Landesgartenschau Bad Nauheim 2010
Heute ist Landesgartenschau-Erlebnis-Tag. :-)
Ich hole mir den ersten Vorgeschmack auf die Landesgartenschau Bad Nauheim 2010 im Rahmen einer Baustellenführung. Also ab in die dicken Boots und in die Matsche, (stell ich mir jetzt mal so vor) und mal sehen, was da schon erkennbar ist.
Für mich ist so ein Riesen-Projekt bis zum vollständigen Werden ein Traum. Und schon mal einen Blick drauf vorab, was die da so machen… Toll!
Zuerst mit der LAGA in Berührung gekommen war ich ja auf dem Steinfurther Rosenfest. Ich bin jedenfalls hochgradig gespannt, was mich heute erwartet.
Update: Das war ja wohl ein ….! Ich bin sehr rechtzeitig weggefahren und habe dann über eine Stunde im Stau gestanden. Deswegen war dann die Laga-Führungs-Gruppe auch schon weg, als ich endlich, endlich im Bad Nauheimer Sprudelhof ankam, wo sich in einem sehr schönen Eckhaus die LAGA-Orga niedergelassen hat:
Enttäuschung auf ganzer Linie aufgrund logistischer Probleme. :-(
Was macht man, wenn man alone in Bad Nauheim steht an einem sonnigen Herbsttag? Das Beste draus! Eigenmächtige Begehung eines Teils des geplanten Geländes. Schomma pirschen gehen. :-)
Schon der Sprudelhof, Wahrzeichen Bad Nauheims, ist ein wunderschöner Platz, und wird sich sicher im Rahmen der Landesgartenschau prächtigst integrieren lassen. Bad Nauheim trägt sein “Bad” natürlich wegen seiner Eigenschaft als Kurort, und verfügt über eine entsprechende heiße Heilquelle. Um diese herum ist der sog. Sprudelhof gebaut, der widerum ein super-wichtiges Baudenkmal der Jugendstil-Epoche ist. Und Bad Nauheim gilt u.a. deswegen als “Jugendstil-Stadt”.
Ein paar Infos von der Sprudelhof-Infotafel: Gebaut nach Plänen des Darmstädter Architekten Wilhelm Jost zwischen 1905 und 1911, veranlasst durch Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, weil dazumal der Kurbetrieb so schwunghaften Auftrieb hatte, dass die bestehenden Badehäuser aus allen Nähten zu platzen drohten. Um die beiden Hauptsprudel herum gebaute Hofanlage mit axial-symmetrischer Anordnung. Natürlich enthalten die Gebäude, abgesehen von den beiden höheren Verwaltungsgebäuden, jede Menge Badezimmer für Kurgäste, mit insgesamt 265 Wannen. Sprudelhof und Trinkkuranlage gelten als eine der größten geschlossenen Jugendstilanlagen in Deutschland. Ich war in keinem der Badehäuser drin, aber wenigstens habe ich in der Anlage ein bisschen flaniert:
Dort stehen auch vier recht ordentlich gewachsene (Also wie das so sein sollte.) Dattelpalmen. :-)
Zu den Heilwasser-Sprudeln: Dass dieses Wasser eine besondere Qualität haben muss, und bei der Optik wahrscheinlich nur gesund sein kann, sieht man irgendwie. ;-)
An den Sprudelhof schließt sich gleich der Kurpark an, an dessen Eingang eine Schautafel zum geplanten Landesgartenschau-Gelände zu sehen ist:
Es sieht danach aus, dass der Kurpark und der Goldsteinpark zusammen die Hauptflächen für die Landesgartenschau Bad Nauheim ergeben. Goldsteinpark habe ich gestern nicht besucht, aber den Kurpark durchschlendert. Der wurde gemäß Infotafel von Heinrich Siesmayer 1857-1862 angelegt. Die Tafel verrät auch, was hier insgesamt passieren wird: “im Sinne der Gartendenkmalpflege … Wiederherstellung der Blickbeziehungen und der Wiesenräume sowie Betonung historischer Merkmale gemäß der historischen Gestaltungsidee, wird die Anlage neu inszeniert und durch einige Elemente aus der modernen Gartenkunst spannungsreich ergänzt.” . Riesen-alter Baumbestand, einiges halt mit der Zeit ein bisschen verwachsen, aber wunderschön. Die Wege, die zur Zeit recht marode aussehen, werden im Rahmen der Landesgartenschau-Anlage neu gestaltet, und es sind schon etliche Bagger und sonstige Baufahrzeuge im Park zu sehen. Einige Flächen sind abgezäunt, da wird schon geschafft. Ein paar herbstlich-sonnige Kurpark-Impressionen:
Ein absolutes Highlight für viele Kinder, aber auch für mich, war die täglich zwischen 16 und 17 Uhr stattfindende Erna-Ente-Fütterung, zu der ich gerade rechtzeitig war. Besucher des Kurparks werden gebeten, die Tiere – hier Gänse, nicht Enten – nicht eigenmächtig zu füttern, weil das 1. potenziell auf deren Gesundheit geht und 2. dafür sorgt, dass sie dann bei ebendieser Fütterung, bei der die Kinder einen Riesenspaß haben und selbst helfen dürfen, keinen Hunger mehr haben. Jedenfalls ist also diese Fütterung organisiert. Es werden Salatblätter und Körner ausgeteilt, und es ist echt toll, besonders für die Kleinsten:
Mögen die Tiere und diese Fütterungs-Institution hoffentlich die Besuchermassen nächstes Jahr gut verkraften. Erna Ente jedenfalls ist eine Institution in Bad Nauheim, und macht dort sogar Merchandising, außerdem hat sie ne eigene Website. Super Sache, finde ich, die vor allem auch Öffentlichkeitsarbeit im Umgang mit Stadtpark-Teich-Natur beinhaltet.
Der große Teich lag unterdessen ruhig und klar, Tretboote ruhten gestern gänzlich unbetreten. Geradezu ideal, um zur Ruhe zu kommen, jedenfalls jetzt noch, an diesem schönen Herbsttag.
Genüsslich setzte ich mich ins am Ufer gelegene “Teichhaus” in die Sonne, um Kaffee und Pfannkuchen zu mir zu nehmen. Das war allerdings ein völliger Flop. Bei halbwegs besetztem Biergarten war die Wartezeit von über 40 Minuten – ohne jeglichen Kaffee oder sonst was zu bekommen – deutlich zu hoch. Viel zu wenig, dafür überfordertes Personal. Nach zweimaligem Reklamieren habe ich dann meine Bestellung storniert. Da wird man wohl noch ne Schippe draufpacken müssen für die Landesgartenschau. Ich freu mich auf das Ereignis jedenfalls jetzt schon, und bin gespannt, wie sich das jetzt Gesehene 2010 darstellt.
eingewurzelt unter: Garten allgemein
Vor einem Jahr
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1 Kommentar bisher
Kommentierenwunderschöne Fotos einer wunderschönen Stadt. Ich werde die LAGA definitiv an einem Wochenende besuchen.
Gruß
Stefan
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