Wert kann nicht so pauschal beantwortet werden, da er zwischen den Sorten variiert.

Beispiele:
Gentiana acaulis. pH-Wert: 5.0-5.5
Gentiana septemfida lagodechiana. pH-Wert: 5.5-6.5

Gentiana verna kommt auch in neutralen Böden gut zurecht. Aus den Alpen stammende Enziane sind durchaus auch kalkliebend.

Kommentar hinterlassen

Deine Mailadresse wird nicht angezeigt.

zur Gartenblog-Startseite