“Kraut” bestimmen – Abt. Wildpflanzen
Corina bittet um Unterstützung bei der Pflanzenbestimmung:
“Hallo!
Vielleicht könnt ihr mir helfen. In meinem Garten macht sich ein Kraut breit und ich weiß nicht, was das ist.
Danke für eure Hilfe!”
Ein Giersch isses nicht. Ich bin heute phantasielos, also bleibts an Euch hängen. :-)
Wäre gut zu wissen, ob die gelbe Blume zu der Pflanze gehört?!
eingewurzelt unter: Unkraut im garten
Vor einem Jahr
Glücksklee-Blumen, Hortensie blüht, Feuerbrand bekämpfen, Salatpflanzen - Tipps, Heidelbeeren, noch unreif, Was für eine Pflanze ist das?



10 Kommentare bisher
KommentierenTachchen,
würde sagen: das ist Fingerkraut.
Ich habs auch in der Wiese.
lg – Heike
Mhhh…. Gänsefingerkraut hat ähnliche Blüten, aber ganz andere Blätter. vergl.:
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4nse-Fingerkraut
Ich hab das Zeug hier auch, es bildet als Samen so kleine Kugeln aus, wo die Samen dran sind und jeder Samen einen Widerhaken hat.
Ich weiß leider aber auch nicht, wie das nun heißt.
LG
jK
Es ist Schöllkraut oder auch Warzenkraut genannt.
Der orange Saft kann Warzen zum Verschwinden
bringen
*schäm* ……… ist doch Fingerkraut und zwar wohl “Sandfingerkraut”, das hat auch die gleichen Blätter.
vergl. :
http://de.wikipedia.org/wiki/Sand-Fingerkraut
Liebe Grüße
jK
Bestätige: Fingerkraut. Schnell mit Stumpf und Stiel ausreissen, es bildet lange Ausläufer und okkupiert in rasender Geschwindigkeit alle Beete…
Gruss von der Fliegenklatsche, ein neuer begeisterter Fan vom Gärtnerblog
So jetzt ein weiterer Erklärungsansatz – und zwar von einer, die einen Garten voll damit seit einem Jahr davon zu befreien sucht, weil das Kraut schwächere Pflanzen wie die Namenspatronin gnadenlos überwuchert:
Auf dem Foto sieht man zum Beispiel in der linken Ecke oben einen Ausläufer, wie er für das KRIECHENDE Fingerkraut – Potentilla reptans – typisch ist. Und tückisch zugleich: So macht das Kraut Meter, und zwar ziemlich schnell.
Weiterhin erkennt man die auch FÜNFFINGERKRAUT genannte Pflanze an der Fünfzahl bei der im Bild zu sehenden gelben Blüte und den Blättern, was es beispielsweise von der Sorte Potentilla anglica mit vier Blütenblättern unterscheidet. Die Gärtnerin hat im Übrigen ein Exemplar der strauchig-fingrigen Verwandtschaft im Garten: http://gaertnerblog.de/blog/2007/fingerstrauch-strauch-fingerkraut/
Das oben vermutete Sand-Fingerkraut hingegen wäre nach meinem Dafürhalten dunkler und sähe filziger aus. Wer Fingerkräuter exakt bestimmen will, kann sich mit diesem wunderbaren Schlüssel schlau machen: http://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Rosengewaechse/fingerkraut.htm
Als Zeigerpflanze gilt das kriechende Fingerkraut, weil es feuchten und nassen Boden mag – weshalb die Gärtnerin in ihrem Garten das Kraut nicht fürchten muss!! Da es zudem auch als Schwachsäurezeiger genannt wird, könnte es auf einen (zu)alkalischen Boden bei Corina verweisen.
Diese Zeiger-Angaben müssen aber nicht immer zutreffen. Schließlich wächst das Kraut in meinen Beeten in Eintracht mit dem säureanzeigenden Weideröschen. Darüberhinaus erobert es auch gerne meine Gehölz+Rindenschredderwege, die eher sauer sein müssten. Das Fingerkraut gehört also nicht zu den “trittfliehenden Pflanzen”, weshalb es an manchem Standort als gründlicher Bodendecker durchaus auch erwünscht und nützlich sein kann !
Wegen seiner HEILKRAFT in Blüten und Blättern wird der Alptraum des einen Gärtners vom anderen sogar für den Garten gekauft! Unterirdisch entzückt das Kraut natürlich auch nur die Heilkraft-Fans mit einer schwarzen Pfahlwurzel, die mitunter die Größe eines kleinen Fingers erreicht. Deshalb vermutlich auch der “potente” Name. Potentilla reptans hat wie der Ackerschachtelhalm keinerlei Probleme, auch und gerade sehr schwere Böden zu besiedeln.
Ausreissen wie oben empfohlen führt zumindest bei lehmigen Böden zu erneutem Austreiben. Wirklich erfolgreich bei mir waren hingegen folgende Methoden:
1. Eine tiefgründige Bodenlockerung mit einem Häckchen, sodass sich die schwarze Wurzel mit allem dran unversehrt entnehmen ließ
2. Beim ersten Wieder-Austreiben ab Ende März das Herausholen mit einem Unkrautstecher. Letzteres werde ich jetzt jährlich machen, weil man so früh im Jahr noch gut sieht, wo der Kern des Übels sitzt.
3. Man kann dort das Kraut mit stärkeren Pflanzen in Schach halten, wo man eh nur einen weniger invasiven Bodendecker sucht. Hier wachsen bei mir Storchschnäbel und die ebenfalls gelb blühenden aber weniger invasiven Golderdbeeren, Waldsteinia ternata gegen die langen Fünf-Finger an. Auch Nelkenwurz ist bei mir im Beet ein guter Verdrängungs-Konkurrent, wobei die orangene Sorte Geum coccineum vom Balkan hübscher ist, als der gelbe heimische Echte Nelkenwurz, Geum urbanum.
In meinem Garten sitzt das Fingerkraut auch voll frech in vielen Erdbeerpflanzen – dort hat es sich gut getarnt richtig tief eingewurzelt, weil sich mancher (!) Jätende von den Blättern täuschen ließ. Aber im Kartoffelsalat erfreuen junge Blätter des Fünffingerkrautes neben Melissen und Dost als nachwachsende Vitamin-Zugabe mit neutralem Geschmack. Kopfsalat schmeckt auch nicht besser und Fünffingerkraut bleibt gänzlich von Schnecken und anderem Fraß verschont ;-)
Bestimmung noch ein Kraut…
JK stellt die ergänzende Frage zur Kraut-Bestimmung, die bislang mehrheitlich (Danke für Eure Unterstützung!)ein Fingerkraut ergeben hat, was denn nu das genau für eine Pflanze ist:
“Hallo Gärtnerin,
hab grade mal mein (U…
hallo zusammen.
ich benutze das fingerkraut, um tee zu machen. alle arten vom fingerkraut sind heilkräuter.
gruß
da hab ich auch mit zu kämpfen gehabt, weil die rhizome total leicht brechen. Diese Pflanze verbreitet sich auf dreierlei weise: Samen,3-5 tiefe Rhizome und viele Ausläufer(Stolone)in 5-8 Richtungen, alle 10cm ein Knoten mit einer Tochterpflanze, die alsbald Wurzeln absenkt. Ich habe es nie geschafft, die Pflanze wieder ganz loszuwerden, nachdem ich einmal wegen der hübschen Blätter und gelben Blüten Mitleid mit ihr hatte. Auch die Mäuse tragen sie als Wintervorrat in ihre Gaänge ein. Der einzige Trost war, dass unser Wollschwein sie mit großer Freude verspies….
ist sicher kriechendes Fingerkraut,hab ich im Garten wo der Boden verdichtet ist. Vielleicht gehts durch Bodenlockern weg wo man es nicht haben will.
Gruß v. Peter
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