Ysop – Essigkraut – Hyssopus officinalis
Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal einen Ysop (Hyssopus officinalis) gekauft. Nicht, weil ich das sogenannte Essigkraut unbedingt in der Küche bräuchte, sondern weil ich die Pflanze mit ihrem aufrechten Wuchs und den schönen blauen Blüten sehr mag. Bienen übrigens auch. Und weil die Pflanzen recht viel Trockenheit vertragen. Und evtl. als Duftpflanze für mein Potpourri. ;-)
Ysop beim Kauf am 20.4. (gefunden im Kräuterregal):
Kleines, unscheinbares Pflänzchen mit schmalen Blättchen. Geschmack. Na ja, darüber lässt sich streiten. Etwas bitter. Egal. Die Pflanze ist, weil blüht blau und hübsch, potenziell für meinen trockenen Hanggarten gedacht. Da ich jüngst dazu neige, neue Pflanzen nach Auspflanzen ins Beet aus den Augen zu verlieren, ist er erstmal in einen Topf (Frische und alte Blumenerde gemischt.) an exponierter Stelle gewandert. Dort gucke ich, was passiert, und später dann ins Beet. :-)
Seitdem habe ich den Ysop geschätzt einmal gegossen. Und es hat natürlich gelegentlich auf die Pflanze geregnet. Simuliere ähnliche Gegebenheiten wie im Beet. Trocken, trocken, trocken. Könnte was für Balkonkasten-Besitzer sein, die Gieß-Vergesser sind. ;-)
Ja, und? Hat sich ganz prima entwickelt so weit, ist fast 60 cm hoch …
und blüht jetzt schön filigran blau:
Ysop ist ein Halbstrauch, der von unten her ein wenig verholzt/verkahlt, aber so what. Ich finde ihn toll.
Ysop-Herkunft und Historie
Gemäß meinem Zander kommt Ysop, der zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) gehört, wild in Südeuropa, Nordafrika, Kaukasus, Iran vor, ist also wie der Lavendel ein “Mediterraner”. Mein Dumonts kleines Kräuterlexikon (S. 142) spuckt dazu aus, dass Ysop wegen antiseptischer Wirkung schon in der Antike zur Körperhygiene verwendet wurde und durch Mönche auch in hiesige Klostergärten/Kräutergärten gelangte und u.a. zur Zimmer-Beduftung eingesetzt wurde. Deswegen ist Ysop dann, obwohl nicht heimisch, auch eine alte Bauerngartenpflanze. Im Capitulare de villis et curtis imperialibus (Landgüterverordnung von Karl dem Großen, die viele alte Bauerngartenpflanzen/Nutzpflanzen enthält. -> Was man anbauen sollte.) steht der Ysop allerdings noch nicht, hab ich grad nachgeblättert.
Ysop-Standort und Pflege
Ysop mag es in der vollen Sonne, auf trocken, tiefgründigen, durchlässigen, eher mageren Böden, gern auch steinig, kies-ig. Die Pflanze ist wintergrün und überlebt also ggf. mit etwas Schutz auch hiesige Winter. Ähnlich dem Lavendel, möchte ich meinen. Blütezeit ist Juli-August. Es gibt auch Ysop mit weißen oder rosa Blüten. Ansonsten schneidet man ihn wohl gelegentlich im Frühjahr zurück, damit er seine Form behält und sich verjüngt.
Ysop-Vermehrung
Vermehrung durch Stecklinge und durch Teilung ist möglich. Aussaat soll auch möglich sein, aber damit habe ich noch keine Erfahrung.
Ysop-Ernte und Verwendung in Küche, Heilpflanze
Ich bin ja nicht so die Küchenfee, also zurück zu Dumonts kleinem Kräuterlexikon: Ernte von Blättern und Triebspitzen, blühenden Trieben kurz vor der Blüte. Verwendung frisch oder zum Konservieren trocknen.
Verwendung in der Küche: “Salate, Soßen, Fisch- und Fleischgerichte. Fette Speisen werden sogar bekömmlicher. Mit Ysop lässt sich ein schmackhafter Kräuterquark ebenso herstellen wie aromatisches Kräuteröl. Und auch bei Kräuterlikören ist er unverzichtbarer Bestandteil.
Heilwirkung: Ysop ist wegen der desinfizierenden Wirkung seiner ätherischen Öle bekannt. Er stärkt den Magen, fördert die Verdauung und stimuliert ganz allgemein die Abwehrkräfte. …. Ysoptee ein beliebtes Hausmittel gegen Husten. Eine Gurgellösung hilft gegen Halsschmerzen….”(S. 143)
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eingewurzelt unter: Garten allgemein
Vor einem Jahr
Mangosamen "gekeimt" aus der Frucht bringen!





8 Kommentare bisher
KommentierenOh, ich liebe Ysop, habe mir das vor Jahren mal in nem Baumarkt mitgenommen und damals vor mein Gewächshaus gepflanzt, direkt neben Liebstöckel.
Es ist ein richtiger Busch geworden, hat wunderschön geblüht …….. nur geschmeckt hat es keinem :-/
Aber es hat sogar, etwas geschützt stehend, den doch ziemlich rauhen Eifel Winter jahrelang überstanden.
Na ja, hier hab ich leider keinen Platz dafür, aber wenn ich mal groß bin, dann bekomme ich sowas wieder.
LG
jK
Sag mal, Gärtnerin, kannst Du hellsehen? Gestern stand ich bei mir vor einer blaublühenden Pflanze, die neben einer Minze im Blumentopf herauswächst, und wunderte mich, was das sein könnte. Ich hab sie sogar schon photographiert, um ggf. hier mal anzufragen. Brauch’ ich nicht mehr, dank Frei-Haus-Service Deinerseits.
Der muß sich letztes Jahr selbst ausgesäht haben, bevor die Mutterpflanze irgendwie verschwunden ist.
Liebe Grüße, Sus
Wenn Du mal groß bist, Jey-Key, soso! :-)
Sus, das ist ja mal wieder sehr passend. Man hilft ja immer gern, auch ohne es zu wissen.
Mein Ysop ist gestern in die Vermehrung gegangen. Habe Stecklinge geschnitten und in Erde gesteckt.
Hallo,
Ysop gibt es in mehreren Farben, habe einen blauen, einen rosa und einen weißen. Er säht sich jedes Jahr hundertfach aus, wird schon richtig zur Plage. Ich verwende ihn als Schutz vor Läusen (in Kombination mit Rosen) und beim Grillen oder in Soßen. Man kann ihn überall dort verwenden wo man auch Rosmarin verwendet.
Liebe Grüße
Boah! Ich bin der größte Fan von Ysop mittlerweile, weil er in meinem Staudenbeet so ne tolle Figur abgibt. Schaue mich bei Gelegenheit nach anderen Blütenfarben um, ganz sicher. ;-)
Kann dir gerne Samen von meinen Ysop-Sorten schicken nach der Blüte. Hab nämlich keine Ahnung wo welcher sitzt (wenn du so lange warten kannst). Bei mir nimmt es langsam überhand an. Überall (zwischen den Terassenplatten, mein ganzes Staudenbeet besteht langsam nur noch aus Ysop) wo du hinschaust geht Ysop auf, allerdings wenn er blüht und alles voller Bienen hängt, dann bin ich froh, dass ich ihn vor ein paar Jahren entdeckt habe.
Schöne Grüße
Die Ysop-Blüten sehen getrocknet in Teemischungen ganz klasse aus! Und beeinträchtigen den Geschmack nicht. Ich sammle gerne Blüten aus dem Garten um den Tee (Kräutertee) optisch etwas auzupeppen.
Den (gerade neu) entdeckten Blog finde ich übrigens super!
Grüße
Cordula
Hallo liebe Ysop-Freunde.
Viele Menschebn leiden unter Heuschnupfen.
Da empfehle ich aus Erfahrung den Ysop-Tee.
3-4 Becher täglich nach Geschmack 6-10 Min. ziehen
lassen.
Das Trinken beginnt ca. im Februar und sollte
1 bis 2 Montae tägl. getrunken werden.
“Mir hat es geholfen”!!
Ausprobieren!!!
(getrocknete Blätter)
einen schönen Tag!
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