Gärtnerin · 08. Januar 2009, 14:14

Hecken auf Stelzen

Eine besondere Heckenform, in meiner Region zumindest gänzlich unbekannt, die mir aber schon in Holland häufiger gefällig ins Auge fiel, habe ich auch in Belgien wiedergesehen. Hecke auf Stelzen? Hecke am Stiel? Habe noch keinen Namen dafür gefunden. Im Grunde handelt es sich um eine Spalier-Hecke bzw. ein Heckenspalier mit Formschnitt. Unten nur die Stelzen, oben Kastenform. Bei uns denkt man bei Spalier-Erziehung eigentlich ausschließlich an Obstbäume und Nutzgarten, denke ich, aber diese hier finden Verwendung im formalen Ziergarten. Oder da, wo wenig Platz für ausladende Heckenpflanzen ist.

Durch diese Stelzen-Spalier-Hecken-Elemente entstehen grüne Formschnitt-Wände, unter denen man quasi durchgucken kann. Oder am Fuß dieser Hecke steht noch eine niedrigere Schnitthecke. Gibts auch manchmal. Mir gefällt das jedenfalls sehr gut. Soweit ich beobachtet habe, sind es häufig Hainbuchen-Hecken, die so erzogen wurden, und die auch im Winter lange ihr braunes Laub behalten, und für Sichtschutz sorgen.

hainbuchen hecke

Ich bin nicht sicher, aus welchen Gehölzen so was noch gemacht wird. Hier sieht man mal, wie es im Winter drunter aussieht am Spalier. Ganz akkurat erzogen sind die Pflanzen:

formschnitt-hecke auf stamm

hecke auf dem stock 2

Viele der gesehenen Exemplare sind noch relativ jung. Deswegen musste ich auch mal nen alten Formschnitt-Baum ablichten, der ganz dicht bei einer Mauer wächst (auch noch flach um die Ecke erzogen), und die im Sommer obenrum dicht grün macht:

hecke auf dem stock

Einige grüne Stelzenhecke-Exemplare habe ich letztes Jahr auch im Keukenhof gesehen. Die hier im Bildhintergrund in diesem Formschnitt-Garten sind allerdings auf Lücke gesetzt, so dass sie nicht wirklich als geschlossene Hecke erscheinen:

keukenhof

Jedenfalls werden die Pflanzen in der Regel schon in Endhöhe ab Baumschule so verkauft, also mit einem kahlen Hochstamm unten und oben mit einem bereits eingebundenen Spalier, an dem die Leitäste schon entlangwachsen. Man kann die einzelnen Pflanzen dann als Heckenelemente pflanzen, und muss sich nur noch um die rechte Weiter-Erziehung kümmern. Was bei älteren Pflanzen wohl bedeutet, dass man durch Schnitt dafür sorgen muss, dass die Leitäste die Leitäste bleiben, und durch einen regelmäßigen sommerlichen eckigen Formschnitt der oben dann quadratischen Hecke verhindert, dass die grün belaubte Kastenform gänzlich verwächst. Ganz prima Sichtschutz-Idee mit Windbruch-Funktion, gerade auch für kleine Gärten, finde ich, denn ggf. kann man den Platz unter der Stelzen-Hecke auch noch zum Pflanzen anderer Dinge nutzen.

Sollte auch bei uns zum Gartentrend werden, weil praktisch! Und ganz bestimmt kann man solche Exemplare auch relativ schnell selbst ziehen, wo doch Hainbuchen mächtig schnell wachsen. Oder sogar aus alten Hainbuchen durch aufasten? Meine Phantasie geht mit mir durch. Muss die Winterdepression sein. Heute will ich noch ein Samentütenregal sehen. Sonst dreh ich durch! ;-)

eingewurzelt unter: Gehölze

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1 Kommentar bisher

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Rainer, 30. Oktober 2009, 18:04

Eine gestelzte Hainbuchenhecke interessiert mich auch. Seite 120 im Buch Garten Ideen von Arne Maynard ist ein sehr schoenes Exemplar abgebildet. Allerdings als Suchwort in Google ist nix zu gestelzt zu finden ;-)

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