Gärtnerin · 19. Juni 2009, 14:10

Garten-Probleme aktuell

Wo Licht ist, ist immer auch Schatten. Auch gerade im Garten. Hier mal meine aktuellen Misserfolge, bzw. greatest Gartenprobleme im neuen Garten 2. Das hier ist ja schließlich keine Gartenzeitschrift, sondern böse Realität. :-)

1. Wind / Sturm im Garten vs. großblättrige Pflanzen:

An Gärtnern “mit dem Wind” (- statt mit dem Mond. Ist doch auch mal was anderes :-( -) muss ich mich wohl hier ijsselmeer-nah gewöhnen. Was mich betrifft, ist das eigentlich o.k., mal davon abgesehen, das man grundsätzlich nix sieht, weil das Gewächs auf der eigenen Birne einem ständig in den Augen hängt. Aber da könnte man ja vielleicht noch Abhilfe schaffen… Das für mich größere und neue, zu bewältigende Garten-Problem ist, dass sich Pflanzen mit großen Blätter und Wind nicht gut vertragen. Alle Großblättrigen sehen total zerrupft und zerknickt aus. Und die Topfpflanzen-Plätze mit Windschutz sind zur Zeit endlich, geschweige denn, dass alle in Töpfen sitzen würden. Beispiele: meine schönsten Hosta mit “Windbruch”: :-(

funkien im wind

funkien im wind 2

Aber auch die gerettete Engelstrompete, die ich mir als schnell groß werdenden sommerlichen Sichtschutz gedacht hatte, kriegt´s nicht gebacken. Treibt tapfer immer neue Blätter nach, die aber ab einer gewissen Größe ständig verknickt und schlapp runterhängen. Ätzend ist das! Das kann ich wohl total vergessen. Das einzige größere, aber windverschrabbelte Blatt, das zur Zeit noch dran ist, ist auch bald bereit, sich zu verabschieden:

wind und engelstrompete

Ob ich künftig eine Vielzahl heißgeliebter Pflanzen drangebe und verschenke, oder den Garten alle 2 Meter mit Hecken gegen den Wind aufforste, ist noch nicht entschieden.

2. Blattlaus-Epidemie:

In Garten 1 ist das Thema Blattläuse aufgrund nützlingsfördernder Maßnahmen im Juni im wahrsten Sinne des Wortes längst gegessen. Hier fangen wir mal wieder bei Null an. Insbesondere schwarze Blattläuse vermehren sich hier an den möglichen Kandidaten und auch an unmöglichsten Pflanzen invasionsartig. Beispielsweise hatte ich nie zuvor Blattläuse an Sommerflieder. Hier aber schon.

blattläuse sommerflieder

Und obwohl scharenweise Vögel (Spatzen, Amseln, verschiedene Seevögel, Reiher) den Garten zu ihrem Revier gemacht haben, frisst besonders in den Ecken niemand die Biester weg. Jeden Abend blase ich von einer mittleren zweistelligen Zahl Pflanzen die Blattläuse mit dem Gartenschlauch runter. Jeden Abend. Und trotzdem sind es jeden nächsten Tag mehr. Nervt! Ich spiele schon mit dem Gedanken, das Insektenhotel und einige Töpfe der Überzahl Ohrenkneifer aus Garten 1 vorübergehend ins Ausland zwangsumzusiedeln. ;-)

3. Ameisennester:

Ameisen sind hier eine große Last, echt! Nicht nur dass sie Auffahrt (bereits z.T. ein Stück tiefer gerutscht, die Pflasterung, Gartenwege und -plätze großflächig unterminieren (aktuell gezählte 53 Häufchen)…

ameisennester gartenwege

und in geschätzt 50 Blumenkübeln und im Gemüsebeet nisten, und den Topfpflanzen und frisch gelegten Bohnen damit permanent das Wasser abziehen, so dass die zu verdursten drohen.

Kübelpflanzen, vor drei Stunden gegossen, stehen schon wieder knochentrocken:

ameisennester blumentöpfe

Die Hälfte der Bohnenpflanzen mickern rum, weil sie Wassermangel leiden:

bohnen mickern

Außerdem beschützen die Ameisen die Blattläuse.

Das hier bereits gekaufte Ameisen-Streumittel stinkt zwar wie die Pest nach tödlich, ist aber absolut wirkungslos. Entweder probiere ich jetzt noch ein anderes Produkt, oder bringe welches aus D mit. Hier ist ausnahmsweise Schluss mit lustig mit biologischen Mittelchen und kochendem Wasser gegen Ameisennester, absolut! Der Kampf ist aussichtslos damit.

Nachtrag zu den Blattläusen: Manche Pflanzen-Geschöpfe machen es einem aber auch schwer. Undankbare Biester! Bzw. vielleicht kann man auch von Konstition sprechen. Manche ziehen unglücklich alles an, was beißt und saugt. Eine davon ist eine Schefflera actinophylla von der Resterampe, die ich diesen Spätwinter gekauft hatte. Bin mir nicht sicher, ob ich sie gebloggt hatte, jedenfalls finde ich sie nicht. Armes Wesen, gekauft, gepflegt, gepäppelt. Das Miststück bzw. die arme Sau hat seidem zweimal Spinnmilben gehabt und wurde deswegen abgewaschen, ge-spüli-t und gespritzt, und mittlerweile ist kein einziges altes Blatt von vor dem Kauf mehr dran. Seit sie draußen steht, sitzt sie zu mit schwarzen Blattläusen.

aralie blattläuse

Auch sie kriegt täglich die Läuse abgespritzt, aber das nutzt recht wenig. Und dauernd Mittelchen drübergießen ist halt auch nicht. Und jetzt hat sie zusätzlich schon wieder Spinnmilben. Neue Blätter kommen stets verkrüppelt raus, ….

aralie läuse

und die Läuse lieben diese Pflanze so dermaßen. Macht echt keinen Spaß, das Ganze. So lange sie sich Mühe gibt zu wachsen, also noch Wille zeigt, geht´s so weiter.a Könnte aber sein, dass das so eins der seltenen Hümmelchen ist, die ich nach einem nicht enden wollenden Leidensweg dann doch irgendwann drangebe. :-(

mehr: Fliegende Ameisen
Ameisen-Köderdosen

eingewurzelt unter: Garten allgemein,Schadbilder

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18 Kommentare bisher

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Maren, 19. Juni 2009, 14:48

Unsere Chilis sind auch stark von Blattläusen befallen gewesen. Ich bin mit Pinselchen und kleinem Becher auf die Jagd gegangen und habe sie vorsichtig abgestreift und an unsere Froglinge verfüttert. Sie haben die Mistviecher als Leckerbissen innerhalb von Minuten verputzt. Schaue jetzt jeden Tag nach und “ernte” eventuell noch ab, aber ist schlagartig weniger geworden durch meine Futteraktion. :o))

Sus, 19. Juni 2009, 14:53

Auch im Garten habe ich bei starkem Ameisenbefall mit Köderdosen schon Erfolg gehabt.

Blattläuse habe ich dieses Jahr auch unendlich viele, auch am Sommerflieder, der aber trotzdem wächst wie doof. Die Marienkäfer machen sich leider etwas rar, warum auch immer.

Liebe Grüße, Sus

jey-Key, 19. Juni 2009, 15:46

Oh mann ……… ich bin auch mit Blattläusen dieses Jahr “gesegnet”, mehrere verschiedene Arten …….. Sch… Viecher, dafür hab ich jetzt die Wollläuse am Buchsbaumbusch meines Vermieters im Griff …….. und mit Ameisen kämpfe ich zum ersten Mal… in meiner Küche *schrei*

LG
jK

Keisha, 19. Juni 2009, 17:14

Hast du mal Kapuzinerkresse in Betracht gezogen, Steffi? Seit meine gekeimt haben, hab ich an Geranien und Begonien jedenfalls keine Blattläuse mehr… die sitzen fast nur noch an vereinzelten Kresseblättern im Rudel dran. Einmal die Woche zwicke ich dann jenes Blatt ab und vernichte es. Dann haben die nächsten Läuse wieder ne Woche Zeit, nach nem neuen Kresseblatt zu trachten. Besonders schwarze Läuse scheinen Kapuzinerkresse zu lieben.

Wegen der Ameisen würde ich evtl auch mal Köderdosen versuchen. Ich habe jedes Jahr eine riesige Straße großer schwarzer Ameisen vor dem Haus gehabt, inklusive einer Streife quer übern Balkon und ins Wohnzimmer hinein. Letztes Jahr hab ich zwei Köderdosen im Gestrüpp versteckt und das “Problem” war nach 2 Wochen gegessen. Dieses Jahr sind es ohnehin sehr viel weniger Ameisen rund ums Haus, bloß diese blöden gelben/goldenen winzigen Dinger krieg ich nicht los. Ich glaub, die mögen Köderdose nicht…

Betula, 19. Juni 2009, 18:14

Bei der Schefflera müsste doch eine Dosis Lizetan helfen? Oder magst du das nicht anwenden? Seit ich meinen Wintergarten habe, in dem sich die Schädlinge von Baum zu Baum hangeln, habe ich meine Skrupel gegen Gift über Bord geworfen. Zumal einige der Pflanzen auch zu groß sind, um sie zu isolieren.

Gärtnerin, 20. Juni 2009, 09:58

Praktisch, Maren. Ich könnte hier eine ganze Kompanie Froschis abfüllen. Es sind übrigens vereinzelt Kröten im Garten unterwegs, weil viele Teiche in der Nachbarschaft. Gelegentlich gibts einen Schreck-Kreischer, wenn mir jemand aus dem Bienenfreund entgegenspringt. :-)

Köderdosen ist vielleicht ein guter Trick, Sus. Weil es hier so viel regnet.

Wünsche guten Feldzug, Jey-Key.

Kapuzinerkresse: 6 Pflanzen verteilt über den Garten. Niederländische Läuse mögen keine Kapuzinerkresse. Ist dieses Jahr trotz allem praktisch lausfrei. Das Mutterkraut im Staudenbeet tut dafür gute Dienste und ist absolut schwarz. Kann auch schnippelweise entfernt werden, aber im Rahmen des flächigen Befalls ist das leider ein Tropfen auf dem heißen Stein, Keisha.

Lizetan will ich im Moment nicht, weil das Problem sich halt stetig durch Zuflug mit dem Wind erneuert. Die Ursache/Quelle lässt sich damit in diesem Fall also nicht abstellen. Solange das so weitergeht, bin ich nicht bereit, systemische Gifte einzusetzen. Später oder im Winter vielleicht, wenn´s sonst nicht klappt. Reinstellen will ich sie jetzt auch nicht, sonst gibt sie die Seuche an alle anderen Zimmerpflanzen weiter. Abwarten…

Doris, 20. Juni 2009, 22:07

Jetzt bin ich ja direkt beruhigt – anscheinend sind die schwarzen Blattläuse in ganz Deutschland flächendeckend unterwegs. Bei mir haben sie sich von den Margeriten aus explosionsartig verbreitet. Von den Tomaten und ein paar anderen Pflanzen konnte ich sie noch runter streifen und halte sie bisher ganz gut in Schach. Ich fürchte allerdings um meine Bohnen, die sich endlich mal bequemen, aus der Erde zu schauen. Es kommt alles so spät raus zur Zeit. Die Margeriten blühen trotzdem, aber der Wind und der viele Regen macht sie auch nieder. Ameisen gibts bei mir auch haufenweise. Das bin ich vermutlich selber schuld, weil ich die letztes Jahr mit einem Johannisbeerstrauch eingeschleppt habe. Der ist voll mit grünen Blattläusen, die die Ameisen hüten. :-( In ein Nest habe ich die Tage kochendes Wasser gekippt. Mit schlechtem Gewissen, aber es hilft ja nichts. Es nervt einfach, dass man überfallen wird, wenn man nur ein wenig im Beet rum gräbt. Mir kommt es so vor, als ob es weniger Ameisen wären seitdem.
Nützlinge sehe ich total wenig, keine Marienkäfer oder Florfliegen. :-( Liegt das am Wetter?!

Susanne B, 20. Juni 2009, 23:10

Florfliegen sehe ich auch keine, aber die Marienkäfer treiben’s überall im Garten meiner Mutter… allerdings nicht die heimischen, sondern die asiatischen mit den vielen Punkten. Und ich knibbel immer noch zerfetzte Blätter aus meinen Balkonblumen, die ein Hagelschauer an Christi Himmelfahrt zurückgelassen hat.

Anne R., 21. Juni 2009, 12:20

Hallo, bin schon lange “stumme” aber eifrige Leserin des Gärtnerblogs. Nun drängt es mich doch mal etwas zum Thema Ameisen zu sagen. Bei mir hat sich seit Jahren Backpulver bewährt, ungiftig und billig. Einfach auf die Ameisenstraßen im Haus oder Garten oder direkt draussen auf die Nester streuen, wirkt bei meinen zuverlässig. Manchmal reicht einmaliges Streuen, bei größeren Nestern immer mal nachlegen.

Gärtnerin, 21. Juni 2009, 12:49

Hallo Anne, den Trick hatte ich früher schon mal probiert, damals aber wirkungslos. Hier ist er für mich nicht das Richtige, weil es ständig sintflutartig regnet. Das Backpulver wäre schneller weg, als ich nachstreuen kann. Bin aber doch erstaunt, dass das bei Dir echt hilft!

PS: Wenn sich stumme Leser mal outen, finde ich das immer klasse. ;-)

Patty, 21. Juni 2009, 15:28

Als ich Backpulver gegen die Ameisen in meiner Küche (1.OG!!!) ausprobiert habe, hatte ich den Eindruck, dass ich ein leises Lachen hören konnte und danach wieder fleißiges Getrappel von kleinen schwarzen Füßen…

Keisha, 21. Juni 2009, 17:48

Backpulver funktionierte bei meiner Ameisenstraße dahingehend, daß ich sie vom Balkon und somit aus der Wohnung fernhalten konnte. Die Straße wurde ganz einfach um 10 cm nebendran verlegt. Das Problem bei mir ist… daß ich in 6 Jahren das verdammte Nest noch nicht finden konnte… diese Straße hat so viele “Ausfahrten” (Abritte hihi) und Verzweigungen, daß mir der Ursprung bislang noch vollkommen unbekannt ist.
Auch Zimt (schwören türkische Nachbarn drauf) hat keine Abhilfe gebracht. Mir wäre eine ungiftige Lösung wirklich lieber, weil viele Kinder und Katzen vorm Haus unterwegs.
(Leider nur noch fremde Katzen… der Bella-Schnappfisch ist ja nun auch seit Wochen verschwunden… *schnüff*)

Maren, 24. Juni 2009, 13:40

@ Keisha: Tut mir leid das mit Bella zu lesen. Ich dachte, sie wäre wieder nach Hause gekommen. :o(

Ich habe auch ein Problemchen. Dieses Jahr habe ich unglaublich viel Unkraut zwischen meinen Balkonblumen. Ich verstehe das gar nicht. Hatte die Kästen nach dem harten Winter neu gemacht und frische Erde eingesetzt. Und jetzt sprießen neben den Petunien und Wandelrößchen dermaßen viele Gräser und andere Kräutlein, dass ich gestern fast eine ganze Einkaufstüte voll Gedöns aus drei Kästen gezogen habe. Das Zeug hatte sich auch noch gut getarnt, so dass mich gestern bei genauerer Betrachtung echt fast der Schlag getroffen hat.

Ich frage mich, wo das Zeug herkommt. Durch den Wind herbei gewehte Samen? Oder ob die in der Erde waren? Ich glaube nicht, dass ich sie mit der Sommerbepflanzung eingeschleppt habe. Da war so gar nichts von zu sehen beim Kauf. Oder es war auch verdammt gut getarnt. *grummel*

Gärtnerin, 24. Juni 2009, 15:23

Sicher aus der Blumenerde, Maren. Ich hab hier auch Töpfe voll, die komplett grün bedeckt sind…

Maren, 24. Juni 2009, 17:47

Ist das normal oder ein Zeichen für schlechte Qualität der Erde? Ich habe nämlich ganz spezielle Erde gekauft… Wenn die schlechte Qualität haben sollte, dann werde ich mich nämlich böse beschweren gehen.

Gärtnerin, 26. Juni 2009, 09:44

Ich meine, dass das – wenn auch ärgerlich – kein Zeichen für schlechte Qualität ist, und auch nicht ungewöhnlich. Wer garantiert unkrautfreie Erde haben möchte, kann sie dämpfen. Ansonsten finde ich es nicht so schlimm, mal drüberzujäten. Das übliche Blumenerde-Unkraut erledigt sich damit recht schnell.

Nicole, 02. März 2011, 08:44

Wir haben ein extremes Engerling Problem.Unser Rasen ist komplett entwurzelt von diesen Larven.Daher sind wir nun dazu genötigt worden den kompletten Rasen neu anzulegen.Da wir den Tipp bekommen haben es mit (Chlorpyrifos)z.B.in Ameisengift enthalten, zu versuchen-dieses aber zu chemisch ist,da es die Umwelt und den Menschen extrem schädigen kann.Wollte ich hier Fragen ob jemand eine bessere Lösung hat?
Vielen Dank schon mal im voraus!

Gärtnerin, 03. März 2011, 10:00

Keine Idee dazu, leider

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