Gärtnerin · 15. Juni 2008, 11:08

Erdbeeren selbst pflücken

Dieser Tage wieder zu Tausenden in freier Wildbahn anzutreffen: Der Gemeine Erdbeer-Pflücker auf seinem arttypischen Weidegrund, dem Erdbeeren-selbst-pflücken-Feld.

Das Erkennungsmerkmal ist, neben dem Auftreten im Rudel, die unmissverständliche Körperhaltung.

erdbeeren selber pflücken 2

Diese, man könnte sie auf den bevölkerten Erdbeerfeldern für ein Balzritual der Spezies halten, hat jedoch mit vegetativer oder generativer Vermehrung rein gar nichts zu tun hat.

Die Weideposition „Köpfchen in die Erdbeeren, Bürzel in die Höh´“ wird eingenommen, um die Erdbeeren besser erreichen und dabei Artgenossen signalisieren zu können: Hier pflücke ich!

Dominante Erdbeerpflücker verfügen denn auch über eine ausgeprägte Hinteransicht. Das Revierverhalten wird dabei wahlweise durch Warnfarben und bunten Bedeckung der hinteren Körperhälfte oder auch durch Abspreitzen der Beine unterstrichen. Signalfarben sprechen dabei eine deutliche Sprache. Daher hier ein Beispiel:

erdbeeren selber pflücken

Der gemeine Erdbeer-Pflücker kommt überwiegend auf Erdbeer-Plantagen wild vor. Diese sind deutlich mit Schildern „Erdbeeren selbst pflücken“ o.Ä. gekennzeichnet und sorgen aus sich heraus dafür, dass sich immer eine ausreichende Anzahl von Erdbeer-Pflückern einfindet, um die wildgewordenen Erdbeerpflanzen in Schach zu halten.

Erdbeerpflücker sind regenempfindlich. An Schlechtwettertagen meiden sie Erdbeerfelder-zum-selbst-pflücken und geben sich stattdessen der Verarbeitung (vorzugsweise Marmelade, Kuchen…) oder Verdauung der selbst gepflückten Erdbeeren hin.

Wer das Weiden der Erdbeerpflücker einmal in freier Wildbahn beobachten und eigene Studien zu dessen Verhalten durchführen möchte, findet im Internet zahlreiche Hinweise. Man bemühe die Suchworte „Erdbeeren selbst pflücken“ oder „Erdbeerplantagen„. ;-)

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9 Kommentare bisher

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Matthias, 15. Juni 2008, 11:17

Die Jungtiere der Erdbeerpflücker müssen nicht zu den Vorräten der Familie beitragen, sondern können sich ganz der lokalen und sofortigen Vernichtung dieser Unkräuter widmen. Liebe Grüße Matt

Katharina, 15. Juni 2008, 12:27

*g* ich bin der Unterart der im heimischen Garten Erdbeerpflückenden angehörig… sind aber Walderdbeeren und dieses Jahr für die Likörherstellung reserviert.

Gärtnerin, 15. Juni 2008, 13:12

Die Jungtiere der Erdbeerpflücker sind meistens nicht zu sehen. Sie bewegen sich auf vier rotverschmierten Extremitäten rutschend durch das Feld. :-))))

Ach, wir haben sogar ein Exemplar der seltenen Abart Walderdbeeren-Zupfer hier! ;-)

Sus, 16. Juni 2008, 10:31

Bist Du aber gemein!!! :-) Die armen Erdbeerpflücker können doch nichts dafür. Das ist Natur und Evolution und so …

Aber ich warte nur, bis ich (endlich) zum Himbeerpflücker mutiere. Da solltet Ihr mein Revierverhalten erst mal sehen!!! Da kommt mir keiner auch nur in die Nähe meiner Reihe!!!

@Katharina: Walderdbeer-Likör? Das klingt aber lecker. Wie machst Du den denn?

Liebe Grüße, sus

Gärtnerin, 16. Juni 2008, 13:49

*lol* Ich hab gestern abend schon einen ganzen Himbeer-Obstsalat aus dem Garten gegessen. Und ich lasse selbstverständlich pflücken. Ätsch!

Sus, 16. Juni 2008, 14:37

Aber selbstverfreilich habe ich im Garten auch Himbeeren. Und dieses Jahr auch schon welche verzehrt. Aber für die größeren Mengen, die jemand benötigt, der sooo himbeersüchtig ist, müssen es dann schon ganze Himbeerplantagen sein. Da kann man sich dabei auch so schön den Bauch vollschlagen.

Katharina, 16. Juni 2008, 21:25

Hallo Sus, ich probier das auch zum ersten Mal. Hab mein Rezept aus so einem Likörbuch, das besagt, man nehme 250g Walderdbeeren, bedecke sie mit Wodka, lasse einen Monat stehen. Dann abseihen. 1/4l Wasser mit 500g Zucker aufkochen, abkühlen lassen, mit dem Erdbeerwodka mischen, mit normalem Wodka auf 3/4 l auffüllen und noch einen Monat stehen lassen. Ist mir persönlich zu aufwendig, ich mach das wie mit jedem Likör und hoffe, daß es klappt: 250g weißer Kandis und die gestrige Ausbeute Erdbeereb (ca. 20g) mit Wodka bedecken. Ich werde dann mal die tägliche Ernte Erdbeeren dazugeben (beim Rumtopf geht das schließlich auch) und vermutlich so nach und nach die ganze Flasche Wodka dazugeben. Wahrscheinlich auch noch mehr Kandis, aber das wird nach Zwischenproben entschieden. Bisher riecht es noch scheußlich nach Wodka, das ist aber in den ersten Tagen bis Wochen normal. Dafür hat es schon eine hübsch rosa Farbe :-) Wenn es halbwegs gut riecht, wird halt mal probiert. Ich bin gespannt, was dabei rauskommt.

Die ersten Himbeeren sind schon rot und ich erwarte die Vollreife die nächsten Tage *freu*

Gärtnerin, 18. Juni 2008, 10:11

Aha. Hier gibts keine Himbeerplantagen, jedenfalls nicht dass ich wüsste. Deswegen habe ich das mit der Reihen-Verteidigung erstmal nicht so verstanden, Sus. :-)

Achim, 19. Juni 2008, 18:05

Die Törtchen meiner Frau sind verführerisch, der angerichtete Erdbeerjoghurt frisch und köstlich. Im letzten Jahr waren wir mit unseren Kindern zum Pflücken. Rote Münder hatten sie. Frau Nachbarin, der wir dann an der Haustür begegneten, die streng die Heilslehre der Hildegard-von-Bingen verfolgt, schlug die Hände über den Kopf zusammen: “Küchengifte”, zweifelte sie, “Küchengifte. Faulgase.” Die Kinder schauten sie mit etwas ungläubigen Augen an. Aber meine Frau, geliebt wegen ihrer Torten, sie brummelte beim Backen: “Laß sie reden. Wir lassen uns die Erdbeeren schmecken.”

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