Gärtnerin · 14. Dezember 2009, 14:14

Echter Weihnachtsbaum – Kunstbaum – Klima

Zuerst auf nu.nl entdeckt, aber als dpa-Meldung auch in Deutsch zu lesen, die Meldung von gestern, dass in Australien in Sachen Klimaschädlichkeit ein Vergleich zwischen echtem Weihnachtsbaum und Plastik-Weihnachtsbaum durchgeführt wurde, und der echte Weihnachtsbaum da deutlich besser in Sachen CO2 abschneidet. 3 Kilo für den echten, 48 Kilo für den Kunststoff-Baum. Damit müsse man einen Kunst-Weihnachtsbaum mindestens 17 Jahre lang nutzen. Wobei das eigentlich keine Zeit ist, denke ich. In der Familie gibt´s Bäume, die schon fast 30 sind. :-)

Von dem Pestizid-Problem – ist ja nicht alles immer nur CO2 – steht in diesem Artikel nichts. Das käme dann aber vermutlich noch dazu in die Waagschale.

Und: Diese Idee aus dem aktuellen Artikel …

“Für die Weihnachtsbaum-Fans, die das Klima schonen wollen, empfiehlt der Umweltminister eine eingetopfte Tanne, die jeweils nur fürs Fest ins Haus geholt und anschließend wieder in den Garten gepflanzt wird. Gärtnereien könnten auf dieser Basis zum Beispiel auch Bäume vermieten.”

finde ich an sich ganz prima, allerdings ist schon so mancher, ich eingeschlossen, der versucht hat, einen Tannenbaum länger bis dauerhaft in einem Topf glücklich zu machen, mit wehenden Fahnen dabei untergegangen. Besonders, wenn der im Winter wochenlang warm gestanden hat. Die Flachwurzler fühlen sich im Topf eh nicht wohl, mickern rum, kriegen Schädlinge…. M.E. ist das schlecht bis nicht praktizierbar, und also auch nicht die unbedingte Lösung.

So ne richtig gute Idee zum klimagerechten Weihnachtsbaum habe ich auch noch nicht, höchstens einen Funken von Idee für nächstes Jahr. Weihnachten wird unterm Kunstbaum gefeiert, und hier bei uns haben wir dieses Jahr gar keinen. Da das Wohnzimmer aber mehr ein Glaskasten ist, böte es sich vielleicht an, für nächstes Jahr nach einer gut geformten Eibe Ausschau zu halten, die dann draußen vor dem Fenster stehen könnte…. Eine Eibe habe ich schon jahrelang problemlos im (großen) Topf gehalten. Dummerweise neulich verschenkt, die Pflanze. Das würde aber eigentlich gehen, denke ich.

Ich liebe eigentlich besonders die Nordmanntannen unter den Weihnachtsbäumen. Trotzdem habe ich letzte Woche eigentümliche, ungute Assoziationen gehabt, als ich – Umzugsstress hinter mir lassend – ein Gartencenter besuchte, in dem gerade die Weihnachtsbäume aufgestellt wurden. Im Vordergrund 15 große Weihnachtsbäume, die wie frisch Erhängte an Metallketten von der Decke runter im Wind baumelten. Im Hintergrund ein grober Gärtner, der zwei Weihnachtsbäume an der Spitze packte und hinter sich her über den Boden zog. Wie beim Abdecker. Ungut irgendwie.

Macht sich noch jemand seine Gedanken? Was denkt Ihr so? Was gäb´s für Möglichkeiten und Lösungen?

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15 Kommentare bisher

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Maren, 14. Dezember 2009, 17:57

Wir haben seit vier Jahren einen Kunstbaum. Habe mich erst mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Mittlerweile finde ich es prima. Jedes Jahr einen wunderschönen Baum, keine überteuerten Preise mehr zahlen, das Wegwerfelend ist auch umgangen. Ganz ehrlich, vielleicht sehe ich das zu platt, aber wenn man sich sonst Mühe gibt auf Umwelt- und Klimaschutz zu achten, dann sollte man sich auch den Wunschbaum seines Herzens gönnen. Wir in Deutschland können die Erde nicht im Alleingang retten. Da müssen andere erst mal nachziehen und mitmachen wollen. Ach ja, der Umweltminister von NRW ist quasi mein oberster Boss, ich arbeite nämlich in einem Umweltamt (und habe kein schlechtes Gewissen). ;o)

Keisha, 14. Dezember 2009, 19:14

Ich denke, ein Plastikbaum “erzeugt” erheblich weniger CO2 im Verhältnis zum echten Baum… der ja erst einmal ein paar Jahre lang gezogen werden muß (und zeig mir den Förster oder Baumschulenbesitzer, der in seine Schonungen LÄUFT), dann wird er gefällt (mit der Motorsaäge, nicht von Hand…), dann kommen die meisten Weihnachtsbäumchen noch nicht einmal aus Deutschland (sondern aus Skandinavien, und die laufen auch nicht von alleine hier her), dann guckt euch mal die Töfftöffs derer an, die die Bäume irgendwo vorm Supermarkt verkaufen. Zuletzt erzeugen noch die CO2, die den Baum heimkarren. Nach Weihnachten werden die Bäume entweder selbst verfeuert (produziert ja auch gaaar kein CO2) oder es kommen wiederum Töfftöffs zu den Sammelstellen, die die Bäume dann irgendwohin karren qualmenderweis, wo sie dann verfeuert werden.
Natürlich produziert so ein kleines Bäumchen nur wenig CO2 (Ist es eigentlich nur Aquarianern bekannt, daß Pflanzen nachts keinen Sauerstoff sondern Kohlendioxid produzieren?), aber in solchen Rechnungen wird eben auch immer das Drumherum geflissentlich weggelassen. Ich würde ja gerne eine neue Rechnung dazu sehen und dann mal schauen, wie das Verhältnis echt : künstlich nun aussieht.

LG
Keisha

PS: Alle reden von Klimaschutz und Strom sparen weil Stromerzeugung sooooo viel CO2 produziert. Aber dann 4 Wochen oder länger dem Weihnachtswettrüsten der Fenster, Gärten und Balkone frönen…

sus, 14. Dezember 2009, 18:34

Nach dem oben schon aufgeführten Desaster (Bäumchen im Topf, das dann nach ein paar Jahren auf dem Balkon der Sitka-Fichtenlaus zum Opfer fiel) haben wir auch seit einiger Zeit einen künstlichen Weihnachtsbaum, den es bei einer Geschäftsauflösung inkl. 200 Birnchen gab. Er ist hoch und schmal und paßt prima ins Wohnzimmer. Wir schmücken ihn jedes Jahr neu. Nebendran liegt das Adventsgesteck mit den echten Ästen, die den offiziellen Weihnachtsgeruch verbreiten.

Liebe Grüße, Sus

Hayo, 14. Dezember 2009, 20:17

Also ich behaupte auch mal das das ne Milchmädchen Rechnung ist. Zum einen muss da sowohl die 10 Jahre Hege und Pflege berechnet werden, die heute in 90% aller Fälle mit Fahrzeugen passiert. Dazu der Transport quer durch Deutschland was häufig hunderte Kilometer sind, oder wie Keisha sagt noch aus Skandinavien oder Osteuropa. Vom Transport vom Verkaufsort nach Hause und vom Abtransport durch die Müllabfuhr wollen wir mal gar nicht reden. Was dann noch alles nebenher passiert was zur CO2 Bilanz beiträgt, will ich gar nicht wissen. Insofern glaube ich sieht die Bilanz nicht so duster aus wie das da dargestellt wird.
Außerdem sind mittlerweile viele der Bäume aus Recyclingkunststoffen und tragen somit sogar zu einer positiven Verschiebung der Bilanz bei.
Insofern kann ich da Keisha nur beipflichten.

Aber so eine Schlagzeile macht natürlich feine Werbung für die sowieso immer schlechter verkaufenden Weihnachtsbaumerzeuger. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Mitteilung auf dem Mist der “NaturbaumIndustrie” gewachsen ist.
Was übrigens auch CO2 erzeugt. Denn das Internet ist mittlerweile der größte CO2 erzeuger weltweit.

Michael Finger, 14. Dezember 2009, 21:24

warum nicht mal einen von dem Förster in der Nähe nehmen?? Wäre doch sicher mal eine Alternative oder sind wir zu faul geworden mal zum Förster zu fahren und dort den Baum zu holen?? Schaut mal unter http://www.treffpunktwald.de/contentview.php?cid=14354 , es ist zwar nicht Klimaneutral, da man zur Forst fahren muß mit dem Auto, aber man könnte ja mit mehreren dort hin fahren und würde so Sprit und Transportkosten sparen. Ein kleiner Nebeneffekt wäre das man auch noch die deutsche Wirtschaft unterstützt.

Gruß

Michael Finger
Holztechniker

marion, 15. Dezember 2009, 08:21

Hallo, zwei Sachen fallen mir auf:
1. Eingetopfte Bäume sind oft nicht wirklich eingetopft, in dem Sinne wie wir es richtig kennen! Es sind hastig in schlechtes Substrat und enge Töpfe hineingezwängte Bäume, die nicht wirklich echte Ballenware sind. Jeder Gärtner müsste sich da eigentlich mit Grausen abwenden!
Echte Ballenware über lebt ein Weihnachtsfest doch schon ganz gut! Hat aber eben vorher auch im Topf gewachsen, und ist daher entsprechend teuer
2. Die CO2 Negativbelastung lebender Bäume:
hier kann ich nur anführen, dass eigentlich die CO2 Bilanz jedes lebenden Baumes eher Null bis Plus ist! Er verbraucht zum Vermodern nicht mehr CO2 als er zum Wachsen benötigt hat. Das ist wissenschaftlich bewiesen und es würde mich nun genauer interessieren, wer den wissenschaftlichen Beweis mit welchen Mitteln geliefert hat, dass da eine solch hohe Belastung herbeigeredet wird! Dem wäre dann ja abzuhelfen, wenn man vor Ort in den “heimischen Tann” geht und sich selber mit der Handsäge einen aussucht und absägt, aber Achtung: Die Produktion der Handsäge hat auch einen ökologischen Fußabdruck….. Man kann auch übertreiben und sich von Medien hin und her werfen lassen.
Diese Gedanken führen dazu, dass alles, was man braucht nur noch unter diesem einen Gedanken gesehen wird und es führt unabdingbar zurück in die Steinzeit! Kunst: Brauchen wir nicht … Möbel: nur das Nötigste… Internet : Gefährlich und verbrauchsstark…. Bücher: völlig daneben und unnütz… was sich in Jahrtausenden an Freiheit entwickelt hat, wird bereitwillig auf einem gedachten Altar der Ökologie geopfert, nur “DIE DA OBEN” werden auf diesen Luxus nicht verzichten, und so ist es ja auch gedacht! Die Schere klafft dann eben noch ein wenig weiter auseinander…. Ob die Natur sich dabei erholt ist mehr als fraglich!
Nachdenkliche Grüße von einer etwas rebellischen Marion

Gärtnerin, 15. Dezember 2009, 09:00

Hach cool, viele Eurer Argumente kommen mir bekannt vor. :-)
Wir haben hier “intern” schon heiß diskutiert, weil ich den Standpunkt vertreten habe, dass das schonmal gar nicht vergleichbar ist, weil in Australien vermutlich schon die Weihnachtsbaumlogistik anders aussieht als hier. Außerdem kann man statistische Daten einfach nur beurteilen, wenn man weiß, wer sie warum und unter welchen Prämissen gefälscht hat. ;-)

Offensichtlich kann man übertreiben, liebe Rebellin. Andererseits denke ich schon, dass man (ich) insgesamt nachdenklicher sein sollte, was man macht. Kleinigkeiten summieren sich halt auch, und Bewusstsein muss hie und da erstmal wachsen. Bei mir jedenfalls. Ich bin bisher bei genauerer Betrachtung auch nicht immer gerade ein Beispiel-Klimaschützer.

Gärtnerin, 15. Dezember 2009, 09:02

Ach ja, noch zu “Ballenware”. Ich werde nie vergessen, wie der elterliche Nachbar eines Tages kurz vor Weihnachten seinen Baum im Topf mal kurz oben anfasste, und dann auf ein sauber abgesägtes Bäumchen blickte, das er soeben aus dem Erdreich gezogen hatte. :-))))

marion, 15. Dezember 2009, 12:31

Vielleicht bin ich auch deswegen so “rebellisch” Luiebe Gärtnerin ;o))))bei diesem Thema, weil es schon Betrachtungen von Ökogruppen über den CO2 Footprint unserer Haustiere gibt mit denen man nun gut angefeindet werden kann, wenn man z.B: einen Hund hält! Hier meine ich pervertiert das System! Daher meine Anerkennung an alle die sich grundsätzlich über das Einspaarpotenzial Gedanken machen, aber klare Absagen an Zwänge in diese besondere Richtung ( und dazu gehört für mich auch ein lebender Weihnachtsbaum. (Verständnis hab ich aber auch für alle, die einen künstlichen Baum mögen und evtl aus Sicherheitsgründen bevorzugen!)

Gärtnerin, 15. Dezember 2009, 13:22

Öha. Huch. Bin ja auch Haustierbesitzer. Da gebe ich Dir dann allerdings Recht! *mitrebell* :-)

Keisha, 15. Dezember 2009, 19:33

Ich bin ja auch der Meinung, daß man die Kirche ganz einfach im Dorf lassen sollte. So gibt es eine Tierschutzverordnung, die besagt, daß das Fleisch für Hunde- und Katzenfutter nicht von eigens für diesen Zweck gezüchteten Teiren stammen darf. Soll heißen: In Tiernahrung werden immer nur Abfälle verarbeitet und keine Tiere extra dafür geschlachtet. (Übrigens auch der berühmte Grund, warum es kein “Whiskas Maus” gibt, denn die müßten extra dafür getötet werden…)
Auch finde ich es absurd, daß in Oslo “mehrere Hunderttausende Demonstranten aus aller Welt” erwartet wurden, die für den Klimaschutz demonstriert haben. Aha. Mal eben mit der Ryanair zur Demo jetten macht ja Sinn.
So gab es auch eine Gruppe von Leuten aus Norwegen, die den Verzehr von Sauerkraut verbieten lassen wollten. Ich hoffe ernstlich für diese Leute, daß das Satire war und kein Ernst.
Bei momentanen 11 Grad unter Null und Schneefall mit fiesem Wind frage ich mich auch ein ganz klein bißchen, warum die “globale Klimaerwärmung” immer woanders als hier stattfinden muß… meine Katze will nicht mehr auf den Balkon, sie will mit ins Bett.
Was hat sie eigentlich in ihren 14,5 Lebensjahren alleine an CO2 ausgeatmet?
Und wieviel CO2 produziert eigentlich ein Elefant so?
Ich glaube, über diese und andere Fragen werde ich bei ein paar Blechen voll Plätzchen mal nachdenken. Was soll ich bei der Kälte da draußen auch sonst tun?

Marion, 15. Dezember 2009, 21:02

Danke Keisha!!!
Ich dachte doch, ich sei eine von jenen fast ausgestorbenen Unbelehrbaren , die nicht bereit ist sich zum Wohle der Menschheit von ihren lästigen Angewohnheiten zu trennen, als da wären ständig zwei bis vier Hunde, einige Pferde und ganz ohne Sinn etliche Ziegen. Nun fühl ich mich nicht so allein…;o)))) Viel Spaß beim Kekse backen!

Betula, 15. Dezember 2009, 23:48

Hat eigentlich schonmal jemand untersucht wieviel CO2 frei wird, wenn ein Kasten Jever nach Süddeutschland gekarrt wird? Oder eine Flasche Wein aus Australien? Oder Obst und Gemüse aus Südamerika? Oder….
Das sind doch eigentlich unnötige Transporte, oder? Diese Dinge sind auch durch regionale Produkte zu ersetzen, mein Hund dagegen ist durch nichts zu ersetzen.

Paul, 16. Dezember 2009, 09:25

Welche Fakten für den Vergleich eines echten Baumes mit einem künstlichen Weihnachtsbaum herangezogen wurden, würde mich wirklich interessieren. Leider funktionieren die beiden Links nicht :(
Im Endeffekt kann es aber auch nicht anders sein, dass ein echter Weihnachtsbaum umweltfreundlicher ist. Ein Hybrid zwischen den beiden wäre ideal, dieser könnte z. B. aus konservierten bzw. getrockneten Teilen bestehen.
–> Riesen Vorteil eines künstlichen Weihnachtsbaum ist jedoch, das dieser nicht so einfach entflammbar ist.

Sus, 16. Dezember 2009, 14:50

Hallo, Paul,

ein ‘Hybrid’-Baum ist eine nette Idee, aber bei Nadelbäumen kann ich mir das leider nur schwer vorstellen: Diese Bäume haben die leidige Tendenz, bei Trocknen der Nadeln diese bei der kleinsten Erschütterung gleich abzuwerfen. Und diese Nadelhäufchen mit ihren Ästen auf die Philipinen zu transportieren, dort von jungen Philipinen mit Klebstoff wieder befestigen zu lassen und alles zurück nach Europa zu schicken, minimiert meiner Meinung nach den CO2 Footprint auch nicht wirklich.

SCNR, aber das kam mir beim Lesen Deines Beitrags direkt durch den Kopf geschossen.

Liebe Grüße, Sus :-D

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