Ginkgobaum-Aussaat
Nach dem was ich im Ginkgo biloba-Beitrag aus den Kommentaren lernen durfte, will ich auch mal eine Ginkgo-Baum-Anzucht aus Samen probieren. Immerhin hat man mir kommentiert, dass die Bäume langsam wachsen, und ich brauche mir zunächst also weit weniger Sorgen zu machen als bei den Mammutbäumen, dass mir der Ginkgo über den Kopf und den Garten wächst. ;-)
Demzufolge sind die Ginkgo-Samen auch die Vierten im Bunde, die seit gestern mittag im Wasser vorquellen, damit ich sie jetzt gleich in die Anzuchterde stecken kann, um mein Glück zu versuchen.
Ginkgo-Samen sind im Vergleich riesengroß. Die Größe und Optik entspricht etwa der einer Pistazie in der Schale, nur eher rundlich, nicht ganz so längllch:
Obwohl sie groß sind, sind die Samenkapseln ziemlich leicht. So, als ob nichts drin wäre (Hoffentlich ist das nicht so!). Deswegen schwimmen sie auch nach der Einweichzeit noch immer oben im Glas, die zwei:
Ginkgo biloba -Anzucht-Info
Samentüte-Zusammenfassung: im Haus ganzjährig möglich. Samen erst mit Sandpapier anschleifen (Diesmal nicht fingernagel-gefährlich, weil große, gut festhaltbare Samen! *fg*), dann 12 Stunden in Wasser vorquellen. In Anzuchterde säen, dünn bedecken. Keimtemperatur 20-25 Grad, Keimung nach 4-5 Wochen. Jungpflanzen sollen vor praller Sonne geschützt werden, ansonsten ist der Standort anscheinend Wurscht. Ginkgos sind ja sowieso recht zäh und resistent gegen alles. Also wahrscheinlich auch gegen das Garten-Wetter und die Lichtverhältnisse. *feix* Nährstoffreiche Erde, feucht, keine Staunässe. Rückschnitt ab Juni für buschigeren Wuchs. Absolut winterhart, also muss glücklicherweise nicht drinnen überwintert werden. Sämlinge mit Winterschutz versorgen.
Da bin ich ja mal gespannt, was aus den dicken Kernen kommt. Nen größeren Topf für einen winterharten Kübelheimer könnt ich nämlich noch prima an der Haustür dekorativ unterbringen. ;-) Die Samenkerne sind übrigens ganz glatt und sauber, und stinken überhaupt nicht nach Buttersäure wie sonst üblich, wenn die Früchte vom Baum fallen. Und ab in die Erde!
eingewurzelt unter: Gehölze
Vor einem Jahr
Drachenbaum-Dickenwachstum , Gartenblog-Newsletter verstorben, Liriope muscari - Traubenlilie, Rhipsalis paradoxa




12 Kommentare bisher
KommentierenIch hab vor zwei Jahren ein Ginkgobäumchen geschenkt gekriegt, vielleicht 15cm hoch, wie alt weiß ich nicht. Ist noch keinen Zentimeter gewachsen, macht immer nur zwei Büschel Blätter. Dem wurde aber auch bevor ich ihn bekam die Spitze gekappt, vielleicht liegt es daran. Ist jedenfalls kein Vergleich zu der Walnuß, die vom letzten Frühjahr ist und jetzt schon doppelt so hoch wie der Ginkgo :-)
15cm und noch nicht gewachsen, das finde ich seltsam..
Och, ich mach mir da keine Sorgen, er lebt ja ganz eindeutig und hat gesunde Blätter. Irgendwann kommt er schon. Und wenn nicht, ist es auch recht, für große Bäume ist ja doch kein Platz :-)
Oh ja. Walnüsse im Topf, die die Eichhörnchen verstecken, wachsen bei mir auch immer heftig. Vielleicht hat Dein Ginkgo nen kleinen Topf und tut sich deshalb schwer mit dem Wachsen?!
und sind die samen gekeimt? ich werde es auch versuchen aber bei mir steht dass es nicht notwendig ist aber empfehlenswert die samen für 1-2 monate zu stratifizieren da die keimquote erheblich steigt
mfg
Leider nix gekeimt. Werde wohl einen neuen Versuch starten müssen irgendwann. :-(
sind die Samen teuer gewesen?also ich habe schon mehrere Bäumchen aus eigenen Ablegern gezogen und die wachsen wunder bar.Meiner im Garten ist 4 jahre alt,habe ihn nach 2Jahren eingepflanzt und der hat den harten Winter immer überlebt,ist jetzt 1,30 meter hoch und sieht mit seinen Blättern toll aus.
Das ziehen des Ablegers mach ich immer im Haus im Wasser usw.Nach 3-4 Monaten haben die Wurzeln,auch im Gewächshaus einfach eingesteckte Zweigabschnitte habe ich nach 2Wintern rausnehmen können un in Töpfe einpflanzen können.Ich bin kein Berufsgärtner oder so ich tue nur gerne experimentieren mit Pflanzen aller Art und auch Samen als Privatzüchter.
mit freundlichen Grüßen
Horst
Hallo Horst !
Ich mache es wie du und ziehe mir die Bäume aus
Stecklingen.
Da kann ich selbst bestimmen welches Geschlecht
der Baum haben soll.
Hast du schon mal probiert einen weiblichen
Reis auf einen männlichen Baum zu pfropfen ?
Es soll gehen, aber ich selbst bin noch nicht dazu
gekommen.
Mit einem weiblichen und zwei männlichen Bäumen
bin ich selbst gut versorgt.
Habe gerade in den letzten Tagen in einem Buch ein Foto von einem so gepfropften Ginkgo entdeckt.
Es geht also.
Der Baum steht in Wien im Garten vom Schloss Schönbrunn.
Danke Betula !
Ich werde es also auch versuchen, denn es gibt
sehr wenig weibliche Ginkgo-Bäume.
Und wenn man bedenkt das ein Ginkgo-Baum
mindestens 35 Jahre braucht um zu fruchten,dann
lohnt sich der Aufwand sicherlich.
Ausserdem ist es eine Platzfrage.
Nicht jeder hat für zwei Bäume den Platz und
unsere Nachkommen werden uns dankbar sein.
Um Nüsse zu ernten braucht man jedoch nur einen
weiblichen Baum, denn die Befruchtung erfolgt
an der fertigen Nuss.
Deinen letzten Satz kapier ich nicht ganz, Klaus.
Kann ich das so verstehen, dass die Nüsse auch ohne Befruchtung reifen? Wozu dann der Aufwand mit dem Pfropfen?
Ist auch nicht so einfach zu verstehen, da es eine Besonderheit in der Pflanzenwelt ist.
Die Nüsse wachsen bis zur vollen Größe am weiblichen Baum und werden erst dann befruchtet.
Teils erst wenn sie schon abgefallen sind.
Für die Vermehrung werden befruchtete Nüsse
benötigt. Sehr oft werden als Samen unbefruchtete
Nüsse verkauft und wenn es dann nicht klappt,
dann ist der Gärtner schuld.
Äußerlich kann man keinen Unterschied zwischen
befruchteten und unbefruchteten Nüssen feststellen.
Gleiches kann man, nennen wir es Etiketten-
schwindel, bei der Verarbeitung der Blätter zu
Drogen feststellen.
Die “Ernte” der Blätter erfolgt letzte Woche
August bis Mitte September, dann haben sie den
höchsten Anteil an Wirkstoffen.
Gefallene Blätter (Herbst) sind faktisch wertlos.
Desweiteren haben weibliche Blätter einen 5-fach
höheren Wirkstoffgehalt.
Das Pfropfen mache ich als Experiment für Garten-
besitzer, da nicht jeder zwei Bäume pflanzen
kann, die Nachfahren aber vielleicht befruchtete
Nüsse haben wollen.
Ich kann 35 Jahre warten um festzustellen ob der
Sämling männl. oder weibl. ist, oder ich pfropfe
bzw. vermehre mit Stecklingen.
Die Nüsse wachsen,aber sie sind erst nach der
Befruchtung “reif”.
Übrigens sind sie auch als “unreife” Nüsse ein
Genuss.
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