Christusdorn – Euphorbia milii
An sich ist der Christusdorn (Euphorbia milii), eine der Zimmerpflanzen, die ich – obwohl i.a. besonders Oma-Pflanzen-Liebhaberin – so überhaupt nicht leiden kann. Das stachelige Gewächs, Dornenbusch am Fensterbrett mit scheußlich rot-fleischrosa-farbenen Blüten, ist mir ein Dorn im Auge. Die Standard-Blütenfarbe finde ich grauslig, die ganze sparrige, dornige Pflanze, leicht vergeilt, schon seit Urzeiten in Treppenhäusern und an Fensterbrettern zu sehen, eine Zumutung. ;-)
Nichtsdestotrotz konnte ich mal wieder – ganz ausnahmsweise – nicht anders, als ich den kleinen weiß-blühenden Christusdorn sah. Schön gedrungen gewachsen, und üppig belaubt, stand er da bei den Minipflanzen so rum, und gänzlich ohne fleischfarbene Blüten…. Um diese Jahreszeit außerdem mit das Attraktivste, was mir in den Einkaufswagen springen konnte, denke ich. Ich will mal versuchen, ihn liebzuhaben….
Der Chistusdorn, oder eher das Christusdörnchen passt noch in eine Kaffeetasse, und hat daher darin auch seine erste Bleibe gefunden. Steht jetzt so auf dem Schreibtisch, was ich ganz ansehnlich finde:
Wie ich sogar ganz ohne meinen Zander aus meiner prähistorischen Kakteenzeit noch weiß, kommt der Christusdorn wie die Madagaskarpalme (Pachypodium lamerei), mit er er öfter mal verwechselt wird, aus Madagaskar.
Was mich in Sachen Christusdorn regelmäßig sonntags erheitert, ist wie die Pflanze in den Verkaufsprospekten der Supermärkte und Baumärkte geschrieben wird. Besonders das “milii” scheint so schwierig zu sein, dass es in gefühlt 90% der Fälle falsch geschrieben wird. Vorzugsweise “milli”, aber auch “millii”, “millie” oder “mili” kommen vor. :-) Da die Pflanze zu den Wolfsmilchgewächsen gehört, denke ich dann bei Milli immer eher an Milch, als an den Umstand, dass das “milii” von einem Herrn Milius (Wikipedia) kommt. Egal. Jedenfalls tritt bei Verletzung der Pflanze der typische weiße klebrige Wolfsmilch-Saft aus.
Christusdorn und Vermehrung im historischen Zimmerpflanzen-Buch
Mein Christian Grunert, Zimmerblumen, Dt. Bauernverlag 1958, weiß über den Christusdorn, dort noch als Euphorbia splendens bzw. Euphorbia bojeri enthalten, wie üblich verblümt folgendes zu berichten (S. 209):
“E. splendens und E. bojeri … wollen zwar auch immer volle Sonne und höhere Wärme, doch vertragen sie trockene Luft sehr gut; sie sind ja beinahe Sukkulenten. Man kann sie sogar selbst vermehren. Man schneidet dazu im Frühjahr kleine Zweige ab, läßt die Schnittfläche, von der man den Milchsaft sofort abwischt, völlig trocken werden und steckt dann unter Glasglocken in Sand mit nur wenig Erde. …. Die Töpfe sollten klein sein. Im Winter wollen die Pflanzen 10 Grad. Damit die Stöcke buschig werden, entspitzt man sie ein- oder zweimal. Diese Arten darf man auch nie zu reichlich wässern, besonders im Winter nicht. ”
Damit wäre dann auch schon fast alles gesagt, was an Problemen beim Christusdorn typischerweise aufkommen kann: Geht´s ihm zu gut (Wasser, Wärme im Winter, nährstoffreiche Erde), vergeilt er leicht (zu lange Internodien!), und kriegt dadurch lange, kahle, dünne Triebe. Nach kurzer Zeit sieht das Ganze wirklich wie ein unschöner Dornenstrauch aus. Also ist der wohl beste Tipp, ihn ähnlich zu behandeln wie den Geldbaum, der ebenfalls leicht verweichlicht, wenn er zu warm, zu nährstoffreich oder zu nass steht. Ganz zu schweigen von der Fäulnis-Gefahr, die damit einhergeht. Also einfach magere Erde nehmen, wenig gießen, im Winter so gut wie gar nicht (Trockenphase), und in der dunklen Jahreszeit einen kühlen, hellen Treppenhaus-Platz suchen, wie ihn unsere Großmütter schon gewählt haben. Meiner wird nächste Woche dann auch ins ungeheizte Zimmer umziehen. Und dann ist Winterruhe gefälligst! Deswegen hat er, anders als alle anderen Minipflanzen bei mir, nicht direkt nach dem Kauf einen größeren Topf gekriegt.Ich hoffe inständig, er bleibt noch ne Weile kompakt.
Ansonsten natürlich die Pflanze ganzjährig schön hell, aber nicht unbedingt in die pralle Sonne. Im Sommer ist ein halbschattiger Standort draußen recht, wenn sichergestellt ist, dass er in seinem Topf nach Regen nicht gerade absäuft. Wer die Optik mag und nicht zu den ganz fleißigen Gärtnern gehört, die es oft zu gut meinen, oder als Pflanzenvergesser einen chronisch braunen Daumen hat, dürfte mit nem Christusdorn als Zimmerpflanze lange seine Freude haben, und Blätterfall im Winter ist auch kein Beinbruch. Schließlich kann er Wasser in seinen fleischigen Stämmen speichern, und fällt nicht gleich tot um! ;-)
PS: Einen vergeilten Christusdorn wieder in ne vernünftige gedrungene Form zu kriegen, stelle ich mir ziemlich unmöglich vor. Ich würde kurze Spitzenstecklinge machen, und daraus unter geeigneteren Bedingungen neue Pflanzen ziehen. Die Pflanze radikal runterschneiden und die Bedingungen anpassen ginge auch, aber die verholzen untenrum oft so unschön, dass das Ergebnis der Erneuerung vielleicht nicht unbedingt schön wird.
Gibt´s da draußen Christusdorn-Liebhaber? So richtige? Lasst mal hören, was und warum Ihr die Pflanze mögt. Vielleicht kann ich mich dann auch besser mit ihr arrangieren.
Da gab´s auch mal ne Christusdorn-Bestimmung
Chistusdorn-Zimmerpflanzen-Verwandtschaft auf dem Gärtnerblog:
Bleistiftpflanze
Euphorbia leuconeura (Madagascar Jewel)
Weihnachtsstern
Euphorbia fulgens
alle Euphorbia
alle Zimmerpflanzen
eingewurzelt unter: Garten allgemein
Vor einem Jahr
Bartnelken - Bauerngartenfeeling aus Samen, Ballonblume - Platycodon grandiflorus




18 Kommentare bisher
KommentierenIch hab auch eine, die blüht knallig rot. Nicht fleischrosa.
Eins hab ich über den Christusdorn lernen dürfen: Zu wenig gießen ist nicht! Will man, daß sie blüht, braucht sie auch Wasser.
Ich weiß auch, daß es verschiedene Arten gibt (oder Züchtungen?) und manche Arten riesig werden können.
Ansonsten weiß ich noch, daß Wollläuse absammeln am C. schier unmöglich ist ^^
Ihh gitt, fleischrosa und lachsfarben ist das, was ich bei Pflanzen gar nicht mag.
Ich habe auch so einen knallig rot blühendes Geschöpf seit Jahren. Nicht tot zu kriegen, aber schnell beleidigt, wenn man mit dem Gießen nicht nachkommt.
Mit weißen Blüten, das hat schon was :-)
LG
jK
Wieder eine Menge gelernt..
Wenn der Christdorn wenig Wasser braucht, ist die Tasse wohl geeignet?
ich habe auf meinem Guildwood Garden Blog eien neue Züchtung der Annabelle Hotensie vorgestellt.
Wir kennen sie in weiss, eine sehr dekorative, schnell wachsende und anspruchslose Hortensie, die bald in der Farbe rosa angeboten wird.
Freue mich jetzt schon auf die neue Annabelle!!
Happy New Year,
Gisela
Meiner hat sämtliche Regeln außer Kraft gesetzt. Er sitzt in Seramis und blüht nur, wenn er knallig viel Sonne und sehr, sehr viel Wasser bekommt. Bei mir ist das Seramis immer mehr als nass. Dafür blüht er aber auch konstant das ganze Jahr über durch.
Ich fand ihn bei meiner Mutter auf dem Fensterbrett auch immer sehr schön mit den ROTEN Blüten! Ich habe hier leider kein Platz für so einen weil keine Fensterbank zur Verfügung und mein Mann ist sowieso nicht so der Liebhaber von Stacheligem..ein Kaktus hier in der Wohnung reicht, und er meint damit nicht mich :-)
gruß Heike
Dann täuscht mein Eindruck also nicht, daß der Christusdorn lieber viel statt wenig trinkt.. wenn ich ihn wie eine Sukkulente behandele und trockener halte, verliert er die Lust am Blühen und schmeißt auch schon mal Blätter weg.
Jo Kaisha, wenn ich meinen vergesse zu gießen, dann macht er sich auch nackig und mag nich mehr blühen :-D Bei zu wenig Licht, werden die Blüten blasser
Aber zum Glück schlägt er auch unten wieder aus, wenn es den Sommer nach draußen geht und blüht auch fein weiter.
LG
jK
Äh ja. Ich hab gesondert auf das Gießthema hingewiesen, weil ich damit gerechnet habe, dass als nächstes wieder 50 Leute kommen, die sich fragen, warum ihr Christusdorn fault. *fg*
Also korrigiere ich in Richtung im Sommer reichlicher, aber auf alle Fälle ohne Staunässe, im Winter weniger, weil da Blattverlust auch kein Beinbruch ist, und allemal besser als Rumgefaule. Oder so. ;-)
Christusdorn-Bestimmung…
Prompte Bilder- und Fragen-Erweiterung zu meinem Christusdorn-Beitrag neulich. Unter anderem wird ein Name gesucht. Vielen Dank für die tollen Bilder und die Fragen, Marion. Ich hoffe, Dir kann art-technisch geholfen werden! ;-)
“Sowas habe …
Ich habe meinen heute morgen entsorgt. Seit einigen Wochen schwächelte er. Einige der Äste sind auf einmal schwabbelig geworden und dabei habe ich nichts anders als sonst gemacht.
Einen neuen mag ich nicht. Ist zwar eine hübsche Pflanze, aber ist auch nicht unbedingt mein Liebling gewesen.
Ich werde mir jetzt, in den nächsten Tagen, erneut wieder einen Christusdorn zulegen.
Das ist dann etwa mein achter Versuch.
Da ich immer Pech habe, er verliert Blätter, oder wird wabbelig.
Er steht bei mir im Wohnzimmer auf der Fensterbank und wird gut mit Licht und mäßiger Wärme versorgt.
Wenn ich ihn einmal in der Woche gieße wird doch jetzt reichen, oder? Es ist der letzte Versuch.
Bitte, bitte wer weiss, ob ich es so richtig mache.
Für Antworten wäre ich dankbar.
Hallo,
ich habe immer Probleme damit wenn nach “Kalender”
gegossen wird.
Alle 14 Tage, 2 x pro Woche….sowas.
Der sollte erst gegossen werden wenn er trocken ist,
auf kleinen Fall sollte er “dauerfeucht” sein.
Im Winter auf jeden Fall sehr viel weniger gießen.
Die meisten Pflanzen sterben nicht an zu wenig Wasser sondern an zu viel Wasser.
LG Marion
Ach ja, jetzt ist es wieder passiert:
Mein Christusdorn steht mal wieder ohne Blätter
und Blüten da. Ich habe es geschafft, das Töpfchen
4 Wochen zu bestaunen, und wieder ist der Versuch mir nicht gelungen.
Er hat jetzt noch einen Ehrenplatz mit ein paar Tröpfchen Wasser und viel Licht.
Na ja, die Pflanze mag mich nicht. Schaaade!!!!
Ich habe meine Milii zwar erst seit Dezember, aber ich möchte sie nicht mehr missen. War ja skeptisch, weil ich all die Beiträge hier kannte, aber bei meinem letzten Ägypten-Urlaub blühte sie so schön, da konnte ich einfach nicht wiederstehen. Inzwischen wohnt sie bei mir auf dem verglasten Balkon und blüht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wunderbar weiter. Sie hat nach einer totalen Kahlheit beim Überwintern auf eben diesem Balkon bei 5-10 Grad inzwischen auch wieder Blätter an den Triebspitzen. Und man kann ständig etwas neues entdecken. Da wächst grade etwas grünes in den roten Blüten – bin echt gespannt, was das ist…..
Übrigens ich gieße sie auch ziemlich viel – nur bei der kalten Überwinterung war es weniger.
Leider finde ich unter Stichw.Madagaskarpalme Christusdorn,Aloe,usw.nur nicht was ich darunter verstehe.
wollte nämlich mal Fragen ob es normal ist das eine M.unten noch mal ausschlägt?Schicke mal ein Bild von meiner wie ich meine Rarität.
antonia
Die haben ja auch wenig miteinander zu tun. Hier lang zu Deiner Madagaskarpalme
Mein weißblühender Christusdorn ist jetzt 14 Jahre alt und wird sich heute in Richtung Müll verabschieden, wenn ich die Spitzen für neue Triebe abgeschnitten habe. Er hat es mir übel genommen, dass ich 4 Wochen nicht da war und meine Mitbewohnerin plötzlich ausgezogen ist und nicht mehr gießen konnte.
Aber bis dahin hat er ununterbrochen geblüht. Er bekam am Südfenster immer viel Sonne und 1x pro Woche eine größere Menge Wasser. Bis zum nächsten Gießen war die Erde wieder trocken.
Ich wohne jetzt in Kalabrien und habe heute morgen meinen uralten Bürochristusdorn rausgepflanzt. Ich hoffe er überlebt! In Madagaska regnet es im Winter doch auch viel. Hat er wohl eine Chance? Wer weiß rat?
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