Uta · 04. Juli 2008, 01:53

Nestnachrichten: Klein-Rotschwanz ist da!

Gegen vier Uhr früh weckten mich schrille Pfiffe: Rotschwanz-Mutter auf höchster Lautstärke.

ausflug mutter audf dach rufend dunkel

Man musste kein Vogel sein, um zu begreifen, dass etwas Besonderes im Gange war.
Also im Hemd ans Fenster, prüfender Blick: Frau Rotschwanz saß entspannt in der Tanne, dann huschte sie wieder aufs Haus. Falscher Alarm?

„Sie erzeugt durch Rufen von verschiedenen Stellen aus einen dreidimensionalen Klangraum“, erklärte mir mein Mann unterm Kopfkissen hervor. „Damit sich die Jungen später daran orientieren können.“

Ich war beeindruckt.
Hatte ich je für meine Kinder einen dreidimensionalen Raum geschaffen?
Als ich gegen sieben, immernoch im Hemd, die Erdbeeren wässern ging, schwirrte die Rotschwänzin an mir vorbei, im Schnabel ein Insekt mit gefühlten 20 Beinen. Sie verschwand damit im Vogelhaus.

ausflugmutter füttert

Also sind die Babys noch drin. Sollte mein Mann Recht gehabt haben mit seiner Theorie? Er war früher mal ziemlich gut in Physik. Aber daß er was von Rotschwanz-Psychologie versteht, war mir neu.

Ich plätscherte mit dem Wasser rum und dachte an die Rechnung, die dieses Jahr hoch werden würde. Da sah ich IHN, bzw. ES.

ausflug
ausflug10

ES saß zwischen Kompostierer und Mülltonne auf dem steifen runden Plastiksack, in dem ich Duales-System-Abfälle sammle.
ES war flauschig und geschippert und sah keinem seiner Eltern ähnlich.
Wirklich glücklich sah ES nicht aus, eher etwas desorientiert.
ES war ganz still.

rotschwänzchenkind,perfekt

Seine Mutter pfiff in höchsten Tönen aus der Eberesche, dann flatterte sie zum Zaun und piepste wieder aus voller Brust.

ausflug mutter auf zaun 2
(Frau Rotschwänzchen wirft mir böse Blicke zu: Verschwinde! Du störst!)

Ich stellte das Wasser ab, rollte den Schlauch zusammen, ging in die Küche und machte mir Sorgen: Weiß sie etwa nicht, wo ihr Kind sitzt? ES war im tiefen Schatten in Deckung gegangen und gab seiner Mutter keine Antwort. Ich kenne das.

Das Mitleid mit der gefiederten Kollegin hätte ich mir sparen können. Von meiner Beobachterposition am Küchenfenster aus erkannte ich meinen Irrtum: Das verstörte Gehopse war nur ein Täuschungsmanöver! Natürlich wusste das Vogelweibchen, wo ihr Kleines war. Endlich allein mit ihm, flatterte sie in seinem Blickfeld auf höher gelegenen Zweigen herum, lockte, verbreitete Zuversicht und motivierte ES mit Leckerli, sich von der Müllecke weg und auf eine höhere Ebene zu begeben. Das konnte ich ihr nun wieder nachfühlen.

ausflug12
(Maaamaaa!!)
ausflug13 mit mutter
(Mama kommt)
ausflug14 mit mutter
(Und – huch??-ist auch schon wieder weg)

Ein guter Tag zum Flügge-Werden! Es war heiß wie nie, die Katzen würden schlafen. Aber nanu?? Was macht Frau Rotschwanz jetzt noch am Vogelhaus? Schleppt sie da wirklich weiter Futter rein?

ausflug mutter vor loch

Aufs Einflugloch gezoomt… Ha, da: ES II!!
Ein helles Schnäbelchen, ein schwarzes Äuglein…
Geht ES II jetzt auch „in Betrieb“? Schon sah ich den runden Bauch.

ausflug4
ausflug6
ausflug9
(Lebhaft dreht er das Köpfchen und beäugt die Welt. Wo ist wohl der große Bruder?)

Spot auf den Abfallsack: ES I war inzwischen irgendwie dünner und glatter geworden, hopste zaghaft und zirpte mit hellem Stimmchen. Wen knips‘ ich nun? ES I ? Oder ES II? Fast eine Stunde lang tat sich bei beiden gar nichts. Ich fand plötzlich, Papparazzi verdienen mehr Respekt als ihnen allgemein gegönnt wird. Es ist ein harter Job.

Noch härter ist es nur, ein weiblicher Rotschwanz zu sein. Das Vögelchen sah inzwischen aus als hätte es von seinen 20 Gramm mindestens 4 verloren. Ich weiß nicht, ob man sich als Vogel über sowas freut.

ausflug sie mit käfer auf zaun
(Sie pfeift übrigens mit vollem Mund!)

Allein ihr Dauer-Gezwitscher anzuhören, war anstrengend. Ich stellte mir vor, wie es ist, diese Töne hervorzubringen. Nein, danke. Aber, andererseits, welches Glück: Sie glaubt wirklich, ihre Kinder hören auf sie!

ES II im sicheren Haus hatte sich indessen überlegt, sein Coming- Out zu vertagen und sich wieder zur Ruhe zu begeben:

ausflug1
(Gähn! Gleich fallen die Augen zu…)

Tja, es gibt immer Spätstarter. Rotschwanz-Mama fütterte ihr Jüngstes weiter. Und schleppte jedesmal danach etwas Weißes aus dem Haus.

ausflug16mutter mit mist

ausflugmutter mit mist 1
(Ob rein oder raus, niemals mit leerem Schnabel. Das sieht ja aus wie … äh..Bäh! Und alles mit demselben Besteck!))

ausflug abflug mutter
(Sie hat überhaupt keine Freizeit!)

Wo ist eigentlich der verdammte Rotschwanz-Vater?

ausflug adlermutter
(Die schöne Frau ist ganz allein)

Von seinen Kindern wird ER nicht mehr viel haben. ES I testete bereits systematisch alle seine Funktionen:

1. Aufplustern: Klappt!
2. Rundum-Äugen: Klappt
3. Jubilieren: naja… muss noch üben.
4. Ortswechsel durch Flattern: klappt 1A!

rotschwänzchenkind am müllplatz, rangezoomt
ausflug11
(Rotschwanz junior lässt mich leider nicht näher ran. Er ist schon von den summenden Fliegen genervt. Mach’s gut. Kleiner!)

14.22 Uhr: Kein Mini- Rotschwanz mehr zu sehen, kein Baby-Gesicht mehr am runden Fenster:

ausflug warten

Auch die Mutter macht sich davon.

ausflug mutter startet vom dach

Im Garten ist es plötzlich ganz still.

Kleine Chronik des Rotschwanz-Watchings:
1. Nestbau-Beginn am 1.Juni
2. Abschluss der Innenausstattung am 4.Juni
3. Wir finden leere Eierschalen am 20.Juni
4. Klein-Rotschwanz Nr.1 ist da: am 3.Juli
5. Schwänzchen II zieht aus: 5.Juli
6. Nesthäckchens erste Reise und Abschied: 7.Juli

eingewurzelt unter: Garten allgemein

Alle anzeigen mit Stichwort:

Vor einem Jahr
Euphorbia welche?, Graulaubige Pflanzen - Bestimmung, Spatz aus dem Nest gefallen, Drehfrucht, Streptocarpus "Blauer Paul", Kakteen im Farb-Rausch, Stein-Beet - organisch gewachsen, Gartenhibiskus-Showtime, Calla ohne Hochblatt, Hochheimer Staudengarten, Garten-Koch-Event: Raspberry - Himbeere



45 Kommentare bisher

Kommentieren
Sus, 04. Juli 2008, 08:02

Tolle Geschichte! Danke für den wunderschönen Bericht! Und die Bilder sind auch super! Vögel zu photographieren ist wahrlich nicht einfach.

Liebe Grüße, Sus

Spreewaldgurke, 04. Juli 2008, 10:09

Da kann ich Sus nur zustimmen…klasse Berichterstattung!!!!! Schade das nun schon wieder alles vorbei sein soll *schnüff* Ich mag aber gerne noch mehr von den Vögli-Familie lesen wollen…………….

jey-Key, 04. Juli 2008, 11:48

Hallo Uta,

ich möchte mich auch für die gelungene Berichterstattung und die tolle Fotoreportage bedanken …….. echt toll, ich hab herzlich gelacht heute morgen ….
Hoffe die Piepmätze gehen ihren Weg und Du hast bald wieder viele Vogelstimmen im Garten, die Dich über den Auszug der Rotschwänze hinweg trösten :-)

Liebe Grüße
jK

Hedonistin, 04. Juli 2008, 11:52

Mütter haben doch wirklich allerorten mit denselben Problemen zu kämpfen. :-)
Köstlicher Bericht und hinreißende Fotos!

carsten, 04. Juli 2008, 11:21

Wir haben hier Schwalben, wobei ich das natürlich nicht so begrüße, wenn die morgens so einen Krach machen.

Dorothea, 04. Juli 2008, 12:56

Hallo Uta, auch von mir vielen Dank für die wirklich gelungene Berichterstattung.
Hoffentlich schaut sich noch ein weiteres Paar die Eigentumswohnung an. Noch ist Brutzeit !
Lieben Gruss und schönes Wochenende.

Uta, 04. Juli 2008, 13:15

Schön, dass es Euch gefällt, das freut mich sehr. Ich musste mich nämlich wirklich anstrengen. Diese Rotschwänzchen sind schnell, mit dem Fotoapparat unglaublich schwer „zu fangen“. Sie machen spektakuläre Manöver in der Luft. Rechte Winkel!
Also, Eulen wären leichter…
Schwalben wieder nicht…

Ich versprech‘ Euch noch ein Ende. Einer ist ja noch drin.

Dorothea, 04. Juli 2008, 16:09

Hallo Uta, ich glaube im Bild von 14:22 Uhr ist auf der rechten Seite vom Schlupfloch ein Schnäbelchen zu sehen, oder täusche ich mich ?
Es geht also weiter, schöner als alle Zoo-Geschichten.

Uta, 04. Juli 2008, 17:12

Du guckst ja ganz genau, Dorothea. Stimmt.

conny weberpals, 04. Juli 2008, 19:43

danke für diese wunderbare dokumentation!

lg conny

Agathe, 04. Juli 2008, 21:28

Das ist ein wunderbarer Fotobericht. Vielen Dank. Da möchte ich doch noch ein eigenes Erlebnis anfügen: Vor einigen Jahren hatten wir Rotschwänzchen und das Nesthäkchen konnte nicht aus dem Kasten ausfliegen, weil es sich sein Füßchen festgeklemmt hatte am Nistmaterial. Ich stieg auf der Leiter hinauf zum Kasten, wo es hilflos herumflatterte. Um es zu befreien, musste ich es in die Hand nehmen, das war ein Gefühl… So ein kleines süßes Vögelchen ohne Gewicht in der Hand und ließ sich dann ganz ruhig mit der Schere das Füßchen freischneiden , während die Alten zeternd drum herumflogen. Als alles Stroh weggeschnitten war, saß es da noch einige Zeit auf meiner Hand und … hui flog es los und die Eltern nahmen es gleich in ihre Obhut.

Uta, 04. Juli 2008, 22:10

Festgeklemmt?! Ich wär‘ nie darauf gekommen, dass es sowas geben könnte. Wie gut, Agathe, dass du das beobachtet hast und helfen konntest!
Deine „Schwänzchen“ hatten offenbar zwei Eltern… Wo ist nur unser Göttergatte hin? Er hat zwar längst nicht so fleißig gebaut wie seine Frau. Aber er hat sie dann beim Brüten zuverlässig gefüttert und auch gelegentlich abgelöst, wie mir schien.
Noch eine Frage: Hast du hinterher das Nest aufgeräumt? Ich meine, das Haus leer gemacht?
Und noch eine: Gehen ausgeflogene Junge ins Nest zurück? Ich habe das flügge Kleine am Tag 1 nochmal vorbeischwirren sehen. Es hatte sich nicht wirklich unter Kontrolle. Es flog eher wie ein loses Blatt. Es würde nie das Einflugloch treffen.

Uta, 04. Juli 2008, 22:23

Übrigens, was ich gerade sehe: Wenn man genau ein Jahr im Blog zurückguckt, gibt es da von Ilona ein Spatzenbaby zu sehen:
http://gaertnerblog.de/blog/2007/spatz-aus-dem-nest-gefallen/
Auch mit so auffällig gelbem Fütter-mich-Schnabel. Und er saß, wie sie erzählte, auch fast eine Stunde still an derselben Stelle und war, wie ich finde, relativ groß.
Ich hatte mich nämlich gewundert, wie groß „mein“ Jungvogel war. Wo die Eierschale doch sooo winzig war.

Yomugasuki, 04. Juli 2008, 22:39

Ich muß es auch einfach loswerden, Dein Bericht samt Fotos ist toll!!! Ich bewundere, dass Du offensichtlich für uns Leser die Kamera parat hattest. Mir fehlt sie leider oft in entscheidenen Augenblicken ;-)

Agathe, 07. Juli 2008, 00:41

Hallo Uta, ich räume das Nest leer, wenn die Jungvögel ausgeflogen sind. Die Jungen sind meist ziemlich standorttreu, obwohl sie nie direkt ins Nest zurückkehren. Beide Eltern (Es wundert mich sehr, dass bei Dir nur die Vogelmutter beim Ausfliegen dabei war, es ist leider fast anzunehmen , dass dem Vogelvater etwas zugestoßen ist in der Zwischenzeit) sind dann noch eine ganze Zeit mit Füttern beschäftigt. Was ganz süß ist: wenn die Sonne untergeht bei schönem Wetter habe ich öfter beobachtet, dass die Alten ihre Jungen mit Futter an einen sicheren Ort locken, zum Beispiel auf einen Balken unterm Giebel unseres Hauses, und dann noch ein paar Mal dort füttern. Und dort bleiben die Jungen dann sitzen über Nacht und schlafen. Letztes Jahr, als die Rotschwänzchen gerade ausgeflogen waren, hatte sich doch die Alte ein sehr ungeschicktes Versteck ausgesucht, indem sie einem der Jungen einen Platz in einer Nische unserer Haustür aussuchte. Ich bat daraufhin alle Familienmitglieder, am Abend nur noch durch die Terrassentür zu gehen, denn jeden Tag war die Türnische nun Schlafplatz des Rotschwänzchenkükens. Aber an einem Abend öffnete eins meiner Kinder versehentlich die Tür, und in seinem Schreck kam das Rotschwänzchen ins beleuchtete Haus hereingeflattert. Nun war guter Rat teuer, denn jetzt kam es in Panik, es dauerte lange, bis es wieder hinausgefunden hatte, es war ja dunkel draußen, und danach kam es nie mehr zum Schlafen in die Haustürnische.

Uta, 07. Juli 2008, 10:01

Na gut, Agathe, danke. Dann kann ich ja das Nestchen rausholen. Ich hatte kürzlich schon reingeguckt und die große weiße Feder gesehen, die das Weibchen beim Bau mit so viel Mühe durchs Loch gestopft hatte.
Zu der Nischengeschichte: Vögel scheinen ja wirklich ein gutes Gedächtnis zu haben… Die Aufregung deiner Kinder kann ich mir vorstellen. Das Erlebnis vergessen sie bestimmt auch nicht.

Der fehlende Mann: Sein Wegbleiben fiel mit der Zeit zusammen, in der das Weibchen schon halbwegs allein klar kam. Das lässt mich hoffen, er geht fremd. Find‘ ich besser als tot.

Karin G., 07. Juli 2008, 10:55

bin auf der Suche nach „Epiphyllum Ableger bzw. vermehren“ auf den Gärtnerblog gestossen und fand die tolle Rotschwänzchen-Geschichte. Möchte dazu gratulieren. Das Futter/Nistkasten-Haus gefällt mir auch sehr.

Pippilangstrumpf, 09. Juli 2008, 19:23

Hallo, super nette Geschichte. Und hilfreich für mich;-) Hatte in meiner Heukammer einen Tag vor dem Reinbringen des Heu´s auch ein Nest gefunden. Leider in solcher Höhe, daß wenn ich das Heu auf die eigentliche Stapelhöhe bringen wollte, ich die Jungvögel auch gleich in den Katzennapf legen kann;-(( Also habe ich aus Kaninchengitter einen „Einflugschutztunnel“ gebaut. Gefunden hatte ich das Nest am 29. Juni, da sahen die 6 Kleinen ziemlich frisch aus. Bis gestern sah alles ganz ok aus. Heute war das Nest leer. Aber der Draht sah nicht so aus, als ob da Katzen oder Marder drauf gewesen wären. Daher musste ich jetzt erstmal nachlesen, ob sie denn schon ausgeflogen sein könnten… So kam ich zu Deiner Geschichte! Und denke nun, daß sie wohl auch ausgezogen sind, nur ich habe leider alles verpasst, da ich den ganzen tag nicht zu Hause war…*schnief*.

Uta, 09. Juli 2008, 21:54

Hi, Pippi,
es könnte schon hinkommen, dass sie vom 29. bis zum 9. genug Zeit hatten. Schade, dass du nicht ein Foto von den Kleinen im Nest gemacht hast. Hätt ich gern mal gesehen. Oder hast du?
Wo es doch gleich sechs waren…
Lustig übrigens, wozu man im Internet so alles Rat sucht: Könnte meine Katze meine Vögel gefressen haben? Und siehe da, es hat geholfen. Vielleicht kann ja mal ein Katzen-Experte sagen, ob man nach einer ev. Katzen-Attacke auf ein Nest Spuren sehen würde. Lose Federn und so…

Ilka, 13. Juli 2008, 18:36

Hach, da kommt gleich wieder Urlaubsfeeling auf! Wir hatten das Glück, dass einer Goldammer-Familie die Terasse unseres Ferienhauses ziemlich gut gefiel; wahrscheinlich wegen der Brotkrümel, die von unseren Mahlzeiten dort liegen blieben. Für lautes Gelächter sorgte das Junge, als es mitten in den Krümeln saß, sich aber trotzdem fleißig von Muttern das Futter in den Schnabel stopfen ließ – die wiederrum die Krümel aufpickte in denen ihr Junges saß und es damit fütterte.
Richtig mitgelitten wiederum haben wir, als bei einem schweren Regenschutt die Eltern die Biege machten und das Junge sich nicht von der überdachten Terasse wegtraute. Ganz dick aufgeplustert saß es auf dem Boden und tschiepte herzerweichend in einer Lautstärke, die man ihm garnicht zugetraut hätte…
Dazu noch eine ständig zerzauselte Bachstelze und ein Fasan, der uns jeden Morgen lauthals weckte, und fertig ist die Ferienunterhaltung! Herrlich!

Trackback caipi, 09. August 2009, 21:00

Einblick in die Rotschwänzchen-Kinderstube…

Diese Woche erstmals junge Rotschwänzchen gesichtet – zwei Junge machten dem Elternteil das Leben schwer, das genervt davonhoppelte, verfolgt vom flügelflirrenden Nachwuchs. Leider ist auf meinen Fotos mangels Tele kaum was zu erkennen, aber …

Cain al Warkal, 11. Mai 2010, 15:49

Habe in den letzten Wochen ebenfalls einen Rotschwanz im Garten entdeckt, ob Männchen oder Weibchen weiss ich noch nicht…

Klaus, 11. Mai 2010, 16:31

Hallo Uta !
Ich habe deinen Beitrag wie einen spannenden
Roman gelesen. Einfach Klasse !
Du übertriffst dich immer wieder.
Auch die Kommentare haben durch dich noch mehr Farbe bekommen.
Ich bin gespannt, denn du hast noch mehr drauf !!!
Habe auch Neuigkeiten bei „Baum beranken“.

Betula, 11. Mai 2010, 17:29

Beim Rotschwanz sind Männlein und Weiblein leicht zu unterscheiden: Die Männchen sind schwarz/grau, die Weibchen braun. Aus Erfahrung kann ich sagen, wenn man einen gesehen hat, ist meist auch der Partner nicht weit ;-)

christian, 21. Mai 2010, 21:59

Hallo, unsere Rotschwänzchen haben heute Ihre ersten Flugversuche gestartet.Ich bin als neuer Gartenbesitzer aufmerksam geworden, wegen dem heftigen Gezeter der Rotschwanz-Mama. Natürlich habe ich versucht ein Foto zu schiessen.Leider ist nicht viel zu sehen. Ich bin richtig glücklich, dass alles nun beobachten zu können. Schon lange füttere ich die Piepmätze im Winter und nun sind auch die restlichen Nistkästen belegt. Werden es 2 Gelege bei den Meisen?
20.Mai 21.00 Uhr

Uta, 26. Mai 2010, 10:24

Das Männchen der Gartenrotschwänze hat auf dem Kopf ein weißes Käppchen. Es sieht aus als trüge er ein Kirschblütenblatt darauf. Er ist dunkler, glatter und glänzender. Die Weibchen sind bräunlich und der rote Schwanz unscheinbarer gefärbt, nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

An der Chronik oben ist der Ablauf zu sehen:

Nestbau ca. 3-4 Tage
16 Tagen Brüten
14 Tage Füttern…
und fertig sind die Gartenrotschwänzchen

Sicher sind nicht alle gleich schnell oder langsam, aber so in etwa steht es auch in der Fachliteratur.

Hatice, 16. Juni 2010, 08:53

Hallöchen…
Ich hatte im Carport ein Vogelnest mit einem Rotschwänchen Vogel. Ab und zu schaute ich rein wenn die Mama nicht a war und habe vor 1 woche Vogelbabys entdeckt. Aber 2 Tage später war weder Baby noch Mutter zu sehen!! Ich bin total traurig darüber… Ich war so stolz das sich ausgerechnet bei mir im Carport … . Naja unser Carport sollte abgerissen werden, weil unsere Nachbarin das so „wollte“. Als ich dann aber aus Sorge(da waren die Vogelmama und baby noch da) rief ich den Tierschutz an die mir sagten das es eben nicht aberissen werden darf. Doch dann schickte mir das Naturschutzamt eine IDIOTEN vorbei der kontrollieren sollte ob da noch was drin ist. Der Griff einfach rein ins nest… ! Durfte er das?? Ich finde nein, und wooo sind aufeinmal mama und baby hin… Donnerstag noch da und Freitag völlig leer?? Ich meine es wäre unmöglich das ein andere Vogel wie Rabe oder so sich das Baby gerissen hat es wäre zu eng…. ICH VERSTEH DAS NICHT…….:(((

bianca, 23. Juni 2010, 08:10

vielen Dank für diese süße Geschichte!!!
Ich habe auch gerade Rotschwanz Nachwuchs im Garten und warte auf´s Ausfliegen,
bianca aus Lübeck

Uta, 23. Juni 2010, 10:12

Gratuliere! Es heißt ja, sie seien vom Aussterben bedroht. Inzwischen sehen ich sie aber öfter. Die Jungen mit Eltern werden noch längere Zeit bei Dir herumfliegen. Sie sind anfangs ausgesprochen tollpatschig und werden leicht zur Katzen-Beute, wie mein alter Nachbar weiß.

Hatice, Deine Vögel können schon weggeflogen sein. Sie brauchen ca. 17 Tage ab dem Schlüpfen aus dem Ei. Dass ein Tierschutzmann in ein Nest greift, finde ich sehr seltsam. Es gäbe doch andere Methoden, um zu sehen, ob es noch bewohnt ist.

fisami, 02. Mai 2011, 22:18

ich habe erst heute, 2.5. 2011 , den tollen bericht über einen kleinen vogel gelesen, sollte es mehr geben. fisami

Susanne Rüster, 27. Mai 2011, 19:57

Ein wirklich schöner Bericht. Ich hatte heute für einen Jungvogel der aus dem Nest gefallen war, eine Vogelauffangstation gefunden und mir wurde erklärt, daß es sich bei dem kleinen Piepmatz um einen Rotschwanz handelt. Beim Googeln bin ich auf diese wunderschöne Seite gestoßen!
LG v. Susanne Rüster

jude, 20. Juni 2011, 18:11

Toller Bericht und vor allen Dingen ein tolles Vogelhäuschen.

Gibt es dazu eine Bauanleitung, da ich ernsthaft am überlegen bin auch ein solches schönes Heim für Rotschwänzchen bei mir im Garten aufzustellen.
Und es soll selbst gebaut sein.

Danke LG
Jürgen

barbara, 27. Juli 2011, 22:34

hallo, auch unsere kleinen rotschwänzchen flogen heute aus, aber leider erst gegen abend!? die ersten drei hatten wir nicht mitbekommen. wo der vater verblieben ist, weiss man auch nicht evtl. bei der ersten truppe. aufjedenfall baby 1 und bayb2 raus, später habe ich leider nur noch 1 gesehen und eine aufgeregte suche nach baby2? wo schlafen denn die kleinen neuflügler? alles furchtbar aufregend, man möchte sie am liebsten einfangen und mit ins haus nehmen, wenn man die elstern und die krähen drumrum fliegen sieht. gibt es eine anleitung für das tolle nisthäuschen und wo stellt man es am besten auf`? ich fnde diese geschichten hier shr schön und ausführlich!
lg barbara

Sonja, 30. Mai 2012, 10:47

Danke für die tolle „Geschichte“. Bei uns auf dem Balkon haben auch Rotschwänzchen (zu meinem Leidwesen) gebrütet. Ich hatte große Angst, die „Alten“ würden nicht zum füttern kommen, wenn wir ständig auf dem Balkon sind. Aber sie füttert und fliegt und fliegt, ist ein ganz abgemagertes Ding inzwischen. Wie lange bleiben die kleinen Fresserchen denn im Nest? Wenn sie es endgültig verlassen, wohin gehen sie dann, mal dumm gefragt?

Petra, 01. Juni 2012, 16:18

Habe gerade gegoogelt wie lange die Rotschwänzchen im Nest bleiben ( weil ich gerne mal wieder die Fenster putzen würde) und bin bei diesem wunderschönen Bericht gelandet. Meine Rotschwänzchen brüten jedes Jahr seit 18 Jahren an der gleichen Stelle und gerade schimpft der Papa wieder lautstark weil sich gleich mehrere Katzen im Garten aufhalten. In wenigen Tagen kommt dann wieder die Zeit wo ich wie Rumpelstilzchen im Garten herumhüpfe um die insgesamt 6 Katzen, die sich inklusiver meiner Beiden hier regelmäßig an der Katzenminze laben von den jungen Rotschwänzchen fern zu halten.

Brita, 25. Juli 2012, 12:22

Gerade heute sind unsere Rotschwänzchen ausgeflogen, ich habs leider verpasst. Sehe und höre die Eltern im Baum nebenan, aber von den Jungen ist nichts zu sehen. Leider schläft unsere Katze immer draußen unter den Büschen, das regt die Rotschwänzchen ziemlich auf. Ich mache mich auch Sorgen, daß die kleinen vielleicht noch nicht gut fliegen können und die Katze sie dann doch noch fängt! Wäre ja furchtbar!

Susanne B, 25. Juli 2012, 12:43

„Meine“ Blaumeisen konnten auf Anhieb (oder besser „auf Absprung“) erstaunlich gut fliegen, nur mit der Steuerung haperte es ein wenig. Kleine Bruchpiloten kannst Du aber behutsam auflesen und auf einen Baum o. ä. setzen, dort werden sie weitergefüttert. Die weitverbreitete Meinung, dass die Eltern die Jungvögel dann nicht mehr annehmen, trifft nicht zu.

gudi, 31. Mai 2013, 13:22

Liebe Uta,
das war ein sehr lieber Beitrag.
Die Fotos haben mich daran erinnert, dass der Kuckuck sein Ei in fremnde Nester legt. Die viel kleinern fremden Vogeleltern (auch Rotschwänzchen) brüten dann das Kuckucksei aus und päppeln mit Müh und Not das viel größere Kuckuckskind auf…

DorotheaPi, 17. Juni 2013, 11:32

Hallo Uta!
einen sehr schönen Beitrag hast du da verfasst. Richtig anschaulich. Bin grade auch im Rotschwänzchen-Fieber, eine Freundin von mir hat den Nachwuchs direkt über der Terrasse und ich kann mitbeobachten, wie er größer wird!

Karin, 03. Juli 2014, 23:11

Hallo Uta,

Du „berichtest“ mir aus der Seele, genau so ergeht es mir in diesen Tagen, Haushalt, Kueche, Mann und Kinder sind nun Nebensache, die Kueken sind ausgeflogen, doch leider, das Fliegen klappt noch nicht so richtig, wir haben hier 8 Katzen, also verbringe ich die meiste Zeit im Garten, um die Katzen fernzuhalten, zwei haben es geschafft, meine eigenen Katzen sperrte ich ins Haus, beim dritten Vogelkind war die Katze schneller. Mein Gott war ich traurig. Ich wusste nicht, dass Rotschwaenzchen noch so spaet brueten, ich lebe in Italien, bisher war ich immer im Staren-Fieber, jedes Jahr sind sie bei uns zu Gast, so lange das letzte Kueken nicht heil sein Nest verlassen hatte, fuehlte ich mich einfach gestresst. Dieses Jahr ging alles gut, doch habe ich nicht damit gerechnet, dass Familie Rotschwaenzchen im verlassenen Starennest bruetet. Leider ist das Flueggewerden bei dieser Brut nicht so einfach wie bei den Staren, die Kleinen sitzen stundelang am Boden und somit werden sie schnell zum Opfer unserer Katzen. Seit Tagen beobachte ich diese Voegel, jetzt habe ich viel gelernt. Viel Glueck ihr kleinen Vogelkinder, naechstes Jahr bin ich ganz bestimmt wieder fuer euch da.

Klaus, 04. Juli 2014, 07:32

Hallo Karin !
Du bist nicht allein mit deinen Sorgen. Auch meine 2. Brut der Rotschwänzchen ist durch Nachbars Kater gefährdet. Und keine Möglichkeit diese effektiv und nachhaltig zu vertreiben. Der „Piepser“ wirkt zwar in meinem Hof aber in Nachbars Investruine nicht. Inzwischen sind die Katzen bei uns eine schlimmere Plage als die Marder und Waschbären und das nicht nur durch den penetranten Uringestank.

Fischbach Margit, 21. Juni 2016, 16:56

Interessante Erzählungen über das Brutverhalten von Rotschwänzchen. Bei uns brüten seit vielen Jahren Rotschwänzchen im Eingangbereich geschützt auf einem Balken. Wenn die erste Brut ausgeflogen ist, darf man das Nest nicht entfernen. Denn die Rotschwänzchen benutzen das Nest auch noch für die zweite Brut. Es ist immer wieder ein Erlebnis zu beobachten, wie bemüht die „Alten“ sind um ihren Fortbestand zu sichern.Übrigens auch das Männchen ist bei der Fütterung dabei. Ich sehe es oft nicht und plötzlich ist es wieder da und füttert mit. Auch mit sehr vielen Feinden haben sie zu kämpfen, z.B. Katzen, Sperber, Marder etc. und leider ist auch der Mensch als Feind zu nennen… Da stört dann ein bisschen Schmutz vom Nestbau usw… Also wir wünschen allen Vogelkindern einen sicheren Start ins Leben und freuen uns über Menschen, die sich für Tier- und Umweltschutz einsetzen.

Susanne, 05. Juli 2016, 17:43

Wir sind dieses Jahr auch Hotel für eine Rotschwänzchen-Familie, einfach herrlich zu beobachten. Das Nest befindet sich im Träger zwichen zwei Balkonen, mega eng. Die Taktik für den Nestanflug ist sehr interessant und für uns Zuschauer sehr verwirrend. Diese Ablenkmanöver kann man nur versteckt hinter der Gardine beobachten. Bezüglich der Sauberkeit in Umfeld des Nestes kann ich nur zustimmen, keine Schalen oder sonstige Hinterlassenschaften zu sichten, was für unseren Balkon sehr vorteilhaft ist.

Susanne J., 29. August 2016, 22:34

Direkt an der Grundstücksgrenze steht bei Frau Nachbarin ein grosser Strauch, in dem Rotschwänzchen brüten. Auf unserer Seite steht ein Holunder. Die Holunderbeeren scheinen gut zu schmecken, denn immer wieder kommt einer der Elternvögel und pflückt im Rüttelflug eine Beere ab. Besonders schön ist, wenn der Nachwuchs gegenüber auf der Dachfirst sitzt und Mama oder Papa ihm dort was Leckeres in den Schnabel stecken. Unser Kater beobachtet zwar die Piepmätze, lässt bisher aber die Pfoten von ihnen.

Bou, 02. September 2016, 15:19

Die Rotschwänzchen mögen recht gerne rote Johannisbeeren. Wenn man nicht alle Träubchen des Strauches abpflückt kommen die Rotschwänzchen gerne zu Gast und erfreuen uns mit ihrem Besuch. Bei dieser Gelegenheit, kann man auch das eine oder andere Foto in ’natürlicher‘ Umgebung machen.

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