Syngonium podophyllum – Vermehrung
Eine Reste-Regal-Pflanzen-Anschaffung der letzten Zeit war ein gut erhaltenes Syngonium podophyllum “Arrow”, zu umgangssprachlich “Purpurtute”. Wir hatten letztes Jahr mal ein Syngonium als Zimmerpflanzen-Bestimmung, aber da ich noch nie eins besessen habe, habe ich das damals mit besonderem Interesse verfolgt. Das Syngonium beim Kauf: Schön gezeichnete pfeilförmige Blätter, dichter, gedrungener Wuchs:
Syngonium podophyllum und Syngonium auritum
Was mich – neben den interessanten Blättern – besonders fasziniert hat, ist, dass Syngonium wie die Aronstab-Verwandtschaft unter den Zimmerpflanzen (Monstera, Philodendron, Efeutute, Flamingoblume, …) ebenfalls mit zunehmendem Alter eine Kletterpflanze oder Hängepflanze werden soll. ( Update: Syngonium als Hängepflanze)Im Verkauf sieht man sie aber, soweit ich beobachtet habe, bewusst niemals als Kletterpflanzen, sondern immer nur als Jungpflanzen mit über dem Topfboden stehenden Blättern und noch ohne Anstalten zum Klettern. Das mag daran liegen, dass sich die Blattform bei älteren Purpurtuten verändert (mit Einschnitten, mehrlappig), oder daran, dass sie so einfach nicht oft angeboten werden. Keine Ahnung. Mein Zander verrät, dass das Syngonium aus dem tropischen Mittel- und Südamerika, also regenwaldartigen Bereichen mit eher hoher Luftfeuchtigkeit kommt. Daraus schließe ich mal, dass deren Standortbedingungen – diffuses Licht, nicht so hell, nicht unbedingt vollsonnig, aber feucht für die Blätter – auch für Syngonium gelten. Bis jetzt zeigte sich die Pflanze bei mir jedenfalls absolut pflegeleicht, auch wenn ich das Gießen mal kurz vernachlässigt hatte. Bis zum gemächlichen Absterben einiger Blätter wegen Trockenheit dauerts ne ganze Weile (bis zu einer Woche), und für plötzliches Absterben vieler Blätter muss man sie sicher kräftig übergießen und längere Zeit Staunässe produzieren. das habe ich aus wohl verständlichen Gründen nicht getestet. ;-)
Mein altes Zimmerblumen-Buch (C. Grunert, Zimmerblumen, 1958, S. 373) hilft beim Verständnis des Namens und merkt an:
“… Syngonium gehört zur gleichen Familie wie die Philodendron … . Der Name setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern syn= zusammen und goeia = Mutterleib, er nimmt darauf Bezug, daß die Samenanlagen beisammenstehen. Die Gattung umfasst 14 Arten, die alle kletternde Sträucher werden … Die Blätter sitzen auf langen Stielen und werden drei- bis fünfteilig. Die Pflanzen wirken zierlicher als die üblichen Philodendron, sie sind allerdings etwas empfindlich. Am häufigsten wird man den Arten Syngonium auritum und Syngonium podophyllum begegnen. Sie geben aparte Blattpflanzen ab.
… Syngonium sind Warmhauspflanzen, … Man muss sie öfter übersprühen und für feuchte Luft sorgen, auch Schatten ist nötig. Im Sommer vertragen sie über 20 Grad Wärme, im Winter möchte die Temperatur nicht unter 14 Grad absinken. … Zum Klettern … Korkstücke, Aststümpfe oder Stäbe, die man mit Moos umwickelt, das feucht zu halten ist. Vermehrt wird durch Stecklinge und durch Abmoosen im Frühjahr und Frühsommer, aber dazu ist große Wärme nötig.”
So weit, so gut. Damit habe ich mit den Standortbedingungen wohl richtig gelegen. Gut zu wissen auch, dass das so ein Feucht-Substrat-Kletterer ist, der sich am feuchten Moosstab o.Ä. wohlfühlen könnte, und dass Syngonium auritum größere, dickere Blätter, meistens in Grün hat, während Syngonium podophyllum eher nicht so dicke hat, und öfter mit diesen gemusterten Blättern aufwartet. Meins ist also ein Podophyllum. Die Vermehrung wird im Buch, glaube ich, aber schwieriger gemacht, als nötig. Teilung geht nämlich auch (s.u.), und eigentlich sehr leicht und schnell.
Bleibt eine Frage übrig für mich: Warum sieht man Syngonium so selten als Kletterpflanze (Meine ich jedenfalls.), bzw. warum wird an vielen Stellen im Internet empfohlen, die sich bildenden langen Ranken zurückzuschneiden? Ist es nicht schöner, die Pflanze wirklich als Kletterpflanze zu halten? Gibts da irgendwelche Schwierigkeiten, die mir noch nicht bewusst sind? In welcher Form pflegt Ihr die Pflanze?
Purpurtute-Vermehrung
Die Kauf-Pflanze sah noch wirklich gut aus, abgesehen von 2-3 gelben Blättern. Mir ist gleich aufgefallen, dass der Topf völlig durchwurzelt und natürlich wie so oft schon viel zu klein war. Syngonium wächst ähnlich vielen anderen Aronstabgewächsen fürs Zimmer aus Rhizomen, wenn auch zunächst zumindest kurzen. Dementsprechend geknüllt-eng standen die einzelnen Pflanzenteile bis zum Topfrand nebeneinander. Weil ich ja nicht so viel Platz habe, war mir die Vorstellung, gleich mal in ´nen größeren Topf umtopfen, erstmal nicht so lieb. Also dachte ich, ich probiere mal eine Vermehrung durch Teilung, so dass ich schmalere einzelne Pflanzen mit eigenem Wurzelstock erhalte. Zum Einsatz kam wegen filigraner Schneidearbeiten nicht das bewährte Brotmesser, sondern ein kleines Küchenmesser. Beim senkrechten Schneiden durch den Wurzelballen ergaben sich fünf schöne einzelne Pflanzen-Stücke, die ich dann in normale Blumenerde in einzelne Töpfe gepflanzt und warm ins Zimmer gestellt habe. Eine Weile gut von unten gewässert, dabei aber Staunässe peinlichst vermieden, und prompt sind alle fünf Syngonium´se nach nicht mal 2 Wochen ohne auch nur einen Blattverlust oder Welke-Phase angewachsen. Sehr einfach und wie aronstabmäßig gewohnt, so weit:
Von den fünf kann ich dann mal vier verschenken die Tage, denn so ist das ja auch platztechnisch auch nicht gerade der Hit. :-)
Übrigens gibts einen ganz tollen, informativen Blogger-Beitrag zum Syngonium (in Englisch), der wirklich viel Erfahrung und einiges Interessantes zu den Pflanzen hergibt. U.a. über die Merkwürdigkeiten der Blatt-Veränderungen mit zunehmendem Alter, Sports (Mutationen), und dass die Pflanzen in wärmeren Gebieten unserer Erde durchaus in die freie Natur entkommen und dort als Neophyten Probleme machen. Und zur Schädlingslage wird berichtet: Selten, aber soll vorkommen: Was ich mir schon dachte, als ich die Blätter anfasste: Spinnmilben können ein Thema sein, aber auch Wollläuse/Schmierläuse, sowie einige bakterielle Krankheiten. Und noch was: Ein höchst kreativer Tipp, auf den ich wirklich gar nie-niemals gekommen wäre, um das Problem Zu-viel-Gegossen schneller wieder in den Griff zu kriegen: Bodenwärme, z.B. durch Platzieren des Topfes auf nem warmen CD-Player. :-)))
andere rankende Zimmerpflanze: Cissus
eingewurzelt unter: Zimmerpflanzen
Vor einem Jahr
Blümchen trocknen, Garten-/Pflanzen-Prospekte für die nächsten Tage, Ferocactus latispinus




9 Kommentare bisher
KommentierenHatte eine Weile lang eine sehr kleinblättrige Syngonium, die den Zusatz “pixie” trug. Ranken wollte die jedoch nicht.
Ich sehe durchaus mal ab und zu rankende Syngonien, wie du richtig vermutest, am Moosstab. Aber ehrlich gesagt… ich find sie nicht so pralle.
Du findest Syngonien insgesamt nicht so pralle, oder besonders die rankenden, Keisha?
Die rankenden. Liegt aber wahrscheinlich daran, daß die Verkaufspflanzen immer so schnurgrade nach oben an den Moosstab getackert werden
Ok, also werde ich da bei Gelegenheit mal verschärft drauf achten, und dann entscheiden, ob ich sie lieber rum-ampel-hängen lasse, falls es dazu kommt. :-)
Also mein Freund hatte so eine mit meterlangen Ranken. Irgendwie sahen die aber kahl aus und es fehlten auch immer mal wieder die Blätter. (Die waren vermutlich wegen Fehlpflege abgefallen.) Purpurtute würde ich NICHT rum-ampeln lassen, weil es einfach nicht so schön aussieht wie bei einer Efeutute. Darum ist sie vermutlich auch immer nur so schön buschig zu bekommen. Wer was rankendes will nimmt ne Efeutute. ;-)
Stecklinge sind übrigens Kinderleicht zu bewurzeln. Im Grunde wie bei der Efeutute. Kopf- oder Teilstecklinge: EGAL. Bewurzelungsrate: 100% (es waren irgendwie 20 oder so bei den meterlangen Ranken zusammengekommen). Einpflanzen: wachsen schön weiter. Aber eben langsamer als Efeutute. Ich habe das Gefühl, dass nach einem neuen Blatt erstmal die Kraft in das Blatt gesteckt wird und dieses an Größe zulegt. Erst dann geht´s weiter.
Also wenn man micht fragt…
rankende Pflanze für Moosstab oder zum rumampeln: Efeutute
buschige grünpflanze die bisschen über den Topf drüberhängt: Purpurtute.
in diesem Sinne…. tut tut….
Danke auch Dir, Ilona. Hm…. Irgendwie will mir das nicht schmecken, dass eine Pflanze natürlicherweise halt so wächst, aber ich sie dann in eine andere Form nötigen sollte, damit sie gut aussieht….
Syngonium hängend…
Zu meiner Frage, wie denn wohl mein Syngonium podophyllum hängend aussehen wird, hat mir Betula mal ihre Syngonium´se zur Ansicht geschickt.
“deinen Artikel über die Purpurtute habe ich mit großem Interesse gelesen, da ich vor ei…
Hallo!
Ich hab mir gestern ein gaaaaanz kleines Syngonium (9cm) gekauft (68Cent!). Die Blätter haben rote Blattadern – könnt Ihr mir sagen, wie diese genau heißt?
Weiß noch nicht, wie ich es wachsen lassen soll – auf jeden Fall soll`s nicht zurechtgeschnitten werden!!! Wenn es klettern wird, dann an einem Baumast entlang, wenn es hängen wird, dann von einem entrindeten alten Baumstamm herunter – sieht dann aus wie eine natürliche(!!!)grüne Pflanzensäule!
LG Lisa
hallo,
ich habe eine dringende frage.ich habe eine efeutute.ein fensterblatt und eine purpurtute die neu ist.leide haben die efeutute und das fensterblatt (was davon über ist) einen pilz oder bakterien.ich weiß es nicht.braune flecken obwohl standort passend,genug wasser etc..was für ein pilzmittel oder hausmittel wenn möglich kann ich anwenden???dankbar für jeden rat!
gruß aus bremen,
agnes
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