Bohnen legen

23. Mai 2009 von Gärtnerin

“Bohnen werden GELEGT” und nicht gesät, höre ich seit Kindertagen immer wieder. :-)
Warum das so ist, weiß ich jetzt eigentlich auch nicht, aber auf jeden Fall habe ich mich gestern noch in (Phaseolus) Bohnen-LEGEN geübt, und zwar in Sachen Buschbohnen und Stangenbohnen. ;-)

Die relativ niedrigen Buschbohnen-Samen habe ich vor allem fürs Deko-Gemüsebeet gekauft, und zwar ganz vulgäre Gartenbohnen-Klassiker (“Wachs Beste von Allen” -> gelbe Buschbohnen und “Saxa” -> grüne Buschbohnen. Brechbohnen, höhö. So nenne ich persönlich intern aber nur die gelben Bohnen *fg*). Und für die Stangenbohnen eine Saatgut-Tüte “Prunkbohne rotblühend” (=Feuerbohnen?) gegriffen.

bohnen legen 2

Für alte Bohnensorten-Beschaffung war mein Entschluss leider zu kurzfristig. Nächstes Jahr, da gibt´s nämlich sehr interessante Sachen dabei!

Wie LEGT man nun Bohnen?

Man legt sie halt so hin, unter der Erde. :-))))
Flache Mulde machen, 2-3 cm tief, und die Bohnen-Samen zu mehreren (4-6 steht auf den meisten Samentüten) reinlegen, zumachen, fertig. Bei Buschbohnen macht man einfach so Bohnen-Horste alle 40 cm, bei Stangenbohnen gruppiert man die 4-6 Samen um eine Stange (sonst würden sie ja nicht so heißen *g*), weil das richtig hoch werdende Schlingpflanzen werden. Stangen-Abstand ungefähr 1 Meter. Bohnen sind relativ kälteempfindlich und haben ne hohe Keimtemperatur (15-20 Grad), deswegen macht man das normalerweise erst ab Mitte Mai / nach den Eisheiligen. Wenn sie ein bisschen gewachsen sind, werden sie, wie die Kartoffeln auch, ein wenig angehäufelt.

Im Deko-Gemüsebeet habe ich natürlich ganz dekorativ (hoffentlich) abwechselnd gelbe und grüne Boden gelegt:

bohnen legen

Bohnenkraut muss ich noch besorgen, fällt mir gerade auf…

Bohnen und Bodenverbesserung

Weswegen ich sie ja auch noch anpflanze: Bohnen gehören wie auch Erbsen zu den Leguminosen / Schmetterlingsblütlern, und sorgen in Verbindung mit Knöllchenbakterien im Boden dafür, dass sich Stickstoff anreichert. Stichwort Gründüngung.

Bester Bohnen-Standort, Erntezeit:

Sonnig und warm, einigermaßen durchlässiger, nahrhafter Boden, ggf. etwas Dünger beim Bohnen legen dazu (z.B. Hornspäne) windgeschützt (Windgeschützt ist hier so ne Sache, man wird sehen!). Supi Mischkultur-Partner sind Tomaten, weswegen die Buschbohnen in meiner Familie quasi schon immer automatisch zwischen den Tomaten angebaut werden, aber Gurken, Kohl, Salat und Sellerie soll auch gut gehen.

Sie bedecken dann auch schön den Boden zu Füßen der Tomaten. Erntezeit für Bohnen ist ab Juli (Buschbohnen sind etwas schneller), bis nix mehr dran hängt. Die schmecken am besten, wenn sie noch klein sind, aber wenn man eigenes Saatgut für´s nächste Jahr oder zum Trocknen und später verkochen haben will, muss man einige Schoten lange hängen lassen, damit sich die Samen darin voll entwickeln können.

Bohnen konservieren / trocknen

Eigentlich friert man Bohnenschoten am besten ein. Früher, als es noch keine Möglichkeit dazu gab, wurden die Bohnenkerne konserviert. Das ist heutzutage ein bisschen schade, weil man das Meiste (die Schote) dabei halt komplett verliert.

Grad die Tage hat mir jemand erzählt, wie das mit dem Bohnen-Trocknen früher war. Schade, dass ich so was gar nicht mehr erlebt habe. Die reifen gelben Schoten wurden kurz vorm oder beim Aufplatzen von den Pflanzen geholt, die Bohnen-Kerne rausgeholt und auf einem Trockensieb oder Backblech einfach tagelang in die Sonne gestellt. Ab und zu wenden, damit nix schimmelt, und dann kann man die voll getrockneten Bohnen in Tüten, Dosen oder sonstwie für die Küche aufheben.

Wenn ich zu viele Bohnen gesät – pardon – gelegt haben sollte, was echt gut sein kann, und die jungen Sperziebonen (Niederländisch für Brechbohnen) den Gefrierschrank schon verstopfen sollten, werde ich das auch mal probieren.

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Dicke Bohnen

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Vor einem Jahr
Rankgerüst aus krummen Ästen



4 Kommentare bisher

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Hallo Gärtnerin, ob Bohnen nun gesäht oder gelegt werden wissen selbst die Saatgutproduzenten nicht genau. Wieso sonst schreiben die auf einer Tüte erst von Aussaat um im nächsten Satz zu erklären das man die Bohnen in Horsten legen soll? Den Bohnen ist’s sicher egal, hauptsache sie kommen unter bzw.in die Erde. Aber mal was Anderes, vielleicht hat ja damit schon wer Erfahrung gesammelt. Hab mir für dieses Jahr mal ne Tüte sogenannter Schlangen- oder Spaghettibohnen gekauft (Vigna unguiculata). Ist eine Stangenbohne, asiatisch, wie die Mungbohne (aus denen werden die Keimlinge für die asiat. Gerichte gezogen),die Hülsen sollen ca.60cm lang werden. Hab irgendwo gelesen die brauchen es sehr warm und sollten im Gewächshaus gezogen werden, auf der Saamentüte steht da allerdings nix von drauf. Einfach nur nach den Eisheiligen auf nahrhaften, nicht frisch gedüngten Boden, vollsonnig, windgeschützt-das Übliche halt. Also, wenn das schon mal jemand ausprobiert hat, kann er mir ja seine Erfahrungen berichten. Ansonsten werd ich wohl Beides versuchen, Gewächshaus und Freiland (Saatgut ist reichlich in der Tüte). Sabine

Sabine, 22. Februar 2010, 09:55

Habe mit denen leider noch keine Erfahrungen, Sabine, also bist Du herzlich eingeladen, Deine für die Mitgärtnerwelt hier zu konservieren. Die Schlangenbohnen gibt es hier übrigens in asiatischen Läden zu kaufen. Sehen sehr schick aus. Du hast mich jedenfalls mal inspiriert, mir endlich mal welche zu holen. :-)

PS: Haushaltshilfe kann leider nicht übernommen werden. :-)))) Danke für Deinen lieben Gästebuch-Eintrag!

Gärtnerin, 23. Februar 2010, 09:54

Tja nun, mit den Bohnen im allgemeinen und den Schlanenbohnen im besonderen hats ja auch noch reichlich Zeit. Vielleicht meldet sich bis dahin noch ‘n “Schlangenbohnenexperte”. …ansonsten halt einfach ausprobieren, mach ich ja sowiso am liebsten. Zu kaufen hab ich hier noch keine gesehen – gescheite Asialäden haben wir in der “Provinz” nicht, da müßt ich erst in den Großstadtdschungel von LE (Leipzig) fahren. 40min. Anfahrt, 20min. Parplatzsuche, den dann auch noch bezahlen… nö, hab ich keinen Bock drauf! Da wart ich lieber auf die eigene Ernte -wenns denn auch klappt! Sabine
PS: Hab vorhin festgestellt das hier noch eine Sabine (schon länger als ich) Kommentare abgiebt. sollte ich da der Unterscheidung wegen den Namen ändern? z.B.: Sabine 2

Sabine, 25. Februar 2010, 14:54

Ja, wäre vielleicht ganz praktisch, Sabine. Für mich nicht unbedingt nötig, weil ich die Mailadresse auch sehe, aber die Mitleser dürften es damit leichter haben. :-)

Gärtnerin, 27. Februar 2010, 09:56

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