Uta · 13. Mai 2009, 15:35

Clematis an Pfirsich

In einem Anfall von künstlerischem Gestaltungswillen habe ich jetzt mal eine Clematis an einen kleinen Pfirsichbaum gesetzt, der mitten in einem Staudenbeet steht. Da habe ich sie gut unter Kontrolle und kann vielleicht bei Anzeichen von Welke noch mit Pilzspritz eingreifen.

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Die beiden alten Untersetzer sorgen ganz gut für eine Beschattung des Fußes:

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Die Sorte ist wahrscheinlich eine „Gladys Picard“. Oder auch nicht.
So sieht das Etikett aus: (da hat die Gladys runde Blütenblätter. Die von meiner Neuerwerbung sind spitz, was sehr viel extravaganter wirkt, genau wie die kleinen „eingefrästen“ Rillen.)

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Also, eines von beidem kann nicht stimmen, entweder der Name der Pflanze oder das Bild auf dem Etikett. Ich finde das ärgerlich. Hoffentlich stimmt wenigstens die Angabe, dass die Sorte im November verschitten werden muss. Die Blüten sind einfach hinreißend. Sie sind jetzt – und leider auch auf dem Foto – schon ein bißchen angewelkt, aber neu sind sie weiß wie der Schlüpfer einer Braut und riiiiesig.

NACHTRAG nach einer Anfrage von Tash:

Hier ist die von mir im vorigen Jahr mit Celaflor-Rosen-Pilzfrei gespritzte Clematis. Man sieht, hoffe ich, dürre Ästchen, die wieder ausgetrieben haben. und andere, die tot geblieben sind:

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Sehr üppig ist die Pflanze nicht, die ich jetzt das zweit Jahr habe. Aber dafür, dass ich im vorigen Jahr nach der Blüte dachte, sie wäre jetzt bald tot, sieht sie eigentlich ganz gut aus.

P1050401

Hier die Blüte:

clematis dunkelrot 1

Und die Pflanze am Start mit Rosen: (Sie sah super-gesund aus…)

clematis dunkelrot mit rosen 1

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Vor einem Jahr
Jakobslilie , Baumschnittmurks 2008



8 Kommentare bisher

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Tash, 13. Mai 2009, 17:10

Hallo Gärtnerin,

ich lese in deinen Blog schon ewig (und mit großer Begeisterung – danke dafür ;) ) aber heute muss ich gaaanz unbedingt mal reinquatschen *gg*

Du hast geschrieben „… und kann vielleicht bei Anzeichen von Welke noch mit Pilzspritz eingreifen“. Womit genau spritzt du da? Und wie hilft das gegen Welke? Dachte eigentlich, das wären bööööse Bakterien, die meine Lieblinge da gelegentlich meucheln. Hast du da mit diesem Pilzmittel schon mal Erfolge verbuchen können? Würde mich brennend interessieren.

Liebe Grüße, Tash

Uta, 13. Mai 2009, 18:53

Also, Tash, ich hatte gelesen, dass die Welke ein Pilz ist. Deshalb habe ich im vorigen Jahr mit Rosen-Pilzfrei Saprol v. Celaflor gespritzt als ich an einer Clematis sah, dass ihre Blätter von Tag zu Tag grauer und lebloser wurden, wie Papier, und die dünnen Stämmchen rasch ganz hart. Das war nach der Blüte. Es war eine relativ junge Pflanze mit nur zwei Trieben. An einem war es schon weiter fortgeschritten, deshalb bemerkte ich es überhaupt. Er ging nach dem Spritzen ein. Der andere stagnierte eine Weile, einige Blätter fielen ab, andere hielten sich leidlich, dann kamen neue grüne Blätter. Ich war sehr überrascht und erleichtert, denn eigentlich hatte ich innerlich schon kapituliert. In diesem Jahr treibt die Pflanze an diesem Zweig neu und aus dem Boden kommen noch zwei weitere neue. Der andere hängt verdorrt herum und macht gar nichts. Die neuen winden sich um ihn herum, deshalb kann ich ihn nicht abmachen.
Ich habe die Pflanze nach ihrer Erkrankung auch gegossen, gedüngt und gehätschelt … Ob sie nun über den Berg ist, weiß ich nicht. Sie hat Blüten angesetzt. Aber meist passiert der Ärger ja auch erst danach. Weder bei Therapie noch bei Diagnose bin ich mir sicher. Aber ich mache es in diesem Jahr wieder so und habe vor zwei Wochen auch schon vorbeugend mal gespritzt. (Ich hatte auch noch ein anderes Pilzfrei von Celaflor, aber man sagte mir, es sei vom Wirkstoff her dasselbe.)
Mir sind schon mehrere hoffnungsvolle Clematisse eingegangen und ich will wenigstens versuchen, was zu machen. Denn günstige Bedingungen zu schaffen (schattiger Fuß, Rankhilfe, gute Erde, Luft, aber kein Zug etc. ) allein scheint’s nicht zu sein. Das ist wohl so eine himmlische Lotterie, damit wir Gärtner nicht übermütig werden.
(Übrigens, quatsch ruhig weiter rein, hier dürfen alle. Es ist sozusagen ein Gärtnerchor.)
(Mal sehen, vielleicht baue ich oben mal noch ein Foto von der „pilzgespritzten“ Clematis ein.)

Hedonistin, 13. Mai 2009, 19:12

Meines bescheidenen Wissens ist die Welke ein Pilz, der durch Verletzungen _in_ die Pflanze eingedrungen ist – dass Spritzen dagegen was ausrichtet, kann ich mir schwer vorstellen. Ich würde nur die Schere ansetzen und auf den Neuaustrieb warten.

Uta, 13. Mai 2009, 19:44

Hedonistin, Du wirst recht haben. Wie aber Spritzmittel genau wirken, weiß ich nicht. Meinst du wirklich, nur äußerlich? Ich denke, der Wirkstoff (früher war es meist Kupfer? oder Schwefel? Heute Triticonazol???) wird schon auch eindringen (wie bei den Tinkturen gegen Nagelpilz, nach denen der Nagel dann wieder gesund rauswachsen kann, während bloßes Schneiden nicht reicht) und vielleicht verhindern, dass der Pilz weiter um sich greift. Dann hat die Pflanze womöglich keine Kraft mehr zum Austrieb. Bei mir sind immer frisch gepflanzte, junge und zarte Exemplare eingegangen, sozusagen, wenn ich nicht hingeguckt habe. Ich hätte bei dem oben gezeigten Stück voriges Jahr beide Triebe abschneiden müssen, denn es bestand Anlass zur Vermutung, dass beide befallen waren. Ob es bei der Clematis dann für einen Neuaustrieb aus dem Boden gereicht hätte – keine Ahnung. So lebt sie nun noch.
Der Spritzmittelhersteller behauptet übrigens, sein Mittel wirke auch vorbeugend. Ich glaub’s jetzt einfach mal…

Muhriel, 13. Mai 2009, 20:21

Hallöle Ihr alle,
habe diesen Blog erst kürzlich entdeckt, aber da ich seit dem Einzug in unser Haus vor 3 Jahren auch mit dem Garten-Virus infiziert bin, habe ich Euch gleich mal ge-RSS’t, damit ich ab sofort nichts mehr verpasse! :o)
Gärtnerin, Deine weiße Clematis ist ja ein Traum, wirklich wunderschön! Ich selbst habe mit meinen beiden Clematen… Clematissen… naja, wie auch immer… leider bisher nicht viel Glück. Eingegangen ist mir zwar noch nichts (toi-toi-toi), aber sie wachsen einfach nicht wirklich in die Höhe.
Die eine (blau, ungefüllt) wächst immer schön buschig, blüht auch wie verrückt, wächst dann aber einfach nicht weiter (trotz Gerüst).
Die andere (auch blau, aber mit „Puschel“ in der Mitte), ist mir jetzt schon zwei oder drei Mal angeknackst oder abgebrochen, weil ein Gewitter oder sonstiger böser Wind zu heftig daran gezerrt hat. Ist vielleicht nicht der optimale Standort, aber da ist nun mal sooo ein schönes, leeres Geländer drüber. Konnte ich sie wie gesagt nur bisher noch nicht zu überreden es ernsthaft zu bevölkern. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für eine der beiden? Gattungsnamen weiß ich leider nicht, aber sobald sie blühen (noch ist’s nicht soweit) stelle ich gerne mal Fotos zur Verfügung.
Also wie gesagt, wenn ich darf komme ich jetzt auch immer mal vorbei und stelle mehr oder weniger intelligente Fragen…? *lieb guck*
Viele Grüße einstweilen von noch einer gartensüchtigen aus dem Rhein-Main Gebiet…
Muhriel

Maren, 14. Mai 2009, 10:05

Wenn ich das alles so lese, dann mache ich mir irgendwie Sorgen um unsere Clematis. Wir hatten ja noch nie eine und bisher haben wir gedacht, es wäre alles ganz einfach. Nett einpflanzen, ein schönes Rankgitter bieten, gießen und düngen, in der richtigen Zeit ein Rückschnitt. Von Pilzerkrankungen habe ich noch gar nichts gehört in Bezug auf diese Pflänzchen.

Tash, 14. Mai 2009, 17:35

Herzlichen Dank für die schnelle und ausführliche Info!

Ich hab da so ein ziemlich zickiges Teil neben vielen kerngesunden Sorten, an dem ich aber trotzdem sehr hänge … werde mir also das Mittelchen schon mal präventiv besorgen.

Und ja, ich werde gerne wieder mal reinquatschen. ;)

GlG aus Kärnten

Uta, 15. Mai 2009, 00:28

Viel Glück, Tash, mit Deiner Zicke. Vielleicht klappt es ja.

Tipps sind oft fragwürdig. Ich könnte auch die Erfahrung gemacht haben, dass es Clematis gut tut, wenn man dreimal täglich neben ihnen Kopfstand macht. Genau wie Indianer dachten, es regnet, wenn sie nur lange genug tanzen… Wenn das zweimal funktioniert, ist man schwer davon abzubringen und sagt es so weiter.

Wär ‚ wohl nicht schlecht, wenn man ein ganz alter Experte hier reinschneit…

Muhriel, Clematis verträgt sich gut mit Kletterrosen, sie stützen einander auch. Und der Wind richtet nicht sowie Schaden an. Zu Blau sieht vielleicht ein Dunkelrot gut aus… (Wenn der Platz nicht zu klein ist, könntest Du’s probieren.)

Maren, mach Dir ruhig weiter Sorgen. Sie sind berechtigt!

Übrigens bin ich nicht die Gärtnerin, sondern bloß eine Mitschreiberin von der Reservebank.

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