Goldfelberich – Lysimachia punctata
Im Nordschwarzwald bin ich mal wieder auf meinen alten Gegner, den Goldfelberich (Lysimachia punctata, Punktierter Gilbweiderich) gestoßen. Ich muss ja schon anerkennen, dass diese bei uns auch heimische Staude mit ihren vielen gelben Blüten in wilden und naturnahen Pflanzungen gar allerprächtigst blüht und auch recht schön anzusehen ist…
… nur verbindet uns eben eine alte Feindschaft. Im alten Garten, der über Jahre nicht gepflegt worden war, war eine Riesenfläche voll Goldfelberich außer Kontrolle geraten. An sich wollte ich das gelbe Kraut komplett loswerden. Erschneiden half nichts, ausgraben half nichts. Schließlich habe ich die gesamte Fläche gelockert, mit den Händen abgesucht und akriebisch alle Wurzeln, die ich finden konnte, mit der Hand ausgelesen. Und Ihr werdets nicht glauben, was anschließend da üppig gewachsen ist: Ja genau: Goldfelberich! Selbst Roundup-Angriffen (Würde ich ja heute nicht mehr machen!) hat er nach kurzfristiger Schwäche getrotzt.
Goldfelberich – Wucherer, Vermehrung
Goldfelberich hat zwei Unarten: Er ist ein rechter Wucherer, der nicht nur Unkraut, sondern auch konkurrenzschwache gnadenlos Stauden-Nachbarn überwächst und erdrängt. Und ihn wieder loszuwerden ist ziemlich schwierig. Ich habs dann aufgegeben und dulde diese Pflanze nie wieder in meinem Garten. Wenn ich schon die schweinchen-rosa Felberich-Würzelchen sehe, wird meine alte Aversion wach. *g*
Die Kehrseite ist halt, dass er so blühend auf größeren Flächen schon was her macht und Unkraut & Co. auch locker unterdrückt. Und mit bis zu 1 Meter Höhe auch wirklich keines von den kleinen Hutzelpflänzchen. Sollte ich jemals x000 qm zu begärtnern haben, bei denen es nicht auf den Zentimeter ankommt, und pflegeleichte Staudenflächen verlangt sein, werde ich wieder an ihn denken.
Vermehrung des Goldfelberich ist also auch denkbar einfach bis macht-sich-von-selbst. Vermehrung durch Teilung, durch Abtrennen von Wurzelausläufern, durch Eingraben von Wurzelschnittlingen oder minimalen rosa Wurzelstückchen. Vermutlich schlägt alles von der Pflanze irgendwie Wurzeln, wenn es die Gelegenheit dazu hat. ;-)
Goldfelberich-Standort, Blütezeit
Anspruchslos, sehr anspruchslos. Sonne bis Halbschatten sind genehm, Schatten bringt ihn auch nicht um. Was ihm besonders gefällt, sind schwerere Böden, also ruhig lehmig-tonig. Dünger ist nicht wirklich nötig, wenn der Standort passt. Und eine gewisse Feuchtigkeit bis Nässe sagt ihm zu, weswegen er auch als Teichrandpflanze ganz gut kommt. Wie gesagt, eine Pflanze, die wuchert und schnell Fläche macht in naturnahen Gartensituationen.
Die Blütezeit beginnt im Juni. Dabei blüht der Goldfelbi relativ lang. Nach der Blüte nicht unbedingt der Knaller von einem Anblick, aber als Winterquartier für Insekten sehr beliebt. Wenns also nicht so drauf ankommt, auf leere Beete im Winter zu gucken, sollte man das Kraut ruhig über Winter dran lassen. Mit Rauhreif drauf siehts ganz schön aus.
Goldfelberich-im-Staudenpaket-Warnung
Wer sich nicht so auskennt und eins dieser fertig gemixten Staudenpakete bestellt, könnte Goldfelberich dabei haben, und sei gewarnt, wenn er einen kleinen Garten sein Eigen nennt, der auch demnächst noch kultiviert sein soll. ;-)
In diesen Paketen finden sich meistens auch andere häufige Stauden, die ihn begleiten können. Als erstes fallen mir die Indianernessel, Astilben, Mohn und der Storchschnabel ein, die auch in diesem Garten nahebei wuchsen. Die Indianernessel kommt gleich noch in einem eigenen Beitrag.
mehr Lysimachia
Noch ein gelber Weiderich, mit dem Goldfelberich schon wegen der Höhe nicht zu verwechseln:
Lysimachia nummularia – Münzkraut, Goldpfennigkraut, Pfennig-Gilbweiderich
Das Pfennigkraut ist ein ebenso gelb blühender Bodendecker, ist auch heimisch und mag auch feuchten Boden. Ein bisschen ähnlich ist dem das nicht winterharte Sonnengold / Lysimachia congestiflora, das ich letztes Jahr im Balkonkasten hatte.
Der Schneefelberich /Lysimachia clethroides ist eine schöne Staude, die ganz anders aussieht, und deren Verwandtschaft mit dem Goldfelberich vor allem an den rosa Wurzeln zu sehen ist.
eingewurzelt unter: Stauden,Unkraut im garten
Vor einem Jahr
Blattkaktusblüte, weiß, Böse Falle am Kirschbaum, Nächtlicher Gast






11 Kommentare bisher
KommentierenIch gestehe – ich bin ein Fan dieser Pflanze. Habe sowohl L. punctata als auch L.nummularia im Garten, der zugegebenermaßen etwas größer als Dein Garten ist. Erstere Lysimachia weiß sich in der Tat schon gut zu behaupten, aber “wuchern” würde ich es nicht nennen. Wenn man ihr einen ausreichenden Platz zur Verfügung stellen kann, dann sieht das erstens zur Blütezeit wirklich toll aus und zweitens kann man sie leicht im Zaum halten, indem man nach der Blüte Randbereiche großzügig absticht. L.nummularia hingegen wuchert wirklich ein bisschen, entsprechende Bodenfeuchte vorausgesetzt. Der gelbe Blütenteppich sieht jedoch ebenfalls super aus, deswegen bin ich sehr nachsichtig mit ihr.
Ich kann Deine Aversion verstehen, im Garten meiner Eltern wurde auch lange gegen das Zeug gekämpft. Irgendwann hatten wir es dann geschafft. Pfennigkraut gibts immer noch und wird in schwierigen Ecken geduldet. Im übrigen ist Goldrute eine ähnliche Plage- in einem dieser Staudenpakete enthalten gewesen, überwucherte sie den gesamten Garten meiner Freundin. Resultierte dann in einer kompletten Neugestaltung, was mich natürlich als Beraterin hoch erfreute ;-) Aber ich würde dennoch dringend von solchen Paketen abraten… besonders, wenn man nicht so genau weiß, was man da pflanzt.
Auf jeden Fall ein sehr hübsches Unkraut. Interessant auch, dass solche “Wucherpflanzen” oft in den Paketen enthalten sind; es wird zwar (hoffentlich) noch ein paar Jahre dauern, bis ich den Garten meiner Schwiegermama pflegen muss, aber ich werd dran denken, danke für den Tipp!
Lysimachia nummularia-Bild…
Wah, da schrieb ich mir doch am Montag die Finger über Goldfelberich und Pfennigkraut blutig und hatte gar noch nicht gesehen, dass ich von Lia ein Pfennigkraut-Bild geschickt bekommen hatte….
Das baue ich jetzt direkt mal in den Goldfelberi…
Ich habe übrigens auch nur drei Jahre gegen sie gekämpft. Danach bin ich in einen anderen Garten umgezogen. :-)
ist der Goldfelberich auch eine gute Bienenweide??
fg
Stefan
Mein Goldfelberich, der an zwei Stellen im Staudenbeet wachsen darf (muss immer im Herbst wieder sorgfältig in seine Schranken gewiesen werden, da er sonst hoffnungslos wuchert) blüht jetzt nur noch in den Blattachsen, die volle Blüte ist vorbei. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, daran auffallend Bienen gesehen zu haben. Jedenfalls wunderte es mich, beim Gugeln (Goldfelberich, Bienen, Bienenweide) gelesen zu haben, dass diese Pflanze Bienen anzieht. Wer um diese Zeit jetzt wirklich Bienen im Garten haben möchte, lässt den Klee in der Wiese stehen und pflanzt ungefüllte! Dahlien. Auch Waldrebe und Knöterich sind beliebte Bienentreffpunkte, bei warmem, bzw. heißem Sonnenschein ist dort alles voller Schwebfliegen, Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen. Das ist eine große Freude anzuschauen (weniger, darunter Kaffee und Kuchen zu genießen). Wilde Möhre sollte man auch hier und da stehen lassen, nicht als Unkraut betrachten! Wer sich mit Hummeln zufrieden gibt, kann sich an diesen schon in Kapuzinerkresse, ungefüllten oder schwach gefüllten Rosen, Löwenmäulchen, Zinnien und Hibiskus erfreuen. Ein ganz großer Anziehungspunkt sind auch die Skabiosen.
Ich möchte gerne wissen ,ob Goldfelberich essbar ist? War im Restaurant als Garnierung auf dem Gericht!!
Gute Frage, leider von mir keine Antwort. Vielleicht jemand anderes, der das weiß?
Da außer den Erwachsenen auch meine Enkel hier im Garten herumspringen, interessierte es mich besonders, was giftig ist und was so giftig ist, dass ich es auf jeden Fall aus dem Garten verbannen muss (zum Beispiel “Herbstzeitlose”, die ich sehr gern in meiner Wiese hätte wachsen sehen. Zum Thema “Giftpflanzen” fand ich einen link, der mir sehr gut vorkommt:
http://www.botanikus.de/Gift/ordnung.html.
Habe diese Garnierung sogar mitgegessen und ich lebe noch ,kann man also davon ausgehen das sie nicht giftig ist!Vielleicht hat ja noch jemand eine exakte Antwort.
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