Hebe-Mix (“Green Boys”)
Bei einem der aktuellen Hebe-Mix (immergrüne Veronika, diverse Sorten)-Angebote konnte ich ja dann doch mal wieder nicht widerstehen. Sechs Pflanzen frisch gekauft. ;-)
Für gewöhnlich interessiere ich mich mindestens so weit für meine Pflanzen, dass ich bei solchen “Mix”-Angeboten wenigstens versuche herauszufinden, wie die Pflanzen wirklich heißen. Das ist bei den kleinblättrigen, immergrünen, winterharten Hebe-Pflanzen aber gar nicht so einfach. Die Green Boys-Seite (Ein Markenname für ein Hebe-Mix-Sortiment, das häufig in blauen Töpfen verkauft wird.) gibt einiges her natürlich, aber nicht immer auch den botanischen Namen. Außerdem sind meine keine Green Boys. Gewisse Unsicherheit bleibt also. Ich habe jede Sorte mit diversen Bildern, die ich finden konnte, verglichen, aber es gibt sooo viele verschiedene Sorten….
Hebe ochracea “James Stirling”
Ziemlich sicher bin ich bei dieser Kleinen hier: Hebe ochracea “James Stirling”. Sie ist diejenige die üblicherweise von der Optik der Blättchen von allen anderen im Mix völlig abweicht, sieht nämlich eher aus wie eine Konifere mit ihren nadelförmigen Blättchen. Die Blätter sind nicht ganz so grün, sondern leicht gelblich/bronzefarbig.
Hebe buxufolia, Hebe odora?
Buchsblättriger Strauchehrenpreis/ Hebe buxifolia oder doch Hebe odora? Irgendwie sehen die sich doch ziemlich ähnlich. Bei den Green Boys gibts eine Hebe “New Zealand” im Sortiment, die dann aber wohl eine Hebe odora wäre, wenn ich richtig weiter recherchiert habe… Der Sortenname “New Zealand” ist wenig hilfreich, da die Heben mehr oder weniger alle aus Neu-Seeland kommen, was die Recherche echt erschwert.
Hebe gracillima “Golden Dome” / “Green Globe” oder “Emerald Green”
Hebe “Green Globe” scheint mir hier wahrscheinlicher.
Und dann haben wir da noch drei Heben mit eher grauem / weißlichen Laub, deren Blätter sich aber unterscheiden. Meine Bemühungen geben mir das Gefühl, grob zu raten:
Hebe pimeleoides “Quick Silver”?
Die scheint mir etwas sparriger zu wachsen, als die anderen beiden Weißlichen.
Hebe albicans, Hebe topiaria, Hebe pinguifolia?
Besonders ähnlich sehen sich die letzten beiden, nur dass die eine größere Blätter hat als die andere Pflanze. Für beide kämen nach Bildvergleichen drei Namen in Betracht: Hebe albicans, Hebe topiaria, Hebe pinguifolia.
Da die Pflanzen noch klein sind, ists auch nicht besonders leicht. Vielleicht wirds einfacher, wenn sie nächstes Jahr blühen und weiterwachsen, so dass man den Habitus besser erkennen kann. Oder weiß jemand was Genaueres? Liebe Hebe-Spezialisten speziell, liebe Pflanzen-Produzenten, schon klar, dass Euch im Zuge der Massenproduktion und des Massen-Vertriebs von No Name-Pflanzen solche Kleinigkeiten für den Konsumenten uninteressant erscheinen. Seid aber versichert, dass Ihr den Konsumenten nicht vollständig kennt, wenn Ihr voraussetzt, dass ihn solche Informationen eh nicht interessieren.
Immergrüne Hebe-Pflanzen
Die Pflanzenpflege bei den immergrünen Heben (Veronica) ist relativ einfach. Sie sind im Gegensatz zu diesen blühenden Strauchveronika (Hebe andersonii) winterhärter und können normalerweise bedenkenlos draußen bleiben, wenns nicht grad sibirische Temperaturen hat. Deswegen werden sie auch im Herbst zahlreich verkauft, weil sie als junge Pflanzen eine prima immergrüne Füllung für Balkonkästen und Schalen (mit Erika z.B. *brrr* ergeben. Sie gehen über Winter nicht kaputt, wenn man sie nicht gerade vertrocknen lässt. Immer leicht feucht und halbschattig, möglichst nicht dauernd sonniger Standort funktioniert ganz gut. Stehen sie zu dunkel, werden sie schneller langbeinig, weil sie dann mehr dem Licht zustreben. Hebe in weniger durchlässigen Boden, z.B. schweren Lehmboden zu pflanzen, ist keine gute Idee nach meiner Erfahrung (Staunässe-Problem). Sandboden wie bei mir ist auch nicht optimal. Guter Gartenboden, Blumenerde, mit bissi Nährstoffen, ist prima.
Im nächsten Jahr beginnen die Heben ziemlich langanhaltend zu blühen, so dass man auch dann noch was von ihnen hat. Viele Balkonkasten-Heben finden aber wohl wegen Platzmangel im Frühjahr den Tod auf dem Kompost, wenn die Frühjahrsbepflanzung rein kommt. Das müsste nicht sein, finde ich. Mein Tipp: So was kann man immer noch prima als immergrüne Kleinsträucher “bodendecker”-like unter andere Kübelpflanzen, z.B. Hochstämmchen, in den Topf pflanzen.
Hebe andersonii:
Die (damals letzten Herbst nicht) blühende Veronika (Hebe andersonii) hat übrigens trotz nicht ganz winterhart den milden Winter draußen ohne Winterschutz gut überstanden. Wenn Ihr Eure Hebe andersonii also reinholt, weil´s bei Euch kälter wird: Keine Umstände machen, ab und an mal gießen, und möglichst kühl stellen. Garage oder Schuppen mit Licht reicht für die Überwinterung mit Sicherheit, und ist besser, als Spinnmilben, weil zu warm im Winterquartier, denke ich.
Und dann – ganz abweichend von der herbstlichen Blütezeit-Regel – hat sie im Mai einige Blüten getrieben:
Nachdem ich sie ein paarmal zu gießen vergessen hatte *hrm*, sah sie dabei, sieht man auf dem Foto, relativ jämmerlich aus, weil die Blätter zum großen Teil vertrocknet waren. Sie lebt aber noch, und nachdem ich sie teilweise stark zurückgeschnitten habe, um das alte Laub loszuwerden, treibt sie mittlerweile auch neue Blätter aus. ;-)
Schnitt-Tipp: Durch Zurückschneiden der gesamten geschädigten oder hochbeinig gewordenen Hebe-Pflanze auf einmal kann man sie u.U. erscheiden, weil sie nicht so fix im Regenerieren und dann u.U. völlig blattlos ist. Lieber verteilt, also nach und nach die alten oder erfrorenen Äste schneiden, damit immer was Grünes dran ist! Ansonsten kann man – regulärer Schnitt – immer mal nach der Blüte ein paar cm rausnehmen, damit die Pflanze kompakt bleibt gar nicht erst überaltert.
Hebe-Vermehrung
Stecklingsvermehrung (Triebspitzenstecklinge habe ich probiert) klappt so einigermaßen bei Hebe-Pflanzen. Nicht jeder Steckling wird was. Die Bewurzelung dauert aber relativ lange und braucht Wärme, also am besten im Sommer probieren. Wie bei Kirschlorbeer und Buchs darf man mit einigen Monaten rechnen. Wenn die Jungpflanzen schon wachsen, müssen sie ein paarmal entspitzt werden, damit es verzweigte Büsche werden.
eingewurzelt unter: Gehölze, immergrün im Garten
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7 Kommentare bisher
KommentierenDen Green Globe hatte ich auch 2 Jahre lang in zwei Töpfen zwischen meinen Balkonkästen stehen. Hat die Lücken prima gefüllt und war um Weihnachten herum immer ein Garant für eine schöne “Beleuchtungsfläche”. In diesem Frühjahr musste ich sie dann leider zu meinen Eltern “auswquartieren”. Sie wurden einfach zu groß für meine Töpfe. Nun stehen sie schön im Garten und können wachsen, soviel sie mögen. :o) Würde ich immer wieder kaufen.
Maren, 10. September 2008, 16:53Hallo Gärtnerin,
danke für deinen Beitrag über die Hebe-Arten. Für mich hat sich nämlich ein Rätsel gelöst. Mir waren diesen Frühsommer blühende Zwergstäucher in einem Vorgarten aufgefallen, die ich so gar nicht einordenen konnte. Jetzt weiß ich endlich, was es war: prächtige Strauchveronika mit sicherlich
Betula, 10. September 2008, 19:4960 cm Durchmesser!
Aha, das nenne ich gelungen, Maren. Wegen zu groß ausquartieren ist ja immer auch Erfolg. :-)
Freut mich, Betula!
Gärtnerin, 11. September 2008, 12:47Hallo,
salviavera1, 06. Oktober 2008, 12:58Also nochmal für Anfänger mit der blühenden Hebe Andersonii (variiert): die Pflanze blüht bei mir z.Z. sehr üppig – wann soll man am besten pincieren? Jetzt, im Herbst, WÄHREND der Blüte? Oder im Winter, wenn schon alle Blüten vertrocknen?
Und weiterhin: wann und wieviel soll man im Frühjahr abschneiden, damit sie nicht hochbeinig wird? Zur Hälfte, weniger… Hilfe, bitte!
Hallo Salviavera, nein, nicht während der Blüte, sonst verlierst Du die ja, weil die Blüten endständig stehen. Rest: Gar nicht bei Hebe andersonii oder nach Gefühl. Ein Drittel? Zentimeter kann ich nicht angeben, sorry.
Gärtnerin, 07. Oktober 2008, 10:49Hallo Green boys – Fans! Hier ein wenig Aufklärung:
Green boy, 02. Dezember 2008, 16:39Green boys gibt es nur im blauen Topf. Beim Kauf eines “Green boys” sollte eine sehr gute Qualität selbstverständlich und eine gewisse Größe vorhanden sein. Darum nur Green boys kaufen!:-) Doch kann ich nur für den Weg aus meiner Gärtnerei bis zum 1.Handel garantieren. Danach habe ich wenig Einfluss auf weitere Pflege. “Green boys” gibt es in etwa 10 Sorten. Diese sind erprobt und für Sie als Verwender plegeleicht und robust, und für unsere Breitengrade geeignet. Es gibt viele Sorten und Arten auf dem Markt womit Sie mit Sicherheit nicht lange Freude daran haben werden. Z.Bsp. Sorten und Arten von der neuseeländischen Nordinsel (tropisches Klima),
Zu den Bildern: 1. OK, 2. -odora “New Zealand Gold”, 3. -”Emerald Gem” oder “Green Globe (beide OK), 4.- pinguifolia(glauca), 5.-albicans,
6. topiaria,. Meine “Green boys”-Seite wird in Kürze erneuert. Dort sind dann mehr informationen und Bilder zu finden.
Weiterhin viel Erfolg!
Danke für den Support, Green Boy, und dito. ;-)
Gärtnerin, 05. Dezember 2008, 14:27Kommentar hinterlassen