Gärtnerin · 10. Juni 2008, 15:09

Landesgartenschau Bingen – sonst noch

Bin gestern nicht mehr ganz fertig geworden. ;-)
Hier kommt die Zusammenfassung:

Es war ein wunderschöner Gartenspaziergang am Sonntag über die Landesgartenschau Bingen mit Heike und Yomugasuki! Selbstverständlich gab es viel zu sehen und ich persönlich finde, dass der Juni einer der besten Monate ist, um eine LAGA zu besuchen. Nicht nur die Rosen blühen, sondern natürlich auch viele Stauden und Sommerblumen. Hier eine wunderschöne Bartnelken-Fläche. In so großer Zahl kann ich sie bei mir nicht pflanzen, find das aber einfach WOW!

bartnelken dianthus barbatus

bartnelken dianthus barbatus 2

Einige Impressionen aus dem Rosengarten der Landesgartenschau, in dem natürlich dichtes Gedränge herrschte. Wunderschön und hervorstechend übrigens die Riesen-Zierlauch-Blüten:

landesgartenschau bingen rosengarten 3

landesgartenschau bingen rosengarten 2

landesgartenschau bingen rosengarten

Schließlich hier mal eines der Sommerblumenbeete, die mir gefallen haben: Rot Ton-in-Ton hat doch was, und die Viertelkreise werden durch im Rasen versprengte Einzel-Sommerblumen ergänzt. Das finde ich inspirierend!

landesgartenschau blumenbeete

landesgartenschau saisonblumenbeete rot

Es ware aber auch viele weniger attraktive Sommerblumen-Beete dabei. Die wenigsten waren in Ordnungen gepflanzt, also so kästchenweise mit verschiedenen Sommerblumen, die Mehrzahl eine eher wilde Mischung von Tagetes, Cosmos & Co. Yomugasuki hat das Gemischte nicht so gefallen, und ich konnte mich mit mir selbst nicht einigen. Wie das wirkt, wenn die Blumen voll im Wuchs und in der Blüte sind, wird man später erst sehen. Im Moment sitzen sie noch als relativ kleine, wenn auch blühende Pflanzen mit viel Platz dazwischen in den Beeten. Das ist natürlich nicht so der Hammer, aber logisch. Die Tulpen sind ja im Mai erst exhumiert worden, und der Sommerflor braucht noch ein bisschen, bis er eingewachsen ist.

Hildegard von Bingen auf der Landesgartenschau

Hildegard, ich komme… Ich hatte mich besonders vor-gefreut, auf der Landesgartenschau Bingen auch der heiligen Hildegard von Bingen näherzukommen, die ja berühmt für ihre naturheilkundlichen Schriften ist. Das Hildegard-Museum ist ein sehr schönes, ehrwürdiges Gebäude, liegt auf dem Landesgartenschau-Gelände und war auch frei zugänglich:

landesgartenschau bingen hildegard von bingen museum

Die Ausstellung darin fand ich nicht so prickelnd. Wenige Schaukästen, viele, viele Tafeln zum Lesen, von denen sich gerade mal eine Handvoll auf den Aspekt der Naturheilkunde bezog. Enttäuschend! Der “Hildegarten“, in dem es typisch Hildegard´sche Heilpflanzen zu sehen hab, war ganz nett angelegt, aber informatorisch ebenso dürftig. Namensbeschriftung der Pflanzen, mehr nicht. Ein Foto vom Hildegarten ist bei Yomugasuki zu sehen (Link am Ende dieses Beitrags).

Hildegard ist nach meinem Empfinden insgesamt sehr lieblos davongekommen. Wenn ich als Landesgartenschau-Ausrichter schon über eine solche Koryphäe im Naturbereich verfüge, würde ich daraus ein Fest machen! Events, Events, Events, Vorträge zur Heilkunde, Bücherverkauf, Workshops für Interessierte, Dauerführungen durch den Hildegarten, Verkauf von Mittelchen oder Ingredienzen für die Hildegard-Rezepturen, Postkarten, Aufkleber, Merchandising…. Nichts dergleichen! Schade!

Das berührt ein Thema, das mir in Bingen ganz wenig gefallen hat: Landesgartenschauen zeigen Blumen, ja, aber sie sind oftmals auch unterhaltend, es gibt im besten Fall Musik an jeder Ecke, Dinge zum Selbermachen oder Testen, Vorträge über verschiedenste Themen, Events in irgendeiner Form und das in einer Vielzahl. Nicht nur Schautafeln zum Lesen, die z.T. auch wenig ausführlich waren. Bingen an einem Sonntag mit schönem Wetter: Nichts! Außer einem Orchester und einem moderierten Bootsrennen totale Fehlanzeige. Hätte ich nicht nette Spaziergang-Begleitung gehabt, ich hätte mich totgelangweilt! Nix los in Bingen!

Dieser Eindruck wurde an mehreren Getränkeständen vom dortigen Personal untermauert, das eher langsam und auch nicht auf Arbeit versessen schien. Einer der Ausschenker wurde es nicht müde, der Schlange vor ihm zu sagen, dass man auch an anderen Getränkeständen was bekommen könne. Seine Geschwindigkeit indes erhöht das in keiner Weise. Dafür reagierte ein anderer höchst kurios auf meine Nachbestellung. Reiche umweltbewusst meinen Pappbecher zum Refill über die Theke. Er fragt, ob ich Pfand bezahlt hätte, gibt mir statt des alten einen neuen gefüllten Becher zurück, schmeißt den anderen weg und gibt mir dafür Pfand raus. :-))))

Gesamthaft betrachtet denke ich ähnlich wie Yomugasuki:

“Fazit: Die Landesgartenschau in Bingen weist sicherlich keine herausragenden Höhepunkte auf. Sie ist aber eine gelungene Neugestaltung einer Industriebrache mit viel Raum zum Ausruhen und Erholen und auch Kinder kommen in dieser angelegten neuen Landschaft auf ihre Kosten.

Unabhängig davon war es ein schöner Tag zum Kennenlernen und zum gemeinsamen Gedankenaustausch. “

Beiträge von der Gartenschau-Mitbesucherschaft:

Krabbtaskas (Heike) Sicht auf die Dinge
Yomugasukis Sicht auf die Dinge

eingewurzelt unter: Garten allgemein

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Zwerg-Pfirsich



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