Gärtnerins Empfehlung
Ich hatte ja neulich schonmal darüber sinniert, dass ich für manche Garten-Anbieter gerne werben würde, weil sie besonders interessante Sachen oder Pflanzen anbieten, und wie ich Werbung auf dem Gärtnerblog am liebsten hätte, nämlich als bunte Mischung aus verschiedenen Segmenten.
Wer die wöchentlichen Garten-Angebote liest, könnte denken, dass unsereiner nur an Ramsch und billig interessiert ist (Und tatsächlich meckern manche Profis immer mal wieder darüber, dass das Gärtnerblog “immer nur die Großen”, also die Konkurrenz, die viele zum Aufgeben zwingt …. und so weiter. Eigeninitiative aus diesem Bereich geht dabei aber gegen Null. ).
Jedenfalls trifft das Thema “Garten billig” im Zusammenhang mit dem eigenen beobachteten Einkaufsverhalten nur zur Hälfte. Natürlich ist es so, dass ich für austauschbare Massen-Standardware, die man an jeder Ecke nachgeschmissen bekommt, Preise vergleiche und most-günstig kaufe. Alles andere wäre irrational. In diesem Zusammenhang beobachte und moppere ich ab und zu bei kleinen Gärtnereien in der Region und im Internet: Es ist ein wettbewerbsstrategisch schwerer bis existenziell bedrohlicher Fehler, dass sie dasselbe Zeug über den Großhandel beziehen wie die Großen, aber weder mit deren Einkaufs- noch mit deren Verkaufspreisen mitkommen. Mit zunehmender Preistransparenz bricht ihnen das Geschäft weg und mangels Internet-Affinität geht mittlerweile am stationären kleinen Handel – von diesem gänzlich unbemerkt – sowieso sehr, sehr viel vorbei. Kein Wunder, dass so viele aufgeben müssen. (Damit Ihr Euch über das Vokabular in diesem Beitrag nicht wundert: Ja, die Gärtnerin ist eine Marketing-Studierte, die gelegentlich Marketing-Strategie und -Konzeption für Unternehmen macht. Noch so ein Kreativitätsfeld. *g*)
Zur anderen Hälfte des Einkaufsinteresses also, die meinen Wunsch nach Vielfalt in der Werbung auf dem Gärtnerblog begründet: Nein, der gewöhnliche Gartenfan, der ich bin, ist nicht nur an Billig-Einheitsbrei interessiert. Ganz im Gegenteil. Das Einkaufsverhalten entspricht eher dem eines hybriden Konsumenten. “Hybrid” hat hier ganz ausnahmsweise nichts mit Pflanzengenetik zu tun. ;-) Nein, es bedeutet Sowohl-als-auch-Käufer: Sowohl Billigkäufer als auch Wahrnehmer von gar nicht so günstigen Angeboten, wenn diese etwas Besonderes, Individuelles, Einzigartiges, Spezielles, “Premium” …. darstellen. Also genau die Produkte, die man bei den Großen nicht findet, die aber so manchem Kleinod oder Spezialisten unter den Garten-Verkäufern seine auskömmliche Nische garantieren und eben nicht überall zu haben sind.
Beispiele für solche Einkäufe sind spezielle Sorten einer Pflanze, wenn ich z.B. Sammlerin bin, oder alte Sorten von Pflanzen, die im Normalhandel nicht zu kriegen sind. Dafür benötige ich eine Raritäten- oder Spezialistengärtnerei. Oder auch besonders dekorative Dinge für den Garten, die z.B. in Einzelfertigung speziell für mich hergestellt werden oder alt und Einzelstücke sind (alter Schweinetrog, Wagenrad vom Antiquitätenhändler,….). Oder schönere Varianten von Garten-Gebrauchsgegenständen (z.B. Gießkanne mit Muster, geblümte Gartenclogs, …), die oft halt teurer sind als die 08-15-Discount-Variante. Dafür greift man natürlich tiefer in die Tasche. Und das Schöne ist: Es gibt sie, die Kleinode mit einzigartigem Sortiment, die wundervolle Dinge und Pflanzen für den Garten verkaufen.
Manchmal laufen dort die Geschäfte so gut, dass Ausgaben für Werbung gar nicht nötig sind, weil Mundpropaganda im Lauf der Zeit zu ordentlichem Zulauf geführt hat. Manchmal fällt diese Einzigartigkeit nicht mit der Verfügungsgewalt über ein Riesen-Werbebudget für Onlinezwecke zusammen. Auf jeden Fall sind sie aber sehr, sehr erwähnenswert. Deswegen spreche ich ab sofort gelegentlich, wenn mir danach ist, eine Empfehlung für ein Unternehmen aus. Das dazugehörige Logo wird dann in der Sidebar als Empfehlung gekennzeichnet erscheinen, bis ich über den nächsten Anbieter stolpere, den ich cool finde. Ich mache das, ohne Gegenleistung von dem Unternehmen, einfach nur, weil ich den Laden klasse finde. Ist also quasi Gratis-Werbung für den Empfohlenen.
(Btw: Ihr glaubt gar nicht, mit welchem Misstrauen man konfrontiert ist, wenn man jemanden anruft und sagt, man finde seinen Laden klasse, wolle kostenfrei für ihn werben und bräuchte mal sein Logo. In vier von fünf Fällen wird komisch reagiert, schnell aufgelegt oder nie zurückgerufen. Es rufen wohl so viele Nervensägen an, die was verkaufen wollen, dass man schon gar nicht mehr hinhört. Strange world!)
Die erste Empfehlung kommt dann im nächsten Beitrag. :-)
Noch was: Das hässlich große, leere Adscale-Banner in der Seitenleiste werde ich die Tage evtl. mal durch was Kleineres ersetzen. Ich hatte mich sehr gefreut, dass so bald ein erster Werbekunde kam. Offensichtlich war es für ihn aber nicht das Richtige, denn er hat nicht verlängert. Irgendwie wunderts mich ja schon ein bisschen, dass die Werbefläche immer noch so wenig frequentiert wird. Im Vergleich mit der Google-Textwerbung ist sie nämlich richtig billig. Vielleicht dauert es einfach noch, bis die Online-Werbenden ihre bekannten Trampelpfade verlassen.
eingewurzelt unter: Garten allgemein
Vor einem Jahr
Strauchpfingstrose, Garten-Prospekt-Angebote Woche 18, Grasnelken-Lollis, Notfall-Petunien-Blüte, Rettungs-Kamelie blüht, Japanische Azaleen-Blüte, Marienkäfer-Puppe, Zeitreise: Herrenhäuser Gärten, Heckenpflanzen im Garten


2 Kommentare bisher
KommentierenAlso ehrlich gesagt würde ich auch keine Adscale-Banner buchen. Bei der heutigen Werbeflut sind wir doch davon alle abgestumpft und blenden solche Banner soweit irgendmöglich geistig aus. Und besonders prominent sind sie bei Dir auch nichtt platziert, dass der Benutzer zwangsweise darüber stolpern müsste. Für den Besucher ist das wiederrum aber auch gut so ;-)
Bisher bist Du mir via Adsense allerdings auch nicht besonders ins Auge gesprungen. ;-)
Ich finde, es kommt drauf an, was auf Bannern drauf ist. Das immer gleiche Zeug ist vielleicht nicht mehr wirklich spannend. Ihr habt doch ein tolles Produkt! Soweit ich recherchemäßig sehen kann, ist das zu denen, die die Dienstleistung mit dem Produkt hinterher kaufen sollen, noch nicht besonders weit durchgedrungen. Würde aber sicher den Maschinen-Absatz erhöhen, wenn Endkunden mehr darüber wüssten. Also warum nicht mal werben?
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